Kosten für Spieler/Eltern in einem Profi-NLZ

  • Hallo,


    es wird ja immer wieder darüber gesprochen, dass Jugendspieler so ab der U15 in Profi-NLZ´s wechseln - und das bundesweit.

    Die Spieler bleiben dann in einem Internat/WG´s oder Gastfamilien und besuchen in der Stadt des Profi-NLZ´s auch die Schule.


    Weiß jemand, ob und wenn ja welche Kosten auf die Eltern zukommen oder trägt die Übernachtuns- und Verpflegungskosten allesamt der aufnehmende Profi-Verein?

  • Typisch ist nach meiner Wahrnehmung der Wechsel nach der U15, also zur U16. Bei uns sehe ich folgende Kostenblöcke. Ob das typisch ist, kann ich nicht sicher sagen, ich vermute es aber.

    • Ablöse bzw. Ausbildungsentschädigung beim Wechsel trägt der aufnehmende Verein.
    • Unterbringung und Verpflegung im Internat trägt der Verein.
    • Der Jugendspieler erhält einen Fördervertrag mit einer Mindestentlohnung von 250€ pro Monat (ist von der DFL so vorgeschrieben). Höhere Beträge kann man mit dem Verein aushandeln.
    • Die Eltern tragen die Kosten für die Fahrten zwischen Heimatwohnort und Internat. Hier kann man je nach Verein auch eine anteilige Kostenübernahme verhandeln. Das ist der Hauptkostenblock! In unserem Fall 200 km Entfernung einfach, ca. 50 Fahrten hin und rück im Jahr sind 20 Tsd. km im Jahr! Mal 0,30 € pro km sind 6000€ pro Jahr. Und mit den 30 Cent pro km kommt man vermutlich nicht hin. Vom Zorn Gretas will ich gar nicht reden :*
    • Manche Dinge werden doppelt benötigt, einmal im Internat und einmal weiterhin zuhause (Möbel, Zahnbürste, Computer, Kleidung), weil man die nicht ständig hin und her schleppen will. Einrichtung im Internat war bei uns knapp 2000€. Wir hätten auch Möbel gestellt bekommen, unser Sohn wollte aber lieber selbst einige Sachen aussuchen.

    Wie gesagt, entscheidend sind sicher die laufenden Fahrten zwischen Heimat und Internat.


    Grüße

    Oliver

  • noch vergessen: Ausrüstung wird gestellt für Spiel und Training. Selbst kaufen müssen die Spieler oder deren Eltern die Fußballschuhe und Schienbeinschoner. Bei den Schuhen braucht unser Junge drei Paare, Stollen, Nocken und Halle. Wer da nicht immer ins unterste Regal greift, hat da schnell nochmal 500 Euro pro Jahr auf der Rechnung.

  • Dann teile ich mal meine Erfahrungen. Ich spreche bei meinen Erfahrungen von einem NLZ eines 1. Ligisten aus Süddeutschland.


    Typisch ist nach meiner Wahrnehmung der Wechsel nach der U15, also zur U16.

    Ja, das ist so der Klassiker. Nach der U15 Oberliga Saison werden gerade bei den Kooperationsvereinen dort die besten gerne abgefischt. Diese werden beim Übergang zur U17 (Junioren-Bundesliga) aber fast genauso schnell wieder aussortiert und mit nationalen und zum Teil auch internationalen Talenten (aus Österreich, Schweiz, Frankreich, Tschechien etc.) ersetzt.


    Ablöse bzw. Ausbildungsentschädigung beim Wechsel trägt der aufnehmende Verein.

    Kenn ich auch so


    Unterbringung und Verpflegung im Internat trägt der Verein.

    Teils, Teils. Die Toptalente müssen gar nichts zahlen und gehen mit einem Plus raus. Die mittelmäßigen Talente (diese werden gerne mal statt im Internat, in Gastfamilien untergebracht) müssen von ihrem Lohn teilweise was für das Essen und die Gastfamilie zahlen.


    Der Jugendspieler erhält einen Fördervertrag mit einer Mindestentlohnung von 250€ pro Monat (ist von der DFL so vorgeschrieben). Höhere Beträge kann man mit dem Verein aushandeln.

    Ein Großteil aber nicht alle Spieler ab der U16 bekommen einen Fördervertrag, der 3. Torwart etc. gehen gerne mal leer aus. Der Fördervertrag dient vor allem dazu bei einem Wechsel zu einem anderen Buli-NLZ eine Ablöse verlangen zu können. Lohn siehe Antwort oben.


    Die Eltern tragen die Kosten für die Fahrten zwischen Heimatwohnort und Internat. Hier kann man je nach Verein auch eine anteilige Kostenübernahme verhandeln. Das ist der Hauptkostenblock! In unserem Fall 200 km Entfernung einfach, ca. 50 Fahrten hin und rück im Jahr sind 20 Tsd. km im Jahr! Mal 0,30 € pro km sind 6000€ pro Jahr. Und mit den 30 Cent pro km kommt man vermutlich nicht hin.

    Das kenne ich auch so. Wobei manchen Spielern auch mal Fahrten in die Heimat etc. gezahlt werden. Bei internationalen Talenten auch ins Ausland.


    Manche Dinge werden doppelt benötigt, einmal im Internat und einmal weiterhin zuhause (Möbel, Zahnbürste, Computer, Kleidung), weil man die nicht ständig hin und her schleppen will. Einrichtung im Internat war bei uns knapp 2000€. Wir hätten auch Möbel gestellt bekommen, unser Sohn wollte aber lieber selbst einige Sachen aussuchen.

    Möbel werden in der Regel gestellt. Der Rest wird halt nach eigenem ermessen gekauft.

    noch vergessen: Ausrüstung wird gestellt für Spiel und Training. Selbst kaufen müssen die Spieler oder deren Eltern die Fußballschuhe und Schienbeinschoner. Bei den Schuhen braucht unser Junge drei Paare, Stollen, Nocken und Halle. Wer da nicht immer ins unterste Regal greift, hat da schnell nochmal 500 Euro pro Jahr auf der Rechnung.

    Kenne ich anders. In dem von mir beschriebenen Verein bekam jeder neben der Trainingskleidung auch 2-3 paar Fußballschuhe pro Jahr vom Verein gestellt. Schienbeinschoner wurden nicht gestellt, aber sind denke ich zu verkraften.