Trainieren des technischen Passes sinnvoll?

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  • Ich danke dir TW Trainer und werde die Übung nutzen....ich kannte sie sogar schon, weil ich sie bei einem höher spielenden Team bereits mal als Warmmacher gesehen habe. Die klatschten sich damals dabei ein, was nun in dieser Form nicht mein Ding ist.


    Was mich dennoch irritiert ist, dass der Spieler ein Einzelfall ist und die anderen hier -trotz Fehlern- eindeutig erkennen lassen, dass sie etwas umzusetzen versuchen.


    Nun gut, ..ich habe heute etwas auf der Seite der Selbstkritik verbucht und versuche es. Ich denke, du hast weise Worte gesprochen! Gruß Andre

  • Zurück zu der Ausgangsfrage: Ist es sinnvoll den technischen Pass zu trainieren?


    Ich bin der Meinung, dass es wie so oft eine Frage des Alters, bzw. des Reifungsstandes der Kinder ist.
    Sorry mir viel kein besseres Wort ein. Entwicklungsstand würde es aus meiner Sicht nicht richtig Treffen, deshalb die obige Wortwahl.
    Mit einem jungen Jahrgang F-ling würde ich nur ganz kurz (maximal 5-7 TE), den Vollspannstoß trainieren.
    Vollspannstoß wähle ich, da er der natürlichen Schuß- und Laufbewegung am nächsten kommt.
    Allerdings wäre der Vollspannstoß in dieser Altersgruppe niemals Trainingsschwerpunkt für mich. Er würde quasi nebenbei trainiert
    werden.Und ich verlange nur die Grobform als Ausbildungsziel.


    Am Ende des alten Jahrgang F-ling käme der Innenseitstoß dazu. Trainingsanzahl und und Ausbildungsziel siehe oben.


    Ab Anfang der jungen E-Jugend wähle ich, da die Spieler koordinativ viel besser drauf sind,schon einmal ein Feinziel.
    Ab alter Jahrgang E-Jugend.
    z.B. Innenseitstoß, Stellung des Standbeines, Durchschwingverhalten des Schußbeines, herausdrehen des großen Onkels(Zehs) usw, usw, usw.


    Jetzt kommt von mir ein großes ABER!
    Als Trainer neigen wir viel zu oft dazu, unsere Idealvorstellung einer Technik/Bewegung als das alleinige Maß aller Dinge zu
    akzeptieren. Wenn man betrachtet, wen man als Trainingsgruppe vor sich hat, dann sind es keine uniformierten Roboter.
    Dort stehen der kleine dicke Paule, der O-beinige Guenter, der schlaksige Karl und viel andere mehr.
    Jeder von ihnen hat einen anderen Köperschwerpunkt, andere Hebelverhältnisse, andere Bewegungswinkel der Gelenke, usw.


    Deshalb bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass ich den Kindern die Idealvorstellung (natürlich nur meine subjektive
    Vorstellung, denn ich bin kein Sportwissenschaftler) der Bewegung zeige.
    Die, für sie, richtige Bewegung finden sie durch viele unterschiedliche Aufgaben in der Übungs- und hauptsächlich in der Spielform heraus.
    Durch mein Training pflanze ich eine Idee in den Köpfen der Spieler ein, ähnlich wie es die "Großen Jungs" im Straßenfussball bei
    den mitspielenden "kleinen Knirpsen" taten. Jetzt habe sie die Chance, ähnlich wie beim "differenziellen Lernen", die für sie
    richtige Bewegungsform zu finden. Hier ist das freie Fußballspielen in ganz kleinen Gruppen (max 4 gegen 4) meiner Meinung nach
    der richtige Lehrmeister.
    Sollten sich einige Spieler nicht verbessern, kann ich sie mir im Spiel immer noch zur Seite nehmen und sie über Fragen auf die
    "richtige" Bewegungsausführung bringen.


    Fazit:
    Ich fordere / zeige /schule im Technikerwerbtraining meine Idealvorstellung der Bewegung. Anschließend überlasse ich es den Kindern, wie sie es umsetzen. Nur im Einzelfall greife ich in den jungen Alterstufen korrigierend ein.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Zitat

    Dort stehen der kleine dicke Paule, der O-beinige Guenter, der schlaksige Karl und viel andere mehr.


    nachdem ich hier persönlich angefeindet wurde, werde ich mein Gästebuch auf meiner Homepage schliessen ... :evil:


    Übrigens war auf dem einzigen Foto von Guenter, welches ich kenne, die Fehlstellung der unteren Extremitäten durch ein blaues Mäntelchen geschickt kaschiert. :thumbup:

  • Zum eigendlichen Thema.


    als meine Aktiven-Zeit zu Ende ging, habe ich wie viele meiner Fussballerkollegen mit dem Tennis angefangen (war damals in)
    natürliich ohne Trainerstunden, Ballgefühl und Kondition war ja da, um einigermassen mitzuhalten.
    Irgendwann gabs dann keine Fortschritte mehr.
    Tennislehrer im Verein mal gefragt, ob er mir helfen kann.
    dann hat er mir mal zuerallerst erklärt dass ich alles falsch mache, meine ganze angewendete, selbst beigebrachte Technik ,vom richtigen
    Schlägerhalten bis zum richtigen ausholen und schlagen.
    wenn ich mich weiterentwickeln wollte müsste ich zuallerst die richtige Techniken erlernen. Kurz versucht, und es dann aber gelassen.


    Ist das nicht bei jeder Sportart so, also auch beim Fussball?


    mag sein, dass sich unmittelbar keine Vorteile ergeben, da das bisher angewandte zur Zeit leichter fällt und sogar erfolgreicher ist.


    Um aber eine dauerhafte Weiterntwicklung zu ermöglichen, ist für mich das Erlernen der richtigen Techniken, dazu gehört natürlich Pass- und Schusstechnik unabdingbar.


    Das muss ja nicht heissen, dass man ureigene spezielle Eigenarten des Spielers, manchmal auch bedingt durch den Knochenaufbau,
    komplett abgewöhnen soll-
    die richtige Technik sollte aber jeder erlernen, um spätere Weiterentwicklungen nicht zu verhindern oder erschweren.


    gg

  • Karl, oder Charles wie wir Saarländer auch gerne sagen, wenn wir mal nett sein wollen.


    Kennst du den nicht, der mit dem Gewehr bei der Jagd hinter dir steht, und deinen Hasen abschiesst?


    ein cleverer Vorsitzender arbeit nicht selbst, er lässt arbeiten.


    Musst nochviel lernen. Wohl deshalb im Forum? :D:D:D:DX(X(

  • guenter:


    Bei versand meines letzten Beitrags hatte ich den deinigen von 18.32 Uhr noch nicht gelesen, da sich beide zeitlich überschnitten haben.
    Dafür habe ich schon wieder was gelernt. - Vorsicht, wenn jemand plötzlich nett zu Dir ist. - Ist meist ein Haken bei.


    Gruß "Charles"