Sehr inhomogenen Kader trainieren

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  • Danke Fußballbaron, aber bischen theoretisch und wohl eher auf einen ganzen Trainer&Betreuerstab
    von X Leuten ausgerichtet.
    Für meinem konkrete Problem, wie ich ein heterogenes Team alleine weiterzubringen kann,
    bleibt nur die Gruppeneinteilung nach Leistungsstand.


    Gruppeneinteilung brauchte ich gestern beim Training übrigens nicht.
    Da wir bereits Di. trainiert hatten, alle Spieler am Mi. zum Testspiel mit waren hatte ich den Do. Termin
    ausnahmsweise als freiwillig deklariert.


    Es waren deshalb nur 9 Kinder da, ratet mal welche??


    Torwart, 7x Kat 1+2, und 1x Kat 4.


    Und dann der Hammer:
    Der eine Kat 4 Junge erzählte mir, er werde zukünftig nur noch am Do. zum Training kommen,
    weil er am Di. zur Trainingszeit jetzt immer Basketball macht.
    Reicht ja auch. Alles klar.


    Und da kommt man dann wieder ins Grübeln, an wen soll man das Training ausrichten ???


    Andere Trainer (auch aus dem Verein) machen es sich da deutlich einfacher und sagen:
    Fördern, Nö! Lass die einfach mitlaufen, spätestens in der C ist da eh Schluss.
    Dass ich sie auch regelmässig auch in knappen Spielen einsetze wird da schon fast belächelt.

  • Finde es löblich das du es so machst. Bin derzeit auch mit 16 Spielern in der E-Jugend alleine. Bei den Spielen in der Rückrunde gibts kein Problem, da wir ein zweites Team nachgemeldet haben und alle mehr als genug zum Einsatz kommen werden. Aber deine Lösung für die Spiele hört sich sowieso sehr gut an, so ähnlich habe ich es in der Hinrunde auch versucht.


    Beim Training ist es natürlich problematischer. Muss mich jetzt auch erst mal wieder dran gewöhnen, da mein Co es fast gar nicht mehr zum Training schafft. Mein Vorteil ist allerdings, dass ich eine breite Mitte habe. 3-4 Spieler die richtig gut sind, 2 die total abfallen und der Rest (ca. 10) ist auf einem recht guten und ähnlichen Niveau. Dabei versucht man natürlich alle Spieler zu fördern und gezielt zu verbessern, zumal ich bei vielen aus der Mitte großes Potential sehe.
    Den Fokus lege ich auf alle gleichermaßen, versuche jedem Tips und Korrekturen zu geben. Die beiden schwächeren interessieren sich jedoch nicht so viel dafür, bzw. falls sie mal vernünftig zu hören, dann ist es für sie schwierig es umzusetzen. Die stärkeren saugen Tips geradezu auf und können es meist schnell umsetzen. Das ist dann vermutlich eine Definition von Talent ;).


    Werde es in der Zukunft wieder damit versuchen, dass ich einen Teil spielen lasse (4 gegen 4) und mit dem anderen gezielte Übungen mache. Nach der Hälfte der Zeit wird getauscht. Die Gruppeneinteilung kann dabei ganz unterschiedlich gemacht werden, je nachdem was gerade das Trainingsziel ist. Es hat ja jeder unterschiedliche Stärken und Schwächen. Bei meinem Team kann ich die spielende Gruppe auch alleine lassen. Bei dir könnte bestimmt auch ein Elternteil die Aufsicht übernehmen, bis es ganz alleine klappt. Ich würde eher die gleichen Trainingsinhalte für beide Gruppen machen, klar der Schwierigkeitsgrad kann und sollte variieren. Aber beide Gruppen machen mehr oder weniger das Gleiche. Wenn eine Gruppe Torschuss macht und die andere "nur" Passspiel, dann fühlen sich bestimmt welche benachteiligt, was man vermeiden sollte.
    Wünsche dir viel Spaß und Erfolg für die Rückrunde und vor allem bei der Co-Trainersuche für die neue Saison. Vielleicht ergibt sich ja doch noch irgendwas.

  • Zitat Fussballbaron:

    Zitat

    Von ergänzenden, rein technischen Trainings in den hier wie Pilze aus dem Boden schiessenden, privaten Fussballakademien raten wir als Verein nur deshalb ab, weil sich diese nicht alle Eltern leisten können, und wir - als Leistungsverein - damit Kids aus einkommensschwächeren Familien nicht benachteiligen möchten.


    Du hast in einem anderen Thema geschrieben, dass Du mehrere Fussballschulen mit aufgebaut hast und damit sicherlich auch daran beteiligt bist. bitte berichtige mich, wenn dem nicht so ist. In dem o.a. Zitat sehe ich für mich einen Widerspruch. Einerseits baust Du diese Schulen auf, andererseits rätst Du den Kindern deines Vereins von einem Training dort ab. Für welche Klientel sind diese Fussballschulen gedacht und warum sollten Kinder dort trainieren ?


    Gruß Karl

  • Karl
    Ich bin primär Unternehmer und Berater im Umfeld des Spitzen- und Breitensports,
    Fussballtrainer mache ich aus Spass. Beratung von Fussballschulen ist nur eines meiner zahlreichen Mandate und Projekte im deutschsprachigen Raum.
    Fussballschulen bieten die technische Schulung, ganzheitliche Rundumentwicklung des Kindes, Struktur und Konzepte, wie sie sonst nur in den Teams der Spitzenclubs zu finden sind.
    In allen grösseren Städten besteht eine RIESEN Nachfrage von Eltern, deren Kids es zwar nicht in die Top-Clubs schaffen, ihre Kids aber dennoch in top geführte, funktionierte Schulen senden wollen, die sich deutlich von den Laissez-Fair und JederKannMitmachen Charakter der "Dorfclubs" abheben.
    Die von mir "gecoachten" Schulen sind in dem Sinne nicht öffentlich, weil wir sie ausschliesslich als ready made - Freizeitpakete für die Kids von ExPats angehen und deshalb mit den hier ansässigen Grosskonzernen und International Schools direkt zusammenarbeiten. Weil ExPatKids eh kaum Zugang zu den öffentlichen Clubs haben, stehen "unsere" Soccerschools auch nicht im direkten Wettbewerb mit den öffentlichen Freizeitsangebot.



    In den privaten Schulen fühlen sich Eltern ernst genommen. Sie bezahlen zwar, aber bekommen dafür eine für sie messbare Gegenleistung und - weltweit - gleichbleibende Qualität. Diese Schulen haben Elternräte, organisieren Veranstaltungen für die ganze Familie, Workshops zu verschiedenen Themen (z.B. Ernährung) und machen viel mit anderen Freizeitanbietern der Gegend. Die Schulen bieten damit nicht nur einfach 90 Minuten lang Beschäftigung mit Hortqualitäten, sondern eine in sich stimmige Ausbildung nach Drehbuch, die nicht mit dem Trainingsende, sondern über flankierende Angebote wie Webseiten, Foren und Apps immer weiter zu einem umfassend LifeStyle Angebot für ExPats aufgebaut werden, die weit über Fussball hinausgehen.
    Als Unternehmer möchten wir die Jugend nicht nur beim Fussball, sondern ihre ganze Freizeit ;)
    Wenn wir die vielen ExPats in der Schweiz schon haben müssen, dann gehören sie auch richtig abgezockt ;)

  • @ Nichtschwimmer
    Ich rate Dir davon ab, in den zwei Gruppen unterschiedliche Themen zu bearbeiten. Hatte ich auch in meinem Post erwähnt. Hat mehrere Gründe. Erstens vertrete ich die Auffassung Schwerpunktthemen in Blöcken von 4 - 6 Wochen ( nur als Anhalt ) zu trainieren. Hat sich der Schwerpunkt schon schneller verfestigt, dann eben weniger. Wenn nicht, eben länger. Hat etwas mit Automatismen zu tun und die erreichst Du durch kontinuierliche Wiederholungsraten über einen längeren Zeitraum. Gerade bei einer D sollte dies bezüglich der Trainingsmethodik viel in der Spielform passieren. Machst Du dies bei Kat. 3-4 ( noch keine gefestigte Ballsicherheit ) mit einem leistungsangepassten Mix aus Übungs- und Spielform passt das schon. Sie sollten dadurch zunächst mehr Sicherheit bekommen und so durch hohe Erfolgsrate ihr Selbstbewusstsein stärken können. Steht bei dieser Gruppe im Vordergrund. Bei 1-2 ( gefestigte bis hohe Ballsicherheit ) solltest Du hier zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrades auch gruppentaktische Elemente integrieren. Ganz wichtig in der D. Hinterlaufen und Kreuzen sei genannt oder Tiefenstaffelung beim 2:1 usw. Durch diese zusätzlichen Aufgabenstellungen werden auch diese Jungs leistungsgerecht gefordert und gefördert. Aber immer und alle im selben Thema.


    Hat nämlich noch einen Grund und der ist ebenso wichtig. Du bist allein. Das ist Fakt. Was ist der Vorteil wenn Du nun nur ein Schwerpunkt trainierst ? Ganz einfach: Du kannst Dich auch voll und ganz darauf konzentrieren. Und das solltest Du auch unbedingt. Wenn Du bei jedem Training alles sofort korrigieren möchtest ( und zeitnahe Korrektur ist die Aufgabe eines Trainers schlechthin ) was außerhalb des avisierten Schwerpunktes " schief" läuft, geht Dein Akku rapide in die Knie. Zudem ist Trainingsnachlese für mich als Trainer genauso wichtig wie die Vorbereitung. Wo waren sie überfordert, wo unterfordert. Und das Ganze auf zwei Gruppen bezogen. Wie willst Du das alleine bewerkstelligen ? Konzentriere Dich aufs Wesentliche. Deswegen nur ein Schwerpunkt für beide Gruppen.

  • Steini:


    So war das auch nicht gedacht, beide Gruppen sollen beide Stationen durchlaufen,
    also eine Art Circle.
    Nur mit unterschiedlicher geforderter Intensität / bzw Schwierigskeitsgrad.


    Beide Gruppen sollten idealerweise permanent beschäftigt sein,
    Wartezeiten verschwinden bzw. zumindest halbiert werden.


    Dabei können beiden Stationen den gleichen Schwerpunkt haben,
    müssen aber nicht.
    Es gibt Themen, die ich permanent (und nicht als Schwerpunkt) bearbeite,
    wie Koordination/Kondition (mit Ball), Ballkontrolle, Dribbling und Torschuss
    (damit auch unser Torwart, der sonst kein extra Training bekommt aktiv ist)

  • Zitat Nichtschwimmer:

    Zitat

    ...damit auch unser Torwart, der sonst kein extra Training bekommt aktiv ist...


    Meinst Du damit, dass er kein spezielles TW - Training bekommt oder dass er bei den TE der Mannschaft überwiegend im Tor steht ?

  • Meinst Du damit, dass er kein spezielles TW - Training bekommt oder dass er bei den TE der Mannschaft überwiegend im Tor steht ?


    Genau, kein extra TW Training. Er macht alle Übungen normal mit,
    nur bei Torschussübungen und Abschlussspiel steht er dann natürlich im Tor.
    Nicht ideal, aber anders gehts alleine nicht.

  • Ich würde den TW auch im Abschlussspiel abwechselnd als Feldspieler einsetzen. kostet Dich auch nicht mehr an Aufwand.
    vielleicht lässt sich bei Euch ein zusätzliches Mannschaftsübergreifendes TW - Training im Verein organisieren. Oder vereinsübergreifend zusammen mit einem oder mehreren Nachbarvereinen. Aufgrund der Trainersituation bei Dir, muss man auch über neue Wege nachdenken.
    Herrscht innerhalb der Trainingsgruppe Disziplin, fällt auch noch Zeit für einige Übungen mit dem TW ab. Oder der Junge kommt etwas früher zum Training.