Körpereinsatz im Kinderfußball

  • Respekt vor dem Zweikampf bei den Kleinen und Kleinsten!


    Die von Goodle vorgeschlagenen Übungen sind gut und auch nach meiner Ansicht auch altersgemäß.
    Didaktisches Ziel dieser Übungen sind Schulung der koordinativen Fähigkeiten( Gleichgewicht usw.)
    Darauf sollte auch der Fokus bei den Übungen gelegt werden. Ein positiver Nebenaspekt bei der Reduzierung der Hemmschwelle des Körpereinsatzes ist sicherlich möglich.
    Eine Präferenz auf eine körperbetonte Zweikampfführung halte ich in dieser Altersstufe jedoch nicht für sinnvoll, wo sie über Aufbau von Selbstvertrauen, bzw. Abbau von Hemmschwellen hinausgeht.


    André muss ich hier nahezu uneingeschränkt zustimmen. In dem betreffenden Altersschichten sind erstmal die koordinativen Grundlagen zu legen, um eine später eine wirklich sinnvolle Zweikampführung erlernen zu können.
    Z.Bsp. Fangübungen zu Förderung der Schnelligkeit und Beweglichkeit, aber auch zur Erlangung der Timingfähigkeit.


    Wenn ich mit 9 Jahren die Erfahrung mache, mit grenzwertigem Körpereinsatz jeden Zweikampf gewinnen zu können, wird derjenige spätestens mit 13 von denjenigen Überholt, die eine clevere Zweikampfführung erlernen mussten.


  • Totale Zustimmung, Übungen zum Abbau der Hemmschwellen finde ich gut, ständiges 1vs1 gehört sowieso in der F dazu, dabei lernen sie Zweikampfverhalten ja auch implizit, halt etwas langsamer.
    Spezielle Übungen zum (hoffentlich korrekten)Körpereinsatz in der F sind für mich auch zu früh.



    Was man trainiert, das fokussiert man in den Köpfen der Kinder.


    Wir haben gegen Teams gespielt, die das 'trainiert' haben. Sichtbares Ergebnis war bei vielen, dass die Jungs im Spiel gar nicht mehr nach Ball schauen, sondern immer einen Weg suchen den Gegner zu 'eliminieren', selbst bei eigenem Ballbesitz.
    Von Körper fair einsetzen, bis Gegner hart wegzuschubsen und brutal wegchecken war da alles dabei, logischerweise ist da die Grenze sehr schwer.
    Soweit so schlecht, noch dümmer, wenn das in Situationen geschieht, wo es bessere Lösungen gab, wo sie wunderbar ablaufen, abspielen, wegschlagen, tricksen, abdrehen etc. hätten können.


    Den einen Satz von oben ergänze ich mal:


    Wenn ich mit 8,9 Jahren die Erfahrung mache, mit grenzwertigem Körpereinsatz Spiele zu gewinnen, dann werde ich dies als erfolgreiches Modell in meinem Kopf abspeichern und cleverere Lösungen eher gar nicht ausprobieren.


    Für mich gehört der gezielte Körpereinsatz in der F-Jugend nicht als Übung dazu, gerade weil es extrem erfolgreich in der FPL sein dürfte.

  • @Goodie: deine Übungen gefallen mir, ich würde allerdings anstatt einer Linie einen Kreis, Dreieck oder Viereck nehmen. Es gibt nämlich neben Druck -> Gegendruck auch das Ausweichen oder Druck verstärken (dazu gibt es eigene Kampfsportarten). Beispiel aus dem Fußball: Stürmer legt sich in den Verteidiger -> er möchte dabei Gegendruck, gehe ich einen Schritt nach hinten fällt er hin - weil mit 20kg drücke ich keinen 80kg weg, da nutze ich andere Strategien und die will ich auch im Training sehen.

  • Dein Kommentar bezieht sich auf das Beispiel oder? Das ist natürlich nicht aus der F-Jugend ☺ - ich dachte mir damit wird es klarer, was ich meine.
    Kampfsportarten, die Teile von dem Ansatz "nütze die Kraft des Anderen oder dessen Geschwindigkeit" anwenden, machen auch 7 Jährige - und Spaß machen die Übungen den Kindern auch.

  • Nicht alles was den Kleinen Spaß macht ist didaktisch und methodisch sinnvoll.
    Schadet zwar nicht, da die Begeisterung an dem Erlernen neuer Bewegungen vorhanden. Ob es wirklich Platz in einer Lernziel orientierten Reihe hat, bezweifele ich jedoch weiterhin.
    Aber da 3/4 der von mir beobachteten Trainingseinheiten keine nachhaltige Konzeption berücksichtigt oder vom Coaching her geplant waren, ist der geringe Zeitverlust bei vorhandenem Spaß vernachlässigbar.
    Aber für 7 Jährige ist es trotzdem spaßiger Nonsens.
    Sicherlich kann man koordinative Übungen aus den Kampfsportarten übernehmen, wie auch aus dem Turnen oder anderen Sportarten.
    Aber der betreffende gezielte und clevere Einsatz des Körpers, ist bei den koordinativen Lernzielen kein Basicthema und daher eine ziellose Vorwegnahme.