Beiträge von Ranwie

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    wenn du ihn zb. ins tor stellst und er vor jedem schuss angst hat.

    Wenn Du annimmst, dass das jemand von uns macht, hast Du nichts verstanden. Keiner von uns wird einen Spieler ins Tor stellen, der das nicht will, aber wir stellen alle mal hinein, die dort spielen wollen und nicht nur den, der am besten hält!

    einem spieler, der technisch noch nicht so versiert ist tust du keinen gefallen damit, wenn du ihn stürmer spielen lässt ...

    Oh ja, damit tust Du ihm einen großen Gefallen. Die Alternative ist nämlich ihn nur hinten spielen zu lassen, wo die fehlende Technik zwar vielleicht nicht so auffällt, wo er sie aber niemals verbessern kann.

    ...und die truppe irgendwann bei jedem schuss der daneben geht mit ihm meckert.

    Es ist nur logisch, dass es in Mannschaften mit Rotation viel weniger Meckerei gibt als in Mannschaften mit festen Positionen. Die tollen Techniker, die Deiner Meinung nach an den rustikalen Typen herum meckern könnten, sind nämlich die, die hinten in der Abwehr die Böcke schießen. Da jeder überall spielt, ist das Verständnis für Fehler der anderen viel größer, weil man selber erlebt, wie schwer es sein kann auf ungewohnten Positionen zu spielen. Bei uns gibt es keine Meckereien, weil es keine Stars gibt. Es gibt zwar stärkere und schwächere Spieler, aber es gibt nicht DEN, der immer Mittelstürmer spielt, natürlich die meisten Tore schießt, sich für den Größten hält und daher an den anderen herum meckert, wie es in jeder zweiten Mannschaften zu sehen ist. Bei uns müssen auch die Top-Leute hinten spielen. Damit lernen sie zu verstehen, dass sie keine Sonderrolle haben, auch wenn sie besser sind als andere. Ich halte das für eine wichtige Lektion. Jeder sieht außerdem, dass auch andere "seine" Position gut spielen können.

    die kinder brauchen erfolgserlebnisse und sollen viel spaß haben. unsere aufgabe als trainer ist es, ihnen das auch zu verschaffen.

    Genau. Wie verschaffst Du denn dem 8jährigen, der immer in der Abwehr spielen muss, ein Erfolgserlebnis? Die Jungs in dem Alter wollen doch alle Tore schießen und das tun sie in der Regel, wenn sie vorne spielen. So verschafft man den Kinder Spaß und Erfolgserlebnisse. Und ich tue einem offensiv starken Spieler auch nichts an, wenn er mal hinten spielen muss. Inzwischen ist es bei uns sogar so, dass z.B. mein eigener Sohn, der früher nur vorne gespielt hat und dort auch mit Abstand die meisten Tore geschossen hat, vor dem Spiel fragt, ob er heute mal in der Abwehr spielen darf. Noch Fragen?

    trainer2005 Du hast natürlich recht, dass die Abschaffung von Tabellen nicht unmittelbar zu einem Umdenken führt. Auch mich hat dieses Forum und nicht zuletzt Andre dazu gebracht meine Denkweise radikal zu ändern. Und ich streue jetzt diesen "Virus" in meinem Umfeld weiter. Meinen Co, der deutlich ehrgeiziger ist als ich, habe ich bereist zu 100% infiziert. Der wird auch ohne mich nicht mehr davon abweichen. Bei weiteren Kollegen stehe ich an der Schwelle oder kurz vor der Tür. ABER manche tun sich gerade wegen der Tabellen schwer. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich der Virus viel leichter verbreiten lassen würde, wenn es auch in der E keine Tabellen gäbe. Darum würde ich mir eine Abschaffung wünschen. Denn diejenigen, die mal ein Jahr mit der Rotation gearbeitet haben, werden die Vorteile sehen und danach nichts anderes mehr propagieren.

    DJK, was Du da schreibst ist wirklich gruselig.

    habe mit Positionrotation nur negative Erfahrungen gemacht.Warum sollte ich einen Spieler (Geb. 23.12.00 , 25 kg , 120 cm ) gegen einen am 5.1. 99 geb.,ca. 40 Kg , 1,50 cm Groß spielen lassen ?. Ist das sinnvoll ? Macht das dem Spieler Spass ?

    Jaja, is klar. Mit Extrembeispielen kann man alles kaputt reden. Als würde Rotation immer und unausweichlich zu solchen Paarungen führen. Auch oder gerade bei einer Rotation hast Du es doch in der Hand solche Extreme zu vermeiden. Du kannst doch im laufenden Spiel jederzeit die Positionen wechseln, wenn etwas gar nicht geht. Davon ab: ich habe in meiner F1 einen solchen Floh von 2002 gegen den möchtest Du nicht spielen, das kann ich Dir aber sagen!

    Positionsrotation kann ich machen wenn es die Situation und der Gegner es zuläßt. Wenn ich die gegnerische Mannschaft beim Aufwärmen beobachte stelle ich Gedanklich meine Mannschaft auf.

    Lol, sehr witzig, Du stellt ernsthaft Deine Mannschaft erst auf, wenn Du den Gegner beim warm machen beobachtet hast? Wie machst Du das? Hast Du ein Klemmbrett auf dem Du planst oder was? Heißt das auch, Deine Jungs kommen aus der Kabine zum warm machen und wissen noch nicht wo sie spielen und kurz vor Anpfiff weist Du Ihnen noch schnell je einen Gegenspieler zu? Da würde ich Dir doch empfehlen vorher einen Scout loszuschicken und den Gegner zu beobachten. Ich fasse es nicht...


    Positionsrotation kannst Du immer machen. Mir ist sch...egal was der Gegner macht. Wir machen unser Spiel. Soll der Gegner darauf reagieren.

    Spielerisch oder Körperlich gleiche Spieler lasse ich gegeneinander spielen.Das ist auch eine Form von Positionrotation.Stärken,Schwächen oder Neigungen meiner Spieler kenne ich sehr genau und kann dadurch auch während des Spiels schnell reagieren.

    Das ist keine Form von Positionsrotation sondern eine Form von Unsinn. Du glaubst die Stärken und Schwächen Deiner Spieler zu kennen? Naja, wenn Du wirklich so agierst, wie Du es hier schreibst, dann wirst Du vor allem die Schwächen Deiner Spieler zementieren. Glückwunsch! Wer bei Dir ein guter Verteidiger ist, wird dann vermutlich in jedem Spiel das große Glück haben, dass er gegen den stärksten Spieler des Gegners antreten muss. Frust garantiert. Meine guten Verteidiger dürfen auch stürmen und schießen sogar Tore. Meine filigranen Techniker müssen auch hinten ran und "Dreck fressen". Aber die wissen inzwischen wie man einen Ball abläuft und einen Gegner stoppt. Vor einem halben Jahr konnten sie das noch nicht. Würden wir nicht rotiert, könnte sie das auch heute noch nicht und würden es vermutlich nie lernen.

    Die " Spitzenmannschaften " in unserem Kreis spielen alle Erfolgs und Ergebnissorientiert.Die haben in ihren Mannschaften schon richtige Spezialisten.Wenn ich da meine Mannschaft rotiere bekommen wir jede Woche die Kiste voll ( aber zweistellig ).

    Du hast Dich scheinbar noch nie ernsthaft mit Rotation auseinander gesetzt, sonst würdest Du wissen, dass der Unterschied keine 10 Tore ausmacht. Das ist völliger Unsinn! Wir rotieren immer, bei jedem Gegner und jedem Spielstand. Mach das ein Jahr lang und Du merkst kaum noch einen Unterschied, wer wo spielt. Die guten Leute werden hinten so stark wie sie vorne immer schon waren und die schwächeren gewinnen durch ihre Torerfolge enorm an Selbstbewusstsein. Wir haben Spiele gehabt, wo ich meine besten Offensiven rechts und links in der Verteidigung eingesetzt haben. Die haben das Feld von hinten aufgeräumt und die drei offensiven "Verteidiger" mit Bällen gefüttert, dass dem Gegner schwindelig wurde. Du wirst, wenn Du rotierst, immer neue Konstellationen auf dem Platz beobachten und feststellen, dass es die "Idealaufstellung", die Du immer im Kopf gehabt hast, gar nicht gibt. Das gleiche gilt für die Kinder, die für sich selbst und an sich selbst ungekannte Qualitäten entdecken dürfen.

    Zusammenarbeit mit anderen Vereinen funktioniert bei uns ( Stadt ca. 50.000 Einwohner,8 Stadtvereine ) überhaupt nicht.

    Das wundert mich nicht, wenn die anderen auch so ticken wie Du.


    Manchmal muss man eben mutiger sein als die anderen. Wir sind in unserer Staffel auch die einzige Mannschaft, die konsequent rotiert. Und es gibt auch Spiele, die wir deswegen verlieren. Na und? Sollen die anderen machen, was sie wollen. Ich weiß, was meine Jungs nach vorne bringt, weil ich es in jedem Spiel sehen kann.

    Hier noch etwas, was man häufiger findet:
    http://www.fcd-junioren.de/Verhaltensregeln.pdf


    Thematisch etwas anders und wahrscheinlich schon bekannt (hab's jedenfalls schon mal irgendwo gelesen), aber auch interessant:
    http://www.fussballtrainer.de/…rainertyp/trainertyp.html


    Sollte sich jemand die Mühe machen, die ganzen guten Vorlagen zu einem Gesamtkunstwerk zusammen zu fügen, dann bitte hier einen Link posten. Das können wir alle gut gebrauchen.

    Einiger deiner Argumente zum Nachteil von Tabellen sind durchaus nicht von der Hand zu weisen, jedoch wirst du bei einem Spiel wie Fußball, wo nunmal die Anzahl der Tore entscheidet, eben nicht vermeiden können, dass es auch ohne Tabellen immer Sieger oder Verlierer geben wird. Die daraus resultierende Frage ist, wie Trainer und Umfeld im Kinderfußball damit umgehen. Verhalten sie sich dann wirklich anders, wenn keine Tabellen geführt werden? Ich bin da zumindest skeptisch.

    Skeptisch darf man sein. Ich halte es aber zumindest für wahrscheinlich, dass einige Trainer die Sache einfach lockerer angehen, wenn es keinen Tabellenplatz zu "verteidigen" gibt. Zumindest sehe ich hier bei uns deutliche Unterschiede zwischen F-Jugend (keine Tabellen) und E-Jugend (mit Tabellen). Da geht es in der F erheblich lockerer zu. Natürlich ist das statistisch nicht relevant, weil auch die handelnden Personen andere sind und der Effekt zufällig sein kann. Da ich aber keine Vorteile in Tabellen sehe und die Nachteile - wie Du selber sagt - auf der Hand liegen, kann man auch leicht darauf verzichten.


    Das Thema Turniere ist sicher ein spezielles. Die Frage ist, ob es den Kindern weniger Spaß macht, wenn die Platzierungen nicht ausgespielt werden? Ich wage die Prognose, dass es ihnen letztlich egal ist. Nur sind sie mittlerweile von uns daran gewöhnt worden, dass es bei Turnieren Platzierungen gibt. Bei uns gibt es keine Bambini-Staffeln sondern so genannte Treffs, bei denen jede Mannschaft 3 oder 4 Spiele macht und gut ist. Die Kinder kommen danach in die F und werden dann bei Turnieren "umerzogen". Warum einen solchen Modus nicht auch in der F oder E beibehalten? Letztlich geht es bei einem Turnier doch darum, dass man in kurzer Zeit viele Spiele gegen verschiedene Gegner austrägt. Die Kinder denken von Spiel zu Spiel und wollen sowieso jedes einzelne Spiel gewinnen. Eine Gesamtplatzierung muss es aus meiner Sicht daher nicht unbedingt geben. Das ist wie 4 oder 5 kurze Freundschaftsspiele an einem Tag. Wo ist das Problem? Und nun warte ich gerne auf den Sturm der Entrüstung, der mir entgegen brausen wird... :D


    Noch ein Nachsatz: Für uns, die wir uns auch auf Turnieren an die KiFu-Philosophie halten, sind Platzierungen ohnehin unwichtig. Ich weiß, dass ich genau deswegen auch kaum eine Chance auf einen Turniersieg oder einen Finalplatz habe, trotzdem macht es den Kindern Spaß. Ergo spielt es für die mit der richtigen Einstellung keine Rolle, ob Plätze ausgespielt werden. Also sind die Platzierungen im Umkehrschluss doch wieder nur für die mit der falschen Einstellung, oder?


    EDIT: Platzierung wären für mich maximal dann interessant, wenn sich alle teilnehmenden Mannschaften bei einem Turnier an die KiFu-Philosophie halten würden. Aber ob ich das noch mal erleben werde?

    In den letzten 6 Monaten habe ich mit einigen Trainerkollegen aus anderen Vereinen immer wieder mal über das Thema KiFu geplaudert. Dabei fiel mir auf, dass sich kaum jemand mit dem Thema Positionsrotation wirklich auseinander setzt. Einige waren allerdings wirklich interessiert und der ein oder andere wird die Idee vielleicht sogar aufgreifen. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, wie schwer es schon im eigenen Verein ist "neue" Ideen umzusetzen und Gleichgesinnte zu finden. Die kleinen Vereine hier im Umland sind zwar irgendwie alle Konkurrenten, aber dennoch ist das Verhältnis zu den meisten Nachbarvereinen sehr freundschaftlich. Daher habe ich mir die Frage gestellt, inwiefern es Möglichkeiten zu einem gemeinsamen Vorgehen gibt. Der Hintergedanke ist der, dass Mannschaften, die konsequent das KiFu-Konzept durchsetzen ergebnismäßig (zunächst) benachteiligt sind und daher viele Trainer zögern das Thema wirklich anzugehen. Auch Diskussionen mit Eltern kommen immer mal wieder auf, weil sie bei den anderen Mannschaften das Prinzip nicht erkennen. Würden aber alle Kollegen an einem Strang ziehen, wäre die Chancengleichheit zwischen den Mannschaften hergestellt und alle Kinder würden eine bessere Ausbildung bekommen. Das ist das Ziel.


    Die Frage ist, wie man am besten vorgeht? Ich denke, dass es das beste wäre, sich zu Anfang auf 3 oder 4 benachbarte Vereine zu beschränken und auf Jugendleiterebene zu sprechen. Wenn man dort Konsens erreicht, wäre ein vereinsübergreifendes Treffen der betroffenen Trainer denkbar. Haltet Ihr das für Spinnerei oder ist es realistisch auf diese Art und Weise etwas zu erreichen und wie würdet Ihr vorgehen?

    @madd:
    Da lebst Du ja im gelobten Land. Wir haben in unserem Kreis reichlich Trainer, die auf Biegen und Brechen auf Ergebnis spielen und noch viel mehr, die zwar alle Kinder spielen lassen, aber von Rotation noch nie etwas gehört haben. Und dabei rede ich von der F-Jugend, in der E ist es schlimmer. Ich habe in den letzten Monaten mit vielen Kollegen aus anderen Vereinen über unseren Ansatz gesprochen. Die meisten waren überrascht oder skeptisch, einige immerhin interessiert. Die Philosphie scheint also noch nicht allzu weit verbreitet zu sein. Die meisten sind so viel mit ihrem eigenen Spiel beschäftigt, dass sie nicht einmal bemerken, dass wir komplette Dreierreihen rotieren lassen. Nachher höre ich dann oft "ja, ihr könnt euch das erlauben, aber bei uns klappt das nicht..." Auf die Frage nach dem Wieso kommen wir dann immer wieder das Thema Ergebnisse zurück. Dabei spreche ich auch von ganz "normalen" Trainern, wirklich netten Leuten, die toll mit ihren Kindern umgehen. Dennoch steckt das Thema Ergebnis bei den meisten noch im Hinterkopf und sobald es Tabellen gibt, rückt das Thema wieder ein Stück weiter nach vorne.


    Wir sind kurz vor Weihnachten auf ein Hallenturnier gefahren mit dem Wanderpokal aus dem letzten Jahr in der Tasche. Wir waren dort mit 10 Kindern und spielten 4+1. Also haben wir unsere Jungs in zwei etwa gleich starke Teams eingeteilt in jedem Spiel nach 5 min. die komplette Mannschaft ausgetauscht. Wir hatten also nie die Top-Besetzung auf dem Platz. Das hat gereicht für 4 Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage, die uns das HF verpassen ließ. Am Ende erreichten wir Platz "nur" 5, aber wir hatten 24 Tore geschossen, jedes Kind hatte mindestens einmal getroffen, nach dem gewonnenen Spiel um Platz 5 wurde ausgelassen gejubelt und alle waren glücklich und zufrieden. Die (bei Bestbesetzung vermeidbare) Niederlage kassierten wir gegen den späteren Turniersieger. Während des Finalspiel bekam ich eine Unterhaltung zwischen Eltern der Kinder dieser Mannschaft mit, die sich darüber beklagten, dass immer nur die gleichen spielen würden. Ich möchte so keine Turniere mehr gewinnen. Andere schert das aber nicht, hauptsache die Platzierung stimmt. Das ist das direkte Ergebnis von Tabellen(-denken). Oder nicht?

    Gehen wir mal zu einer anderen Sportart.... Beim Schwimmen gibt es auch immer Turniere (jahrgangsweise, also ähnlich wie im fußball aufgeteilt), da sagt doch auch keiner was das bei turnieren Sieger geehrt werden usw.... Die Schwimmen dort Meisterschaften und da geht es auch durch Punkte und Zeit. Also ähnlich wie beim Fußball.
    Oder beim Kampfsport(Judo, Taekwon-do usw) da gibt es auch immer große Meisterschaften und am Ende "Tabellen" wievielter wer geworden ist. Wenn man letzter geworden ist, ok übt man mehr.

    Der Vergleich mit diesen Sportarten ist zum einen unpassend, da es sich um Einzelsportarten handelt und zum anderen haben wir hier wieder das beliebte "fresst mehr Scheiße, Millionen Fliegen können nicht irren". Nur weil etwas von vielen gemacht wird, heißt es noch lange nicht, dass es auch richtig ist. Daher bitte keine solchen Vergleiche mehr. Lass uns beim Fußball bleiben.

    Ich sehe nicht das es Kindern Schadet wenn sie mit Tabellen Spielen, natürlich nur wenn die Trainer es auch richtig fördern.

    Immer wieder das gleiche. Nochmal und nochmal und nochmal. Ich krieg die Krise. Diesen Satz habe ich allein in diesem Thread so oder so ähnlich schon dutzendmal gelesen und bin genauso oft darauf eingegangen. Warum wird das eigentlich immer ignoriert? Zum wirklich allerletzten mal: es geht nicht um die Trainer, die es richtig machen, sondern um die, die es falsch machen, sei es jetzt bewusst oder unbewusst.

    Zähl mir bitte mal Punktuell die Nachteile von Tabellen auf... 1: ...... 2:..... 3:...... bin gespannt.....

    Langsam habe ich echt keinen Bock mehr immer wieder von vorne anzufangen. Wir kennen die Nachteile alle und sie wurden hier auch bereits mehrfach ausgeführt. Trainer und Eltern, die nur auf den Tabellenstand gucken und alles dafür tun, um oben zu stehen. Da werden Kinder angeschnauzt, die Fehler machen, schwächere Kinder bekommen keine Einsatzzeit, weil das Torverhältnis verbessert werden muss, Rotation ist kein Thema, weil es den Tabellenplatz gefährden könnte usw.


    Trainer, denen es primär um das Ergebnis geht, werden von Tabellen bestätigt und Tabellen geben diesen Leuten eine Scheinlegitimation für ihr Handeln.


    Und jetzt bitte möchte ich von Dir die Vorteile von Tabellen sehen. Eine Frage, die ich in diesem Posting auch bereits mehrfach gestellt habe und auf die keine Antwort gekommen ist. Und komm mir nicht wieder mit dem Freundschaftsspiel-Gedöns...


    Ich verstehe auch Eure Abgrenzungs-Logik nicht. In der E-Jugend findet Ihr Tabellen okay, in F und G aber nicht. Wieso? Wenn die Trainer doch damit umgehen können, warum dann erst in der E? Für mich, und auch da wiederhole ich mich, macht eine Tabelle nur da Sinn, wo sie für Auf- und Abstieg benötigt wird.

    Der eine oder andere hier auf dem hohen Roß sollte schon mal auch anderen zutrauen, wie man verantwortungsbewusst mit Kindern in der Altersklasse umgeht und mit ihnen ihr Hobby betreibt, und das auch mit Tabellen.

    Wieso hohes Ross? Das versteh ich überhaupt nicht. Sitzt man nicht eher auf dem hohen Ross, wenn man von sich selbst sagt, dass Tabellen kein Problem sind, weil man ja damit umgehen kann? Wie dem auch sei. Ich wiederhole gerne, dass ich keinen Zweifel daran habe, dass die meisten hier mit Tabellen verantwortungsvoll umgehen können. Gar keine Frage. Versteht doch bitte mein Ansinnen nicht immer als Kritik an Euch. Das ist es doch gar nicht. Es gut um die vielen anderen, die es nicht können bzw. wollen und um die vielen ahnungslosen Neulinge, die durch Tabellen auf die falsche Spur gebracht werden.


    Zum Thema Leistungsklasse in der E-Jugend. Ich würde mir für meine Jungs auch eine Staffel wünschen, in der stärkere Mannschaften spielen und natürlich kann man das durch Aufstiegsrunden möglicherweise realisieren. Für einzelne Mannschaften wie Deine, die dadurch mehr gefordert werden, mag das auch gut sein. Für die meisten anderen erhöht es aber nur den Druck und fördert bei Trainern und Eltern genau die Dinge, die dort eigentlich nicht hingehören.

    Bei einer F und G Jugend kann ich es verstehen und finde es gut das es dort keine Tabellen gibt, aber in einer E-Jugend sind die Kinder 9-10Jahre alt und ich habe bei mir einige die es doof finden würden wenn sie es nicht wie ihre Vorbilder, die Profis, haben und keine Tabelle besteht. Wir haben aber trotzdem gesagt die "Meisterschaft" ist nebensächlich und es geht um die Ausbildung und den Spaß der Kids, das haben ALLE Eltern genau so unterschrieben.

    Zunächst mal schön, dass es bei Euch so läuft. Leider ist das aber längst nicht überall so.


    So ganz kann ich es aber dennoch nicht verstehen. Du sagst, dass die Kinder die Tabelle wollen, dass Ihr aber untereinander ausgemacht habt, dass die Tabelle nicht wichtig ist. Welchen Sinn hat sie dann noch? Ich finde das inkonsequent. Wenn etwas nicht wichtig ist, dann kann man auch darauf verzichten. Meine Jungs in der F wissen auch, was eine Tabelle ist und wer in der Bundesliga wo steht. Da ist kein Unterschied zu E-Jugendlichen. Sie wissen aber auch, dass es für ihr Alter noch keine Tabelle gibt. Es fragt auch niemand mehr danach. Im Sommer kommen wir in die E-Jugend. Wenn dann wieder einer nach einer Tabelle fragt und ich sagen kann "es gibt immer noch keine" ist das Thema für die nächsten zwei Jahre durch. Kein Kind wird deswegen traurig sein oder weniger motiviert in ein Spiel gehen.


    Wenn das, was Du geschrieben hast, stimmt, brauchst Du doch gar keine Tabelle und Deine Jungs auch nicht. Warum machst Du Dich dafür stark?


    Ich sage: Tabellen erst dann, wenn sie benötigt werden, also wenn um Auf- und Abstieg gespielt wird. Das ist meines Wissen ab der D-Jugend. (Bitte keine Hinweise auf Kreise, in denen es E-Jugend-Leistungsklassen gibt. Das ist sowieso daneben, also kein Maßstab.)

    Ronaldina:
    Hm, wenn es bei den Altherren letztlich auch nur um Leistung geht, wieso gibt es dann da keine Tabellen? Weil es keine Sau interessiert. Natürlich gehen Altherren auf den Platz, um zu gewinnen, aber letzteres steht nicht unbedingt im Vordergrund. Bei den Altherren-Mannschaften, die ich kenne, geht es um ganz andere Dinge: regelmäßige Bewegung, Zusammensein mit Freunden, von zu Hause rauskommen ;) und um das gemeinsame Bier und das Gequatsche nach dem Spiel. Ich spiele selber Altherren-Basketball und da ist es nicht anders. Das Ergebnis und die Leistung sind absolut zweitrangig. Wenn ich meiner Altherren-Truppe sage "heute will ich Leistung sehen", schauen die mich mitleidig an oder lachen mich aus. Und das völlig zu Recht.


    @all:
    Wir drehen uns hier im Kreis. "Tabellen sind doch nicht schlimm, wenn man richtig damit umgeht", steht hier in jedem Pro-Posting. Das mag richtig sein, aber dass Tabellen von Eltern und Trainern häufig massiv missbraucht werden, steht wohl außer Frage. Wenn wir also ein Instrument zulassen, dass so leicht missbraucht werden kann und auch wird, muss der Nutzen schon gewaltig sein, um diesen Missbrauch aufzuwiegen. Diesen gewaltigen Nutzen sehe ich aber nicht. Es gibt weder Auf- noch Abstieg. Wofür also eine Tabelle? Das einzige Argument, was hier gebracht wird, ist dass man Tabellen braucht, um gleichwertige Gegner für Freundschaftsspiele zu finden. Da kann ich mich allerdings nur wundern.


    Wie soll das eigentlich funktionieren? Die Mannschaften aus dem eigenen Kreis sollte man nach zwei, drei Jahren soweit kennen, dass man hier gut selektieren kann. Dazu braucht man keine Tabellen. Was ist also mit Mannschaften aus den umliegenden Kreisen? Was sagt einem eine Tabelle? Der Vergleich von Tabellen verschiedener Staffeln sagt kaum etwas aus. Innerhalb einer Staffel mögen sie die relative Stärke der darin spielenden Mannschaften abbilden, über die absolute Stärke geben sie aber keinen Aufschluss. Die eine Staffel kann im Mittel stark sein, die andere schwach. Also braucht man einen Bezugspunkt. Man muss mindestens ein oder zwei Mannschaften aus dem anderen Kreis schon gut kennen, um die Leistungsstärke der anderen halbwegs einschätzen zu können. Das funktioniert aber nur dann, wenn die bekannten Mannschaften etwa die gleiche Spielstärke haben wie die eigene. Kennt man nur deutlich stärkere oder schwächere Mannschaften aus dieser Gruppe, steht man wieder ahnungslos da.


    Ich suche mir meine Gegner für Freundschaftsspiele bei Turnieren und über persönliche Kontakte. Sehe ich bei einem Turnier eine Mannschaft, die passt, notiere ich mir den Kontakt und mache später ein Spiel aus. Oder ich rufe einen Kollegen an, der mit seiner Mannschaft in einer anderen Staffel spielt und lasse mir passende Gegner empfehlen. Auf die gleiche Art und Weise bekomme ich Einladungen von anderen Mannschaften. Das funktioniert wunderbar, viel besser als mit dem Vergleich von Tabellenpositionen.


    Wir hatten in dieser Saison bisher 10 Staffelspiele, wo ich mir die Gegner nicht aussuchen kann. Von den 10 Spielen haben wir 8 sehr deutlich gewonnen. Das ist unbefriedigend, aber nicht zu ändern. Hingegen konnten wir nur 3 Freundschaftsspiele machen, mehr ging zeitlich nicht. Dennoch waren alle 3 Freundschaftsspiele sehr knapp. Einmal wurden wir eingeladen, zweimal habe ich eingeladen. Und das ging alles ganz ohne Tabellen. Bei Freundschaftsspielen habe ich es überhaupt noch nie erlebt, dass der Leistungsunterschied so krass war, wie er bei unseren Staffelspielen oft ist. Bei den wenigen Freunschaftsspielen, die man neben Staffelspielen und Turnieren hinbekommt, ist es überhaupt kein Problem gleichwertige Gegner zu finden. Kein Mensch braucht dafür Tabellen. Das Argument ist für mich ganz klar vorgeschoben.


    Des weiteren wird hier ausgeführt, dass es auch nach der Abschaffung der Tabellen immer noch Eltern und Trainer geben wird, die die falsche Einstellung haben. Das ist richtig, aber man nimmt Ihnen damit einen Teil des Futters und, wie Dirk Coerverfan schreibt, wird mit der Abschaffung ein offizielles Zeichen gesetzt, dass zum Nachdenken und zur Diskussion anregen sollte. Die unverbesserlichen Vollpfosten, die im "Notfall" ihre Tabellen selber machen, kriegt man kaum bekehrt, aber die vielen ahnungslosen Neulinge, die jedes Jahr als Trainer nachrücken, werden unmittelbar darauf hingewiesen, dass im KiFu die Dinge anders laufen (sollten) als im Erwachsenenfußball. Für mich selbst war es jedenfalls ein Aha-Erlebnis als ich als Neuling erfahren habe, dass es in der F-Jugend keine Tabellen gibt. Die Frage nach dem Warum und die passenden Antworten haben bei mir zur Auseinandersetzung mit dem Thema KiFu und letztlich auch zum Umdenken geführt. Hätten wir Tabellen gehabt, wäre das sicher so schnell nicht passiert. Darum geht es.


    Die Abschaffung von Tabellen ist sicher kein Allheilmittel, aber es ist ein Mosaikstein.

    Ja, man merkt gut, dass Du neu hier bist. Warte, dass Ranwie und Andre dein Tread lesen..

    Lol. Danke TRPietro, ich habe herzhaft gelacht. Ganz ehrlich. :D


    Aber nein, wer so nett fragt, bekommt doch auch immer nette Antworten von uns, oder?


    Ansonsten habe ich Andre nicht viel hinzuzufügen. Gerade 1:1 und 2:2 bringt sehr viel an Kondition. Schön sind auch ab und an mal ein paar Fangspiele, die Spritzigkeit, Ausdauer und auch das Haken schlagen trainieren und den Kindern Spass machen. Vom Runden laufen etc. würde ich unbedingt Abstand nehmen.


    Du darfst aber nicht vergessen, dass die Kinder sehr unterschiedliche körperliche Voraussetzungen haben. Du wirst immer Kinder haben, die läuferisch stärker sind als andere. Das ist in jedem Team so. Ich habe ein paar Dauerläufer, die auch zwei Spiele hinter einander machen könnten, und wieder andere, die nach einer Halbzeit schon platt sind, obwohl alle das gleiche Training machen. Manche Kinder sind leichtfüßig und verbrauchen beim spielen wenig Kraft, andere haben sehr viel mehr Mühe mit dem eigenen Körper und sind schnell erschöpft. Das wirst Du durch Training nur begrenzt ändern können. Hier spielen auch Dinge wie Motorik, Hebelverhältnisse und Lauftechnik eine Rolle. Wir haben mal überlegt, einige unserer Jungs zum Lauftraining unserer Leichtathleten zu schicken, haben das aber wieder verworfen, weil die Kinder da keine Lust zu hatten, auch wenn es wohl der richtige Ansatz gewesen wäre. So müssen wir damit leben, dass bei einigen die Puste schneller weg ist als bei anderen.


    Mich würde aber noch interessieren, wie viele Kinder Du zur Verfügung hast und wie Du spielen lässt? Wechselst Du alle Spieler regelmäßig durch oder spielen einige Kinder deutlich mehr als andere? Im letzteren Fall wäre es nicht erstaunlich, wenn diesen Kindern irgendwann die Luft ausgeht. Viel wechseln hilft, da Kinder in dem Alter zwar schnell erschöpft sind, sich aber auch schnell wieder erholen. Auch den Torwart kann/sollte man in die Wechselei einbeziehen. Wer gar nicht mehr von der Stelle kommt, kann auch ruhig ins Tor gehen und dafür einen frischen Spieler aufs Feld lassen. Ohne regelmäßige Wechsel bauen die Kinder zwangsläufig in der zweiten Hälfte ab. Da kannst Du trainieren was Du willst.

    Man bestraft doch die falschen dafür, wenn man alles komplett abschafft.

    Ach ja, wen denn?

    Außerdem sollte man Kinder meiner Meinung nach an die Erwachsenenwelt heran führen, in der eben nur Leistung zählt.

    NUR Leistung zählt bei Erwachsenen? Ich glaub, das erzähl ich mal unseren Altherren oder den Jungs in der 3. Mannschaft. Die lachen sich tot.
    Zum Glück zählen auch bei Erwachsenen ab und an auch noch mal andere Werte. Und genau DAS sollten wir den Kindern vermitteln!

    Mit heranführen meine ich, dass man sie nach guter Leistung streben lässt und eben auch unterstützt, dass sie eine gute Platzierung erreichen wollen.

    Nö, großer Blödsinn. Kinder in dem Alter sollen Spaß haben und nicht nach Leistung streben. Denk mal drüber nach, was Du da schreibst.

    Und das wollen Kinder auch.

    Nö, wollen sie nicht. Kinder wollen Spiel und Spaß.

    Wenn man jegliches Leistungsstreben von ihnen fern hält bis sie Erwachsen sind, dann graut es mir vor dem Tag, an dem sie alles auf einmal erleben.

    Du tust ja so, als würden wir die Kinder in einen Keller sperren und mit 18 wieder raus lassen wollen. Wir reden hier von 7 bis 10jährigen, von denen wir unser überzogenes Leistungsdenken verdammt nochmal zu fern zu halten haben! Das kommt noch früh genug auf sie zu. Außerdem erinnere ich daran, dass es Fussball spielen heißt. Darin steckt das Wort spielen. Ich weiß ja nicht, wie es bei Dir ist, aber wenn ich mich an den Tisch setze zum Spielen, dann tue ich das nicht, um nach Leistung zu streben, sondern um Spaß zu haben. Der Gedanke, wir müssten 7 bis 10jährige Kinder beim Fußball spielen auf die Leistungsgesellschaft vorbereitet, ist krank!

    Schande über den, der höhere Ausbildungsziele als festen Bestandteil seines Trainings ansieht.

    Hey, genau das ist es doch! Es geht nicht darum mal Ecken schießen zu lassen oder auch mal eine Passübung zu machen oder meinetwegen auch mal mit Gummibällen Kopfball zu spielen oder was weiß ich. Sondern es geht darum, dass höhere Ausbildungsziele nicht systematisch und als fester Bestandteil ins Training eingebaut werden sollten. Soweit wären wir uns einig.

    Zumal Miroslav Klose wirklich ein Ausnahmetalent ist. Man redet immer von Podolski, oder von Kroos, dem vermeintlich größten Talent des Deutschen Fussballs. Aber ein Miro Klose hat vorwiegend aufgrund seines Ehrgeizes seinen Weg gemacht. Ein Lars Ricken z.B. ist ein ewiges Talent geblieben, viel kam nicht mehr von ihm.

    Ich habe nicht mit den Namen angefangen. Talentfreier Vater kam mit seinem Hambüchen-Beispiel. Ich wollte damit nur sagen, dass uns Einzelbeispiele, positive wie negative, nicht weiter bringen. Genauso wenig übrigens wie Vergleiche zum Klavier oder Schach spielen. Dein Statement zu Lars Ricken irritiert mich allerdings. Warst Du nicht der, der darauf hingewiesen hat, dass eben nicht nur die Bundesliga zählt, sondern auch noch die zweite und dritte und die hohen Amateurklassen usw.? Und die 14 Jahre Bundesliga sowie 14 Länderspiele von Lars Ricken sind "nicht viel"?

    Was ich damit sagen will: Wenn man es von deinem Standpunkt aus betrachtet, Ranwie, dann würde das Ausbildungsziel "Dribbling" sich noch bis zur A-Jugend ziehen, gerade weil man soviel machen kann.

    Ja aber natürlich gehört das Techniktraining auch noch zum Stoff der A-Jugend. Im übrigen wird auch im Seniorenbereich noch kräftig Technik trainiert.

    Jedoch werden Trainer, die es ausschliesslich mit Talenten zu tun haben, wohl genau betrachten: "Ist das nicht schon zu einfach für die Jungs? Werden sie dadurch nicht sogar unterfordert? Wenn sie nicht gefordert werden, langweilen sie sich..."

    Lol, das meinst Du jetzt nicht ernst, oder? Also Dribbling, Fintieren, Zweikampf usw. ist für diese 6jährigen Jungs schon zu einfach? Das können sie alles schon perfekt und deshalb müssen sie jetzt Passspiel üben, um die Langeweile bei Dribbling und Zweikampf zu überwinden? Sorry, aber das kann ich wirklich nicht ernst nehmen.

    Die Konzepte der "Anderen" finden wir deswegen nicht, weil diese eben nicht für die breite Masse gedacht sind.

    Aha, es gibt also geheime Konzepte, die nur unter der Hand zwischen wenigen Eingeweihten ausgetauscht werden, weil sie eine Gefahr für die breite Masse darstellen? Das wird ja immer besser!

    Manchmal glaube ich, du würdest ein Kind konsequent ausbremsen, nur weil es talentiert ist, und die "altersgerechten" Ausbildungsziele es unterfordern und somit irgendwann langweilen würden. "Aber ich möchte Flanken lernen..." "Nix da! In deinem Alter lernt man Dribbling und Finten, Basta!" Zugegeben, etwas überspitzt, aber der Eindruck entsteht wirklich zuweilen.

    Irgendwie dreht sich Deine gesamte Argumentation darum, dass diese Kinder von den Ausbildungszielen der F-Jugend unterfordert sein könnten. Sorry, aber das ist derart abwegig, dass es keine vernünftige Basis für eine Diskussion bietet. Wenn ich es als Trainer nicht schaffe für 6jährige ein interessantes und motivierendes Training zu gestalten, dass die Kinder fördert und fordert, ohne dabei auf Ausbildungsziele höherer Jahrgänge zurück greifen zu müssen, dann sollte ich in meiner Freizeit besser etwas anderes machen.


    Jede Minute Trainingszeit, die man für Passspiel verwendet, geht den anderen Ausbildungszielen verloren. Auch talentierte Spieler kommen noch in die E- und D-Jugend, wo sie sich noch genug mit dem Thema beschäftigen können. Es gibt definitiv keinen triftigen Grund Ausbildungsziele vorzuziehen.


    Dem letzten Statement von TRPietro kann ich nur 100%ig zustimmen!

    Meint heir jemand der z.B. Hambüchen habe mit 6 oder 7 nur Purzelbäume gemacht und später dieses Topniveau erreicht.
    jeder Schachgrossmeister wusste schon mit 6 viel mehr überd as wesen des Schachspiels wie der Durchschnittsspieler.

    Mag sein, aber es gibt genauso prominente Gegenbeispiele. Miro Klose spielte seine gesamte Jugend bei SG Blaubach-Diedelkopf und nach dem Verlassen der A-Jugend-Mannschaft dort noch in der Bezirksliga Westpfalz (siebte Liga). 1998 – als Zwanzigjähriger – wechselte er zum ehemaligen Bundesligisten FC 08 Homburg und spielte für die zweite Mannschaft in der Verbandsliga (fünfte Liga). Hat ihm scheinbar nicht geschadet. Und was ist mit all den kleinen "Hambüchens" die auf der Strecke geblieben sind, weil der Druck irgendwann zu groß wurde?

    Ich meine, das DFB-Buch wendet sich an die Trainer mit Kindern, die eher im Breitensport anzusiedeln sind und Trainer, die sich mit Kindern "plagen" müssen, die erst mal ins Turnen geschickt werden sollten wegen der Bewegungsarmut, die also nur knapp bis gar nicht für die Sportart Fussball geeignet sind. Ich sehe jedes WE Kinder ( 8-9 jährige), die nicht mal richtig rennen können. die sind mit Dribbeln völlig überfordert.

    Naja, da lehnst Du Dich aber sehr weit aus dem Fenster. Zum einen bedeutet Breitensport nicht, dass dort alle Kinder über ihre eigenen Füße fallen. Die 8-9jährigen bei uns im Verein können jedenfalls dribbeln ohne sich zu verletzen. Zu behaupten, die Vorgaben seien primar für Trainer von Kindern gemacht, die an Bewegungsmangel leiden und für Fußball nicht geeignet sind, ist geradezu grotesk. Ohnehin wundere ich mich, dass hier behauptet wird, die Vorgaben gelten nur für den Breitensport. Wo sind denn die Konzepte für die anderen? Wo steht denn, was man jenseits des Beeitensports tun soll? Ich habe keine solchen Konzepte gefunden. Wer etwas findet, bitte hier posten.

    Und dann gibt es Kinder, bei denen man evtl. schon eine Begabung oder sogar Talent für das Fussballspielen feststellen kann und denen viele Dinge, die den meisten schwerfallen leichter von der Hand gehen. Die haben also das Ziel des DFB (Bewegungsschulung Grobform der Techniken) bereits intus. Warum soll mit diesen Kindern nicht auch schon Dinge geübt werden, die für 90 % der E-Jugendlichen richtig sind. Es kommt immer auf den Entwicklungsstand an.
    "Fördern und Fordern" habe ich auf der HP des DFB gelesen.

    Eben, es komm auf den Entwicklungsstand an! Es steht wohl außer Frage, dass die Kinder ihre technische Ausbildung noch lange nicht abgeschlossen haben. Schau dir mal ein paar Coerver-Videos an. Da gehen Dir die Augen über, was man im Bereich Technik alles machen kann. Wenn Dein Sohn das alles schon drauf hat, dann kann er auch Passstafetten üben. Dem ist aber nicht so. Das kann ich Dir versichern. "Fördern und Fordern" heißt lediglich, dass man die Anforderungen an das Leistungsniveau anpaßt. Es heißt aber nicht zwangsläufig, dass man Ausbildungsziele vorziehen muss. Ich persönlich halte die Entwicklung der technischen Fertigkeiten in diesem Alter für sehr viel wichtiger als das Erlernen des Passspiels.

    Warum sollten Kinder, die begabter sind nicht anders gefördert werden als die breite Masse?

    Anders ja, aber nur insofern, dass die Intensität und Komplexität gesteigert werden sollte, nicht aber die Inhalte.

    Für meine Begriffe wendet sich der DFB mit seinem "leitfaden" an die Trainer der Masse.

    Wo steht das? Und warum glaubst Du, dass die Mannschaft von Deinem Sohn nicht zur Masse gehört? Weil sie ein wenig weiter sind als andere in dem Alter? Solche Spieler findest Du überall, aber eben verteilt auf viele Mannschaften. Stell Dir vor, Dein Sohn hätte in der anderen Mannschaft in dem Video gespielt. Was wäre passiert? Er wäre nicht aufgefallen, weil er gegen das Passspiel auch als guter Einzelspieler chancenlos gewesen wäre. Du hättest ihn als guten Spieler vermutlich überhaupt nicht wahrgenommen. Insofern wäre ich sehr vorsichtig mit der Einordnung im Masse und Spitze.

    Jeder Trainer wird einschätzen können, sofern er gut ist und Fingerspitzengefühl was er von seinen Kindern fordern kann und wie er sie am besten fördern kann.

    Wär's mal so...

    Dogmen stehe ich immer sehr kritisch gegenüber!

    Das tue ich auch. Aber genauso kritisch stehe ich denen gegenüber, die davon ausgehen, dass für die Allgemeinheit formulierte Regeln für sie nicht gelten, weil sie darüber stehen.


    Mein Sohn ist 8 Jahre alt und ein guter Techniker. Aber er kann, und das wird auch auf Deinen Sohn und seine Mannschaftskollegen zutreffen, im Bereich Technik noch so viel lernen, dass ich ihn die nächsten 2 Jahre 4 Tage die Woche damit beschäftigen könnte. Warum ihn also jetzt schon mit Passspiel langweilen? Ich verstehe das wirklich nicht.

    Mit dem Stichwort "Massvoll" hat Du es auf dem Punkt gebracht. Anhand deiner Texte gehe ich davon aus, dass man rotieren kann, wenns um nichts geht. Dh. Wenn Dein Team um den Abstieg kämpft rotierst Du automatisch weniger, da das Resultat doch noch wichtig ist. Habe ich es richtig verstanden?

    Ja und nein, ich halte die Rotation auch in der D-Jugend für gut und sinnvoll, würde ihr aber nicht zwingend alles unterordnen. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass man durchaus auch rotieren kann, wenn es um etwas geht. Dieses "etwas" ist aber aber sicher für jeden anders definiert. Das kann ein Auf- oder Abstiegsspiel sein, ein Turnier, ein Derby oder was auch immer. Ich schrieb ja schon, dass ich eine Mannschaft sicher nicht in den Abstieg rotieren würde. Andererseits wird der Begriff "wenn es um etwas geht" allzu häufig verwendet, um als Entschuldigung für unangemessen Ergebnis orientiertes Spiel her zu halten. Für manche geht es halt immer um etwas.

    Hatte Dich wohl nicht ganz verstanden. Sorry! Viel eher meinte ich den Ranwie... Du hast ja seine Antwort auch gelesen. Dazu möchte ich mich jetzt nicht äussern. Da hatte ich schon das Gefühl, nicht ernst genommen worden zu sein.

    Sorry, es liegt mit wirklich fern mich über Dich lustig zu machen! Ich fand das Beispiel lediglich deutlich zu stark konstruiert. Da kommt schon ein bisschen sehr viel zusammen. Insofern hat es mit der Realität genauso viel oder so wenig zu tun wie meine, zugegeben nicht ganz ernst gemeinte, Antwort.


    Du sagst, Deine Geschichte sei alltäglich, es würde jede Saison in vielen Vereinen so passieren, deshalb sollten wir uns damit beschäftigen. Ich sage, dass ich die Geschichte für total unrealistisch halte und das nicht deshalb weil nach einer Niederlage keine Sündenböcke gesucht werden oder weil es keine Spieler gibt, die Vereine nach einem Abstieg verlassen oder weil es keine unterschiedlichen Meinungen bei Trainern gibt usw. Die Gesichte ist einzig und allein deswegen völlig unrealistisch, weil in 99,9999% der Fälle der Trainer in dem von Dir beschriebenen Spiel unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht hätte rotieren lassen. Genauso wenig wie Du und ich es getan hätten. Daher tritt der von Dir beschriebene Fall so gut wie nie ein. Warum sollen wir für eine Situation, deren Eintreffenswahrscheinlichkeit gegen null geht, eine Lösung finden?


    Ich nehme an, Du wolltest uns mit Deiner Geschichte klar machen, dass es Situationen geben kann, wo ein Abweichen von der Regel erfolgen kann/darf/muss. Das dem so ist, ist völlig unstrittig. Mehr gibt es dazu aber nicht zu sagen.

    Was hier zum Fallbeispiel geschrieben wurde, halte ich teilweise nur für Augenwischerei. Da geht es um fiktive Lösungen. Die Lösungen in der Realität sehen doch zum Großteil ganz anders aus.

    Genau, die Aufgabenstellung ist ebenso fiktiv und konstruiert wie die Lösung. Das habe ich versucht darzustellen. Wir alle wären vermutlich in die von TRPietro geschilderte Situation nie gekommen, weil wir in dem wichtigen Spiel unseren Hans nicht in die Verteidigung gestellt hätten. Ich hätte das übrigens auch nicht getan. Rotation bedeutet ja nicht seine Mannschaft jede Woche vor eine neue unlösbare Aufgabe zu stellen, sondern die Kinder weiter zu bringen. "Maßvoll" ist hier das entscheidende Stichwort. Ich behaupte aber auch, dass "mein Hans" nicht in diese Situation gekommen wäre, weil er von der F-Jugend an rotiert und damit auch einen guten Verteidiger gespielt hätte.

    Wo die Stärke des Gegners es zulässt, werde ich im Mittelfeld die Positionen rotieren lassen, ebenso im Angriff und der Abwehr. Auch Wechsel von der Abwehr ins Mittelfeld etc. werde ich dann anwenden. In Spielen gegen schwierige Gegner werde ich davon aber zu jeder Zeit Abstand nehmen. Ist der Aufstieg drin, werde ich auch darauf hinarbeiten. Warum sollte ich auch nicht? Meine Philosophie wird dadurch nicht leiden. Oder mache ich irgendwo einen Denkfehler?

    Wenn wir von der D-Jugend und einer Mannschaft sprechen, die um Auf- und Abstieg spielt, stimme ich hier vorbehaltlos zu. Letztlich ist die Rotation ja auch kein Dogma sondern eine Methode, um die Möglichkeiten der Kinder zu verbessern. Sie darf aber nicht dazu führen, dass die Kinder den Spaß verlieren. Wenn ich eine Mannschaft zum Abstieg rotiere, ist damit den Kindern sicher nicht gedient. Aber da, wo ich rotieren kann, sollte ich das auch tun.


    Das Dilemma, das Du beschrieben hast, Basti, trifft - was den Jugendbereich betrifft - auch auf meinen Verein zu. Unsere 1. Senioren spielt in der Bezirksklasse oben mit, unsere 2. ist gerade in die KL A aufgestiegen und unsere 3. steht vor dem Aufstieg in die KL B. Wir sind im weit und breit im Seniorenbereich der am besten aufgestellte Verein, wir haben eine neue moderne Sportanlage, beste Trainingsmöglichkeiten usw. ABER keine unserer Jugend-Mannschaft spielt in der Leistungsklasse. Da sind die meisten Nachbarvereine viel weiter.


    Wie also baut man eine gute Jugendabteilung auf? Wie "produziert" man Nachwuchs für die Senioren-Mannschaften? Wie verhindert man, dass die guten Jugendspieler zu Nachbarvereinen wechseln, die schon höherklassig spielen? Und wie wird man bei dem Ganzen noch dem Kinderfußball gerecht? Das ist eine sehr schwierige Aufgabe.


    Wir haben uns auch entschlossen, den Schnitt in der D-Jugend zu machen. Mannschaften, die das Potenzial haben aufzusteigen, sollen auch darum spielen. Den Trainern werden keine Vorgaben bzgl. Rotation etc. gemacht. Gute Trainer werden es dennoch tun, wenn sie es sich erlauben können. Alle anderen Mannschaften sollten aus meiner Sicht rotieren, spricht auch die D2 oder auch die C-, B-, und A-Jugend, sofern diese nicht um den Aufstieg spielen. Die jüngeren Mannschaften sowieso uneingeschränkt.


    Wenn ich allerdings unserem B-Jugendtrainer sage, er soll rotieren lassen, dann lacht der mich aus und das zu Recht. Die Jungs, die dort spielen, kennen das Prinzip Rotation nicht. Also vergessen wir unsere älteren Mannschaften, was das angeht einfach mal und fangen möglichst weit unten an. Die Trainer der F- und E-Jugend werden auf die Prinzipien des Kinderfußball eingeschworen. Wir legen großen Wert darauf, dass die Dinge dort konsequent umgesetzt werden. Ob wir damit Erfolg haben werden, wird sich wohl frühestens in 5 bis 6 Jahren zeigen. Ich bin da aber ganz optimistisch.


    Ich bin daher völlig Deiner Meinung Basti, dass es in einem Verein Mannschaften der gleichen Altersklasse geben darf/muss, an die unterschiedliche Ansprüche angelegt werden. Wir diskutieren hier häufig Idealvorstellungen, die aber mit der Realität wenig zu tun haben. Dennoch sollt man sich auch nicht hinter dem Deckmäntelchen "Realität" verstecken. ;)