Beiträge von Holler

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    In groben Zügen machen wir immer das gleiche:
    1) Wir betätigen uns in irgendeiner Form (mit den kleinen waren wir mal selbst eingepackte Kekse im Dorf verteilen mit Weihnachtsgrüßen, dann waren wir mal Schlittschuh laufen, dann rodeln, irgend etwas halt, wo sie draußen sind).
    2) Wir Essen von den Eltern gemachte Pizza im Vereinsheim
    3) Wir kicken in unserer kleinen Halle (einfach Turnier 4:4 oder so)
    4) Wir übernachten im Vereinsheim, zum Einschlafen gibt es eine DVD mit Bezug zu Weihnachten (Polarexpress o.ä.)
    Klappt super, die Jungs haben immer Riesenspass gehabt. Ich frage sie allerdings jedes Jahr, ob sie da überhaupt zu Lust haben, da ja doch eine gewisse Routine aufkommt, aber bis jetzt..

    Ohne Zweifel, ein schmaler Grad ist es. Aber wir bilden doch nicht nur für die Senioren aus, sondern selbst im Jugendfussball möchte ich doch schon von der Entwicklung der Kids profitieren, dass was sie in den Grundlagen lernen, soll doch auch schon vor der Herrenzeit angewendet werden. Und wenn ich die 4er Kette frühzeitig spielen lasse, dann sollen die Jungs sich doch auch darin entwickeln. Da gehört dann eben der Weitblick dazu, nicht mit Libero in der D-Jugend aufgrund der Ergebnisse zu spielen, obwohl ich in der C- oder B-Jugend schon gerne Spieler hätte, die 4er Kette spielen können. Es muss ja nicht die Kette in Vollkommenheit sein. Wir spielen wie schon beschrieben nur Elemente der Kette, da wir ja noch auf Kleinfeld unterwegs sind. Das auf Abseits spielen könnten wir auch praktizieren, aber auch wir haben das Problem der Schiedsrichter, teils zu ungeübt, teils zu sehr die Heimbrille auf. Wir lassen es, zumal ich glaube, dass dies ein Thema ist, was nicht unbedingt in diese Altersklasse gehört. Die Jungs wissen zwar um den Umstand, wenn der Gegner im Abseits steht. Um dies dauerhaft zu nutzen, müsste man es aber trainieren, und dazu bin ich nicht bereit. Also machen wir es grundsätzlich nicht. Dennoch kann man doch die Viererkette vorbereitend spielen, denn die Abseitsstellung des Gegners ist doch nur ein Merkmal.

    Zu der Frage des gewinnen wollens: Natürlich freut uns ein Sieg mehr wie eine Niederlage. Ich wäre ja blöd, wenn ich jetzt sagen würde, das interessiert mich nicht, natürlich wollen auch wir gerne gewinnen, dass ist ja das Prinzip des Fussballs, Tore schießen und Tore verhindern. Wer das am besten macht, gewinnt meist, und wenn wir das sind, dann :D . Das setzt aber ja nicht zwingend ergebnisorientiertes Handeln voraus, indem ich Grundsätzliches dem gewinnen-wollen unterwerfe. Ob 4er Kette ja oder nein, das ist für mich etwas grundsätzliches. Ob mit Abseitsfalle oder nicht, dass würde ich schon variabel halten, wenn ich mir sicher sein kann, der Schieri pfeift das eh nicht, dann brauch ich auch nicht meine Jungs mit wehenden Fahnen in den Untergang schicken, indem ich sie "zu Ausbildungszwecken" die nicht funktionierende Abseitsfalle spielen lasse ;)

    Oft schafft man es , Ehrgeiz zu erzeugen durch viele kleine Wettkampfmomente im Training. Wenn aber Überheblichkeit im Spiel ist, dann hast Du nicht so viele Möglichkeiten. Du kannst zwar immer wieder darauf hinweisen, Du wirst dann merken, ob die Jungs Deine Worte annehmen. Am wirkungsvollsten wird aber eigentlich nur die Klatsche beim Tabellenführer sein, immer mal vorausgesetzt, rein sportlich wäre die Möglichkeit gegeben, gegen ihn zu bestehen. Dann können die Jungs ihre Lehren daraus ziehen, wenn Du im Vorfeld bereits davor gewarnt hast, ich würde mich nur nicht zu sehr darin weiden, indem ich ihnen dann immer wieder unter die Nase reibe "Habe ich Euch ja gesagt". Es wird sich dann zeigen, ob sie daraus ihre Lehren ziehen können.
    Zu den 20 Toren und mehr: Meine Jungs neigen auch dazu, eher nicht die 20 voll zu machen wie andere Mannschaften. Da würde ich mir als Trainer keine Sorgen machen, im Gegenteil, wir wechseln dann eh immer so durch, dass es nicht unbedingt 20 werden. Du wirst Deine Jungs aber sicher bald kennen gelernt haben, ob sie unterscheiden können vom Engagement her, zweite Halbzeit bei 8:0 Führung / Spielbeginn gegen Tabellenführer. Wenn das klappt, was bei uns glücklicherweise der Fall ist, dann kannst Du sie im Falle der hohen Führung gegen schwächere Gegner in aller Ruhe kicken lassen, ohne Dir Sorgen machen zu müssen.

    Gerade bei einer Mannschaft, die noch nicht mit besonderen Zielen (z.B. Leistungsklasse) an den Start geht, ist oft das Ziel, einfach zusammen die Zeit zu verbringen, sich gemeinsam dem Fussball widmen. Das ist dann meist ein sensibles Gebilde, denn die Mannschaft hält sich "nur" in einer bestimmten Konstellation zusammen, bestimmte Spielerinnen müssen da sein, bestimmte Trainer/in. Ob das bei Euch der Fall ist, kann ich nicht beurteilen. Es klingt aber zumindestens so, wenn die Teilnahme an Trainingseinheiten von der Anwesenheit anderer, und sei es ein bestimmter Trainer, abhängig gemacht werden. Solche Mannschaften lösen sich dann auch oft nach gewisser Zeit wieder auf, da dann bestimmte Schlüsselpersonen aufhören, war in unserem Verein mit einer weiblichen B auf jeden Fall so, bestimmte Spielerinnen gingen, einige mehr hatten dann plötzlich auch keine Lust mehr auf Fussball, und die übriggebliebenen konnten aufgrund der Spieleranzahl nichts mehr beschicken.
    Sollte es allerdings ein wirkliches Problem mit dem Trainer sein, dann muss dieser eigentlich logischerweise gehen. Es liegt dann an Dir, zu ergründen, ob es ein wirkliches Problem ist, denn gerade pupertierende Mädchen können sich auch sehr schnell in eine Richtung "reden" (ich mag den nicht, ich auch nicht, ich geh zu dem nicht zum Training, ich auch nicht). Das musst Du schnellstmöglich versuchen zu ergründen, ich würde nur versuchen, dabei den Mädchen kein Portal zu geben, wo sie mal so richtig abledern können, das könnte in die falsche Richtung laufen, da sie vielleicht gar nicht so recht beurteilen können, was sie dann von sich geben. Du deutest ja an, dass Ihr auch schon mal das eine oder andere Thema hattet, wenn es um Grundsätzliches geht, was sich auf die Arbeit mit der Mannschaft niederschlägt, dann muss man sich auf eine Richtung einigen oder trennen.

    Zitat:



    eine spielerin war an dem tag krankheitsbedingt nicht da. ihr habe ich das dann vor dem spiel erklärt (ist mittelfeldspielerin) und der abwehrspielerin mit der sie taushcen würde auch. sie waren die einzigen die dies durchgeführt haben und zwar sowas von klasse. bei den anderen ist immer ein loch dann in der abwehr entstanden.



    Das würde ich nicht überbewerten. Natürlich kommt es darauf an, wie einTrainer etwas rüberbringt, das ist ein absolutes Qualitätsmerkmal eines Trainers. Wenn Du es so kurz vor dem Spiel einzelnen Spielerinnen kurz erklärst, dass bringt aber oft mehr als wie ein solches Thema in großem Umfang im Training durchzugehen, wäre also nicht unbedingt verwunderlich, wenn es so besser klappt.

    Wenn man das Für und Wider diskutieren möchte kommt man aber am provozieren von Abseitsstellungen des Gegners nicht umher, oder? Natürlich ist es kein muss und würde ich beim Erlernen oder Beibringen damit nicht anfangen, aber es gehört dazu.
    Kauf Dir einen Porsche, und der Verkäufer wird Dir sicher auch die Endgeschwindigkeit anpreisen, die damit möglich ist. Er wird aber nicht sagen, Du MUSST damit so schnell fahren.. :D

    Ich kann da nur bedingt aus der Praxis sprechen, habe aber natürlich auch eine Meinung dazu 8)
    Die wenigsten, mit denen ich schon mal über die 4er Kette gesprochen habe, können effektiv etwas über das für und wider sagen. Die meisten reduzieren es auf so Floskeln wie "muss man spielen, ist ja modern" oder kann ich nicht spielen, habe die Spieler dafür nicht". Aber wenn es doch mal etwas tiefgründiger wird, dann wird es auch interessant. Warum spielt man denn nun 4er Kette? Als Vorteile würde ich vor allem zählen..
    - Das Engmachen der Räume durch Aufrücken (der tiefstehende Libero fehlt, dadurch häufigere Abseitsposition des Gegners)
    - Wegfall der sturen Manndeckung, die Abwehr wird nicht auseinandergezogen durch kreuzende Stürmer
    - Häufiges Einschalten in die Offensive durch die meist etwas vorgerückten Außenverteidiger
    Diesen Vorteilen stehen natürlich auch Nachteile gegenüber wie..
    - keine Absicherung
    - evt. Mißglücktes Abseitsstellen des Gegners (Abwehrspieler müssen gut aufeinander abgestimmt sein und zusammen arbeiten)
    Diese gegenüberstellung hat jetzt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber die Summe des Für und wider scheint ja doch für die Kette zu sprechen, auf jeden Fall sehen das viele Gelehrte des Fussballs so. ;)
    Jetzt kommen wir zum Kinder- und Jugendfussball: Ich denke auch, dass man den Kindern dies schon versuchen sollte beizubringen, auch wenn dies mit dem einen oder anderen Rückschlag verbunden ist. Kurzfristig können die Alternativsysteme sicher erfolgreicher sein, unbestritten. Man kann sich natürlich auch fragen, wieviele Eurer Kinder spielen später hochklassig und profitieren von dieser Ausbildung und wieviele "nervt" man umsonst mit solch komplizierten Dingen, weil es später eh keinen interessiert, ob sie 4er Kette spielen können. Da muss jeder seine Schwerpunkte setzen: Kinder in Sachen Fussball ausbilden oder am Wochenende Punkte sammeln.
    Zum Thema, ob es zu lernen ist: logisch, es kommt auch meiner Meinung nach nur darauf an, wie man es beibringt. Ein Trainer hat damals bei uns eine ich sage mal mittelprächtige C übernommen, ihnen die Kette und einiges anderes auf seinem Laptop gezeigt und dann erwartet, dass sie es im Gros spielen können :rolleyes:
    Wir spielen auf dem 7er Feld hinten zu zweit oder zu dritt, je nach "System", da versuche ich schon gewisse Merkmale mit unterzubringen (keine Manndeckung, gegenseitiges Absichern, bei drei Abwehrspielern das Mitgehen der Außen etc.). Ob das so Früchte trägt, wir werden es sehen, wenn es nächstes Jahr aufs Großfeld geht. Aber auch bei der Kreisauswahl, die ich betreue, spielen wir mit 4er Kette. Ein wenig erklärt, im Training (Spielform) ein wenig geübt, und dann geht es los. Natürlich haben wir da auch schon mal die tödlichen Bälle durch unsere Abwehrmitte kassiert, aber im großen und ganzen Spielen sie es. Wenn man nicht gleich das große ganze erwartet, dann geht es schon.

    Jou, Treffer :P
    Aber mal so aus dem Bauch, ich müsste nachschauen, aber ist es bei der Sich-freispielen-Regelung nicht so, dass man zwei offiziell stattfindende Spieltage der höheren Mannschaft aussetzen muss, um für die untere Mannschaft frei zu sein? Ich dachte immer, es müssen Spiele und nicht Tage sein, die da auschlaggebend sind.

    Wenn Du jetzt gewisse Dinge umstellst, die Du grundsätzlich anders vorhattest, dann bewegst Du Dich wieder im Ergebnisorientiertem Fussball bei Kindern ;(
    Grundsätzlich klingt ja alles gut: vorbereitendes Spielen auf Kette, 3x die Woche Training, technisch gute Ausbildung. Ich denke auch, das hier einfach kontinuierliches Weiterarbeiten angesagt ist.
    Zum System: vielleicht könnte man lieber einen Stürmer weniger und ein Mittelfeldspieler mehr aufbieten. Da sich die Gegner hinten reinstellen, wird es sicher recht voll vor dem gegnerischen Tor. Aber wie gesagt, wenn Du grundsätzliches vor hast mit der Aufstellung, dann weiter so.
    Prinzipiell sind da gute Ideen Deiner Spieler gefragt, das geht aber dann in den Bereich der Spielintelligenz. Einmal die richtige Aktion, und der Gegner ist geknackt. Ich würde auf kleinem Feld im Training mit den Kindern versuchen, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Wir spielen diese Saison im Training immer wieder mal "Minifussball": kleines Feld, jede Seite zwei Tore, vor den Toren eine 5m-Zone, von der aus nur per Direktabnahme Tore erzielt werden können. Wir haben angefangen, einfach zu dritt rüber, der letzte Pass muss so sein, dass man ihn in der Zone verwandeln kann und jeder muss den Ball einmal mindestens berührt haben. Dann haben wir ein Dreieck gebaut (der mittlere muss ein wenig nach hinten gerückt sein bei Abschluss). Als nächstes sollten die Tore möglichst schnell erzielt werden (die Jungs überlegen sich die schnellstmögliche Passfolge). Dann sind wir übergegangen in ein drei gegen eins, jetzt kommt das Dreieckspiel und die Direktabnahme in der Zone zum Tragen. Mittlerweile sind wir bei einem gute funktionierendem 3:2 und einem mittelprächtigem 3:3. Als nächstes kann man dann solche Sachen wie Anzahl der Ballkontakte usw. einbauen. Aber ich merke, wie sich das eine oder andere zum Thema Lösungsfindung entwickelt. Ist eine Sache, die länger angelegt ist und die Jungs dazu bringt, einfach den Kopf mit einzuschalten. Vielleicht auch was für Dich.
    Evt. kannst Du ja auch noch was im Bereich Torabschluss machen. Du hast ja meist in solchen Spielen recht wenig Torchancen, die man dann nutzen muss. Wenn die Jungs an der Stelle auch immer das richtige drauf haben, also den richtigen Torabschluss in der entsprechenden Situation, dann siehts vielleicht auch anders aus (wann schießen, überhaupt schießen oder schieben, Direktabnahme im Strafraum etc.)
    Bei dreimal Training habt ja jede Menge Möglichkeiten, so etwas einzubauen.

    Edit: zum Thema Minifussball: Das ganze natürlich begleiten mit Fragestellungen an die Spieler (war der Pass jetzt gut, was hätte man anders machen können, warum kommt der Abwehrspieler beim 3:1 an den Ball etc.). Schließlich soll das ganze ja dazu führen, dass die Jungs selber die richtige Idee entwickeln.

    Zitat:


    Holler schrieb am 22.09.2008 13:11
    Ich drücke Dir da natürlich die Daumen, schreib aber bitte auch dann, welche "sportlichen Mittel" letztendlich zu Eurem furiosem Sieg geführt haben, klingt sehr interessant bei der Sicherheit, die Du zum Ausdruck bringst :D



    Na da gratuliere ich mal =)=) Mit Ansage den Tabellenersten abservieren, das hat was. Jetzt fehlt nur noch die Angabe der sportlichen Mittel, die Du angekündigt und scheinbar mit Erfolg umgesetzt hast ;)

    Nochmal kurz hinterher: bei entsprechenden Spielständen die Spieler auswechseln/Positionen tauschen sieht da schon wieder ganz anders aus. Vielleicht hätte man einfach jemand anders ins Tor gehen lassen können und den Keeper im Feld wieder einwechseln?! Aber dafür war wahrscheinlich auch die Zeit zu kurz. So würde aber keiner auf den Gedanken kommen, dass man den Keeper jetzt auch noch zum Tore schießen nach vorne lässt..

    Sehe ich ein wenig anders. Jeder Fussballer weiß doch um die besondere Situation. Bei Levrkusen war es klar, dass der Keeper (Butt) die Elfer schießt. Aber seien wir doch mal ehrlich: wer lässt bei den Kids seinen Keeper beim 0:0 einen Elfmeter schießen? Das werden die wenigsten bis keiner machen. Die Frage nach dem Keeper als Schützen kommt doch nur bei entsprechenden Spielständen auf ("lass mal den Keeper schießen, der will auch mal"). Diesen Umstand kennt eigentlich auch jeder Fussballer, daher kommt dann auch immer dieser Beigeschmack der Demütigung auf, wie schon geschrieben, wir haben Euch so im Sack, da darf sogar der Keeper mal ran. Alleine aus diesem Grund würde ich auch nicht den Torhüter nach vorne lassen. Ich unterstelle Dir -alleine weil Du die Frage hier so gestellt hast- keine böse Absicht, also mach Dir keinen Kopf. Aber so wie beschrieben kann halt die Entscheidung gedeutet werden, wenn man den Keeper laufen lässt.

    Zitat:


    Coach99 schrieb am 15.10.2008 14:53
    Bei dem Hinweis auf die Entfernung dachte ich an ein eintägiges Turnier, für mehrtägige interessante Veranstaltungen sind die Eltern meiner Kids natürlich auch bereit, größere Strecken in Kauf zu nehmen (da wir Landesliga spielen, verbringen wir ohnehin in der Saison einige Zeit im Auto) =)



    Gehört hier zwar nicht hin, aber mit der E1 98er Jahrgang Landesliga? So was gibt es bei uns nicht, welcher Verband/Kreis ist denn das?

    Zitat:


    bcefferen schrieb am 15.10.2008 14:21
    Deshalb bekommen die Kinder von uns in der Regel noch Getränke und Vitamine in Form von Melonen, Mandarinen, Apfeln etc. kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das wird sehr gut angenommen, weil es für die Kid´s kostenfrei ist. Finanziert wie das über die Mannschaftskasse



    Diese Versorgung wird auch den Kids der anderen Teams angeboten? Find ich cool, DAS wäre zum Beispiel etwas, was bestimmt hängen bleibt und dem Turnier eine Note gibt.

    Bei uns haben sie sich auch immer darauf konzentriert, ein Turnier möglichst groß und immer größer zu machen. Am Ende hat einfach die Qualität geliiten, es ging nur noch um Groß, nicht mehr um Inhalt. Großes Turnier ist schön, aber die Qualität ist das wichtigste, denke ich. Und dafür sind hier ja schon eine Menge Vorschläge bei..
    Das mit dem Beamer fand ich bis jetzt am besten. Wenn man es schafft, von den Spielern in Aktion Bilder zu machen und die als Diashow an die Wand zu schmeißen, das kommt bestimmt gut (ich denke da an die Schlange vor dem Monitor der Wildwasserbahn im Vergnügungspark, jeder will sich sehen).

    Ist es wirklich so, dass es immer nur um die paar und manchmal auch viele Prozentpunkte geht, die man mit der richtigen Ansprache herauskitzelt? Bei uns gab es vor ca. zwei Jahren ein Problem, was sich evt. genau daraus ergeben hat, unsere C-Jugend wurde als Spielgemeinschaft neu zusammengestellt und es waren keine oder nur sehr wenige gut ausgebildete Spieler dabei. Die Trainer haben ganz viel in der Theorie gearbeitet, den Spielern versucht zu erklären, wie sie spielen wollen/sollen und dann auch irgendwann die Einstellung bemängelt (Kämpfen nicht, arbeiten nicht zusammen etc.).
    Meine Hauptfragestellung ist da immer, sind die Spieler handlungsfähig? Können sie bestimmte Dinge in bestimmten Situationen abrufen? Oft werden von den Spielern Sachen verlangt, zu denen sie einfach nicht in der Lage sind. Für den "Laien" sieht es immer so aus, als wenn der Spieler gerade in einer bestimmten Situation das falsche macht ("Mensch, da hätte er doch links vorbeigehen müssen"). Aber ist er denn in der Lage, die Situation zu erkennen, und ist er in der Lage, mit dem Ball am Fuss das in dieser Situation richtige zu tun? Ich behaupte einfach mal, unsere damaligen C-Jugend-Spieler waren es nicht, deshalb hat vieles auch nicht so geklappt wie gewünscht. Darum bin ich der Meinung, das wichtigste ist, die Spieler Handlungsfähig zu machen, d.h. sie müssen einfach Fussballerisch ausgebildet werden. Dies geht eben nur durch Training, und das hörte sich bei Black Torro so an, als wenn sie dies machen. Von daher würde ich jetzt einfach mal wieder die von mir gern gebrachte Geduld ins Spiel bringen. Spieler merken schon, wenn sie etwas auf dem Kasten haben, und dies bringt dann auch Selbstbewusstsein. Ich habe daher meinen Spielern immer versucht, aus solch einem verlorenen Spiel evt. Lösungsmöglichkeiten im Training anzubieten, indem ich bestimmte Situationen kurz angerissen habe oder als Bestandteil ins Training integriert habe, und ansonsten haben wir kontinuierlich weiter unser Ding gemacht, und das würde ich Black torro auch empfehlen.

    Also wenn man Deine Frage liest und dann Deinen letzten Kommentar, dann bekomme ich den Eindruck, dass es eigentlich um ein oder zumindestens wenige Spiele nur geht, die Euch aufzeigen, dass es gegen die ganz guten einfach noch nicht reicht. Die Frage liest sich so, als wenn -wenn Ihr mal gefordert werdet- gleich gar nichts mehr geht, zumindestens in der Offensive, und Dein Posting dannach liest sich, als wenn Ihr nur knapp an den "Oberen" scheitert.
    Da stellt sich für mich nicht die Frage nach gravierenden Fehlern oder grundsätzlich nötigen Änderungen, sondern da müsste man dann schauen, dass man sich in allen Bereichen und bei Euch eben vor allem in der Handlungsfähigkeit in der Offensive weiter verbessern muss, damit es dann auch in solchen Spielen zum Erfolg führen kann. Das schreibst Du ja aber auch, dass Ihr kontinuierlich an bestimmten Themen arbeitet, von daher sehe ich da gar keinen größeren Handlungsbedarf...

    Ich schreib dazu mal aus meiner Sicht, auch wenn die Frage von Chris direkt an Coach99 ging: bei uns wechselte der Kapitän öfter mal, und mein Sohn war aus den von mir vorgegebenen Kriterien, Verhalten im Training, den Mitspielern gegenüber, Leistungsbereitschaft (Achtung: nicht der beste sein sondern im Rahmen der eigenen Möglichkeiten bereit sein mitzumachen) etc. auch mal dran. Ich habe auch überlegt, ob ich ihn damit und so auch indirekt mich Angriffen von außen aussetze. Aber wenn man A sagt, dann muss man auch B sagen. Wenn ich mein Kind gleich behandeln will, dann darf ich nicht mehr von ihm erwarten wie von anderen, er muss aber auch die gleichen "Belobigungen" wie die anderen erhalten, also genau so auch die Binde mal spazieren tragen dürfen.

    Zitat:


    Andre schrieb am 13.10.2008 12:12
    Der eine schlief zwei Nächte bei Mama und Papa im Bett und war völlig fertig. Der zweite sagte, ...macht nix, die Eltern berichteten mir aber, dass er plötzlich keine Lust mehr auf Fußball hatte und so war es auch mit meinem Sohn, ...."Papa, ich spiele weiter, aber ich habe eigentlich keine Lust mehr!"

    DARAUF HABE ICH AUCH KEINE LUST MEHR.




    Hi Andre,
    da beleuchtest Du den anderen Aspekt, in dem ich Dir recht geben muss. Wir haben ja die Frage diskutiert, ob wir Kinder mit der angebotenen Förderung verheizen, wie bcefferen es schrieb. Jemand, der im Stützpunkt angekommen ist und dort spielt, wird meist auch Lust an dieser Förderung haben. Was ist aber mit den Kindern, die dort nicht ankommen? Das habe ich in meiner Mannschaft auch durch, ein für uns recht guter Spieler mit einem ein wenig "überehrgeizigem" Vater musste sich plötzlich eingestehen, dass es für den Stützpunkt nicht reicht. Auf einmal fand dieser sich -zuvor noch den Stützpunkt im Blick- in einem Loch wieder. Da war eine Menge Aufbauarbeit gefragt, ihn davon zu überzeugen, dass er trotzdem ein für uns wertvoller Spieler ist. Man könnte jetzt die Frage aufmachen, ob dieser Druck, den die Kinder sich bei der Sichtung für den Stützpunkt oder auch, wenn sie bereits im Stützpunkt sind, machen, sinnvoll ist für die Kleinen. Ich glaube, da könnten wir einen extra-Beitrag aufmachen, in dem wir dann diese Frage diskutieren. Für die, die durchkommen durch das Sieb, ist alles supi, für die, die übrig bleiben, bleibt im schlimmsten Fall die Erkenntnis, dass sie doch nicht so gut sind, wie sie oder ihre Eltern dachten, ganz nach dem Prinzip "ich muss draussen bleiben".
    Wenn Du jetzt aber Teams bildest, in denen sich die Talente sammeln, dann wird man wahrscheinlich das selbe Problem haben, denn wie kommt ein Spieler denn in dieses Team? Nimmt man die, die wollen, dann ist das Team übervoll, denn nicht jeder hat das Talent, was er glaubt zu haben. Also müsstet Du aussieben, womit Du evt. wieder die von mir angesprochenen Probleme der "Aussen-vor-gelassenen" hast.
    Ich glaube nach wie vor nicht an ein Problem des Verheizens von Talenten. Selbst Spieler, die z.B. nach dem Stützpunkt keine weitere Karriere vor sich haben, können eine Menge Erfahrungen mitnehmen aus dem Fördertraining. Das Problem sehe ich eher wie so oft im direkten Umfeld der Kinder, Eltern und Vereinstrainer, die überehrgeizig mit den Kindern umgehen. Da wird viel mehr verheizt, das ist manchmal richtig zum K...

    Zitat:


    Tomminator schrieb am 12.10.2008 19:08

    Ich trainiere eine F1 (2000), und da haben wir mit den kleinen Toren (3m) doch oft Probleme. Besonders dann, wenn richtig gute Keeper + 3er Abwehrreihe jeden Distanzschuß locker parieren, man aber auch nicht den 5er Abwehrriegel geknackt bekommt. So sind dann Tore leider Mangelware, weil der Gegner oft auf "Halten" spielt (Meine Jungs und Mädels lieben eher hemmungslose Offensive).

    Nun hat unser Landesverband (SH) in deren neuen Jugendordnung den Passus, auch 5m-Tore einsetzen zu dürfen. Wohlgemerkt - schon im F-Bereich!

    Ich kann mir durchaus vorstellen, was speziell bei einseitigen Partien (mit entsprechenden "Betreuern") passieren wird (>>20:0).




    Da mache ich jetzt vielleicht einen Gedankenfehler, aber einerseits schreibst Du, dass die kleinen Tore Dir und Deiner F1 Probleme bereiten, bzw. halt nur sehr wenig Tore fallen, andererseits befürchtest Du, dass die Umstellung von seiten des Verbandes auf 5er Tor in der F-Jugend zu hohe Ergebnisse produzieren.

    Zur Frage nach der Erfahrung: bei uns in Niedersachsen spielen selbst die Bambinis bereits auf Jugendtore (das sind wohl die von Dir beschriebenen 5er Tore). Klar ist das manchmal hart für den Keeper, aber es hält sich glaube ich in Grenzen. Oft entscheiden bei den kleinen doch andere Dinge viel eher das Spiel, z.B. ein einzelner wesentlich fortgeschrittener Spieler in einer Mannschaft oder eine durch einen guten Trainer technisch insgesamt wesentlich bessere Mannschaft. Manche Sachen sollte man im Fussball vielleicht auch einfach so laufen lassen, wie sie sind, was nicht heißen soll, das man aufhören sollte, über das eine oder andere nachzudenken.

    Zitat:


    Andre schrieb am 13.10.2008 09:55
    Nur unter den oben aufgeführten Gesichtspunkten komme ich auf den Nenner, dass die gesichteten Talente nicht in ihrer Mannschaft spielen sollten, sondern zu 100 Prozent beim Stützpunkt. So würden sie in ihrer Leistungsgruppe spielen und zwei Trainings im Verein sparen, wo wäre da der Nachteil. Es gibt ihn nicht! Dinge wie, ...aber seine Freunde....oder....unsere Vereinsmannschaft wird geschwächt....zählen da für mich nicht, denn es ist zum Wohle des Jungen und des deutschen Fußballs und da sollte man den persönlichen Ehrgeiz und Egoismus nach hinten stellen!




    Da würde ich jetzt nicht unbedingt zustimmen wollen. Du schreibst ja selber, dass die Zahl derer, die oben ankommen, nicht so groß ist. jetzt holt man die vermeintlichen Talente aus ihren Teams heraus, und am Ende entwickelt er sich nicht so wie evt. zu erwarten war, und was dann? Dann kommt er als gescheiterter Spieler wieder zurück?
    Nicht umsonst heißt es doch (von verantwortungsbewussten Trainern), dass ein Talent, sollte er nicht gerade in einer total schwach trainierten Mannschaft spielen, erst in der C- oder sogar B-Jugend wechseln müsste, um weiterzukommen. Es geht ja nicht nur darum, aus den Spielern Talente zu machen, sondern man holt Spieler, die schon talentiert sind (oder von denen man es wenigstens glaubt, Stützpunkttrainer liegen ja auch mal daneben), zusammen, um sie auf den Weg nach oben zu bringen. Dafür reicht bei einem D-Jugend-Spieler jungen Jahrgangs meiner Meinung nach der Stützpunkt aus. Den von bcefferen angesprochenen Ehrgeiz haben eben oft auch die Eltern, die für ihr Kind möglichst schon ab der F-Jugend den Weg gezeichnet sehen wollen, wie es zur Bundesliga geht. Man darf aber nicht verwechseln: Die Förderung eines Talentes beginnt optimalerweise dadurch, es möglichst früh zu finden und bereits in jungen Jahren (beginnend mit 11 Jahren im Stützpunkt) zu fördern. Das Tempo der Förderung ist der andere Aspekt, und der wird dann gerne übertrieben (früher Vereinswechsel etc.), da wäre es dann schön, wenn man dem Kind (denn es sind ja noch kleine Kinder!) die Zeit gibt, schließlich ist es ja noch ein langer Weg bis ins Herrenalter. Wenn das Talent ein Talent ist, dann geht es seinen Weg durch die Auswahlstufen, da braucht man nicht auf das Tempo zu drücken.