Leistungsunterschied zwischen Training und Pflichtspielen

  • Hier sind ja viele erfahrenen Trainer , die schon unzählige Kinder betreut und begleitet haben. Vielleicht kann mir einer von Euch eine Erklärung für folgendes " Problem /verhalten " geben.


    Eine Spielerin die bei Spielen im Rahmen des Trainings immer unauffällig ist und manchmal sogar unbeteiligt zurückhaltend wirkt. Ist bei Pflichtspielen und Turnieren ,Freundschaftsspielen immer eine der besten.


    Ich hatte dieses Thema schon einmal hier angesprochen und dachte sie hält sich zurück, weil beim Training jüngere Jungs dabei sind und das Spielfeld manchmal einfach zu voll ist. Jetzt tritt das selbe verhalten auch beim Stützpunkts Training auf. Dort sind ja nun wirklich ausgewählte Spieler. Bei 3 gegen 3 zum Beispiel gelingt ihr wenige Aktionen und sie wirkt völlig erschöpft. Die Spritzigkeit und Lauf-Freude die Sie in anderen Spielen zeigt ist fast nicht vorhanden.


    Das Problem ist nicht , dass ich als Vater unzufrieden mit der Leistung bin , sondern das sie mit sich selbst unzufrieden ist.


    Mein erster Gedanke war das die anderen Spieler im Stützpunkt einfach zu stark/gut sind. Wenn wir aber in einen Punktspiel gegen diese Spieler spielen . Bringt dieses Mädchen sie zur Verzweifelung weil sie ihnen viele Bälle abnimmt und insgesamt auch mit Spiel-bestimmend ist. In der Halle haben wir schon erlebt das E Spieler weinend vom Feld gegangen sind weil sie unterlegen waren. Auch bei Mädchen der älteren D hat Sie mitgespielt und locker mitgehalten.



    Hat jemand von Euch ein plausible Erklärung dafür ?

  • Es gibt Trainingsweltmeister, die die Leistung nie zum Wettkampf auf den Platz bekommen weil die Nerven versagen und es gibt Wettkampftypen, die einfach den Nervenkitzel und das Prickeln vom Wettkampf brauchen um auf Touren zu kommen.
    Die Wettkampftypen könnten sich selber fürs Training ambitionierte Ziele setzen und diese versuchen umzusetzen. "Ich laufe Steffi 8 mal erfolgreich ab, sonst esse ich morgen kein Eis" oder so ähnlich. Hier helfen im Training gewöhnlich Wettkampfformen und Aufgaben unter Zeitdruck.



    Ein zweiter Ansatzpunkt könnten die Trainingszeiten sein. Die Kinder sind heute zumeist von 6:30 Uhr mogens bis weit in den Nachmittag mit Schule und Betreuung beschäftigt. Dann nach Hause, umziehen und weiter zum Training. Die sind schlicht ko auch wenn sie das wegen dem heißgeliebten Fußball nie zugeben würden...


    Je älter die Kinder werden desto später das Training. Irgendwann kollidiert das auch mit Essenszeiten und Unterzuckerung oder ein zu voller Magen könnte eine Rolle spielen.


    Ob irgendwas davon zutrifft kannst nur du entscheiden

  • Wie ist es denn im freien Trainingsspiel auf dem Training?
    Ich frage deswegen, weil ich als Junge zum Fußball ging um Fußball zu spielen. All diese Übungen wollte ich nicht. Das ganze Training habe ich mich auf das Abschlussspiel gefreut und immer wieder überlegt ob ich nicht absichtlich jedes mal zu spät kommen soll :-) Ich habe den Sinn und Zweck der Übungen nicht verstanden. Für mich war Fußball: Fußball spielen und nicht isoliert üben. Bis ich verstanden hatte, dass wir als Verein unter Woche lernen und üben und das Eigentliche dann das Spiel gegen andere Vereine am WE stattfindet, war meine Jugendzeit vorüber.

  • Beim Training ist Sie bei den Technischen Übungen und alles was mit Technik insgesamt zu tun hat eine der besten und sie hat dabei auch ein riesen Spaß.Es geht wirklich nur um die Spiele beim Training. Ich habe letztens mit ihr darüber geredet , sie meinte die Jungs nehmen das Spiel nicht so ernst und würden nur rumalbern. Im Stützpunkt hingegen würden die besseren Jungs sie schlicht ignorieren .

  • Beim Training ist Sie bei den Technischen Übungen und alles was mit Technik insgesamt zu tun hat eine der besten und sie hat dabei auch ein riesen Spaß.Es geht wirklich nur um die Spiele beim Training. Ich habe letztens mit ihr darüber geredet , sie meinte die Jungs nehmen das Spiel nicht so ernst und würden nur rumalbern. Im Stützpunkt hingegen würden die besseren Jungs sie schlicht ignorieren .

    Deine Tochter ist 10. Die jungs dann wohl auch 10 oder 11. Kann es sein, dass dieses von Deiner Tochter erwähnte Verhalten dem aktuellen geschlechtsspezifischen Entwicklungsstand entspricht?
    Für mich klingt das schlüssig, auch wegen deiner Beobachtungen im Trainingsspiel.

  • Anderer Ansatz. Bei den individuellen Technikeinheiten fühlt sie sich sicher und sie machen ihr auch Spaß.
    Nach meiner Erfahrung sind Mädchen bei koordinativen und technische Übungen ernsthafter und mit mehr Spaß dabei als ihre " männlichen" Altersgenossen.
    Beim Stützpunkt herrscht eine gewisse Egomanie vor, diese ist für stärker aufs Teamspiel ausgerichtete Spieler häufig demotivierend. Zudem könnte im Stützpunkt ein Gewisser Druck entstanden sein, möglichst keine Fehler zu machen. Wer keine Fehler machen möchte, wirkt dann häufig unbeteiligt und lustlos und unkonzentriert, denn eigentlich ist die Lust auf Fußball hier schon weg.


    Die erwünschte Weiterentwicklung ist dann gefährdet, da sich falsche Reaktions- und Handlungsmuster einschleichen.


    Wenn sich im normalen Training ähnliches zu beobachten ist, muss dies jedoch nicht zwangsläufig die selbe Ursache haben.
    Wenn die nötige Ernsthaftigkeit fehlt, reagieren auch viele Jungs darauf mit totalem Spannungsabbau.
    Was dann auch bei eigentlich guten Spielern, nicht mehr mitanzusehen ist.


    Kurze Ergänzung
    Insbesondere der bereits angesprochene Konzentrationsverlust, insbesondere bei den Jüngsten, spricht nach meiner Erfahrung gegen die klassische Dreiteilung des Trainingsaufbau.
    Spielformen die einen wirklichen Effekt haben sollen, gehören nicht ans Ende des Trainings.
    Aber das ist ein anderes Thema.