Ich halte das in der Altersklasse von der wir sprechen schon für bedenklich von Unterforderung zu sprechen.
Ich kenne solche Probleme und erlebe sie auch aktuell.
Ich trainiere eine mit dem Ziel der Leistungshomogenität zusammengestellte E-Jugend. In den meisten unserer vorherigen Jahrgänge führte diese Einteilung dazu, dass die Spanne von Nr. 1 bis Nr. 10 oder Nr. 12 überschaubar war. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Wenn die Nr. 1 gg. die Nr. 10 ins 1:1 ging, hatte die Nr. 10 reelle Chancen als Sieger hervorzugehen.
Im aktuellen Kader fehlt mir das breite Mittelmaß. Ich habe 40% Auswahlspieler, 20% durchschnittlich talentierte und 40%, die in den letzten Jahren nie in der E1 gelandet wären. Dass die Schere so extrem auseinandergeht, liegt sicherlich auch an Fehlern in der Vergangenheit - aber das ist nicht mein Thema.
Wenn ich die oberen 40% im 1:1 gegen die unteren 40% antreten lassen würde, hätten die unteren absolut keine Chance auch nur ein einziges Mal als Sieger hervorzugehen. Dadurch, dass ich 40% sehr talentierte Spieler habe, habe ich das Problem der Unterforderung im Training bei hoher Beteiligung aller nicht. Wäre das Verhältnis 10/20/70, hätte ich es aber.
Das Glück und die Spielfreude derer hängt nicht davon ab, das es eventuell zu schlechte Mitspieler gibt,
Das Problem liegt für mich dabei nicht an den zu schwachen Mitspielern, sondern an den zu schwachen Gegnern im Training.
Natürlich kenne ich verschiedene Methoden, wie man in hetorogenen Gruppen Trainingshomogenität herstellt. Bin schließlich ein paar Jahre dabei... Man stößt aber manchmal an Grenzen und dann kann man von Unterforderung und Überforderung sprechen.
