Beiträge von Ranwie

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    Andre: Solche Vorschläge hatte ich zuerst auch im Kopf. Natürlich kann man den Jungen in die Abwehr oder ins Tor stellen, ich bezweifle in diesem speziellen Fall aber, dass das den von Dir gewünschten erzieherischen Effekt hat. Vermutlich gibt es nur noch mehr Palaver. Also hoch mit dem Burschen. Die Eltern werden platzen vor Stolz, werden dann aber feststellen, dass er sich in der neuen Mannschaft unterordnen muss. Wenn er sich da durchsetzt, ist allen gedient, wenn nicht, hat man wiederum eine ganz andere Gesprächsbasis.

    Hmm, also weiß nicht. Gleich in die E1? Der ist erst Jahrgang 2002.

    Klar, der Sprung ist groß und wir können das auch aus der Ferne nicht beurteilen. Andererseits, wenn er, wie Du sagst, auch in der E2 der beste ist, wird sich sein Verhalten dort vermutlich auch nicht ändern. E1 müsste man ausprobieren, insbesondere, ob er körperlich klar kommt. Im Moment sind da ja auch noch 99er Jahrgänge in der E. Nach Saisonende ist der Unterschied nicht mehr ganz so groß. Wir haben auch einen 2002er, der nach dem Sommer in die E1 kommen wird, weil er leistungsmäßig da hin gehört. Normalerweise versuchen wir die Jahrgänge zusammen zu halten, aber bei einzelnen Spielern macht das einfach keinen Sinn. Kommt aber sehr selten vor.


    Mit Trainingsinhalten wirst Du das Problem nicht beheben können. Es liegt ja offensichtlich nicht daran, dass der Junge nicht abspielen kann, sondern dass er nicht will und darin von seiner Familie bestärkt wird. Wahrscheinlich würden die ihn sogar anmeckern, wenn er den Ball zu einem vermeintlich schlechteren Spieler abspielt.

    Eben das meinte ich ja. Wenn ich meinen sage, "jeder nimmt seinen Mann", dann machen die das auch. Die meisten würden diese Aufgabe jedenfalls sehr ernst nehmen und ihrem Gegenspieler nicht von der Seite weichen. Ihnen das mit der langen Leine beizubringen, halte ich für sehr schwierig. Ich denke daher, dass eine Manndeckung das Spiel eher hemmen würde. Wenn man dann noch gegen eine Mannschaft spielt, die viel wechselt und rotiert, endet das Ganze vermutlich schnell ich Chaos.


    Wenn man sie aber einfach spielen lässt, mit der Anweisung "alle sind dafür verantwortlich Tore zu schießen und zu verhindern", könnte das interessant werden. Eine Rudelbildung erwarte ich eher nicht, dafür sind die Kinder eigentlich schon weit genug. Im Training gibt es ja auch keine Aufstellung und trotzdem verteilen sich die Kinder auch dem Platz. Wir werden das ausprobieren. Bei den meisten habe ich schon eine gewisse Vorstellung davon, wie sie sich verhalten werden. Nämlich so, wie sie sie das im Trainingsspiel auch tun. Die einen werden hinten absichern, wieder andere lungern bevorzugt vorne herum und einige rennen auf und ab. Vermutlich wird sich jeder die Position suchen, die ihm am meisten liegt. Ob das dann die Kinder aber so viel weiter bringt, weiß ich nicht. Ich lasse mich mal überraschen. :)

    Meine ganz ehrlich Meinung: Entweder lässt Du alles so laufen, wie es ist, oder Du wirst den Spieler verlieren. Letzteres wird der Mannschaft aber vermutlich gut tun!


    Wenn ein 7jähriger sich bereits für den Größten hält, wo soll das hinführen? Weder das Kind noch die Verwandtschaft haben offenbar verstanden, dass es sich bei Fußball um einen Mannschaftssport handelt. Ich sage Dir ganz ganz ehrlich: auf so einen Spieler würde ich gerne verzichten, egal wie gut er ist. Ich glaube auch, dass Du das Problem in dieser Mannschaft nicht durch die ansonsten in solchen Fällen üblichen Maßnahmen in den Griff bekommen wirst.


    Daher sehe ich eigentlich nur eine Option, wenn man das Kind im Verein halten will: wenn er wirklich so viel stärker ist als der Rest, dann gib ihn in eine höhere Mannschaft (E2 oder E1), wo er mithalten kann, aber nicht der Star ist. Vielleicht lernt er (und sein Clan) dort, dass sich das Spiel nicht nur um ihm dreht. Vielleicht erledigt sich damit auch ein Teil Deiner anderen Probleme.

    Was willst Du erreichen?
    Den Eltern mal zeigen, wie es ist, wenn man 'versetzt' wird? Vergiss es.

    Nein, die Eltern sollen sich nicht veräppelt vorkommen. Ich würde es wirklich so darstellen, als wäre das Spiel kurzfristig abgesagt worden. Es war lediglich eine Überlegung, wie man die Eltern an einen Tisch bekommt, wenn es auf die herkömmliche Art nicht geht.


    Dein Credo ist ja eher: "Es läßt sich sowieso nichts ändern, also entscheide, ob Du damit leben kannst und wenn nicht, schmeiß hin." Dem stimme ich 100%ig zu, aber es scheint mir, als wolle Alice so schnell nicht aufgeben und suche nach wie vor das Gespräch.

    Das heißt, die Kinder, die gut Tore schießen können,spielen schon immer Vorne, der Rest halt hinten.

    Die klassische Anordnung. Das war bei meinen auch so. Die Kinder hatte ich selbst etwa 2 Jahren lang daran gewohnt auf "ihren Positionen" zu spielen. Wir haben dann am Ende der letzten Saison den Kindern (und vorher auch den Eltern) erklärt, was wir vor haben und dass sie ab sofort auch auf anderen Positionen spielen dürfen. Die meisten fanden das sehr spannend.


    Wer vorne spielte, wollte natürlich zuerst nicht so gerne nach hinten. Von denen, die hinten spielten, wollten aber die meisten verständlicherweise gerne auch mal nach vorne. Nur einer fühlt sich scheinbar hinten so wohl, dass er sich immer wieder zurück fallen lässt. Auch im Trainingsspiel macht er von sich aus immer den letzten Mann. Aber auch der wird langsam flexibler. Spätestens nach seinem ersten Tor, findet er es vorne auch nicht mehr so schlecht. ;) Einige der Stürmer hatten hinten zu Anfang ein paar Orientierungsprobleme. Nach einem halben Jahr kann ich aber resumieren, dass sich alle Kinder nun problemlos auf allen Positionen einsetzen lassen. Natürlich "funktioniert" nicht jeder überall gleich gut, aber die Kinder wissen zumindest, wie sie die einzelnen Positionen zu spielen haben. Es ist nicht mehr so, dass die ehemaligen Stürmer, immer vorne zu finden sind, wenn sie eigentlich in der Abwehr spielen sollen. Zu Anfang muss man den Kindern beim Finden der ungewohnten Position sicherlich etwas helfen, d.h. auch während des Spiels mal eine Anweisung mehr geben als sonst. Probleme gab es bei der Umstellung keine, allerdings habe ich auch eine Truppe, die sehr handzahm ist, die Kinder wie die Eltern.


    Du wirst in jedem Fall Erstaunliches entdecken. Konstellationen und Aufstellungen, die Du so nie gestellt hättest und die super funktionieren. Ich habe zwei schnelle technische starke Jungs in der Mannschaft, die normalerweise links und mitte vorne spielen würden. Die habe ich in einem Spiel rechts und links hinten spielen lassen. Das war wirklich beeindruckend. Beide sind schnell und konditionsstark genug, um die Bälle an der Außenlinie nach vorne zu tragen, die drei eigentlich offensiven Spieler zu bedienen und danach rechtzeitig wieder hinten zu sein. Ich habe einen Jungen, der früher immer eher offensiv gespielt hat, der in der zentralen Position hinten, alles abräumt was kommt. Man entdeckt Talente (und auch Defizite) an den Kindern, die man sonst nicht gesehen hätte. Ich habe auch Feldspieler, die wesentlich stärker im Tor sind, als unser vormaliger "Stammtorwart" und die dort inzwischen auch sehr gerne spielen.


    Wichtig finde ich auch, dass man die Kinder sowohl rechts als auch links spielen läßt. Der Rechtsfuß, der rechts spielt, kann bis zur Grundlinie laufen und dann in die Mitte spielen, wohingegen der Rechtsfuß, der links spielt, es entweder mit Links versuchen muss, was die Beidfüssigkeit trainiert oder einen Haken schlagen muss, um den Ball dann mit rechts spielen oder zum Tor ziehen zu können. Die Kinder werden so ständig vor neue Situationen gestellt.


    Wie Du die Vorteile und den Sinn "Deinen" Eltern und Kinder vermittelst, ist allerdings eine andere Frage. Wir haben es einfach gemacht. Bei Deiner Vorgeschichte würde ich mit mehr Widerstand rechnen. Du hast ja auch so schon zu kämpfen und ich fürchte, die meisten Deiner Eltern werden den Sinn hinter der Maßnahme nicht verstehen. Deine Situation ist sicher nicht die beste für eine Systemumstellung.

    Interessant wäre für mich aber auch, keine Formation in der F und E vorzugeben. Da würde ich in diesem Bereich keine Raumdeckung vorgeben, sondern im Rahmen der Ausbildungsziele (u.a. das 1:1/Zweikampf aud der Offensive/in der Devensive) wäre es für mich durchaus sinnvoll und konsequent, hier ausschließlich die Manndeckung spielen zu lassen.

    Hm, ist das wirklich so gedacht? Also Auflösung der Formation und diese dann durch Manndeckung zu ersetzen? Ist das dann noch ballorientiertes Spiel? Ich sehe meine Jungs schon nach einem eigenen Angriff hektisch über den Platz rennen, um den Gegenspieler zu finden und dabei gar nicht mehr auf den Ball achten, den der Ball führende Spieler über den ganzen Platz bis ins Tor trägt, weil der ihm zugeteilte Spieler nicht hinterher kommt. Einige werden dann vorsorglich schon mal bei ihrem Gegenspieler bleiben, sich also gar nicht erst in den Angriff einschalten. Das kann doch nicht Sinn der Sache sein, oder?


    Das Spiel, das Dirk propagiert, hatte ich eher so verstanden, dass bei einem Angriff wirklich alle mit nach vorne gehen und nicht wie so oft zwei hinten drin stehen bleiben und dass sich nach dem Angriff auch alle wieder zurück ziehen und verteidigen. Bei einer Manndeckung spielt man doch nicht mehr das eigene Spiel, sondern das des Gegners. Die Spieler, die gegen die Verteidiger des Gegners gesetzt werden, bleiben dabei tendenziell vorne bei ihren Gegenspieler stehen anstatt mit zu verteidigen. Aus meiner Sicht liegt bei dem System ohne Formation der Sinn vor allem darin, dass die Spieler lernen sich als Mannschaft selbst zu organisieren. Bei einer Manndeckung organisiert sich nur jeder selber. Oder sehe ich das falsch?

    @Alice:
    Wenn die Eltern zu den Spielen kommen, dann setz' doch einfach mal ein Freundschaftsspiel an, das es gar nicht gibt. Such Dir einen günstigen Zeitpunkt, wo die meisten erfahrungsgemäß können, lass die Eltern antraben und dann zerrst Du sie an einen Tisch. Kannst ja sagen, der Gegner hätte kurzfristig abgesagt und wo sie schon mal da sind und eine Stunde Zeit haben, sollte man die Gelegenheit nutzen. ;) Die Kinder können ja derweil ein bisschen kicken. Wenn jemand abhauen will, solltest Du der versammelten Elternschaft sagen, wenn jetzt jemand geht, wird es für den Rest der Saison keinen Spielbetrieb für die Mannschaft mehr geben. Der Jugendleiter sollte "zufällig" auch gerade am Platz sein. Dann muss Tacheles geredet werden. Die Drohung mit der Abmeldung der Mannschaft muss ernst gemeint sein und von den Eltern auch so verstanden werden. Sollte sich danach immer noch nichts ändern, würde ich persönlich den Posten niederlegen und den Eltern die Gründe auch mitteilen. Als Verein würde ich dann die Eltern ruhig ein paar Wochen zappeln lassen, selbst wenn ich jemanden für die Mannschaft hätte. Die Eltern sollten erfahren, dass niemand im Verein die Mannschaft übernehmen will, wenn sich das Verhalten der Eltern nicht ändert. Vielleicht hilft's ja. Wenn nicht, weiß ich auch nicht weiter. Jedenfalls würde ich mir das an Deiner Stelle nicht auf Dauer antun.

    DJK hat nicht unbedingt unrecht. Siehts doch ein; Jeder Trainer/in muss auf so viele Details achten, da kann das Rotieren auch zu kurz kommen. Das Problem bei Euch ist; dass Ihr bereits im F + E - Bereich mit Ligasystem spielt... vermutlich 25 - 30 Min. Halbzeit. Wenn man da einen starken Gegner hat, versucht man vermutlich eher das Resultat knapp zu halten um nicht gerade 10:0 oder höher zu verlieren. Ich denke, dass man Kinder noch vor der Rotation, vor Blamagen schützen muss.

    Letzteres ist natürlich richtig, aber wie oft kommt es vor, dass man so hoch verliert? Und wenn, liegt es dann wirklich an der Rotation? Meine Erfahrung ist jedenfalls, dass solche hohen Ergebnisse nicht durch die Rotation zustande kommen. Wenn man mit Rotation 10:0 verliert, dann verliert man auch mit fester Aufstellung deutlich. Dann sind es vielleicht keine 10 sondern nur 6 oder 7, die man kriegt, letztlich macht es aber keinen großen Unterschied. Ich bin davon überzeugt, dass es bei meiner Mannschaft inzwischen keinen großen Unterschied mehr macht, ob wir rotieren oder nicht. Es ist aber doch so, dass viele eher dann rotieren, wenn sie hoch gewinnen oder hoch verlieren, weil man es sich in solchen Spielen "erlauben" kann. Aber bei den knappen Spielen, wird oft nicht rotiert, weil man dann vielleicht statt einem 2:1 nur ein 2:2 oder 2:3 erreicht.


    Die Wahrnehmung der Kinder wird im übrigen eine völlig andere, wenn sie an ein Rotationssystem gewöhnt sind. Wenn wir ein Spiel verlieren, wird keines der Kinder auf die Idee kommen, dass es an der "Aufstellung" lag. Es ist eben für alle völlig selbstverständlich, dass rotiert wird und entweder gewinnt man so oder man verliert eben. Wenn wir zurück liegen und meine offensivstarken Spieler sind in der Abwehr dran, dann müssen sie eben von dort aus Druck machen. Das wissen sie und das tun sie auch und es gibt daher nachher keine Bemerkungen wie "wenn ich vorne gespielt hätte, hätten wir gewonnen".


    Was das Wechseln angeht, so kann ich nur sagen, dass es nicht leichteres gibt als eine Dreier-Reihen-Rotation. Ich muss pro Halbzeit nur zweimal einen kompletten Block wechseln und kann damit gewährleisten, dass alle Spieler gleich viel spielen. Da brauch ich überhaupt nicht nachzudenken. Für die Kinder ist es auch leicht. Sobald ich "Wechsel" rufe, wissen alle, was zu tun ist, weil der Ablauf immer der gleiche ist. Wenn bei uns mal einer fehlt, wir also nur 2 Auswechselspieler haben, habe ich damit etwas mehr Arbeit. Dennoch ist das Wechseln mit Rotation nicht aufwändiger als ohne. Schwierig wird es nur dann, wenn ich dabei auch noch auf die Aufstellung des Gegners reagieren will, so wie DJK es beschreibt. Dann muss ich mir auch noch Gedanken machen, wen ich wo am besten einsetzen kann und wen wo nicht usw., was die Sache zusätzlich kompliziert macht. Dieser Aufwand entfällt aber bei der Rotation. Man muss also nur auf die eigene Mannschaft achten und das kriegt man locker hin.

    positionsrotation ist absolut richtig wenn es die situation zulässt

    Was heißt denn "wenn es die Situation zulässt". Klingt mir sehr nach "wenn es das Ergebnis zulässt". Wie gesagt, wir rotieren immer, egal welcher Gegner, egal welcher Spielstand. Mal gewinnen wir, mal verlieren wir. Ich sehe keinen Grund das zu ändern, zumal die Kinder auch bei einer Niederlage den Grund nicht in der Rotation suchen.

    du willst kifu - ziele durchsetzen in kooperation mit anderen vereinen.was heißt'n eigentlich durchsetzten.Anweisen/Befehlen/Gesetz /Verträge oder sonst was ?
    kooperationen können nur funktionieren wenn sich alle an festgelegte regeln halten.am anfang kann das gutgehen.bei den ersten problemen ändert sich das ganz schnell.ich spreche da aus erfahrung und das kannst du mir glauben.jeder verein ist sich dann der nächste.

    Durchsetzen ist vielleicht der falsche Ausdruck. Anregen oder aufgreifen trifft es vielleicht ist besser. Ich kenne meine Kollegen bei den anderen Vereinen nun auch schon einige Jahre und die meisten arbeiten so, wie ich es bis vor einem Jahr auch noch getan habe: mal mehr, mal weniger im Grunde aber überwiegend ergebnisorientiert, feste Positionen, ungleich verteilte Spielzeiten usw. Eben all die Fehler, die man macht, wenn man es nicht besser weiß. Meine Idee war lediglich die, den Kollegen meine durchweg positiven Erfahrungen zu schildern und diejenigen, die aufgeschlossen sind, zu ermutigen mehr in diese Richtung zu denken und zu unternehmen. Bei vielen genügt doch schon ein Denkanstoss oder ein positives Beispiel um etwas in Gang zu setzen. Zunächst geht es um Erfahrungsaustausch und die Diskussion über Möglichkeiten zur Umsetzung von Zielen. Erste Erfahrungen in der Richtung habe ich ja schon in Einzelgesprächen gemacht. Es gibt Kollegen bei anderen Vereinen, die von Rotation noch nie etwas gehört haben, mit denen ich gesprochen habe und die die Logik dahinter sofort verstanden haben. Bei zweien bin ich ganz sicher, dass sie das ausprobieren werden. Mir geht es aber darum, das Ganze zu systematisieren. Natürlich können wir als Verein auch den Weg alleine gehen, aber letztlich profitieren alle davon, wenn mehr Vereine sich dieser Linie anschließen. Zum einen führt das dazu, dass Jugendspiele sehr viel entspannter ablaufen und außerdem speisen alle kleinen Vereine ihre Senioren-Mannschaften aus Spielern des Kreises. Je besser die Ausbildung in der Breite ist, desto besser für die Vereine der Region. Daher ist es einfach nur sinnvoll, das Gespräch zu suchen.

    wie ich ticke:bin meinen spielern a,trainer b,kameradschaftlicher begleiter c, erzieher (meine spielereltern schaffen das meistens leider nicht )
    gruselig :eine grobeinteilung der positionen ist meinen spielern bekannt.nach der gemeinsamen aufwärmroutine treffen wir uns in der kabine zur einstimmung auf unser spiel.dabei gebe ich die endgültige aufstellung und die spieltaktik bekannt.die spieler der gegnerischen mannschaft kenne ich ( gegen die spielen wir schon seit jahren) sehr
    gut.

    Spieltaktik in der E-Jugend? Hm. Wie soll das aussehen? Ich habe vorne eine Reihe mit drei Spielern und hinten eine Reihe mit drei Spielern, dahinter einen Torwart. Die Taktik ist, vorne Tore zu erzielen und hinten Tore zu verhindern. Punkt. Ich kenne unsere Gegner auch seit Jahren, das hat aber keine Auswirkungen auf meine Aufstellung. Da wir in jedem Spiel rotieren, kann es ohnehin keine auf den Gegner ausgerichtete Aufstellung geben. Warum auch? Die Kinder sollen schließlich lernen mit den Situationen klar zu kommen, vor die sie gestellt werden. Dazu mal ein Beispiel: Du hast einen kleinen Spieler, der links hinten spielt und mit seinem körperlich starken Gegenspieler große Mühe hat. Na und? Da muss er sich halt durchbeißen. Da wir aber rotieren, wird er nach sieben Minuten von einem Mitspieler abgelöst, der dann dort sein Glück versuchen kann und dem es vielleicht leichter fällt, vielleicht aber auch noch schwerer. Das mag im Bezug auf das Spielergebnis nicht von Vorteil sein, das einzelne Kind lernt so aber sich auf ganz verschiedene Gegenspieler einzustellen. Es gehört einfach dazu, dass die Kinder z.B. lernen, sich auch gegen körperlich stärkere oder technisch stärkere oder schnellere Spieler zu behaupten. Einigen fällt das leichter, anderen schwerer. Wenn man die Kinder immer so aufstellt, dass sie gegen gleiche oder ähnliche Spielertypen spielen, wie sollen sie sich dann verbessern?


    Wir haben eine Mannschaft hier im Kreis, die hat einen Spieler, der einen ganzen Kopf größer ist als alle anderen. Der Junge ist auch technisch stark und schießt beidfüssig von der Mittellinie aufs Tor. Die meisten Trainer in unserer Staffel, stellen daher ein oder zwei Spieler ab und sind dann ganz stolz, dass sie den Spieler in "Manndeckung" "aus dem Spiel genommen" haben. Manndeckung! In der F-Jugend! Nicht mal in der BuLi wird heute noch Manndeckung gespielt. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wir tun das nicht. Von vier Spielen gegen diese Mannschaft haben wir zwei gewonnen und zwei verloren. Der Junge hat immer seine Tore gemacht. Na und? Soll er doch. Warum sollte ich deshalb meine Aufstellung ändern. Meine Kinder sollen lernen mit einem solchen Gegner klar zu kommen, ohne ihr ballorientiertes Spiel aufgeben zu müssen. Wer gerade in der Nähe ist, muss halt versuchen, den Jungen zu stoppen. In zwei Spielen ist das gelungen, in zweien eben nicht. So what?

    Mukiturnen

    Was in Dreiteufelsnamen ist "Mukiturnen"?

    Holland wo Verspätung zur Kultur gehört,

    LOL, ich wohne direkt an der Grenze, nur wenige Kilometer entfernt von den zumeist sehr netten Käsköppen und wir haben hier auf beiden Seiten wirklich reichlich Stereotypen über unsere Nachbarn, aber das sie stets zu spät kommen, hab ich noch nie gehört. Interessant und amüsant zu lesen. Wer hat's erfunden? :D

    Ich sagte, ich würde die Störenfriede entfernen, d.h. die Eltern. Alles weitere wird man dann sehen. Wie soll es denn sonst gehen?


    Sie es mal so: wir sind als Trainer oder als Verein natürlich für die uns anvertrauten Kinder verantwortlich, aber nicht um jeden Preis. Noch mehr verantwortlich als wir, sind zweifellos die Eltern. Wenn sich diese nicht an die Regeln halten, dann leiden im Zweifelsfall deren Kinder unter den Folgen. Wenn aber nicht mal die Eltern zum Wohle Ihrer Kinder zurück stecken wollen, warum sollten wir als eigentlich "Fremde" das tun? Und wo soll die Alternative sein? Soziales Engagement in allen Ehren, aber ich lasse mich nicht von Eltern beschimpfen, massregeln oder belehren, nur weil ich meine Freizeit damit verbringe deren Kinder eine Freude zu machen. Für die Kinder mag einem das Leid tun, aber man kann nicht das ganze Elend der Welt auf seine Schultern laden. In dem Fall haben die Eltern es schließlich selbst in der Hand. Brauchen sich nur benehmen, dann ist alles gut.

    TRPietro, ich bin da ganz bei Dir. Natürlich geht es hier um Kinder, aber nicht nur um die, deren Eltern Ärger machen, sondern auch um die anderen, die unter der schlechten Gesamtstimmung leiden. In der Regel ist das die Mehrzahl. Damit ein Verein funktioniert, müssen sich die Mitglieder in das Regelwerk einfügen. Wer das nicht tut, muss woanders hin gehen. Ich bin ziemlich sicher: wenn man die schlimmsten Störenfriede entfernt, wird Ruhe einkehren.

    Tom, wir sind uns wohl einig, dass darum geht, auf der einen Seite den Trainer zu schützen und auf der anderen den Spielbetrieb für die Mannschaft aufrecht zu erhalten. Du meinst, der Verein sollte Alice entlasten, indem er sie durch einen südländischen Trainer ersetzt? Naja, ob man dadurch das Zeichen setzt, was erforderlich wäre, halte ich für fraglich. Außerdem müsste man über eine solche Person erstmal verfügen, zudem müsste ER dann auch noch als Trainer für diese Altersklasse geeignet sein. Ich schätze mal, wenn so jemand vakant wäre, hätte man vermutlich nicht Alice auf diese Position gesetzt.


    Es wird daher eine andere Lösung geben müssen. Meistens ist es doch so, dass es Einzelne sind, die einem die ganze Mannschaft bzw. die Elternschaft wuschig machen. Andere laufen dann gerne mit, sind aber in den Griff zu bekommen, wenn die "Rädelsführer" weg sind. Diese sind demnach auszumachen und zu eliminieren. :D Klingt vielleicht etwas martialisch, ist aber so. Ich scheue eigentlich keinen Konflikt, hätte aber ehrlich gesagt auch wenig Lust so eine Mannschaft zu übernehmen. Wenn ich es aber tun würde, würde es ganz sicher auf das eine heraus laufen: Klappe oder Tschüss.

    Andre, das ist sehr gut. Einen ähnlichen Text habe ich schon in der Schublade liegen, aber noch nicht abgeschickt. Die Frage ist, wer ist der richtige Empfänger(-kreis) dafür? Landesverband oder Kreisverband? Kreisjugendobmann, Staffelleiter oder wer sonst?

    Obwohl es traurig ist, fürchte ich, das Tom Recht hat. Wir haben ein Mädel bei uns, das selber noch U15 spielt und unsere F2 trainiert. Ich finde es absolut anerkennenswert, dass ein Mädchen in dem Alter so eine Aufgabe übernimmt. Eigentlich sollte man da den Hut ziehen, zumal sie es engagiert und gut macht. Nichtsdestotrotz war es ein harter Kampf, bis auch beim letzten Vater durchgedrungen ist, dass sie der Chef ist. Und das ging auch nur, weil ich mehrfach ganz massiv interveniert habe. Nun bist Du einige Jahre älter, weißt Dich auszudrücken und kannst Dich sicherlich auch besser durchsetzen, aber bei uns waren die Väter im Grunde auch wesentlich harmloser als in Deinem Fall. Trotzdem war es für einige unheimlich schwer die Hierarchie zu akzeptieren.


    Obwohl ich selber in meiner Jugend immer mit nichtdeutschen Mitspielern, hauptsächlich Türken, im einer Mannschaft gespielt habe und es da nie Probleme gab, stelle ich heute auch fest, dass ich ungern gegen Mannschaften spiele, die mit vielen ausländischen Kindern besetzt sind, weil es dort einfach viel emotionaler zugeht und die Sache oft zu ernst genommen wird. Nun spielen wir in einem ländlichen Kreis mit wenig Migranten (wir haben in der ganzen Jugend ein türkisches Kind), aber sobald man auf Turniere z.B. nach Krefeld oder Duisburg fährt, begegnet man solchen Mannschaften und oft verhalten sich die Eltern (und oft auch die Trainer) genau so, wie Du es beschreibst.


    Das hilft Dir nun alles nicht wirklich weiter. Was kann man tun? Wenn alle Mittel der Kommunikation zwischen Trainer und Eltern gescheitert sind, gibt es zwei Möglichkeiten. Der Trainer streicht die Segel und man sucht jemanden, der mit der Bande besser klar kommt, oder der Verein, sprich der Jugendvorstand und/oder der Vereinsvorstand zeigt hier klare Grenzen auf, unter Inkaufnahme der möglichen Konsequenzen. Ich würde als Jugendleiter letzteres bevorzugen, die betroffenen Eltern zum Gespräch bitten und denen klar machen, dass das in unserem Verein so nicht läuft. Den Eltern muss klar gemacht werden, dass es an der Stelle nichts zu diskutieren gibt und dass sie die Wahl haben, sich an die Regeln zu halten oder mit den Konsequenzen leben müssen. Das kann durchaus ein Platzverbot für die Eltern sein oder aber auch in letzter Konsequenz dazu führen, dass man diesen nahe legt sich einen anderen Verein zu suchen. Die Optionen sollten den Eltern auch ganz klar aufgezeigt werden. Es ist immer schade, wenn man Kinder verliert, aber es gibt genug Beispiele, wo es nach dem Verlust von ein oder zwei Personen ruhig geworden ist. Ich glaube, dass Du alles getan hast, was Du tun Kannst. Nun sollte der Verein handeln.


    NACHTRAG: Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen. Es wäre vom Verein ein ganz schlechtes Zeichen gegenüber den Eltern einen anderen oder zusätzlichen Trainer einzusetzen. Das würde den Eltern ja nur zeigen, dass ihr negatives Verhalten etwas in ihrem Sinne bewirkt. Und sowieso: Meckernde Eltern und schlecht erzogene Kinder findet man an jeder Straßenecke, junge, engagierte Trainer, die wissen was sie tun, sind dagegen selten. Die Marschroute wäre daher für mich ganz klar.

    so wie du das jetzt grade schilderst, klingt es schon sehr viel vernünftiger.


    Da bin ich froh. :)

    ich glaube das wird wohl von fast allen so, oder so
    ähnlich praktiziert, da man die kleinen sowieso nicht an irgendwelchen
    positionen 'festpflocken' kann und eine echte 'taktische ordnung' noch
    nicht besteht.

    Ich fürchte, dass es lange nicht bei allen so ist. Seit wir rotieren, achte ich viel mehr darauf, was der Gegner macht und da stelle ich eigentlich immer wieder fest, dass die Kinder im Spiel ihre Positionen kaum wechseln. Ob das von Spiel zu Spiel anders ist, kann ich natürlich nicht sagen. Bei den meisten liegt aber die Vermutung nahe, das dem nicht so ist.

    wenn
    ich das richtig in erinnerung habe, hast du ja auch irgendwann mal
    geschildert, das auch bei dir unterschiedliche 'spielertypen' in der
    mannschaft sind, und du deshalb den 'nichtbeweger und antifußballer' :) im tor hast, wo er seine niesche gefunden hat, und er auch spaß daran hat

    Das hast Du richtig in Erinnerung, allerdings haben wir uns im Zuge der Rotation auch da etwas umorientiert. Der Junge darf/muss jetzt auch ab und an draußen spielen, denn auch andere wollen mal ins Tor. Auch im Feld hat er Spaß, wenngleich nicht viel dabei herum kommt und er recht schnell ermüdet. Letztlich spielt es bei dem Burschen auch keine große Rolle, ob er im Tor oder im Feld spielt. Beides ist nicht wirklich sein Ding, aber er ist nun mal dabei und für tun, was wir können, um ihn zu motivieren.

    kommen wir uns irgendwie doch näher *g*

    Das ist beruhigend.

    @Fallkao: Du hast Recht, es ist kaum zu realisieren, dass jeder Spieler in jedem Spiel auf jeder Position spielt. Das ist auch, so glaube ich, nicht das Ziel. Aber jeder Spieler kann in jedem Spiel vorne und hinten spielen, jeder Spieler kann über einen Zeitraum von zwei oder drei Spielen mal rechts, mal links spielen und jeder Spieler kann über die Saison gesehen auch mal im Tor spielen. Wir bilden in der Regel Dreiher-Reihen, die wir nach 6-7 min. (F-Jugend) rotieren lassen: die hintere geht nach vorne, die vordere geht raus, die draußen steht geht hinten rein. So spielt jedes Kind 14 min. vorne und 14. min hinten. Man kann dann noch bei jedem Wechsel die Positionen (links, rechts, mitte) innerhalb der Ketten variieren. Die Zusammensetzung der Ketten variieren wir ebenfalls von Spiel zu Spiel, so dass jeder mal mit jedem zusammen spielt. Ich denke, das ist hinreichend und praktikabel.

    oTTo: Schon klar, passiver Widerstand ist hier keine Option. Es kann nur gehen, indem man in seinem Kreis- und Landesverband die Diskussion anregt. Lassen wir das Thema E-Jugend mal außen vor, wo sich ja die Geister scheiden, so scheint doch zumindest bei der F-Jugend hier Konsens zu herrschen. Wenn jeder Verein, der der Meinung ist, dass es in der F-Jugend keine Tabellen geben sollte, dies mit entsprechender Begründung bei seinem Verband schriftlich vorbringen würde, sollte sich doch etwa bewegen lassen. Ich habe mit meinem Vorstand auch schon einmal die Möglichkeit diskutiert, das Thema die E-Jugend betreffend vorzubringen und habe freie Hand bekommen. In zwei Wochen ist Jugendleitertagung... ;)

    Aah, da bist Du ja wieder, Tom. Ich hatte Deinen Spott schon fast etwas vermisst. ;)


    Aber Du hast recht, es ist beschlossene Sache. Die Umsetzung wird wohl etwas dauern, aber es gibt einen geheimen Plan. Zunächst werden Mitglieder der nationalen KiFu-Front versuchen, die entsprechenden Gremien bei den Landesverbänden zu unterwandern und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Gelingt es nicht, unsere Forderungen auf formellem Weg umzusetzen, werden wir in den Untergrund gehen und uns mit Gewalt Zutritt, Gehör und bundesweit Geltung verschaffen. Geplant sind u.a. massive Maulwurf-Anschläge auf Bundesligastadien, die Entführung und Ausnüchterung von Gerhard Vayer-Morfelder sowie das bundesweite öffentliche Anprangern der Missstände durch Flitzer-Einsätze während der Frauen-Fußball-WM. Freiwillige werden noch gesucht. Ich nehme an, da können wir auch auf Dich zählen.


    Naja, und wenn das alles nichts nutzt, werde ich wohl drastischere Maßnahmen ergreifen müssen und vielleicht mal einen Brief an unseren Landesverband schreiben bzw. das Thema bei der nächsten Jugendleiterrunde zur Diskussion stellen und mir dort viele Freunde machen... :D