Was tun gegen "Mobbing" (geärgertwerden) in der Mannschaft

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  • betreuer72


    Lehrer ist der Trainer im Hauptberuf, sagst du! Wie kommt es denn, dass er mit solchen Situationen, in denen "genölt" und "gemeckert" wird, nicht umgehen kann?


    Oder gehören seine sonstigen Schüler in ganz anderen Altersgruppen?

  • Er ist Realschullehrer. Ich würde nicht sagen, dass er damit nicht umgehen kann. Wenn es nötig ist, wird er auch mal laut oder es gibt eine Besprechung, wie das eine Mal, als einer der Jungen meine Tochter auf dem Platz so fertiggemacht hat, dass sie drauf und dran war, wegzulaufen. Da gab es ein Gespräch mit der Mannschaft und dann hat der Trainer noch mal mit meiner Tochter gesprochen und ihr gesagt, dass sie es noch mal probieren soll, aber dass es ihre Entscheidung ist und dass sie aber Potential habe...

  • betreuer72


    Na, dann ist doch eigentlich alles "in Butter", weil sie sogar einen hauptberuflich für den Umgang mit Kindern ausgebildeten Pädagogen hat.


    Außerdem glaube ich, dass 8 - 9 jährige kleine Jungs noch keine innere Genugtuung versprühen, wenn jemand aufhört. Wenn es nicht gerade dickste Kumpels sind, dann ist denen das völlig Latte! Wie das jetzt mit dem Potenzial gemeint ist, weiß ich zwar auch nicht! Aber das sollte in dieser Altersgruppe nun wirklich keine Rolle spielen!


    Falls es in eurem Verein noch eine andere Mannschaft gibt, in der deine Tochter spielen kann und in der es etwas ruhiger zugeht, dann kannst du es dort ja mal probieren! Denn in der Tat hören manchmal Mädchen mit dem Fussball auf, weil es ihnen bei den Jungs zu stressig ist, bzw. dort mehr körperbetont gespielt wird, als sie es mögen. Ab der E-Jugend gibt es mancherorts bereits reine Mädchenligen.

  • Was hier im Forum und auch bei Dir selbst passiert, passiert bei solchen Situationen oft: Es wird im Verhalten des Opfers nach einer Begründung gesucht. Ausgrenzung kann aber jeden treffen, und auch wenn Deine Tochter gehen würde, wird es eventuell weitergehen, Du hast ja erwähnt, das ein Kind bereits gemobbt worden ist im Jahr davor. Wenn man beim Opfer nach Gründen sucht, findet man IMMER irgendwas, aber das ist der falsche Ansatz und unfair. Man hört ja raus, das um mehr als Kritik unter den Kindern geht.


    Auch der Ansatz bei den "Tätern" oder "Verteidigern" (falls es MitspielerInnen gibt, die für sie einstehen) ist der falsche, denn für das Gruppenklima - bzw ob Mobbing geduldet wird oder nicht - wichtig sind die dreissig Prozent der Mitläufer, die weder Verteidigen noch aktiv Runtermachen. Die Verantwortung für Ihre Einbindung hat euer Trainer.


    Er müsste sich leider mit dem Thema auseinandersetzen und dem ganzen Raum geben. Ich wünsche Euch alles Beste!


    Mir ist es wurscht, ob man das im Grundschulalter nun schon Mobbing nennt oder nicht, aber definitiv gibt es solche Mobbingähnlichen Strukturen, sonst würden Kindern nicht im 3. Jahr die Schule wechseln oder mit dem Sport aufhören etc.

  • Es wird im Verhalten des Opfers nach einer Begründung gesucht. Ausgrenzung kann aber jeden treffen, und auch wenn Deine Tochter gehen würde, wird es eventuell weitergehen, Du hast ja erwähnt, das ein Kind bereits gemobbt worden ist im Jahr davor. Wenn man beim Opfer nach Gründen sucht, findet man IMMER irgendwas, aber das ist der falsche Ansatz und unfair. Man hört ja raus, das um mehr als Kritik unter den Kindern geht.



    Sehe ich auch so.


    Fakt ist doch, dass es nicht der erste Fall in diesem Jahrgang ist, wobei die Opfer unterschiedliche Personen sind.


    Fakt ist auch, dass der Sohn des Trainers offensichtlich einer der Rädelsführer ist-


    Was brachte das Gespräch mit dem eigenen Sohn? Nichts!


    Hab das durchaus öfters erlebt, dass gerade der Sohn des Trainers glaubt, in der Mannschaft eine Sonderstellung zu haben, und dies auch rauslässt.


    Und dass dann ein Mädchen mit dem geschilderter Gerechtigkeitssinn (ist bei Mädels ja oft ausgeprägter als bei Jungs, gerade in diesem Alter) da aufmosert, Kritik (die muss ja nicht direkt auf einen bestimmten Vorfall bezogen sein) anbringt, um auf bestimmte
    Vorgehensweisen aufmerksam zu machen, ist für mich voll nachvollziehbar.


    Für mich, vom bisher Geschriebenen ausgehend,ein Zeichen, dass diesem Realschullehrer offenbar die pädagogischen Fähigkeiten
    begrenzt sind, zumindest gegenüber seinem eigenen Sohn.


    nicht Opfer zu Verursachern machen.

  • Günter


    Auch die eigens für den Beruf erworbenen speziellen pädagogischen Fähigkeiten finden ihre Grenzen meist an der eigenen Haustür! Das Kind wird nicht als Schüler oder Fussballspieler, sondern als das eigene Kind angesehen. Wer wollte es auch verdenken, ist doch ein Lehrer genauso ein Mensch wie jeder Andere auch?


    Es ist ein allgemeines Problem, wenn der Trainer gleichzeitig auch der Vater ist. Denn unbewußt bevorzugt oder benachteiligt es das eigene Kind (wobei die Bevorzugung wohl etwas häufiger vorkommt) Dieses nicht neutrale Verhalten von Vatertrainern wurde bereits vielfach thematisiert. Es läßt sich nur dadurch beheben, wenn man bei der Suche nach geeigneten Trainern diese Doppelfunktion ausschließt! Der Vater kann ja durchaus eine andere Mannschaft trainieren.


    Leider ist es jedoch so, dass im unteren Jugendbereich viele Vatertrainer unterwegs sind. Denn dieser Trainertyp ist nahezu stressresistent und sehr leidensfähig. Denn er macht den Job nicht wegen des Vereins, sondern in der Hauptsache, weil sein Kind sehr gerne Fussball spielt und der Verein sich nicht um einen geeigneten Trainer gekümmert hat!

  • Zitat TW-Trainer:


    Es ist ein allgemeines Problem, wenn der Trainer gleichzeitig auch der Vater ist. Denn unbewußt bevorzugt oder benachteiligt es das eigene Kind (wobei die Bevorzugung wohl etwas häufiger vorkommt) Dieses nicht neutrale Verhalten von Vatertrainern wurde bereits vielfach thematisiert. Es läßt sich nur dadurch beheben, wenn man bei der Suche nach geeigneten Trainern diese Doppelfunktion ausschließt! Der Vater kann ja durchaus eine andere Mannschaft trainieren.


    Leider ist es jedoch so, dass im unteren Jugendbereich viele Vatertrainer unterwegs sind. Denn dieser Trainertyp ist nahezu stressresistent und sehr leidensfähig. Denn er macht den Job nicht wegen des Vereins, sondern in der Hauptsache, weil sein Kind sehr gerne Fussball spielt und der Verein sich nicht um einen geeigneten Trainer gekümmert hat!


    Das ist alles richtig.


    Aber: Auch Trainer, die nicht ihre eigenen Kinder trainieren, bevorzugen bestimmte Kinder und benachteiligen damit andere. Als Beispiel nenne ich hier nur einmal stellvertretend unterschiedliche Spielzeiten. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass es wohl eine kleine Minderheit der Trainer sein dürfte, die hier eine Ausnahme bildet.


    Auch ist es schon aus zeitlichen und logistischen Gründen einer großen Zahl von Vatertrainern nicht möglich, eine andere Mannschaft als die des eigenen Kindes zu trainieren. Weiterhin dürfte vielen dafür auch die Motivation fehlen.
    Deshalb wird man wohl weiter mit diesem "Problem" leben müssen.

  • Karl:


    Das mit dem Bevorzugen kenne ich auch von den Kleinen. Es gibt auch Trainer, die bestimmte Kinder immer spielen lassen, weil sie Angst vor der Reaktion der Eltern haben, für den Fall, dass das Kind mal draußen bleibt. Oder aber der Vater des Kindes ist auch Trainer und dieser hat natürlich auch immer was zu sagen, wenn er beim Training zuschaut. Eine Mutter hat sich sogar mal mit unserem Trainer fast gestritten, weil sie meinte, die würden sich vor den Turnieren immer viel zu früh treffen 8|

  • betreuer72:


    Diese Fälle kenne ich auch und vermute einmal, fast jeder Andere hier auch. Warum ein ehrenamtlich tätiger Trainer Angst vor Reaktionen der Eltern hat, erschließt sich mir, außer bei sehr jungen Trainern, nicht.
    Bei uns wurde durch Mannschaftsbetreuer, die auch mit für den Austausch zwischen Trainer und Eltern zuständig sind, etwas Distanz geschaffen. Weiterhin ist Eltern-Kind-Kontakt vom Betreten der Kabine an bis nach dem Umziehen zum Spielende unerwünscht. Gleiches gilt bei Turnieren, wo die Mannschaft unter sich ist. Das gilt ab der F-Jugend.
    Natürlich gibt es auch persönliche Gespräche zwischen Trainern und Eltern. Jedoch nicht immer nach dem Training oder unmittelbar nach dem Spiel. Auch über sachlich geäußerte Kritik sollte man als Trainer nachdenken und gegebenenfalls, wo notwendig und möglich, zu Änderungen bereit sein. Man muss jedoch nicht alles diskutieren. In einige Dinge müssen sich die Eltern auch fügen, wenn ihr Sprössling weiterhin sein Hobby bei uns ausüben möchte.

  • Bei uns wurde durch Mannschaftsbetreuer, die auch mit für den Austausch zwischen Trainer und Eltern zuständig sind, etwas Distanz geschaffen. Weiterhin ist Eltern-Kind-Kontakt vom Betreten der Kabine an bis nach dem Umziehen zum Spielende unerwünscht. Gleiches gilt bei Turnieren, wo die Mannschaft unter sich ist. Das gilt ab der F-Jugend.
    Natürlich gibt es auch persönliche Gespräche zwischen Trainern und Eltern. Jedoch nicht immer nach dem Training oder unmittelbar nach dem Spiel. Auch über sachlich geäußerte Kritik sollte man als Trainer nachdenken und gegebenenfalls, wo notwendig und möglich, zu Änderungen bereit sein. Man muss jedoch nicht alles diskutieren. In einige Dinge müssen sich die Eltern auch fügen, wenn ihr Sprössling weiterhin sein Hobby bei uns ausüben möchte.



    Diese Aussagen möchte ich ganz dick unterstreichen.


    Gerade die Thematik "Mannschaftsbetreuer" kommt für mich eindeutig zu kurz. Als junger Trainer, leider schon lang her, habe ich diese Einrichtung
    kennen- und sehr schätzen gelernt und dadurch dann später übernommen und hatte folgend bei jeder Mannschaft für einen Mannschaftsbetreuer
    gesorgt. Als Bindeglied zwischen Spieler/Eltern und dem Trainer kann es zu einer sehr fruchtbaren Zusammenarbeit kommen.


    Habe jedoch den Eindruck, dass nicht wenige Trainer nicht so erbaut davon sind, da sie doch einige Kompetenzen abgeben müssen.


    Karl


    ausser meiner Anfangszeit (halt Lehrjahre) bin ich nach oben Zitierten vorgegangen. War eigendlich unproblematisch und sehr förderlich