Das Handeln unseres Vereins ist meines Erachtens zunächst am Vereinswohl oder dem Erfolgsstreben orientiert.
Da gibt`s eine ganze Latte von Indizien, die das vermuten lassen.
Meiner Meinung nach sollte das Tun der Verantwortlichen aber am Wohl der Kinder ausgerichtet sein.
Mir schreiben hier schließlich über Kinderfußball von 10- bis 11-jährigen.
Dass der Verein das Vereinswohl im Sinn hat, ist legitim, oder? Auch ein gewisses Erfolgsstreben sollte generell durchaus erlaubt sein. Ich sehe darin erst mal nichts Verwerfliches.
Das Tun des Vereins soll am Wohle der Kinder ausgerichtet werden, meinst Du? Hm, was heißt denn das? Was ist denn zu Wohle der Kinder? Wie definierst Du das? Und wie definieren das die Eltern der anderen Kinder im Verein? Und wie die Kinder selber? Und was ist mit den Trainern? Was ist mit deren Wohl? Ich persönlich habe gleich drei Hüte auf. Die des Jugendleiters, die des E-Jugendtrainers und die des Spielervaters und ich sage Dir, dass es gar nicht so leicht ist zu definieren, was zum Wohle aller Beteiligten ist. Es erscheint nur viel einfacher, wenn man nur einen Hut auf hat...
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Warum nur können die Verantwortlichen nicht einfach die Mannschaften so aufstellen, dass alle gemeinsam den meisten Spaß haben ?
Alle gemeinsam den meisten Spaß? Wow! Woran misst Du das? Und wie willst Du diesen Zustand herstellen? Lass Dir Deinen Satz mal auf der Zunge zergehen und frag Dich selbst, wie das realisiert werden soll. Ehrlich, als JL und als Trainer geht mir der Hut hoch, wenn ich so etwas lese. Stell Dich mal auf den Platz und trainiere mal ein paar Wochen eine E-Jugend. Dann kannst Du wieder kommen und uns sagen, wie Du es geschafft hast, dass alle gemeinsam den meisten Spaß hatten. Ich bin sehr gespannt.
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Es gibt halt Kinder, die bei diesem erfolgsorientierten Vorgehen den Spaß verlieren und ausscheiden.
Es gibt auch Kinder, die einfach so die Lust verlieren. Wenn Du leistungsschwache Kinder bei der Stange halten willst, so wird Dir das eher gelingen, wenn sie unter "Ihresgleichen" spielen, denn nur so erfahren sie persönliche Erfolgserlebnisse und dass sie ein wichtiger und gleichwertiger Bestandteil ihrer Mannschaft sind. Ansonsten rennen sie den "Guten" nur hinterher. Aus mehrjähriger Erfahrung kann ich Dir sagen, dass eine Einteilung nach Spielstärke alle Kinder länger im Verein hält. Die Guten, weil sie mehr Aussicht auf sportlichen Erfolg haben und nicht so leicht zu anderen Vereinen abwandern und die schwächeren aus den eben genannten Gründen.
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Dadurch verlieren die anderen Kinder aber Kumpels, unabhängig davon ob die gute Kicker waren oder nicht.
Warum sollte man einen Kumpel verlieren, nur weil der nicht mehr Fußball spielt? Typisches Totschlag-Argument von Eltern. Das ist aber Unsinn. Mein Sohn hat Freunde, die Fußball spielen, die mal Fußball gespielt haben und welche die noch nie Fußball gespielt haben.
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Wird übrigens vom JL (der mit der PowerPoint-Präsentation) auch so billigend in Kauf genommen. O-Ton aus dem Elternabend: ?Schwächere Kinder verlassen dann den Verein. Aber das ist wie im Geschäftsleben. Da gehen und kommen ja auch laufend Kunden.?
Das ist natürlich eine Aussage, die man so nicht machen darf. Es klingt zynisch und erfolgsbetont. Inhaltlich ist die Aussage aber nicht ganz falsch. Meine Erfahrung ist auch, dass eher die schwächeren Spieler abspringen. Allerdings wird m.E. diese Gefahr verringert, wenn man nach Leistung einteilt, da schwächere Spieler unter "ihresgleichen" einfach mehr zur Geltung kommen und damit oft auch mehr Spaß am Fußball haben.
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Da hätte ich dieser hirnlosen Dumpfbacke gern die Luft abgelassen ...
So etwas habe ich auch schon über einzelne Eltern gedacht.... ;o)
Ob hier alte Rechnungen beglichen werden, wird niemand von uns beurteilen können. Generell ist gegen eine Einteilung nach Spielstärke nichts einzuwenden. Ich persönlich halte das für ebenfalls sinnvoll, um alle Kinder zu fördern, insbesondere auch die schwächeren. Daher habe ich das System auch bei uns im Verein genau so eingeführt, beginnend mit der F-Jugend. Auch bei uns hat es anfänglich Widerstände bei einzelnen Eltern und auch Trainern gegeben. Das ist bei Änderungen aber normal. Letztlich hat es bisher nie Probleme gegeben und heute sind alle mit dem "neuen" System sehr zufrieden. Bei den Einser-Mannschaften (ab D-Jugend!) darf es ein gewisses Erfolgsstreben geben, bei den Zweier- und Dreier-Mannschaften zählt nur der Spaß. Das haben die Spieler, Eltern und auch die Trainer verinnerlicht und alles läuft weitestgehend rund. Warum soll das bei Euch nicht auch so sein können?
Nur weil man Mannschaften nach Spielstärke einteilt, heißt das noch lange nicht, dass man erfolgsorientiert ist. Das eine ist nicht zwingend die Folge des anderen.
Was mich ob Deiner intelligenten Ausdrucksweise wundert, ist, warum Du dem Ganzen nicht eine Chance gibst und Dir erst einmal anschaust, was passiert. Warum muss eigentlich immer sofort losgewettert und der Teufel an die Wand gemalt werden, wenn Änderungen erfolgen?