Umfrage: Zustimmung zur Teilnahme am Training eines anderen Vereins

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hallo guenter und TRPietro,


    danke für eure ausführlichen Antworten. Beim nächsten Mal, wenn ich einen Beitrag beginne, werde ich es auch direkt ausführlicher machen. Aber wie gesagt, eigentlich wollte ich gar nicht, dass es in einer großen Diskussion ausartet. Aber das ist ja überhaupt nicht schlimm.


    Ich werde euch gleich noch eine PN schreiben, ich möchte hier nicht allzu viel weitere Infos reinpacken.


    Radagast

  • In Hessen gibt es eine Notwendigkeit zu solchen Zustimmungen nicht.


    Wir sind ein Verein, der darauf angewiesen ist, dass Kinder aus anderen Vereinen zu uns kommen, damit wir höherklassig spielen können. Ein Teil der Spieler kommt von sich aus (70-80 %), ein anderer Teil wird von uns angesprochen (20-30 %). Gerne würde ich sagen, dass wir uns dabei immer erst an den abgebenden Verein wenden, aber auch hier sind die Erfahrungen größtenteils schlecht (man wird beschimpft etc.). Fakt ist, dass das Ganze in Hessen größtenteils hinter dem Rücken der Altvereine abgeht, selbst von Seiten der Großvereine (was eigentlich noch jämmerlicher ist).


    Viele führen sich so auf, als ob die Spieler Eigentum der Vereine sind. Das sind sie halt nun Mal nicht. Zu allererst gilt es daher, sich selber so zu positionieren, dass die Spieler in der Regel nicht wegwollen. Ich habe allen meiner Spielern immer gesagt, dass ich nichts gegen Probetrainings woanders habe, solange ich davon weiß und es nicht gerade vor einem wichtigen Spiel ist. Zum größten Teil (aber auch nicht immer) kriege ich Bescheid, falls einer meiner Spieler woanders mittrainiert. Die Spieler kommen ja zu uns, um höherklassig zu spielen. Wie kann ich mich dann hinstellen, und ihnen den Wunsch verweigern, evtl. NOCH höherklassiger zu spielen? Für mich absolut nachvollziehbar.


    Aktuell habe ich einen Spieler, der wohl zu einem Verein wechseln wird, der in der B-Jugend eine Liga höher spielt und zu dem wir ein sehr schlechtes Verhältnis haben. Er hat mir davon erst berichtet, nachdem er ein paar Mal dort trainiert hat. Nicht optimal, aber gut. Er hat nach ein paar Trainings gesagt, dass bei uns das Training besser sei, er aber in der anderen, höheren Liga spielen will und fußballerisch so viel wie möglich erreichen will. Das ist akzeptabel, da er aus diesem Grund vor vier Jahren auch einst zu uns gekommen ist. Meiner Meinung nach tut er sich damit keinen Gefallen, da er dort vermutlich nicht regelmäßig spielen wird (er ist Stammspieler aber kein Leistungsträger bei uns) und er eher auch nicht ins Mannschschaftsumfeld passt. Ich könnte mit dieser Einschätzung aber auch Unrecht haben. All das habe ich ihm nicht gesagt, denn es wirkt nur wie der Alttrainer, der den Wechsel zum Neuverein madig machen will. Ich habe ihm gesagt, wie und wo ich ihn kommende Saison bei uns sehen würde und ihm gesagt, dass er es sich in Ruhe überlegen kann. Es wird wohl mit einem Wechsel ändern. Aber dieser Abgang wäre dann anständig verlaufen und der Spieler kann und wird wohl auch zurückkehren, sollte es nicht so laufen, wie er es sich vorstellt.

    Einmal editiert, zuletzt von Chris ()

  • Radagast


    natürlich entspreche ich deinem Wunsch.



    Ich benutze das Wort nicht gerne, aber was ihr da auf die Beine stellt ist für einen Dorfverein sensationell und vieles für mich vorbildlich.



    irgendwie, und ich finde da auch keine _Erklärung, dass sich das personell im Jugendbereich nicht auswirkt.

    Einmal editiert, zuletzt von guenter ()

  • Chris


    ich stimme dir in vielen Punkten zu, Ansichten werden aber immer durch den jeweiligen Standpunkt geprägt:


    Eltern und Spielersicht.


    mit einem Verein, der den Erstkontakt über den Verein sucht, würde ich erst gar nicht reden. Die erste Kontakaufnahme erwarte ich im Elternhaus. Dass dann danach der Verein informiert wird, da gibt es ja idie unterschiedlichsten Möglichkeiten ist eine andere Sache,
    für mich eine Frage der Fairness.
    bei grösseren Vereinen sollte das von Verein zu Verein geschehen, bei kleineren Dorfvereinen sollten das Eltern oder Spieler übernehmen.


    Ich selbst, habe das auch nie der Vereinsführung offiziell mitgeteilt, aber auch kein Geheimnis daraus gemacht, sondern ganz offen, so als sei dies ein Selbstverständlichkeit, damit umgegangen.


    Ich hätte mir das auch nie von Vereinsseite verbieten lassen, zu keinem Zeitpunkt



    Trainersicht.


    bei wirklich talentierten Spielern begrüsse ich einen Wechsel, unterstützte dieses auch.
    bei Durchschnittsspielern ist das anders. die versuche ich zu halten. Als Trainer, der nah an der Mannschaft war, habe ich Wechselgedanken frühzeitg erkannt, auch ohne dass das mitgeteilt wurde. Gerade wenn der werbende Verein nicht gerade einen positiven Ruf hat, fand ich es gut, wenn der Junge dann frühzeitig ins Probetraining ging.


    Je früher desto besser, je mehr Zeit war gegeben, um mit dem Spieler und Eltern zu sprechen und alle möglichen Probleme
    anzusprechen, was letztlich oft zum Umdenken führte. Unruhe entstand da in der Mannschaft nie, weil ich dafür sorgte, dass ganz offen darüber gesprochen wurde.


    Vereinsseite


    echt wechselwillige Spieler hält kein Verein auf. denkt ein Vereinsvorstand nicht nur kurzfristig, sondern vorrausschauend,
    dann wickelt er diesen Vorgang so ab, dass der Spieler den Verein nicht in Unfrieden verlässt, sondern eine gute Erinnerung
    behält, dann nämlich kommt er irgendwann in diesen Verein zurück.
    und ich kenn einige Vereine bei, die heute von einheimischen Trainern trainiert werden, die in ihrer Jugend höherklassig gewechselt sind, aber auch Spieler, die, dann besser ausgebildet, wieder zurückkommen.


    in unserer Region habe ich das Wort "Trainingsbescheinigung" noch nie gehört.


    ich hatte jetzt unterste und mittlere Vereine im Blick, wie es ganz Oben aussieht und zugeht, entzieht sich meiner Blickwinkel.



    persönliche Ansichten:


    wir wären nie zum Probetraining gegangen, damit der Verein sichten kann.
    Uns wurde das sogenannte Probetraining, auch immer angeboten, damit meine Söhne feststellen konnte, wie es dort zugeht und ob es ihnen so passt und entgegenkommt.


    sie wurden immer in Spielen gesichtet, was für mich auch wesentlich mehr Aussagekraft hat.


    Wenn ich mich für einen Spieler interessierte, im aktiven Bereich auch für den Verein, dann habe ich mir ein Spiel angeschaut, sein ganzes Verhalten im gewohnten Umfeld, ein paar Fragen an Zuschauer gestellt, dann wusste ich mehr als jede Sichtung bring.


    ich kann mir vorstellen, dass das die 20-30 % der Spieler betrifft, die Chris aufführt, Spieler die der Verein unbedingt haben will.


    auch hier, ganz Oben sicherlich anders.


    mein Jüngster, ging 5 Monate bei einem Leistungsverein wöchentlich einmal ins Training, machte Freundschaftsspiele mit.
    da hatte keiner nach irgendeiner Trainingsbescheinigung gefragt, kein Vorstand offiziel informiert worden, trotzdem war das jedem bekannt, weil wir ganz offen damit umgegangen sind.


    das geschah aber nicht, um festzustellen, ob er Leistungsmässig für den Verein interessant ist, sondern um festzustellen, ob es
    fürh ihn passt.


    Geht aber auch nur, wenn der Verein auf einen zukommt, und nicht wenn man irgendwohin geht um gesichtet zu werden.


    wie gesagt, meine ganz ureigene Meinung.

  • Verhindert denn die Verweigerung einer Trainingserlaubnis während der Saison, dass wechselwillige Spieler den verein während der Wechselfrist verlassen ? Ich vermute mal, nicht. Aber sie könnten ihn zumindest in dieser Beziehung in schlechter Erinnerung behalten.
    was passiert, wenn ich die Bescheinigung während der Saison ausstelle ? Einigen Spielern wird es zusagen und sie werden wechseln. andere werden feststellen, dass es nichts für sie ist. Genauso, als wenn ich die Bescheinigung erst nach der Saison gebe.
    Man kann doch die Genehmigung immer für das einzelne Training geben. Dort kann man darauf achten, dass der Spieler nicht gerade vor einem Spieltag oder an einem eigenen Trainingstag dort trainiert. außerdem habe ich so auch immer den Überblick, wer wie oft trainiert ( Überlastung ) und könnte dort regulieren. Das wären dann auch vernünftige Gründe für eine terminliche Verschiebung des Probetrainings, die sicherlich auch Spieler und Eltern akzeptieren können.

  • Trainersicht.


    bei wirklich talentierten Spielern begrüsse ich einen Wechsel, unterstützte dieses auch.
    bei Durchschnittsspielern ist das anders. die versuche ich zu halten. Als Trainer, der nah an der Mannschaft war, habe ich Wechselgedanken frühzeitg erkannt, auch ohne dass das mitgeteilt wurde. Gerade wenn der werbende Verein nicht gerade einen positiven Ruf hat, fand ich es gut, wenn der Junge dann frühzeitig ins Probetraining ging.



    Servus und einen guten Sonntag,


    wenn der Vater des durchschnittlichen Spielers Dir in 5 Jahren sagen würde: Hey Günter, damals hast Du uns empfohlen bei diesem Verein zu bleiben, aber es wäre vielleicht doch besser gewesen zu diesem "besseren" Verein zu gehen, dann wäre er vielleicht bei einem höherklassigen Verein gelandet, evtl. Bundesliga, ChampionsLeague Finale (überspitzt, aber im eigentlichen Sinne geschrieben)... Oder so etwas Ähnliches.


    Was würdest du dann sagen?


    Früher hieß es, die Jungs, die bei unserem BFV-DFB Sichtungstag sich zeigen dürfen, werden vom Trainer bestimmt. Mein Co hat mir diese Frage gestellt, wen wir bei 11 Jahren dahin schicken und wen nicht. Ich habe ihm gesagt, dass ich definitiv diese Stiefel nicht anziehen will, genau aus diesem Grund eben, dass ich es nicht verantworten kann, ob aus einem was wird, wenn er woanders spielt, das will ich nicht bestimmen, weder positiv noch negativ. Deswegen habe ich den Eltern eine mail geschickt, dass jede/s Kind da berechtigt ist, wenn es hinwill. DA bekommen die Kinder eh einen Brief vom BFV, der benachrichtigt, wann und wo die DFB-Sichtung ist. Mich haben 2 Elternteile gefragt, ob, ich habe dann gesagt, jeder solls selber entscheiden.


    Wenn einer zu mir kommen und fragen würde, ob er weggehen kann/darf/soll, würde ich nie für ihn entscheiden. Die Eltern dieses Kindes sollens entscheiden. Ich kann evtl. einen Rat geben, entscheiden will ich definitiv nicht. Wie ich befürchte, kommt irgendwann ein Tag, wo die Eltern dieses Kindes mir sagen: Was wäre, wenn.....


    Genau dieser Punkt würde mich nicht in Ruhe lassen.


    Deswegen mein Motto: wer weiterziehen will, den soll man nicht festbinden.


    Schönen Feiertag,


    Uzunbacak

  • Hallo ,


    Ich bin neu hier aber würde mich gerne auch zu diesem Thema äußern.


    Bei uns im Paderborner Kreis ist es gang und gebe das Spieler mitten in der Saison bei anderen Teams mit trainieren mit oder ohne Probeerlaubnis. Leider wird da keine Rücksicht genommen ob mitten in der Saison oder erst am Ende. Leider ist es hier oft so das höherklassige Mannschaften manchmal ganze Blöcke von Spielern einlädt und einen Domino Effekt auslösen das viele Mannschaften Probleme haben überhaupt Jugendmannschaften zu melden, da ein Bezirksligist meint 28 Spieler im Kader zu haben und es in kauf nimmt das wenn man den einen Spieler haben will das man halt die 5 besten kumpels auch mit nehmen muss.


    Ich bin der Meinung jedem Spieler eine Probeerlaubniss zu geben wenn er in eine höherklassige Mannschaft wechseln kann oder halt durch unruhe in der Mannschaft oder im Umfeld des Vereins wechseln möchte.
    Wenn ein Verein der gleichen Spielklasse kommt und einen angagierten Trainer hat der den ganzen Spielerkreis seines Jahrgangs bereits als Facebook Freunde hat und meint jeden Hans und Franzt verpflichten zu wollen finde ich das die Spieler da warten sollten bis die Saison vorbei ist. Unser Fußballobmann sagt "Reisende soll man nicht aufhalten" denn ein unzufriedener Spieler bringt keine Mannschaft weiter.


    Gruß
    Daniel

    Daniel Kirstein
    U19 Trainer DJK SSG Paderborn