Versicherungstechnisch: 1 Trainer - bis zu 26 Kinder im Training?

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  • Man kennt diese blöden Vorher-Nachher-Erfahrungen: vorher geht man zB davon aus, dass man was - das Training einer 2001er D3 und D4 - gemeinsam macht, nachher steht man allein da, mit 2 Teams u. bis zu 26 Kindern: trainingsdidaktisch sicher eh katastrophal, aber wie sieht es versicherungstechnisch aus? Kann man das überhaupt auf seine Verantwortung nehmen? Ein 16-jährige Sohn des "Trainerteam"-Kollegen soll kommen u. helfen, kann aber 1. nicht verantwortlich die Aufsicht führen und hat 2. mir gesagt, dass er gar nicht wolle... Ich hatte bisher 1mal in einem Notfall mit 20 Kids,12-bis 13-jährigen, Training gemacht, war nur Unruhe, Stress, aber nun soll die Not die Regel werden und Abhilfe ist nicht erwartbar: so ist das eben, wenn Jugendtrainer mit nichts bezahlt werden: viele schicken ihre Kinder hin, doch kaum einer will es oft machen... Aber gibt es Regeln, was noch zulässig, verantwortbar ist bzgl. der Aufsicht (an viel Beibringen ist ja kaum zu denken)?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Grundsätzlich kann ein Trainer auch über 30 Kinder beaufsichtigen so wie ein Grundschullehrer onder Sek I-Lehrer seine 28-32 Kinder im Sportunterricht.


    Sollte ein Vorfall bei einem Auswärtstraining- oder Spiel passieren ... oder bei einem Ausflug in einem Freizeitpark, so soll zumindest in Niedersachsen die Aufsichtsperson einfach die Polizei rufen. Diese übernimmt dann die Aufsicht, bis man selber wieder zur Verfügung steht (mit dem Kind aus dem Krankenhaus kommt).



    Da ich fast jede Woche an die 20 Kinder beim E-Jugendtraining habe, muss ich dir auch widersprechen, dass man ihnen nichts beibringen kann. Man muss die Gruppe halt nur aufteilen.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Vielen Dank, dann weiß ich Bescheid. Ich weiß, im LZ sind Kinder zB hochmotiviert, machen viel "automatisiert" von allein: da "wollen" alle! Hier aber ist es ein bunter Haufen mit vielen "Störern", um die man sich intensiv kümmern müsste: wie sollte da fürs Training der Motivierten, gar individuelle Beobachtung und Korrektur, Raum o. Nervenkraft bleiben? Ich jedenfalls sehe mich dazu nicht imstande, allen irgendwie gerecht zu werden, kann nur gratulieren, wenn man das schafft...

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  • In der Regel möchte ich die Trainingstage "allein mit bis zu 26 Kids" nun als freiwilligen Spiele- und Miniturnier-Tag gestalten, sofern ich nicht (kostenneutral zB im Austausch) Gasttrainer gewinnen kann: ein Gastteam kommt, wir spielen über Kreuz Hin- und Rück-Trainingsspiele als Miniturnier Gast vs Heim-1A, Gast vs Heim-1B, Heim-1A vs Heim-1B und zurück... Da Freundschaftsspiele bei uns (NFV)ab 9er-D zwingend gemeldet werden müssen (mit Schieri-Pflicht, was dann zusätzlich Geld, Aufwand, Zeit kostet), nur so unfallversichert seien (bzgl. Gast, so unser Jugendwart), wäre die Frage, wie es bei "gemeinsamen Trainings" in Form des Trainings-Miniturnier ist: müssen diese dann auch komplett gemeldet werden, um nicht in Teufels Küche zu kommen? Dann wäre die Idee wg Zeit/Geldaufwand für uns gestorben... Weiß wer, wie es sich verhalten könnte, wo man infos bekommen kann (vereinsintern weiß keiner eine Antwort)... Danke!!!

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  • Nach meinem Kenntnisstand kannst du auch ein Trainingsspiel mit einem anderen Team austragen ..... wer soll dir das verbieten? Ihr legt euer Training zusammen und gut ist es.


    Die Pflicht mit den Meldungen gibt es ja nur, weil da trotzdem bei "Freundschaftsspielen" teilweise die Axt kreist und der Gegenspieler wild angegangen wird.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • ich habe gerade gestern erstmalig das 'Vergnügen' gehabt, 20 D-Jgd.-Mädchen (älterer und jüngerer Jahrgang) als einziger Trainer gegenüber zu stehen. Hintergrund ist, das wir ein Mal die Woche mit der 1. und 2. D-Jgd. zusammen trainieren wollen und einmal getrennt. Im Normalfall sind beim gemeinsamen Training 3-4 Betreuer anwesend und eine Einteilung in beaufsichtigte Gruppen ist möglich. Gestern stand ich aber alleine da.
    Fazit: Trotz vorher gefertigtem Ablaufplan war es die totale Katastrophe, die eingeteilten Gruppen (hatte drei Gruppen eingeteilt zu je 6-7 Kinder) konnten einfach nicht genügend von mir begleitet und angeleitet werden. Wenn man dann noch anfängt, die zuerst aufgebaute Hütchenanordnung für die nächste Übung umzubauen und die Übung erklären zu wollen, dauerst alles zu lange, es entsteht eine zu große Unruhe und so weiter und so fort, ein geregeltes Training war nicht möglich. Bei leistungsorientierten Kindermannschaften mit entsprechender Disziplin mag das möglich sein, aber eine Durchschnittsdorfmannschaft kann man in dem Zahlenverhältnis nicht trainieren.
    Das Ende vom Lied: Nach 20 Minuten aufgegeben, 4 Mannschaften eingeteilt und einfach auf 2 Spielfeldern ein Turnier gespielt. Wenn mir das noch einmal passiert, fange ich mit 'normalen' Training gar nicht erst an und werde nur Spielen lassen.
    Und der Versicherungsaspekt ist mir gar nicht in den Sinn gekommen.........

  • Also ich schaff's nicht, mit 20 Kids "vernünftig" zu trainieren, lizensierter Kollege auch nicht. Wenn nun aber mangels erwachsenen Trainern (die auch mal fehlen/krank sind) ein 16-jähriger trainiert, wie das? Er darf u. kann doch allein keine Aufsicht führen, oder? Wenn nun die 11-jährigen allein schwere Tore aufbauen sollen, die dereinfachhalber nie fixiert werden, gar 5- o. 7-jährige dazwischen herumwuseln, wer trägt dann die Verantwortung? Es wurden ja schon Kinder von Toren erschlagen, diese Gefahr find ich hier so unrealistisch nicht. Ich hab es dem Trainer mitgeteilt, der 3mal meinte "Davon weiß ich nichts!", bis ich schwer von Begriff endlich verstand, dass er sich pragmatisch dummstellen will. Ich informierte auch den JL (abgesehen von Verletzten o.mehr: Verein u. Vorstand - persönlich - würden mE haften) vor Wochen, keine Reaktion. Mein Frau drängt mich nun, aus Verantwortung, Ziilcourage oder was immer was zu tun, da "Gefahr im Verzuge" sei, man nicht mal nur träge o. grob fahrlässig, sondern mutwillig u. vorsätzlich Risiken an Leib u. Leben der Kinder in Kauf nähme etc. Wenn was passiere, sei ich ebenso schuldig.
    Ok, aber was tun, falls ich es nochmal sähe/wüsste? Ich werde danach im Verein ja einen Kopf kürzer sein, obwohl uU den Vorstand vorm Ruin mitschütze, sofern wirklich die Gefahr besteht... Oder kann man es nochmal im Guten probieren, auf irgendein Merkblatt zum Versicherungsschutz u. Haftung im Extremfall hinweisen?

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  • Hallo Kicker,


    dass das "eigentlich" nicht geht, ist ja selbstverständlich. Falls etwas passiert, ist wohl der Verein dran, denn er hat die Aufsicht an den (dafür ungeeigneten) Minderjährigen übertragen. Lesefutter dazu: http://www.bsj.org/fileadmin/p…rtlichen_Jugendarbeit.pdf


    Wobei Dir die rechtlichen Aspekte doch eigentlich schnuppe sein können. Wenn Du es für gefährlich hälst, was da passiert, dann würde ich einschreiten, um die Gefahr eine Unfalls zu bannen. Weiss der Verein (d.h. der Jugendleiter), was da passiert? Wer hat denn den Jugendlichen eingeteilt?


    Grüße
    Oliver

  • Der Sechzehnjährige darf es nicht, auch wenn er schon einen Sportübungsleiterschein hat.

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  • Der Sechzehnjährige darf es nicht, auch wenn er schon einen Sportübungsleiterschein hat.


    Kann man meines Wissens ja gar nicht offiziell. Man kriegt ihn ja erst mit 18, ich zumindest ;)

    „Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere, und alles, was wir für Andere tun, tun wir auch für uns selbst.” - Thich Nhat Hanh

  • dass das "eigentlich" nicht geht, ist ja selbstverständlich

    - sollte man denken, hier aber nicht. Habe erst den Trainer/Vater informiert, dass sein Co/16-jähriges Kind die Aufsichtspflicht nicht gewährleisten könne u. dürfe, aber er weiß auch danach von nichts;-) Der JL wurde beim gemeinsamen Gespräch informiert, hat's auch überhört, 2 Mails mit Bitte um Lesebestätigung (zu meiner "moralischen" Absicherung, da ich keine Eskalation, nicht in Person aufm Platz einschreiten o. übergeordnete Kreisjugendleiter involvieren will) wurden ignoriert. Danke, Link ist klasse, obwohl ersich ja eingangs auf "volljährige" Betreuer bezieht, ohne ganz klarzustellen, dass andere gar nicht alleinverantwortlich zulässig sind - und man die zuständig Verantwortlichen wohl eh nicht freiwillig zum Lesen kriegt... Ich werde RA Dietrich mal drauf hinweisen, dass hier eine Klarstellung nötig wäre, da nicht jeder verstht, was sich von selbst verstehen sollte. Ich hoffe ich bin zumindest nicht zu radikalem Eingreifen wg. "Gefahr im Verzug" verpflichtet, denn dann hätte man alle gegen sich, die bis dato wegsahen o. es verschliefen, dh eben: alle...

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  • Nachsatz: ich dachte, dass Dachauer Urteil gegen JL, Platzwart u. Trainer wg. fahrlässiger Tötung hätte nun wirklich allen "Verantwortlichen" für schutzbefohlene Kinder die Relevanz der Aufsichtspflicht bzw. auch juristische Folgen üblicher Vernachlässigung voll zu Bewusstsein gebracht, beobachte aber ständig das ganz Gegenteil. ZB jedes WE irgendwo nicht verankerte Jugendtore. DH Dachau kann jederzeit wieder passieren, man hat aus dem Tod des 12-jährigen Kindes nichts gelernt (da Kinderleben so unwichtig, trotz aller "Betroffenheit" damals?): wer drauf hinweist gilt oft nur als lästiger Quertreiber bzw. gar Querulant, so dass man sich wiedermal aus Angst nicht traut, den Mund aufzumachen - symptomatisch für Jugendsport in Deutschland?! Jedes Mal einschreiten, sich so einen Namen machen, wer hat dafür Nerven? Der Verband wäre gefragt, aufzuklären!

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