Beiträge von Holler

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    Zitat:


    Big Bopper schrieb am 12.10.2008 19:43
    zum Thema Stützpunkt: es ist ganz klar, das Stützpunktraining zusätzlich zum normalen Training stattfindet, um die sogenannten Talente zu fördern. Auswahl- oder Stützpunkttraining statt Vereinstraining, nicht zusätzlich.




    Da ist jetzt ein kleiner Widerspruch drin, aber ich denke, Du meinst Auswahl- oder Stützpunkttraining UND Vereinstraining.

    Ich sehe das auch so. Talente sollen gefördert und gefordert werden, zusätzlich zu ihrem Vereinstraining. Es geht in erster Linie darum, die Talente für die nächsthöhere Sichtungsebene vorzubereiten, d.h. nicht, dass man sie aus ihrem normalen Umfeld herauszieht. Natürlich ist die Belastung dann höher, aber ich denke immer noch machbar. So ein Umfang, wie Du, bcefferen, beschreibst, sehe ich wiederum nicht, da Auswahlmaßnahmen in der Regel aufeinander abgestimmt sind und jede/r Auswahltrainer/in bei gesundem Augenmaß keine Spielerin einer wie von Dir beschriebenen Belastung aussetzt. Der Stützpunkt z.B. steht am "Anfang" der Auswahlkarriere und begleitet ein Kind ja nicht durch die ganze Jugend. Und in den einzelnen Sichtungsstufen der Verbände braucht man nicht immer in allen Sichtungsstufen auflaufen, sondern da fällt dann schon mal die untere Sichtungsstufe "aus". In der höheren Altersklasse in einer Verbands- oder sogar Nationalauswahl zu spielen heißt auch, dass man sich schon sehr weit in der Spitze befindet, und da muss man schon bereit sein, auf ein wenig mehr an Freizeit zu verzichten.

    Die Sache mit KK mal außen vor, da gibt es ja noch Statements abzuwarten. Mit der Rotation ist das so eine Sache.
    Unmenschlich - Grundsätzlich nein. Ok - wenns passt.
    Eine Rotation macht man ja eigentlich, um Spielern eine Pause zu geben. Im Idealfall hat man genügend qualtitativ gute Spieler, so das durch die Rotation kein Leistungsabfall entsteht. In der Nationalelf lasse ich eine Auswahl spielen, da will ich die derzeit besten Spieler auf dem Platz haben. Die Entscheidung, wer das ist, trägt der Auswahltrainer, und da gibt es zur Zeit sicher genau so viele Löws wie es Klinsmänner und Völlers gab. Habe ich mehre gleichwertige Spieler für eine Position, so kann ich "rotieren", also durchtauschen, um alle zum Zuge kommen zu lassen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das Sinn macht, oder ob ich mich für eine Hirarchie innerhalb dieser Spieler aufgrund von was-weiß-ich für Bewertungskriterien entscheide.
    Herr Klinsmann macht ja gerade die Erfahrung, dass man sich auch schnell in die negativen Schlagzeilen rotieren kann, was bei Hitzfeld gut war, muss bei klinsmann noch lange nicht gut sein. Für eine funktionierende Rotation muss ein gewisser Grad an Eingespieltheit vorhanden sein, damit sich jeder, der hinein kommt, auch sofort zurecht findet und alle anderen mit ihm. Eine Rotation muss unterm Strich auch den gewünschten Erfolg bringen, welches Ziel ich auch immer damit verfolge, dann ist es eine gute Rotation. Ansonsten sieht es schnell auch mal danach aus, als wenn man selber noch nicht genau weiß, wer wo spielen soll und noch herumexperimentiert.

    Die Gedankengänge sind ja alle ganz gut, aber die Frage ging ja um D-Mädchen, das schränkt das ganze ja doch ein wenig ein.
    Meine D-Jungs wären zum Teil um diese Zeit sicher auch ein wenig Müde, aber das wird wahrscheinlich nicht daraus resultieren, dass sie abends um die Häuser gezogen sind. Ein wenig zu lange Fernsehen geschaut wohl schon eher, da könnte man vielleicht mit den Eltern sprechen bzw. bei den Kindern an eine vernünftige Vorbereitung apellieren (frühes zu Bett gehen). Ich glaube auch nicht, dass bei D-Jugenden diese unterschiedlichen Halbzeiten an der Müdigkeit liegen, weil die zweite Halbzeit schon ein wenig weiter im Tag liegt. Ich denke, es ist zum großen Teil eine Motivationssache. Wenn die Kinder interessiert sind, dann sind sie auch motiviert. Ein Frühstück kann eine super Idee sein genauso wie die Musik. Eine gewisse Routine in diesen Dingen wird aber meiner Meinung nach weniger förderlich sein, ich würde daher probieren, immer mal neue Reize zu setzen, vor allem beim Warmachen Dinge einbauen, die einfach Spass machen.
    Eine Sache könnte auch gut passen: Wir verteilen immer die Trikots, indem ich die Nummer und den Vornamen aufRUFE, die Kinder brüllen dann den Nachnamen. Bei leicht geöffneter Kabinentür mit bereits anwesendem Gegner eine immer wieder gern genommene Nummer =) Wach machen sollte das dann auch..

    Mal ganz simpel gedacht, ich lasse jetzt mal die Systemfrage absichtlich unbeantwortet: Du möchtest mit Libero spielen, um das ganze abzusichern. Des Weiteren möchtest Du hinten mit Manndeckung arbeiten, weil eine Kette zu schwierig für Euch ist. Dann bleibt Dir natürlich nur die Lösung, jemanden zusätzlich in die Abwehr zu ordern, um die Gleichzahl Manndecker-Stürmer herzustellen. Das macht das ganze natürlich sehr defensiv, weil Du ja hinten alleine schon vier Leute fest gebunden hast, die nichts anderes zu tun haben wie Leute zu decken bzw. abzusichern?! Da stellt sich ja die Frage, wie es mit der Vorwärtsbewegung aussehen soll, sollen Deine Manndecker zum Beispiel auch mitgehen oder nur hinten abdecken?
    Insofern kann man jetzt einiges aufmalen, wie die Jungs hinten zu stellen sind, aber das würde ich jetzt nur tun mit dem Wissen, wie sich die gesamte Mannschaft bei Ballbesitz Gegner bzw. eigenem Ballbesitz verhalten soll. Vielleicht kannst Du dazu ja noch etwas sagen.

    Zitat:


    Big Bopper schrieb am 12.10.2008 11:54

    Probleme haben wir keine (auch wenn Du es nicht glaubst), da er mir fachlich vertraut.




    Das ist natürlich auch ein Faktor, der passen muss. Ein nicht so guter Trainer ist ja hier und da unterwegs, jetzt stelle man sich mal vor, der eigene Junge muss sich erzählen lassen, was für eine Blinse sein Vater ist. Kinder können da sehr fies sein, weiß ich aus eigener Erfahrung, habe als Kind mit einem Vater-Sohn-Gespann gespielt, der Vater war nicht akzeptiert und dem Sohn haben wir das glaube ich auch nicht gerade freundlich unter die Nase gerieben ?( . Im Nachhinein nichts, wo ich stolz drauf wäre..

    Ich habe meinen Sohn mal mit der Frage konfrontiert, so ganz beiläufig, ob ich denn als Vater-Trainer tragbar für ihn bin: er hat mich ganz komisch angeguckt, und gefragt, was ich denn nun wieder für einen Gedankentrip habe, dass ich so einen Quatsch frage. Wir haben uns aber auch beide in dieser Situation entwickelt, die Jungs akzeptieren mich fachlich wie persönlich, die Mannschaft funktioniert, wir spielen ordentlichen Fussball, die Eltern sind im Großen und Ganzen zufrieden; alles Dinge, die diese Konstellation erleichtern. Nach jetzigem Stand also kein Grund etwas zu ändern.. Aber wie gesagt, wenns läuft, warum was ändern, nur ein bißchen genauer sollte man das ganze schon beobachten.

    HP hat das schon sehr gut beschrieben. Auch ich habe meinen Sohn in der Mannschaft und hatte öfter das Problem, dass ich von meinem Sohn mehr erwartet habe wie von den anderen, genau in den von HP angesprochenen Werten. Da muss man schon sehr selbstkritisch mit sich als Trainer umgehen, dass war ein langer Prozess. Problem war bei uns aber auch, dass mein Sohn "normale" Kritik, mit der man gerade bei den kleinen eh sehr sparsam umgehen sollte, stets persönlich genommen hat. Er hat in diesen Momenten in mir nicht den Trainer gesehen, sondern seinen Vater. Wir haben uns, je älter er wurde, zusammengerauft, und seine Entwicklung hat uns recht gegeben, mittlerweile ist er Stützpunktspieler. Es scheint ja auch nicht selten so zu sein, dass der Trainersohn ein guter wenn nicht der beste Spieler seiner Mannschaft ist, was evt. darin begründet ist, dass ein Fussballtrainer schon aus eigener Lust am Hobby eben viel mehr -privat- mit dem Sohn Fussball spielt wie andere Eltern. Insofern holt er sich seine Akzeptanz in der Mannschaft (ihn als Typ mal außen vor gelassen) eben auch über Leistung und nicht über seinen Vater als Trainer, was so nebenbei gesagt ein sofortiger Grund sein sollte, aufzuhören als Trainer dieser Mannschaft.
    Interessant finde ich, wie sich einige hier dazu hinreißen lassen, genaue oder auch vage Angaben machen zu können, wann man spätestens getrennte Wege gehen sollte. Da würde mich doch interessieren, woher sie diese Erkenntnisse nehmen. Wenn es klappt, dann sollte man sich trotzdem in der C-Jugend trennen? Ich denke, dass muss jede Familie mit sich selber aus machen. Manchmal ist man als Trainer auf bestimmten Augen blind, deshalb hilft es, wenn andere von außen die Situation beurteilen. Kommt in irgendeiner Form der Verdacht auf, dass die Leistung des Kindes oder noch schlimmer der Spaß am Fussball oder schlicht das Familienleben unter dieser besonderen Konstellation leidet, dann muss man wie gesagt sehr selbstkritisch an die Sache rangehen und schauen, ob es so noch Sinn macht. Ist man als Vater UND Trainer in der Lage, objektiv und fair der ganzen Mannschaft gegenüber zu arbeiten, empfindet der Sohn die Situation nicht belastend und die geschilderten möglichen Nachteile treten nicht auf, ja was soll denn dann dagegen sprechen?

    Spontan würde ich mal behaupten, Du meinst, was in Malente für "Nebenkosten" auf Dich zukommen!?
    Die Verpflegung wird wahrscheinlich ähnlich wie bei uns in Barsinghausen (NFV) eine Vollverpflegung sein. Für Dich musst Du dann zusätzlich einplanen
    - An- und Abreise
    - Das Bier abends beim "Erfahrungsaustausch" in der Cafeteria
    - Alles, was Du an Getränken und Essen zusätzlich die Tage über neben den Mahlzeiten zu Dir nehmen möchtest.

    Jaja der Geist ist willig.. :D:D
    Ich bin auch kein Torwart, daher ist vieles, was das angeht, bei mir auch "theoretisch". Einen kleinen Tip hätte ich vielleicht noch: Ich betreue noch unsere Mädchen-Kreisauswahl, und da musste ich leider schnell feststellen, dass die Mädchen vielfach eine sagen wir mal recht bescheidene Ausbildung in ihren Vereinen genießen. Ich habe mir daher den Torwart unserer ersten Herren mit herbeigeholt, der in unregelmäßigen Abständen eine komplette Einheit mit unseren Keepern durchführt, während ich die Feldspielerinnen trainiere. Er ist kein ausgebildeter Trainer und sein Training sieht nicht unbedingt immer aus wie aus dem Lehrbuch, aber er ist engagiert dabei und setzt bei den Mädchen neue Reize, die ich beim "Nebenbei" trainieren mit allen Spielern zusammen so nicht setzen könnte. Das Ergebnis: drei Keeper sind in der nächsthöheren Sichtungsstufe, und alle drei kommen von uns. Vielleicht ist dies bei Euch ja auch denkbar, weil Du schreibst ja so, als wenn sie schon noch das "Rundum-Sorglos-Paket" gebrauchen könnte. Das würde dann mit bcefferen übereinstimmen, der u.a. eine allgemeine Schulung angeregt hat in seinem Posting.
    Viele Grüße
    Holler

    Hallo Yannik,
    wenn es um technische Details wie in Deinem Fall geht, dann ist das wichtigste die Fehlerkorrektur, d.h. es ist nicht entscheidend, was für eine Übung Du anbietest, um es eben zu "üben", sondern Du musst erkennen, WARUM es nicht klappt und dementsprechend korrigieren. Wenn Du Ihren Hochabschlag anschaust, dann wirst Du evt. sehen können, warum es nicht funktioniert:
    - steht sich richtig zum Ball (hat sie den Ball vor sich, steht sie in Zielrichtung, zeigt der Fuss vom Standbein zum Ziel etc.)
    - stimmt die Fußhaltung (Fußspitze zeigt beim Vollspannstoß nach unten etc.)
    - passt der Bewegungsablauf (durchschwingen des Schußbeins, Armhaltung etc.)
    - trifft sie den Ball an der richtigen Stelle (nicht zu tief, nicht zu hoch, mittig)
    Das hängt natürlich sehr vom Trainer ab und macht oft den Unterschied aus, ob ein Trainer überhaupt in der Lage ist, zu erkennen, wo der Fehler liegt, und dann auch noch die richtigen Korrekturen anzubieten, das ist gar nicht so leicht, wie es sich vielleicht anhört. Des Weiteren muss man natürlich schauen, ob Deine Spielerin wirklich in der Lage ist, sich dort zu verbessern. Du schreibst ja, sie ist Anfängerin, und wenn sie nicht in der Lage ist (z.B. aufgrund ihrer allgemeinen Motorik), dann muss man auch das irgendwann erkennen und damit ggf. leben, denn eine Fehlererkennung und Korrektur Deinerseits muss von ihr ja auch erstmal umgesetzt werden können.
    PS: Was natürlich nicht heißen soll, dass Du sie ab dann ignorieren und nicht mehr verbessern sollst, es darf halt nur kein Frust aufgebaut werden, weil es evt. nicht besser wird ;)

    Natürlich arbeiten wir (die Jungs und ich) erfolgsorientiert, es stellt sich nur die Frage, was wir unter Erfolg definieren ;)
    Selbstverständlich möchten wir unsere Spiele gewinnen, den Grundsatz beim Fussball (Tore schießen und Tore verhindern) verfolgen auch wir. Erfolg ist aber bei uns so definiert, dass es um die Weiterentwicklung der Kinder geht. Daher auch meine Fragestellung nach der "richtigen Philosophie", mit der man an solch eine Problemstellung herangehen könnte. Es geht nicht darum, möglichst schnell solche Tore zu verhindern, sondern grundsätzlich und langfristig eine Problemlösung zu finden. Insofern habe ich auch kein Problem, wenn die "richtige" Methode erst mit der Zeit Früchte trägt, solange wir uns damit nicht in die falsche Richtung bewegen.
    Ich habe Heute beim Training die Variante mit den drei gestaffelten Spielern vor dem Tor ausprobiert, mit der Vorgabe, dass sie sich auf den Ball orientieren sollen. Wie beschrieben habe ich dann im Abschlussspiel ein paar Ecken mehr "provoziert" und dies so durchgespielt. Es hat zwar nicht 100%ig funktioniert, aber gefällt mir irgendwie doch besser, als wenn ich sie in Manndeckung spielen lassen würde. Eure Antworten haben mich eigentlich in dieser Form in der überwiegenden Form bestätigt. Wenn so immer noch das eine oder andere Tor fällt, naja. Aber es kommt glaube ich dem Konzept der Raumdeckung allgemein doch näher, und daher werden wir uns wohl die Zeit nehmen. Ich danke Euch auf jeden Fall schon mal für Eure Mühe =)

    Ich habe eigentlich so überlegt, dass Gegentore entweder mit dem ersten Ball (Ecke-Kopfball-Tor) fallen oder durch einen Schuss des zweiten Balles aus dem Getümmel. Ich hatte mich daher gedanklich so aufgestellt, dass die drei kopfballstärksten Spieler den Raum kurz/Mitte/lang abdecken, um den ersten Ball anzugehen und diesen aus der Gefahrenzone zu bringen, wobei der Spieler, welcher für den kurzen Raum verantwortlich sein soll, durchaus am Pfosten stehen kann und von da aus einen kurzen Ball erlaufen kann. Zwei weitere Spieler können dann die "6er-Position" im Strafraum abdecken, und der Stürmer lauert wie von siebener beschrieben vorne. Das wäre dann aber eine reine Arbeit gegen den Ball von den drei "Kopfballspielern", während die anderen beiden den Raum decken, um evt. das Tor durch den zweiten Ball (z.B. zu kurz abgewehrter Ball) zu verhindern. Denkbar?

    joooaaahh, aber dann kriege ich glaube ich Mecker vom Staffelleiter, wenn ich für Ecken gegen uns mehr wie die erlaubten 7 Spieler auf den Platz stelle :D
    Du deckst also nicht gegen die Leute, sondern arbeitest gegen den Ball? Das ist nämlich einer meiner Hauptüberlegungen, ob so oder so..

    Ich habe da mal eine Frage zu einer speziellen Spielsituation. Ich habe in dieser Spielzeit bei meiner D-Jugend das Problem, dass unser Abwehrverhalten bei Eckbällen gegen uns regelmäßig Herzattacken bei mir auslösen. ;(
    Letztes Jahr hatten wir einen Keeper, der einfach herausgekommen ist aus seinem Tor und sich die hohen Hereingaben heruntergepflückt hat. Dieses Jahr haben wir einen jungen und zudem sehr kleinen Torwart, der sich a) nicht traut und b) zu klein ist, um dies so zu tun. Meine Jungs stellen sich bei einer Ecke recht gestaffelt auf (Pfosten, Gegenspieler), wenn die Ecke kommt, dann passiert bei uns - nix! Sie schauen alle zu, jeder verlässt sich auf den anderen. Wir haben zwei bis drei sehr gute Kopfballspieler, nun aber der eigentliche Teil meiner Frage: Was erklärt man so kleinen Jungs, wie sie sich verhalten sollen? Würdet Ihr die Jungs verteilt im Strafraum aufstellen lassen, sich auf den Ball konzentrieren und diesen aus der Gefahrenzone befördern lassen, oder sollten sich die Spieler am Gegenspieler orientieren? Ich spiele mit dem Gedanken, dass sie sich am Ball orientieren, aber ich bin mir nicht sicher, ob das ein gutes Prinzip ist. Nur um das nochmal sicherzustellen: es geht mir nicht um Trainingsübungen, wie man das trainiert, das kann man sicher durch vermehrtes Eckenausführen in Spielform (jede Spielaktion startet mit einer Ecke oder beim Abschlussspiel) einbringen. Mir geht es um eine sinnvolle "Philosophie", wie man grundsätzlich Verhalten bei Ecken in dem Alter erklärt und abfordert. Vielleicht habt Ihr da ja den einen oder anderen Ansatz für mich.
    Viele Grüße
    Holler

    Ich habe Dein Posting gelesen und gedacht "ja Mensch, das ist ja ein Hammer, was die Eltern da abziehen". Ich gehe mal davon aus, dass dies auch die Reaktionen sind, die Du eigentlich erwartet hättest. Nun haben einige aber DEIN Verhalten vordergründig beurteilt, und beim Lesen habe ich gemerkt, dass ich diesen Aspekt eigentlich außen vor gelassen habe.
    Natürlich ist das Verhalten der Eltern überzogen, natürlich muss man einem Trainer da den Rücken stärken, wir können ja nicht aufgrund von Entscheidungen, die anderen nicht gefallen, zum Freiwild werden. Ich glaube aber auch wie der eine oder andere, dass da viel heiße Luft bei war bei den Eltern. Insofern denke ich wirst Du -hoffentlich- keine größeren Probleme damit bekommen. Ich habe aber eben für mich -und das sollte für uns alle gelten als Trainer- an dieser Geschichte auch gemerkt, wie wichtig es ist, dass wir uns bewusst sind, in was für einer Position wir uns bewegen und welche Tragweite unsere Entscheidungen letztendlich haben. Mein anstrengenstes Jahr als Trainer hatte ich glaube ich vor zwei Jahren. Da waren wir E-Jugend, 17 Kinder zeitweise. Anstrengend war es aber nicht wegen der Anzahl, sondern weil ich drei Jungs dabei hatte, die außer unfallfrei geradeauslaufen nicht viel drauf hatten. Dazu kam, das ich "nur" einen jugendlichen Co-Trainer hatte, der von sich aus gesagt hat, ermöchte nur helfend zur Hand gehen (Keine Übungen selbst leiten etc.). Ich konnte diesen Jungs nicht oder nur sehr wenig gerecht werden, weil es sehr schwierig war, sie mit einzubinden aufgrund der fussballerischen Defizite. Der eine kam in der Saison dazu, und wäre er ein Mädchen gewesen und hätte ich wie Du gehandelt, dann hätte ich ihn wieder weggeschickt. Aber was ist denn unser "Auftrag" an der Stelle? Da kommen Kinder aus dem Ort zu uns als Fussballverein und möchten kicken. Über den einen würde man sich vielleicht mehr freuen wie über den anderen, aber sie dannach auszuwählen würde ja bedeuten, dass ich nicht den "Auftrag" annehme, mich um diese Kinder zu kümmern, sondern ich formuliere mir meinen eigenen Auftrag (entwickeln eines bestimmten Niveaus in einer Mannschaft, erzielen bestimmter Ergebnisse bis hin eben zur Zusammenstellung dieser Mannschaft). Natürlich ist irgendwann mal Schluss, man kann nicht alles abdecken, aber Du deutest ja selber an, dass ein guter Spieler evt. in die Mannschaft kommen würde.
    Ich werde mich hüten, an dieser Stelle mit Steinen zu schmeißen (wer ohne Sünde usw.). Ich hoffe, die Sache geht gut für Dich aus. Die Entwicklung dieses Beitrages hat mich aber mal wieder dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie ich an Deiner Stelle (hoffentlich) gehandelt hätte, dafür bin ich ganz dankbar.

    Naja, ich entnehme den Antworten zumindestens, dass bei den jungen Mannschaften nur kurz etwas direkt vor dem Spiel zu Aufstellung etc. genannt wird, während bei den älteren Mannschaften vor dem Warmmachen bereits die Mannschaftsbesprechung stattfindet. Dies bestärkt mich darin, den Teil "kurze Besprechung" weiterhin kurz vor dem Spiel zu belassen anstatt hinters Umziehen zu legen. Erfreulich auch das Gleichnis, dass nur kurze Dinge besprochen werden bei den kleinen. Unser F-Jugend-Trainer textet seine Jungs (mein kleiner Sohn spielt dort) gefühlte 15 Minuten zu, bevor es ins Spiel geht. :rolleyes:

    Es hat jetzt ein einzelnes Spiel nicht geklappt wie gewünscht, was für Hebel stellst Du Dir vor, die man Dir geben kann, damit es beim nächsten Mal anders läuft? Du schreibst, dass Deine Mannschaft recht gut ist, also kann es kein grundsätzliches Problem (z.B. falsches Training) sein. Ich habe mich gerade anfangs (nach ein paar Stunden des Ärgerns zu Hause, manchmal auch erst am nächsten Tag) gefragt, ob ich in der Situation, wo es nicht lief, als Trainer alles richtig gemacht habe. Oft verfällt man als Trainer in ein Meckern und kritisieren, was im Nachhinein natürlich NIX gebracht hat. Hat man die entscheidenen Tips gegeben, was die Jungs anders machen sollen, hat man versucht aufzubauen, hat man versucht, Sicherheit und Selbstbewusstsein zu vermitteln? Versuch in Ruhe zu ergründen, was genau nicht lief, und versuch daraus, Deinen Jungs Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Manchmal gibt es aber auch Tage, an denen läuft eben nichts, vielleicht gewinnt man diese Spiele trotzdem mit "Bayern-Dusel", manchmal verliert man auch sang- und klanglos.

    Ich müsste mich jetzt wahnsinnig irren, aber über die Trainierbarkeit stimme ich nicht allem zu.
    Folgendes ist mir damals übe das Thema Schnelligkeit beigebracht worden, was ich auch in Gesprächen mit entsprechenden Fachleuten (Physiotherapeuten etc.) und durch nachlesen bestätigt gesehen habe:
    - Schnelligkeit nimmt eine ähnliche Entwicklung wie die Koordination (Zeitpunkt der Trainierbarkeit, mögliche Ergebnisse des Trainierens)
    - Schnelligkeit sollte aus diesem Grund genau wie die Koordination möglichst früh trainiert werden
    - In Bezug auf die Muskelfasern gibt es die Intermediärfasern (Muskelfasern, bei denen noch nicht feststeht, ob sie "Schnellfasern" oder "langsame Fasern" werden):
    Jungs haben davon bis zu 13%, Mädchen bis zu 8%, Erwachsene nur noch 2-3%
    - Tests haben erwiesen, dass im Alter 6-12 Jahren eine extreme Verbesserung der Bewegungsfrequenz erzielt werden kann, dannach erfolgt zwar eine Steigerung durch Erhöhung des Kraftniveaus (Pupertät, Wachstum), aber NICHT mehr der Bewegungsfrequenz (auch aufgrund der nachlassenden Koordinationsverbesserung während der Pupertät).

    Insofern ist eine Trainierbarkeit in gar nicht mal so geringem Maße machbar, gerade bei den kleinen. Beachtet man noch den Unterschied der zyklischen Schnelligkeit (Sprint geradeaus, macht laut Lehrbuch ca. 20% im Fussball aus) sowie der azyklischen Schnelligkeit (Richtungsänderung, Haken schlagen, macht laut Lehrbuch ca. 80% im Fussball aus) und trainiert dementsprechend, dann sind Erfolge durchaus zu erzielen.

    Das Problem ist meist, dass die Situation nicht besser wird, wenn man -gerechtfertigterweise- verbal eingreift. Jeder kennt wahrscheinlich die hier mehrfach beschriebenen Situationen, wo man benachteiligt wird und teilweise die Spieler fast schon tätlich auf dem Platz angegangen werden. Ich hatte auch meine Zeit, wo ich den Gegner verbal angegangen bin, weil es einfach zu viel wurde. Da die Spiele aber meist unter Ausschluss von Offiziellen stattfinden, hilft nur der Report an Staffelleiter etc. Wenn jeder Betroffene dies tun würde, könnte man eine Häufung erkennen und ggf. reagieren. Eine manchmal wenig zufriedenstellende Situation, aber alles andere hilft auch nicht. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, die Vorbildfunktion gegenüber meinen Kindern in den Vordergrund zu stellen, d.h. auch in solchen manchmal schwierigen Situationen Ruhe bewahren. Da bei uns glücklicherweise das Vorankommen der Kinder in ihrer Entwicklung und nicht das Ergebnis im Vordergrund steht, haben unsere Jungs nicht allzu große Probleme damit, wenn jemand durch Bescheißen gewinnen muss (Hach, ich bin so stolz auf meine Jungs :D:D )

    Antizipieren alleine ist glaube ich auch gar nicht möglich. Ein Spieler, der nicht über ein großes Maß an Spielintelligenz verfügt, wird nie antizipieren können. Wie schon gesagt wurde, hat das ganze etwas mit vorherahnen zu tun. D.h. Dein Spieler ahnt voraus, was sich in der nächsten Situation entwickelt. Dies kann er dann umsetzen, in dem er die entsprechenen Wege geht, z.B. ein Pass des Gegners erlaufen, weil er schon geahnt hat, dass der Gegner diesen Ball spielt. Da müssen dann aber auch wieder zwei Dinge zusammen kommen:
    1) Dein Spieler verfügt über die Spielintelligenz, zu erkennen, was in der jeweiligen Situation warscheinlich die nächste Aktion ergibt
    2) Der Gegner spielt den vorausgeahnten Ball auch wirklich

    Denn was passiert denn, wenn Dein Spieler die bestmögliche Aktion des Gegners vorausahnt, der Gegner aber dieses selber gar nicht erkennt und eben nicht die bestmögliche Aktion wählt sondern etwas ganz anderes macht? Insofern gibt das Antizipieren nicht ein Vorauswissen her, wie Zaungast geschrieben hat.
    Du wirst bei den kleinen schon merken, dass der eine oder andere antizipiert, indem er bestimmte Wege geht, weil er der Meinung ist, der Gegner spielt oder läuft dorthin. Je größer die Spielintelligenz ist, umso öfter werden die Kinder wahrscheinlich richtig liegen. Ein kleines Problem ist dann gerade bei den kleineren, dass sie hop oder top spielen, d.h. sie gehen dieen vorausgeahnten Weg und machen dadurch z.B. ihre Position auf. Auch das gehört wieder zur Spielintelligenz, auch die Konsequenzen mit einzukalkulieren (die der eigenen Aktionen und die der Aktionen des Gegners oder des Mitspielers). Dann müsste es nämlich so sein, dass man zwar antizipiert, aber den Weg trotzdem nicht macht, da das Risiko zu groß ist, falls der Gegner eben doch etwas anderes macht.
    Zur Frage des Trainierens: ich würde mich dem Thema Spielintelligenz widmen, das müsste dann schon wie beschrieben auch auf dem Weg des Antizipierens Fortschritte bringen. Wenn Deine Spieler ein Spiel "lesen" können, d.h. Lösungsmöglichkeiten erkennen (auch die des Gegners), dann werden sie auch Gegenmaßnahmen entwickeln können.

    Zitat:


    Andre schrieb am 30.09.2008 22:31
    Zusatz: Als Kreisauswahltrainer bekommt man ein paar Hunderter im Monat + Fahrtkosten, dass ist ein Argument oder? ;)



    Kann ich so nicht bestätigen. Ich betreue neben meinen Jungs die Mädchen-Kreisauswahl. Der Reiz liegt für mich im Auswahlcharakter, d.h. ich kann unter den Spielerinnen "auswählen" und die besten Spielerinnen zusammen holen, um daraus eine Mannschaft zu bilden. Ist ein ganz anderer Ansatz als wie meine Vereinsmannschaft, die mir natürlich nach wie vor riesig Spass macht. Nur Geld gibt es bei uns dafür nicht regelmäßig, nur einzelne Termine (Sichtungsturnier etc.) werden vergütet. Kreisauswahltrainer bin ich also nur, weil es mir Spass macht. :]
    Ein Stützpunkttrainer wird dagegen meines Wissens nach sehr gut bezahlt.
    Die Eingangsfrage war ja aber auch eine andere: Ich denke da musst Du zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, die fachlichen Kompetenzen mal vorrausgesetzt.