Bin ich auf den richtigen Weg?

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  • Hallo liebe Trainerkollegen,


    Ihr habt immer gute Tipps für mich, demzufolge muss ich Euch erneut nerven. Folgendes:


    Wie Ihr wisst, trainiere ich eine D-Jugend. Von den bis jetzt absolvierten Spiele haben wir einige gewonnen, eins unentschieden und den Rest verloren. Demzufolge befinden wir uns zur Zeit auf den drittvorletzten Platz. Ich habe im Training ca. zwischen 12 und 18 Kinder, die ich mit einem Spieler der A-Jugend zusammen trainiere. Es klappt super mit uns, die Kinder mögen auch ihn sehr gern und er hat ein super Händchen für die Jungs (ist für viele so etwas wie der ältere Bruder).


    Da wir immer eine super Trainingsbeteiligung haben, nehme ich auch immer alle Jungs zu den Spielen mit, die ich einsetzen darf. Darunter sind spielstarke, wie auch (noch) spielschwache Spieler. Aber mein Co und ich sind der Meinung, dass sie nur im Rahmen von Spielen lernen können, wie man unter dem Spieldruck reagieren kann. Auf jeden Fall wechseln wir "gnadenlos" durch, was diverse Trainer des Gegners zu Kopfschütteln veranlasst (Sprüche wie, warum wechselst Du aus, dass machen Deine Jungs doch gerade super). Ich handle gem. der Richtlinie des DFB und auch im Lizenztrainer-Lehrgang hatte man uns immer wieder darauf hingewiesen, dass die Kinder alle zeitlich gleich eingesetzt werden sollen. Dementsprechend verloren wir selbstverständlich auch Spiele, so dass unsere Ligaplatzierung nicht von ungefähr kommt.
    Von den Eltern meiner Spieler habe ich hierzu noch nichts negatives gehört, teilweise dankt man mir, wenn ihr "Klein-Kevin" auch spielen darf. Allerdings bekomme ich jedes Jahr Spieler aus der E-Jugend, die entweder andauernd auf dem Platz standen bzw. auch Spieler, die nur selten bis nie eingesetzt wurden. Gerade den Letzteren fehlen dann die Spielerfahrung, die sie erst bei mir sammeln müssen. Und somit auch mit den Konsequenzen. Ärger gibt es mit mir oder mit meinem Co deshalb nicht, denn wo hätten sie es denn vorher lernen sollen? Der E-Jugendtrainer hingegen schwimmt auf der Erfolgswelle und macht nun mich für das - aus seiner Sicht - schlechte Abschneiden seiner (ehemaligen) Jungs verantwortlich. Permanente Angriffe seinerseits zermürben mich langsam. Ich hänge sehr an den Jungs und möchte sie nicht verlieren. Das Training, wie auch unsere Aktivitäten außerhalb des Sportplatzes (wir fahren manchmal zusammen zu Spielen von höherklassigen Männermannschaften) macht uns wahnsinnig Spaß. Ein Gespräch mit der Jugendleitung habe ich schon geführt. Er spricht mir zwar zu, aber zur Zeit misstraue ich Allen und Jeden. Ein Gespräch mit dem betreffenden Trainer hatte ich ebenfalls geführt, aber er windet sich nur heraus. Klare Antworten oder gar eine Änderung in seinem Verhalten kann ich nicht bemerken. Immer wieder wird mir zugetragen, was er erneut über mich und meine Aufstellung in den Spielen meinte.
    Leider kann ich es nicht so an mir abprallen lassen. In der Beziehung bin ich wohl zu sensibel. Und natürlich hinterfrage ich mich bei allem was ich tue. ?(:huh::|


    Gibt es aus Eurer Sicht noch Möglichkeiten, die ich noch ausprobieren kann?


    Ich danke Euch, Viele Grüße Jason

  • Hallo Jason,
    du machst dir echt viele gute Gedanken und bei guter Trainingsbeteiligung+Stimmung machst du schon mal vieles offensichtlich richtig.
    Ich denke aber, es ist nicht sinnvoll mit 18 Leuten zum Spiel zu fahren. Habt ihr überhaupt so viele Trikots ??..;-))
    Zum einen bist du da als Trainer ja ständig am wechseln, du bekommst keinen Spielfluß und der Einzelne auch zu wenig Spielzeit.
    DFB-Richtlinie Kinder/Jugendfußball hin oder her und alles auch richtig.: Spätestens ab der D ist es aber auch den Jungs wichtig zu gewinnen.
    Du tust meiner Erfahrung nach auch den schwächeren keinen Gefallen, weil im Zweifel sind sie dann für eine Niederlage „verantwortlich“. Quatsch, klar…..
    Ich stelle auch fest, das in „engen“ Spielen, die schwächeren gar nicht so gerne spielen wollen, obwohl ich sie dazu ermutige. Gerade letztes Wochenende erlebt…. Ein schwächerer Spieler wollte nur eingewechselte werden, wenn ich einen -seiner Meinung nach- gleichwertigen rausnehme. („Aber ich will nicht für den xy rein“). Wie sagt Jürgen Klopp .... Die Lust zu gewinnen sollte größer sein als die Angst zu verlieren.. Gilt aber hier noch nicht…
    Ja, wir sprechen hier über den Gewinn der goldenen Ananas, aber die Jungs schauen auf die Tabelle, quatschen Montags in der Schule drüber, und IHR Spiel ist das wichtigste der Welt…. ….. Und in kleinen Vereinen ist nun mal der Leistungsunterschied gerade in der D immens. Da hast du die ganz starken (bei mir zwei Stützpunktspieler) und eben auch den „dicken Paul“ . Die kannst du meiner Meinung nach nicht gleich bewerten und behandeln, was die Spielzeit anbelangt. Die Kids kommen schon mit einer Bewertung klar und wissen sich auch selbst einzuschätzen. In der Schule gibt es auch jeden Tag Noten von EINS bis SECHS.
    Es macht keinem Spaß Spiele zu verlieren, nur weil du stur nach Plan durchwechselst. Das ist zwar ehrenhaft von Dir, aber dadurch demotiviertst du garantiert deine stärkeren Spieler. Das kanns es auch nicht sein... Ist wirklich nicht so einfach hier den Mittelweg zu finden.
    Ich kann dir sagen wie ich es mache und ich fahre super damit:
    Ich mache einen Kaderplan immer 4-5 Spiel im Voraus. Dabei sind immer 12, die anderen haben spielfrei. Die stärkeren Spieler rotieren weniger als die schwächeren. Ich versuche den Kader so zusammenzustellen, dass ich gegen starke Gegner auch versuche ein starkes Team zusammenzustellen. Gegen schwächere Gegner bekommen dann tendentiell die schwächeren Spieler mehr Einsätze und Spielzeit. Wer mitfährt spielt dann mindestens auch 50% der Spielzeit. Also keine pro forma Einsätze von 5 Minuten am Schluss!
    Zudem 2-3 mal pro Saison ein Freundschaftsspiel gegen schwächere Teams oder gegen eine jüngere Mannschaft des eigenen Vereins. Bislang hat das immer funktioniert.
    Und das alles nicht nach strengen Regeln. Beispiel: Letztes Wochenende „Spitzenspiel“ gegen den punktgleichen Tabellenführer. Die Jungs reden die ganze Woche von dem „gaaaanz wiiichtigen“ Spiel. Und ich bin ehrlich: Trotz DFB-Richtlinie und trotz das ich weiß das eine andere Sicht vielleicht sinnvoller ist: Das Spiel will dann auch ich als Trainer gewinnen! Das komme ich als leidenschaftlicher „Fußballer“ leider nicht aus meiner Haut... ;-))
    Hoffe das hilft dir ein bißchen….

  • Du machst nichts falsch - auch in der D-Jugend darf durchaus rotiert werden und die Kinder müssen alle genügend spielen. Ich bin selbst D-Jugendtrainer und in meiner Mannschaft geht das auch ganz gut. O.k. wir haben 2 D-Jugendteams nach "Leistung" eingeteilt, dennoch werden die Spieler des älteren Jahrgangs, die leistungsmäßig eigentlich nicht in der D1 spielen "dürften" trotzdem immer wieder in der D1 eingesetzt - und auch wenn wir dann dadurch verlieren, nehmen es die Jungs ganz sportlich, alles eine Frage, wie der Trainer dazu steht. Das zu meinem Hintergrund und meiner Erfahrung. Was du aber noch zur Argumentation für Jugendleitung bzw. auch Vorstand benutzen kannst, falls es mal "Theater" gibt, bzw. hinterfragt wird, warum du das tust. Schildere ihnen zwei verschiedene Szenarien:


    Szenario 1: Nur die besten Spielen und 2-3 "Superstars" gehen nach der D-Jugend in die C-Jugend, 8 weitere gute Spieler folgen. Der Rest hört auf. In der C-Jugend spielen dann aus diesem Team dann nur die Superstars aus der D-Jugend regelmäßig, der Rest eher sporadisch, da sie nicht am Altjahrgang vorbeikommen - peu a peu folgt der Verlust der 8 guten Spieler. Die Superstars bleiben, kommen in die B-Jugend. Da hört einer auf, weil seine neue Freundin lieber mit ihm um die Häuser zieht, als mit ihm auf dem Sportplatz zu hocken. Die restlichen 2 bleiben bei der Stange. Einer von wird es sogar später in die erste Mannschaft schaffen...


    Szenario 2: Du sorgst dafür, dass alle Spaß haben und fast alle werden Dir als Trainer in die C-Jugend folgen - hier werden natürlich auch der ein oder andere aufhören (Schule, keine Lust mehr, etc.). Trotzdem gelingt es dir die Stimmung hoch zu halten und die 2-3 sehr guten Spieler zu begeistern. Einer wird evtl. zu einem anderen erfolgreichen Team wechseln, was Schade ist. Jedoch trennt man sich im Guten, beobachtet seine Leistungen im neuen Verein und versucht ihn später wieder zurückzuholen. Derweilen tun sich aus den 8 guten Spielern auf einmal 3-4 sehr gute Spieler hervor, die sich entwickelt haben (nein, die du entwickelt hast!). Und 10 Spieler gehen in die B-Jugend. Von diesen hören natürlich auch wieder ca. 2-3 Spieler auf aus genannten Gründen. Und bevor es in den Erwachsenenbereich geht, stehen dem Verein noch 5 Spieler zur Verfügung. 2 für die erste Mannschaft, 2 für die zweite Mannschaft und einer, der erkennt, dass er es wohl nicht mal dahin schafft, er ist aber gerne in der Gemeinschaft und übernimmt ein Amt (Grillt beim Spiel die Würstchen, Schenkt Bier aus oder ähnliches).


    Und nun frage ihn, welcher Weg ihm (dem Vorstand) lieber wäre... Und wenn das alle Trainer machen würden, passierte das dann so gut wie jedes Jahr!


    Ich nehme an, ihr seid ein Breitensportverein und kein NLZ - ansonsten wird der Vorstand die Sache wohl etwas anders sehen ;-))

  • Ich danke Euch Beiden für Eure Rückmeldungen.


    Ich bin Anhänger des 2. Szenario, zumal wir ein Breitensportverein und kein NLZ sind. Genau das habe ich diese Woche mit meinen Jungs besprochen auf deren Frage hinsichtlich des Einsatzes in den Spielen. Und nein, ich habe nie die gesamte Mannschaft dabei (Geburtstage von Freunden sind ja ab und zu, deshalb fallen immer mal wieder welche aus).


    Ich habe meinen Jungs erklärt, weshalb ich immer gnadenlos durchrotiere, das haben alle gut verstanden (auch die Guten). Und man bemerkt ja auch, dass alle Jungs sehr gern zum Training und zum Spiel kommen, da keiner von mir "abgeschoben" wird. In der Beziehung lasse ich mich auch auf keine Diskussion ein. Ich hatte den Vorstand hierauf auch schon hingewiesen, dass ich das Rotieren für sinnvoll erachte, da wir nur so einen breiteren Nachwuchs aufbauen können und wer weiß, irgendwann werden wir genügend Jungs haben für unsere erste bzw. zweite Mannschaft und müssen uns keinen Fremdkader einkaufen. Genau das ist mein Ziel und dafür engagiere ich mich. Und vom Vorstand habe ich diesbezüglich freie Hand.


    Bei uns jedoch besteht die Regelung, dass der jeweilige Trainer immer (z. B.) D-Jugend-Trainer bleibt. Die Jungs, die nach der Saison in die nächste Altersstufe wechseln, bekommt dann einen neuen Trainer. Somit habe ich jede Saison einen Mix aus Alt-D-Spielern und die Nachrücker aus der E. Die Zusammenarbeit mit dem C-Trainer funktioniert super, auch er versucht das Beste aus den Jungs herauszuholen. Bei ihm bleibt keiner auf der Strecke, nur nach unten zur E klappt es nicht so gut. Hier agiert ein sog. "Erfolgscoach" und dessen Ansichten (die er gerne teilt) zermürben mich. Ich kann dem kaum noch etwas entgegensetzen, da ich eigentlich meine freie Zeit, die mir der Beruf lässt, mit den Jungs verbringen möchte.

  • Hallo Jason,


    in vielen deiner Ausführungen kann ich mich wiederfinden. Trainiere ebenfalls eine D-Jugend im Jungjahrgang (2004-2005) und stehe jedes Wochenende vor der schweren Entscheidung, welche 13 Spieler (9 Feldspieler + 3 Ersatzsspieler + 1 Ersatztorwart) ich in den Kader berufe. Da wir 18 Spieler zur Verfügung haben und nur eine Mannschaft stellen, ergeben sich zwangsläufig Konflikte.
    Auch ich trainiere in einem Breitensportverein, wobei ich den gleichen Jahrgang nun seit fünf Jahren habe und wir uns trotz Jungjahrgang vor dieser Saison das Ziel gesetzt haben, als Kreismeister in die Gruppenliga aufzusteigen. Wie komme ich nun mit dem Ziel, das die Jungs übrigens fast noch mehr wollen, und meiner eigenen Trainerausbildung/Philosophie klar (Rotation, möglichst gleiche Spielzeit)?


    Ich habe einen Stamm von 7-8 Spielern, die allesamt sehr leistungsstark sind (Auswahlspieler), die aufgrund des Zusammenhalts noch nicht zum nahen NLZ gewechselt sind. Diese Spieler sind, sofern sie nicht krank oder verletzt sind, immer dabei! Dahinter fülle ich den Kader mit Spielern auf, die seit fünf Jahren bei mir Fußball spielen und daher die Grundlagen absolut drauf haben. Ich habe keine Bedenken, einen dieser Spieler in den Kader aufzunehmen. Das Problem sind jedoch die weiteren drei oder vier Spieler, die seit einem Jahr Fußball spielen, koordinativ einen Riesenrückstand haben und anspruchsvolle Übungen im Training unabsichtlich "kaputt" machen. Soll ich diese Akteure in normalen Meisterschaftsspielen spielen lassen? Tue ich ihnen einen Gefallen damit? Meiner Meinung nach: ein klares NEIN! Auch diese Spieler sollen sich entwickeln, aber wie einer meiner Vorredner schon sagte: Organisiere Freundschaftsspiele gegen schwächere Gegner, in denen auch diese Spieler ihre Erfahrungen sammeln und selbst Verantwortung übernehmen müssen.


    In gewisser Weise steht unser Ziel: Aufstieg! im klaren Interessenkonflinkt mit der KiFu-Philosophie. Aber ist es nicht auch für die Entwicklung der Spieler schlecht, wenn sie nicht aufsteigen und in der kommenden Saison ein weiteres Jahr die Liga dominieren und sich eigentlich gegen stärkere Mannschaften hätten noch besser entwickeln können? Versteht mich nicht falsch. In der E-Jugend war Rotation und gleiche Spielzeiten an der Tagesordnung, aber in der D-Jugend habe ich nun Spieler, die auf verschiedenen Positionen spielen können, die Lösungen in vielen Situationen finden und SELBST DEN ANSPRUCH HABEN, in der höchsten Spielklasse zu spielen. Kann ich da als Trainer den "dicken Paule", wie ihr ihn nennt, genauso lange spielen lassen wie einen Auswahlspieler?

  • Ja KingJames... ich versuche ja auch unbedingt alle Jungs bei der Stange zu halten. Dadurch das sich sie immer wieder lobe, an ihren Schwächen arbeite und sie dann bei den Staffelspielen einsetze wenn es für sie passt. Diejenigen die in der D abspringen fehlen dann in der C und B, klar.
    Ich hatte auch übersehen, dass ihr offensichtlich nur eine D-Jugend habt und somit gar nicht die Möglichkeit habt die Kids in D1 und D2 einzuteilen.
    Und klar stimmt dann auch das Argument von Reddinga.
    Was ich dennoch denke ist, dass es für einen schwächeren Spieler (ich sage im übrigen immer "Spieler die sich noch entwickeln") besser ist, man setzt ihn dann ein wenn er bestmöglich mithalten kann und -ganz wichtig- Erfolgserlebnisse hat, als ihn aufgrund einer festen Rotation in Spielen zu bringen die ihm seine (derzeitigen) Grenzen aufzeigen und eher demotivieren.


    Die Erwachsenen sehen das eh viel verbissener als die Kids....
    Allerdings kann ich in dem Fall auch den E-Jugend Coach etwas verstehen, der "seine" ehemaligen Spieler offensichtlich nicht genügend gefördert sieht. Aber wenn das bei Jason im Team so klappt ist es doch auch in Ordnung. Solange die Kids zufrieden damit sind und guten Teamgeist haben ist das doch super.

  • Allerdings kann ich in dem Fall auch den E-Jugend Coach etwas verstehen, der "seine" ehemaligen Spieler offensichtlich nicht genügend gefördert sieht

    Ich nicht, die Jungs die nicht so gut kicken können und nun gefördert werden, gehörten doch auch mal zu seinen ehemaligen Spielern... hätte der E-Jugend-Trainer seine Sache ordentlich gemacht, wäre das alles wohl nicht so ein Problem...

  • Hallo Ihr,


    ich melde mich wieder, da ich vorher beruflich doch sehr eingespannt war.


    Ich muss Reddinga recht geben, ich selbst kann unserem E-Jugend-Trainer leider nicht verstehen. Ich versuche immer seine Intention der Einsätze der Jungs nachvollziehen zu können, jedoch fällt mir es immer schwerer, zumal ich dann in der D-Jugend das Problem habe, dass die Jungs zu mir kommen ohne jegliche Spielerfahrung (oder nur im sehr geringen Umfang). Wie soll ich denen denn noch Selbstbewußtsein beibringen, wenn sie Fehler machen, die sie eigentlich schon in jüngeren Jahren hätten machen können (und dann der Abstand zu den Mitspielern vom Können her nicht so groß war?). Es handelt sich hierbei nicht immer um den sog. "Dicken Paule", sondern um Jungs die mit einem gewissen Spieleinsatz hätten schon viel weiter hätten sein können in der Entwicklung.


    Vielleicht fragt Ihr Euch, weshalb es mir so wichtig ist, dass meine Jungs eingesetzt werden? Weil ich als Kind selbst einer war, der entweder zu Hause zurückgelassen wurde (trotz der regelmäßigen Teilnahme am Training, andere jedoch immer dabei sein durften auch wenn sie nicht beim Training waren) oder aber am Seitenstreifen standen und nur die Jubelrolle einnehmen durften. Ich hatte manchmal Kurzeinsätze von wenigen Minuten und auch nur dann, wenn der Trainer bemerkte, dass nichts mehr schiefgehen konnte. Mit der Zeit hatte ich keine Lust mehr zum Training zu gehen, war ich und einige meiner Kumpels doch nur Statisten. Ich hab als Kind extrem darunter gelitten, Fußball war aber trotzdem mein Leben (Papa hatte mich von klein auf immer ins Station zu den DDR-Oberligaspielen mitgenommen). Ich habe dann den Verein gewechselt und dort durfte ich immer mitspielen und was soll ich sagen, bis zur Landesliga habe ich es geschafft. Ihr seht, ich war ein Spätzünder und auch aus dem "Dicken Paule" könnte was werden, aber nur, wenn er gefördert wird ohne das die guten Spieler darunter leiden. Den Spagat versuche ich bei jedem Spiel und bei jeden Training. Und genau das ist mein Streitthema, welches ich mit dem E-Trainer führe, was mich mit der Zeit zermürbt.