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  • Zitat Annie:

    Zitat

    @ TW: Meinst Du, daß das Kind noch kommt, wenn ich den Vater weg schicke? Ich schätze, er wird dann direkt zum nächsten Verein gehen.

    Würde ich einfach ausprobieren. Anders geht es ja wohl nicht, da Du schreibst, dass der Vater sich nicht ändert. In beiden möglichen Fällen wärst Du das Problem los.

  • Annie


    Natürlich muß man damit rechnen, dass dieser Vater meint, er könnte in einem anderen Verein Sonderrechte erlangen. Doch fast immer wird daraus nichts. Denn in den Nachbarvereinen ist der "Brüllaffe" am Rande von Wettkämpfen bereits negativ aufgefallen. Den will dort niemand sehen, selbst wenn sein Sohn noch so gut spielt. Auch in weiter entfernten Stadien wird es nicht lange geduldet, dass sie ein Vater durch "Hineinrufen" in die Trainerkompetenzen eingreift.


    Du gehst also das kurzfristige Riskiko ein, einen guten Spieler für deine Mannschaft zu verlieren. Mittelfristig wird deine Mannschaft jedoch davon provitieren, weil ist so in Ruhe trainieren und mit mehr Spaß spielen könnt.


    Wenn du das Problem nicht löst, dann wirst du ein Teil davon und dir bleibt nur noch eine andere Sichtweise (Aussitzen) des Problems übrig. Gehst du ein begrenztes Risiko ein, indem du diesen Vater in seine Schranken weißt, dann kennst du für das nächste Mal eine Möglichkeit des Handelns, um so eine Situation zu bewältigen!

  • @ Karl & TW:


    Aussitzen werde ich definitiv nicht. Wie schon angemerkt steht ein Gespräch mit unserem JOB, den Vater und mir ggf. auch meinem Co an.
    Da werden dann die Karten auf den Tisch gelegt werden müssen.


    Das "Hochreichen" des Spielers an die D haben mein Co und ich für uns schon abgehakt, das macht keinen Sinn sondern verlagert nur das Problem ... und in einem Jahr wäre alles wieder bei uns. Und es könnte tatsächlich wie "Belohnung schlechten Benehmens" aussehen für andere Kinder / Eltern.


    Ergo bleibt es dabei, daß entweder ein sofortiges Umdenken erfolgen muß bei Vater und Spieler und daß der Vater ggf. von unseren Spielen ausgeschlossen wird oder als 2. Option der Verein gewechselt werden sollte. (Was das Problem dann in einen anderen Verein verlagert aber auch nicht löst ...) :(

  • Annie


    bei all dem löblichen Bemühen für deine Spielerin, sollte bei allen Entscheidungen für dich als Trainerin immer die
    Mannschaft im Vordergrund stehen, die hat absolute Priorität.


    gg

  • @ Günter: Ja, das sehe ich auch so, deswegen sind wir jetzt ja dabei, eine Lösung zu finden.
    Und btw., es ist ein Spieler ... ich habe derzeit nur 2 Mädels, und die sind pflegeleicht. :)

  • Annie


    Bitte nimm es Günter nicht übel, dass er nicht weiß, das es nicht die beiden Mädels bzw. deren Eltern in deiner Jungenmannschaft sind, die dir Probleme machen. Er ist schon alt und vergißt manchmal den Anfang, wenn er zuende gelesen hat. Das Kurzzeitgedächtnis halt ... :thumbup:


    Doch nun noch einen Rat für den richtigen Zeitpunkt deiner beiden Mädels vom Jungen- in den Mädchenbereich. Der richtige Zeitpunkt ist der, an dem die Mädchen erkennen, dass sie bei den Jungen keine Chance mehr haben an den Ball zu kommen bzw. einen Zweikampf zu gewinnen. Wenn sie es selbst möchten, entwickeln sich die Mädchen sportlich besser in einer Jungenmannschaft, weil dort meist ein dynamischer und schneller Fussball gespielt wird, der sie anschließend in die Lage versetzt, sich auch besser in einem Frauenteam durchzusetzen.


    Die meist bessere sportliche Entwicklung ist auch der Grund, warum die Verbände, insbesondere aber der DFB darauf drängt, dass weibliche Talente zusätzlich oder nur in Jungenteams spielen.

  • So, für Euch mal ein update zu unserem "Fall":


    Die Stimmung im Team hat sich sehr gebessert. Wir haben mal ein Training spontan ins Freibad verlegt und dort zusammen mächtig viel Spaß gehabt, das hat uns allen (Kindern und Betreuern) extrem gut getan. Danke für die Anregung - wir werden versuchen, ab der nächsten Saison regelmäßig mal ein Training zum Teamevent umzuwandeln, um der Mannschaft zwischendurch ein wenig Kraft zurück zu geben.


    Die beiden letzten Saisonspiele haben wir dann übrigens ungefährdet gewonnen - eins davon gegen den Staffelsieger, gegen den wir im Hinspiel noch furchtbar ausgesehen haben.
    Erfolgsgeheimnis? Gute Stimmung im Team, kein Gemecker sondern anfeuern und - ganz entscheidend - Zusammenspiel statt Einzelgänge.
    Da waren Spielzüge bei, nach denen sich jeder Fußballfan alle 10 Finger leckt, und wir waren mächtig stolz auf die Kids.


    Zu unserer "Problemfamilie":
    Es hat ein Gespräch mit den Eltern und dem bereits erwähnten Kind gegeben, die neue Jugendleitung ist da sehr engagiert.
    Dem Vater wurde klar gemacht, daß es absolut unerwünscht ist, irgendwelche Anweisungen oder gar negative Kommentare abzugeben, weder im Training noch im Spiel. Er zeigte sich einsichtig - mal sehen, ob das vorhält.
    Ähnlich bei dem Jungen. Er hat bei den beiden oben genannten Spielen anscheinend erkannt, was er die letzten Monate falsch gemacht hat und ebenfalls Besserung gelobt.


    Mit der Jugendleitung haben wir jetzt gemeinsam Folgendes besprochen: Da der Junge fußballerisch sehr weit ist, möchten wir ihm natürlich auch die Chance zur Weiterentwicklung geben. Daher haben wir gesagt, wenn er bei unserem Training und unseren Spielen zeigt, daß er soweit ist (also nicht nur Anwesenheit sondern Übernahme einer Führungsrolle, insoweit ein Zehnjähriger das schon kann), sich engagiert, den Anweisungen folgt ohne Gemecker und vor allem ohne Beschimpfungen von Mitspielern geben wir ihm die Möglichkeit, zusätzlich einmal wöchentlich bei unserer D-Jugend mit zu trainieren.
    (Ich sehe zwar für die nächste Saison unsere E1 stärker als die D, aber wenn es hilft ;) )
    Sollte es bei uns irgendwelche Schwierigkeiten geben, findet auch das D-Training für ihn nicht statt.


    Was haltet Ihr davon?


    LG
    Annie

  • Annie


    dieses Forum ist deshalb einzigartig, weil es allen Fussballinteressierten die Möglichkeit gibt, Nützliches für sich zu finden ohne seine Identität preisgeben zu müssen. So freut es mich, dass auch du die gewünschten Informationen finden und in der Praxis anwenden konntest.


    Für die neue Saison wünsche ich dir und deinem Team alles Gute! Und wenn`s noch mal irgendwo hakt, dann schreib uns ruhig! Es gibt hier fast auf jedem Gebiet fachkompetente Leute, selbst bei "Zickenalarm"!

  • Wenn die Eltern anfangen, über andere Kinder herzuziehen, ist die rote Linie definitiv überschritten.

    Das sehe ich auch so! Der Trainer muss die Kinder vor Vätern schützen können, die andere Kinder beschimpfen! -


    Wie das im einzelnen aussieht? - Vielleicht mal den Vater fragen, was er meinen würde wenn sein Kind von einem anderen Vater beschimpft würde. Wenn er meinen sollte, da gibt es ja keinen Grund, bei den anderen Kindern hatte er aber einen Grund, tja, dann muss sich der Trainer auf die Hinterfüße stellen.


    Die Jugendleitung ist desöfteren unterrichtet und tut nichts, es kommt darauf an, wie sie sich verhält, wenn der Trainer von seinem Hausrecht gebrauch macht, und den Vater von jeder weiteren Veranstaltung, sei es Training, sei es ein Spiel, ausschließt.


    So einen Fall hatte ich mal, es kam zu einer wüsten Schreierei im Umkleideraum, die auch der letzte Besucher dieses Hallenturniers gehört hat, es war kurz davor, dass es zu einer Schlägerei gekommen wäre, bei der ich, 60 Jahre den kürzeren gezogen hätte. Aber ich kann es nicht zulassen, dass ein Kind von einem anderen Vater dermassen niedergebrüllt wird, wie es der Fall war. Als er von dem Kind abgelassen hatte habe ich zurückgesteckt. Der Jugendleiter hat gar nichts getan, hat mir aber an anderer Gelegenheit zu verstehen gegeben, dass ich ja wohl selber wüsste, was zu tun ist, und dass er sehr wohl weiss, wie die Eltern sich desöfteren verhalten. Ich gehe davon aus, dass er, wenn ein Elternteil sich beschweren kommt, auch nichts tut, oder darauf hinweist, dass der Trainer wohl wissen wird, was er tut.


    Warum solche Dinge allerdings immer wieder vorkommen, das weiss keiner. - Beim nächsten Turnier habe ich dem Vater die Wahl gelassen, er kann es ja wieder darauf ankommen lassen, ich schreie solange dagegen bis der Veranstalter kommt, und dann können wir ja sehen, wer von den Saalordnern aus der Halle geführt wird, der, der auf dem Meldebogen als Trainer steht, oder der, der lauter schreit. - Mir zittert jetzt noch alles, wenn ich daran zurückdenke.


    Erstaunlicherweise vertehe ich mich mit diesem Spielervater inzwischen recht gut! - Muss aber immer wieder aufpassen, welche Handlungen er ergreifen wird, welche Politik er betreibt.


    An einen Trainer können in unseren Vereinen, die ja in gewisser Weise Teil des DFB sind, manchmal ganz schön hohe Anforderungen gestellt sein, es gilt in diese Aufgaben hinein zu wachsen. Zu diesen Aufgaben, zu diesem Wachsen gehören üblicherweise Trainer, Spieler und Eltern. Das ganze ist ein buntes "Spiel". Wenn das alle Beteiligten bedenken, dann sollte es nicht zu bösem Blut kommen, bei allen Auseinandersetzungen, die nunmal (oftmals leider) vorkommen (müssen). Wenn ich den Spielervater mit dem ich die wüste Schreierei gahabt habe nur nach meinem damaligen Wissen beurteilt hätte, dann hätte ich ihm sehr Unrecht getan!

    Grüße, Michael

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