Beiträge von Follkao

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ich halte das in der Altersklasse von der wir sprechen schon für bedenklich von Unterforderung zu sprechen.

    Ich kenne solche Probleme und erlebe sie auch aktuell.
    Ich trainiere eine mit dem Ziel der Leistungshomogenität zusammengestellte E-Jugend. In den meisten unserer vorherigen Jahrgänge führte diese Einteilung dazu, dass die Spanne von Nr. 1 bis Nr. 10 oder Nr. 12 überschaubar war. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Wenn die Nr. 1 gg. die Nr. 10 ins 1:1 ging, hatte die Nr. 10 reelle Chancen als Sieger hervorzugehen.

    Im aktuellen Kader fehlt mir das breite Mittelmaß. Ich habe 40% Auswahlspieler, 20% durchschnittlich talentierte und 40%, die in den letzten Jahren nie in der E1 gelandet wären. Dass die Schere so extrem auseinandergeht, liegt sicherlich auch an Fehlern in der Vergangenheit - aber das ist nicht mein Thema.
    Wenn ich die oberen 40% im 1:1 gegen die unteren 40% antreten lassen würde, hätten die unteren absolut keine Chance auch nur ein einziges Mal als Sieger hervorzugehen. Dadurch, dass ich 40% sehr talentierte Spieler habe, habe ich das Problem der Unterforderung im Training bei hoher Beteiligung aller nicht. Wäre das Verhältnis 10/20/70, hätte ich es aber.

    Das Glück und die Spielfreude derer hängt nicht davon ab, das es eventuell zu schlechte Mitspieler gibt,

    Das Problem liegt für mich dabei nicht an den zu schwachen Mitspielern, sondern an den zu schwachen Gegnern im Training.

    Natürlich kenne ich verschiedene Methoden, wie man in hetorogenen Gruppen Trainingshomogenität herstellt. Bin schließlich ein paar Jahre dabei... Man stößt aber manchmal an Grenzen und dann kann man von Unterforderung und Überforderung sprechen.

    Trotzdem erreicht man mit Stärkenförderung mehr als mit dem "ständigen Herumhacken" auf Schwächen.


    Messi ist kein Kopfballungeheuer - hättest du ihn als Kind in die IV gestellt?

    Oder lieber sein Dribbling gefördert?

    Messi ist als Kind vermutlich auf dem ganzen Platz ausgebildet worden. Warum?
    Auch wenn man vermutlich früh erkannt hat, dass er später ein Offensivspieler wird, war seinen Ausbildern klar, dass er später auch auf Trainer treffen kann, die mit dem Offensivspieler Messi ein Angriffspressing spielen wollen. Dafür braucht man Fähigkeiten im defensiven 1:1 und 2:1 - und die sind dem Kind Messi vermittelt worden. Und wenn man sie ihm vermittelt hat, wird man ihn im Spiel sicherlich auch auf defensiven Positionen eingesetzt haben.

    Wenn sie die Möglichkeit - also das nötige Talent!- hat, um in ein NLZ zu kommen,

    kann sie es auch schaffen, mit Fußball Geld zu verdienen.

    So gesehen wäre der Ehrgeiz nicht nur richtig, sondern essenziell notwendig!

    Diese Denkweise ist bei einem 11-jährigen Kind komplett falsch.

    Die Wahrscheinlichkeit vom Fußball irgendwann leben zu können, ist verschwindend gering.

    Wenn die Motivation ist, seinen Sport auf höchstmöglichem Niveau auszuüben, ist das o.k. Dabei spielt's keine Rolle, ob man mit diesem Sport Geld verdienen kann.

    Sie spielt ja jetzt schon in zwei Mannschaften. In der Jungsmannschaft dürfte sie fußballerisch gefordert sein; bei den Mädchen ist sie es vermutlich eher nicht. (Ich gehe dabei davon aus, dass das Jungsteam nicht unteres Kreisniveau ist.)

    Ich kenne viele talentierte Mädchen, die dieses Modell gewählt haben: Bei den Mädchen Freundinnen und Fun, bei den Jungs fußballerischer Anspruch. So gesehen gibt es keinen Grund, das Modell zu wechseln. Warum braucht sie zwei starke Mannschaften? Fußballerisch profitiert sie genauso, wenn sie die Prioritäten in Richtung des Jungsteams verschiebt und im vorhandenen Mädchenteam weiter manchmal spielt und trainiert. Aufteilung vielleicht 80/20 oder noch stärker Richtung Jungsteam...
    Vielleicht braucht sie mal etwas Beratung in diese Richtung...

    Ich hatte kürzlich ein solches Gespräch mit einem Mädchen, dem nicht bewusst war, welche Fördermöglichkeiten für sie -neben dem Wechsel in einen hochspielenden Mädchenverein- bestehen.

    Ich finde es ehrlich gesagt etwas bedenklich, dass ein 11jähriges Mädchen ihren Ehrgeiz bereits über den Spaß und Freundschaften stellt.

    Das finde ich gar nicht so ungewöhnlich. Letzten Endes spielen ein paar tausend Kinder im Grundlagen- und Aufbaubereich der NLZs, die nichts anderes gemacht haben. Sie stellt auch gar nicht den Ehrgeiz über den Spaß. Bestenfalls ist der Ehrgeiz ihr Spaß.

    Ich habe schon einige talentierte Mädchen dieses Alters kennengelernt und auch trainieren dürfen. Sie hatten alle gemeinsam, dass sie sehr zielgerichtet waren, sind aber unterschiedliche Wege gegangen. Verglichen mit Jungs desselben Alters sind sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ohnehin 1-2 Jahre weiter. Insofern würde ich einem 11-jährigen Mädchen diese zielgerichtete Denkweise eher zutrauen als einem 11-jährigen Jungen.

    Für mich gibt es zwei mögliche Gründe für's Hochziehen:

    1. Geht nicht anders.
      Die Zahl der zur Verfügung stehenden Spieler macht es notwendig, da man ansonsten keinen Spielbetrieb hinbekommt.
    2. Begabtenförderung
      Ein (oder manchmal auch mehrere) Spieler ist/sind im eigenen Jahrgang unterfordert.
      Umgekehrt gibt es manchmal auch die Konstellation, einen Jahrgang durch jüngere Spieler sportlich verstärken zu müssen. Das ist aber meistens kein Thema in der D.

    Beide Gründe treffen bei Euch nicht zu. Ganz im Gegenteil - Eure Zahlen der 07er/08er alleine würden für 3 D-Jugenden reichen. Ihr schein schon in einer JSG zu sein. Genau das ist der Grund, weshalb man JSGen gründet.

    Ja das verlieren Mädchen auch bei den Mädchen .

    Nö. Anhang 1, §3 (6)

    https://www.nfv.de/fileadmin/u…ordnung-Stand-03-2019.pdf


    Jungs, §12 (6)

    https://www.nfv.de/fileadmin/u…ordnung-Stand-12-2018.pdf


    Bei den Mädchen lässt Dir das Zweitspielrecht alle Freiheiten. Bei den Jungs schränkt es ein.

    Aber Jungs können eine Altersklasse höher spielen im sich zu fördern .

    Das können Mädchen auch. Von dieser Möglichkeit wird sogar in den Mädchenstützpunkten Gebrauch gemacht.

    Gibt sogar Zweitspielrecht ebenfalls in Hamburg für die Jungs .Kenne ich auch welche .Unter Talentförderung möglich .

    Geht also auch bei den Jungs .Muss man nur schaffen und dann noch Stützpunkt.

    Das Zweitspielrecht ist für Jungs und Mädchen im NFV unterschiedlich geregelt. Jungs verlieren mit dem Zweitspielrecht das Spielrecht in den Mannschaften derselben Altersklasse im Heimatverein - Mädchen nicht. Dadurch bist Du bei den Jungs sehr eingeschränkt. Deswegen wird dieses Instrument bei den Mädchen deutlich intensiver genutzt.

    Ich kann die Argumentation, dass die Kinder kein Funino wollen, nachvollziehen. Ja, vermutlich äußern das auch manche -vielleicht sogar viele- Kinder so.Aber das ist der springende Punkt:

    KINDER

    LASSEN

    SICH

    BEEINFLUSSEN

    Bis zum Ende der Grundschulzeit kannst Du Kinder zu nahezu jeder Meinung bringen.
    Und der zweite Punkt ist:
    Nur weil Kinder etwas wollen, ist es noch lange nicht gut und richtig.
    Wenn ich meine E-Kinder fragen würde, ob sie als Abschlussspiel Funino, 7:7 auf E-Jugendfeld, 9:9 auf D-Jugendfeld mit Abseits oder 11:11 auf Großfeld mit allem drum und dran spielen wollen, würden sie sich für das 11:11 entscheiden. Am liebsten mit VAR und Taktikanalyse durch 100% Meijer. Das wollen sie und sie würden behaupten, dass das riesig Spaß macht. Schließlich ist das der echte, große Fußball. Kinder verstehen es aber auch, wenn man ihnen erklärt, dass die Rahmenbedingungen des Platzes sich mit Alter und Körpergröße verändern.

    Das Hauptproblem sind also nicht die Kinder - sondern die Erwachsenen, die wollen, dass ihre Kinder "richtigen Fußball spielen wie wir früher. Hat uns ja auch nicht geschadet."

    Aus meiner persönlichen Erfahrung ist der Amateurfußball ein recht innovationsscheuer Bereich. Selbst Trainer und Verantwortliche, die halb so alt sind wie ich, beginnen viele Sätze mit "Früher... hätte/musste/konnte...". Dieses Festhalten an Dingen, weil sie halt "schon immer" so waren, finde ich sehr ernüchternd.

    Ich glaube es war Nagelsmann, von dem ich kürzlich sinngemäß folgendes Zitat gelesen habe: "Tradition ist gut, wenn man daran festhält. Sie ist schlecht, wenn man sich daran klammert." Natürlich hat er das in einem anderen Zusammenhang gesagt - ist aber doch auf viele Bereiche übertragbar.

    Ach ja: Wenn man die Widerstände bei einer Einführung minimieren will, lässt man das 7:7 langsam rauswachsen.

    So, wie Du die Konstellation hier bislang beschrieben hast, sollte jedem klar sein, dass Deine Tochter nicht auf Dauer in diesem Verein bleibt.

    Bei der Kombination Verbandsauswahl, Stützpunkt (?), Zweitspielrecht Jungs, (schwache) Mädchenmannschaft wird jeder mit ein bisschen Erfahrung sehen, wo die Reise hingeht. Das einzige, was in so einer Konstellation von einem Wechsel abhalten könnte, sind sehr enge Freundschaften innerhalb der Mannschaft.

    Und deswegen kann man auch schon früh offen darüber reden. Wenn Deine Tochter ein vertrauensvolles Verhältnis zum Trainer hat, sollte sie das sogar selbst machen. Im U13-Alter dürfte sie dazu in der Lage sein. Redet man früh und offen miteinander, bekommt sogar Ratschläge. Ich habe kürzlich ein ähnliches Gespräch mit einem Mädchen geführt und konnte ihr Beispiele zeigen, wie der Weg anderer Mädchen aussah. Denn gerade für talentierte Mädchen führen viele verschiedene Wege nach oben. Man muss dafür aber mit jemandem reden, der sie kennt.

    Sollte es dann tatsächlich so sein, dass sie nicht mehr spielt, spielt sie halt bei den Jungs.

    Wenn man die Felder 10-12 m breit macht, ist noch genug Platz. Gerade bei einem Verein, der nur einen Platz hat, darf ein Schiri da auch nicht so kleinlich sein.

    wir haben mit 2 weiteren Jugenden zusammen insgesamt 2 strafräume und den Raum bis zu den Ecken. Aber da was mit 20 Kindern zu machen schwierig ?

    Da kannst Du 4 verkleinerte Funino-Felder aufbauen. Für 20 Kinder reichen Dir aber auch 2 Felder.

    Spieler-papa

    Du siehst, dass da seitens des Trainers manches schiefläuft, wie z.B. fehlende Rotation oder das "schwachwechseln". Gerade mit Rotation und "starkwechseln" kann man ergebnisorientierte Kollegen des Gegners übrigens vollkommen aus dem Konzept bringen.
    Wenn Du z.B. entscheidest, dass Dein stärkster Spieler heute als Linksverteidiger beginnt und der Kollege nach 5 Minuten immer noch nicht merkt , dass im Zentrum so viel Platz ist, weil er für den Linksverteidiger einen Sonderbewacher bestimmt hat...
    Aber ich möchte noch zwei andere Aspekte Eures Problems beleuchten, bei denen der Trainer jetzt nur noch wenig Einfluss hat:

    • In den meisten Fällen wird der Trainer diese Sprüche gar nicht mitbekommen, weil sie nicht auf dem Platz fallen, sondern in der Kabine, in der Schule, im Bus oder wo auch immer
      Das bekommst Du dann meist nur mit, wenn Eltern Dir davon berichten, was der Wunderspieler in der Schule so erzählt. Das hast Du dann aber selbst nicht mitbekommen, sondern aus 2./3. Hand. Etwas, was man nur vom Hörensagen weiß, kann man nicht sanktionieren. Natürlich kannst Du das Thema generell vor der Mannschaft ansprechen und dem vermeintlichen Sprücheklopfer dabei in die Augen schauen - das war's auch schon.
    • Das eigentliche Problem liegt nämlich in der sozial inkompatiblen Elternschaft, was sich bei Euch ja eklatant äußert. Da MUSS ein Trainer zwischenhauen. Dafür braucht man aber Rückhalt im Verein, ein gewisses Standing und einen Ar*** in der Hose. Falls dieser Trainer schon längere Zeit mit diesem Jahrgang und dieser Elternschaft geht und ggf. ein eigenes Kind in der Mannschaft hat, wird er das nicht schaffen.
      Ach ja: Alle Klischees wären erfüllt, wenn der große Motzkopp der Trainersohn ist, der mit der Binde am Arm und der 10 auf dem Rücken sämtliche Standards ausführt.

    Follkao, natürlich sind bestimmte fußballerisch relevante Parameter messbar, aber das meinst du ja vermutlich nicht?

    Natürlich sind einzelne (!) Parameter messbar. Schau Dir die Leistungsdiagnostik der Stützpunkte an. Du kannst in all diesen Dingen Spitzenklasse sein - es hilft Dir nur nichts, wenn Du unter Gegnerdruck den Flattermann bekommst oder Dir die Spielintelligenz für kreative Entscheidungen fehlt.

    Kann es wirklich sein, dass meine Tochter stark genug für ein NLZ der 1. BL ist, aber ihre Leistung für einen Mädchenstützpunkt nicht reicht? Das widerspricht sich doch etwas, oder?

    Nein. Fußballerische Fähigkeiten sind halt nicht messbar. Insofern können unterschiedlichen Trainern auch unterschiedliche Kriterien wichtig sein bzw. sogar gleiche Kriterien unterschiedlich bewertet werden.

    Warum nicht in allen Jugenden in der Vorrunde eine Quali-Staffel und in der Rückrunde nach den Ergebnissen der Quali-Runde neu sortierten Kreis- Kreisleistung- Bezirksstaffel (oder wie die dann immer heissen sollen) spielen?

    Das klingt auf den ersten Blick einfacher als es in der Realität ist.
    Auf Kreisebene klappt das und wird bei uns in den Jahrgängen, in denen es einen Spielbetrieb nur auf Kreisebene gibt, auch praktiziert.
    Ab der C-Jugend (in manchen Verbänden auch ab D) gibt es einen Spielbetrieb oberhalb der Kreisebene.
    Im NFV sieht das z.B. so aus:
    C-Jugend

    • Bezirksliga (NFV - Bezirk)
    • Landesliga (NFV - Bezirk)
    • Regionalliga (Norddeutscher FV=> SH, HH, HB, NDS)

    In der B-Jugend wird's dann noch komplexer:

    • Bezirksliga (NFV - Bezirk)
    • Landesliga (NFV - Bezirk)
    • Niedersachsenliga (NFV gesamt)
    • Regionalliga (Norddeutscher FV=> SH, HH, HB, NDS)
    • Bundesliga (Norddeutscher und Nordostdeutscher FV)

    Wie soll in einem solchen Konstrukt die Qaualifikation für überkreisliche Liegen erfolgen?

    Michael Hampus

    Dass sie ein Spiel in einer höheren Altersklasse spielen, ohne festgespielt zu sein, dürfte in jedem Verband erlaubt sein. Ansonsten wären gerade jetzt im Frühjahr viele Spiele gar nicht mehr möglich: Konfirmation, Erstkommunion, Prüfungszeit, Klassenfahrten...

    Zu klären wäre für Dich, ob sich ein E-Jugendspieler in Eurem Verband in der D festspielen kann, wie viele Spiele er dafür benötigt und, ob diese Spieler diese Anzahl Spiele gemacht haben.