Irgendwie habe ich geahnt, dass diese Beiträge dabei herauskommen, deshalb habe ich mich mit meinen so schwer getan.
Jeder der hier zum Thema was geschrieben hat, bindet das DFB-Konzept in seine Denkweise ein. FB, diese Richtschnur trifft eben nicht auf einen verschwindend kleinen Rest zu. Genau da liegt auch Verantwortung, denn niemand sollte glauben er kann machen was er will, es ist schon richtig.
Dirk hat es schon geschrieben, dies alles geschieht auf Vorgaben von Kinderpädagogen, Sportmediziner und Kinderärzten und Kinderpsychologen. Es gibt kein Konzept, dass von dieser Vielzahl an Fachleuten aufgestellt worden ist. Hier geht es nicht nur um Fußballwissen, es geht um viel mehr. Gerade durch das Konzept sind viele, vöiig veralterte Strukturen aufgebrochen worden, denn der kindgerechte Sport wurde vom DSB dem DFB schon Jahre vorher nahegelegt. Es gab sogar Experten, die den Fußball für Kinder als ungeegnete Sportart darstellten, weil es eben kaum Orientierungsmöglichkeiten für die Trainer gab und jeder es so machte, wie er es seit vielen Jahren kannte und meistens nicht kindgerecht. Deshalb bin ich froh, dass es dieses Konzept gibt. Ob ich es als richtig gut umgesetzt empfinde, spielt dabei keine Rolle. Was ich dem DFB vorwerfe ist, dass man erst über Veränderungen nachdachte, als man merkte das A-Team verliert den Anschluss an die Weltspitze und das Image des Kinderfußballs sinkt immer weiter. Hoffentlich ruht man sich nicht wieder 20 Jahre darauf aus und bringt immer wieder Reformen auf den Weg.
Niemand hier macht sich zum "devoten Sklaven oft überholter und sich am Mittelmass orientierenden Verbandsrichtlinien". Es gibt erstmalig feste Richtlinien und die Trainer sind aufgefordert, sich an diese Richtlinien zu halten. Im Grundsatz sollte davon nicht abgewichen werden und trotzdem sehe ich Ausnahmen. Ob Quereinsteiger, eventuell Mädchen, nicht ganz so talentierte Kinder, talentierte Kinder, es lässt sich nicht alles in Schubladen packen. Irgendjemand schrieb im Forum, er trainiert seine älteren Mädchen nach Vorgaben für die E-Jugend und trifft damit den Leistungsstand. Übernehme ich eine E, sollte ich erst feststellen auf welchem Entwicklungsstand sich das Team und die einzelnen Kinder befinden und mir dann nach diesem Stand Trainingsinhalte raussuchen und abarbeiten. Selbst in älteren Jahrgängen kann es möglich sein, dass ich ziemlich weit zurück in die Altersklassen muss, um passende Inhalte zu vermitteln. In erster Linie sehe ich den Rückfall in vorherige Altersklassen, aber nicht einen Sprung in den Inhalten von der F in die B. Das Konzept spricht den Idealfall an, dass von der G- bis zur A-Jugend ein einheitliches Konzept in den Vereinen vorhanden ist und ein Team geschlossen durch die Jahrgänge zieht. Es wird deshalb kaum möglich sein, sich stur an die Altersklassen-Vorgaben zu halten.
Wir dürfen hier im Forum nicht den geringsten Verdacht aufkommen lassen alles ist ok, oder dafür Alibis liefern. Genau deshalb habe ich meine Sorgen eingangs so beschrieben. Um von Inhalten abzuweichen, dazu gehört schon großer Sachverstand und vielleicht auch etwas Erfahrung. Eins ist aber sicher: wer sich ans Konzept hält macht weniger Fehler, als wenn er sein eigenes aufstellt.
Wenn wir ehrlich sind, kann man sich bei der Weiterentwicklung der fußballerischen Fähigkeiten von Kindern auch was vormachen. Ich provoziere mal: es ist fast egal, was ich an Trainingsinhalten anbiete, die Kinder entwickeln sich immer weiter. Selbst wenn mein Training nur aus dem Abschlussspiel besteht oder in der F nur aus Passspiel, sie werden bessere Fußballer. Dies ist ein Argument, welches vielen Trainern als Bestätigung dient, es ist doch alles richtig, auch mit dem intensiven Passspiel in der F. Sie werden aber nie erfahren, dass die Kinder noch viel besser wären, wenn man sich an die Richtschnur gehalten hätte, dehalb muss es ausgesprochen und diskutiert werden.
