Zu ehrgeiziger Spieler

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  • Schönen guten Abend,


    ich trainiere seit mittlerweile 2 1/2 Jahren die selbe Mannschaft mit Spielern des 2000er und 2001er Jahrgangs !
    In dieser Mannschaft gibt es einen technisch sehr starken, für seine 11 Jahre vom Kopf her sehr weiten Jungen !
    In der Schule und auch bei Athletikwettbewerben fällt ihm alles zu, er muss wenig tun und bekommt immer den maximalen Erfolg. (Elternhaus TOP : immer neue Anziehsachen, Fußballschuhe, Handy und mittlerweile schon Mädchen !!! )
    Wenn Fußball nur ein Sport bestehend aus Kegeln und Slalomdribblings wäre, wäre er der Beste.
    Sobald er aber in Kontakt mit einem gegnerischen Spieler kommt, verliert er sein Selbstvertrauen. (dies ist selbst in Trainingsspielen der Fall)
    Es scheint als wenn er sich mit zu viel, mit "falschem" Ehrgeiz selbst ein Bein stellt. Da reicht dann meist eine negative Aktion aus und
    er verliert sich völlig und steckt auf, hadert mit sich selbst !
    Ich kann fast depressive Anzeichen erkennen weil es bei ihm nicht so läuft wie er von sich selbst erwartet.


    Da ich mit 21. Jahren noch ein sehr junger Trainer bin erkenne ich mich oft in der Situation wieder und versuche ihn gleich wieder aufzubauen, erfolglos !


    Nun tut es mir besonders weh, dass sich die Mannschaft in den letzten 2 Jahren so weit entwickelt hat und einige Spieler mittlerweile beim DFB Stützpunkt sind, diese Entwicklung aber vollkommen an ihm vorbei geht .
    Obwohl er es locker könnte ihm nur sein Kopf im Weg steht.


    Ich weiß mir momentan nicht mehr zu helfen, habe ständigen Kontakt zu dem Spieler und seinen Eltern !


    Die Frage an euch liebes Trainertalkforum, hat jem. Ähnliches durchlebt und wie kam es zu positiven Entwicklungen ?


    MFG

  • sagst du ihm das er es beim Stützpunkt schaffen könnte?
    Lobst du ihn mit den Worten "das kannst du besser ich weiß das"
    Wenn ja nimm den Druck raus, denn auch er darf Fehler machen wie ein schwacher. Villeicht hilft das?


    Wenn es so nicht ist dann Akzeptiere es dass dieser Spieler eben doch nicht beim Stützpunkt landet.
    Ihm fehlt halt etwas. Das ist nicht schlimm und er hat noch Jahre der Entwicklung vor sich.


    LG

  • Laut Beschreibung fliegt ihm nicht nur alles zu, sondern wurde ihm alles "zugeschmissen". Verwöhnen von Hause aus ist nicht schlimm, denn die Kinder sollen es ja mal besser haben, wie wir "Alten", oder liege ich da falsch?


    Natürlich liege ich falsch! Aus den Begrifflichkeiten - ihm fliegt alles zu - ziehe ich den Bezug auf Material, aber weniger auf Materie.
    Die Unterschiede zwischen Training und Spiel in psychologischer Hinsicht kennen wir fast alle und wollen regen Einfluß nehmen.
    Gelingt uns aber nur zum Teil, denn das Elternhaus spielt eine entscheidende Rolle.
    In diesem Fall würde ich auf eine weniger gute Einflußnahme der Eltern tippen.
    Sind sie oft beim Spiel oder Training dabei? Ich kann mir vorstellen, daß das nicht der Fall ist!
    Ist er in seinem zu Hause oft auf sich allein gestellt, z.B. beide Eltern berufstätig?


    Der Junge wird, trotz seiner Fähigkeiten, Angst haben zu versagen und geht mit diesem Vorurteil in den Wettkampf.
    Irgendwann klingt die positive Einflußnahme vom Trainer abgetroschen und ich bilde mir ein, das genau dieser Punkt von ganz anderen Personen verstanden werden sollte!!!


    beste Grüße

  • - Vieleicht ist er kein Teamplayer - deshalb wäre eine Einzelsportart (Schwimmen, Tennis, Laufen, Badminton etc.) besser für ihn, könnte einer der Gründe sein. (Bewußt provokativ von mir gemeint)


    - Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein benötigen Zeit und Entwicklung. Nicht weil es in einigen Bereichen einem zufällt, klappt es in allen anderen Bereichen.


    - Vieleicht liegt ihm Fußball einfach nicht so wie andere Dinge (Sportarten etc.)


    - Vieleicht kann er mit Rückschlägen und Problemen nicht richtig umgehen bzw. zieht die falschen Schlüsse daraus.


    Was ist schon schlimm daran das er nicht den Erfolg hat, den er aus anderen Bereichen kennt. Schließlich ist es doch ganz gut wenn man selbst weiß das man nicht überall der Überflieger ist. Das hat auch etwas mit Selbsteinschätzung und Akzeptanz zu tun.


    Warum muß und sollte er überall der beste bzw. mit der beste sein?
    Warum hast du diese Erwartungshaltung bei ihm?


    Schließlich kann er diese Leistung nicht einmal im Training bestätigen. Wo also ist das Problem? Akzeptiere ihn doch einfach so wie ers ist. Ein Mensch mit Schwächen und Fehlern - so wir alle ;)

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Hallo, also ich ahtte auch einmal so einen "genialen" Spieler.


    Da wirdst Du schon viele Einzelgespräche führen müssen. Wird er denn in der Mannschft aktepziert?


    Vielleicht solltest Du mal auf die Mitspieler achten, wie die mit seinen Fehlern umgehen... daran kannst Du sehr viel erkennen. Ich meine wie die Kids darauf reagieren?


    Es gibt Kinder die brauchen sehr , sehr viel Zuspruch.


    Ist ér denn auch ein Teil der Mannschaft, ich meine wenn die Faxen machen, oder sonst was.. ist er dann dabei, oder sondert er sich ab.


    Wie Du siehst gibt es da 100 Gründe die die Ursache sein können, ich hoffe Du kannst Dir davon was raus ziehen für den kleinen.

  • - Vieleicht ist er kein Teamplayer - deshalb wäre eine Einzelsportart (Schwimmen, Tennis, Laufen, Badminton etc.) besser für ihn, könnte einer der Gründe sein. (Bewußt provokativ von mir gemeint)


    - Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein benötigen Zeit und Entwicklung. Nicht weil es in einigen Bereichen einem zufällt, klappt es in allen anderen Bereichen.


    - Vieleicht liegt ihm Fußball einfach nicht so wie andere Dinge (Sportarten etc.)


    - Vieleicht kann er mit Rückschlägen und Problemen nicht richtig umgehen bzw. zieht die falschen Schlüsse daraus.


    Was ist schon schlimm daran das er nicht den Erfolg hat, den er aus anderen Bereichen kennt. Schließlich ist es doch ganz gut wenn man selbst weiß das man nicht überall der Überflieger ist. Das hat auch etwas mit Selbsteinschätzung und Akzeptanz zu tun.


    Warum muß und sollte er überall der beste bzw. mit der beste sein?
    Warum hast du diese Erwartungshaltung bei ihm?


    Schließlich kann er diese Leistung nicht einmal im Training bestätigen. Wo also ist das Problem? Akzeptiere ihn doch einfach so wie ers ist. Ein Mensch mit Schwächen und Fehlern - so wir alle ;)

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Hallo und guten Abend,


    erstmal bedanke ich mich für das was bisher hier unter meinem Post alles so dazugekommen ist.
    Um eine Sache klarzustellen: Ich erwarte nicht, dass er beim Fußball der Beste ist wie in seinem restlichen sozialem Umfeld,


    ich sehe, dass er die Fähigkeiten hat mehr zu schaffen. Und ich fördere ihn. Rede viel mit ihm.
    Wenn man meinen Post richtig gelesen hat kann er seine Leistung im Training bestätigen. Nur weil er unter Gegnerdruck gehemmt ist heisst das nicht,
    dass man seine hervorragenden fussballerischen Fähigkeiten übersehen muss !
    ER ist ist außerdem total aufgeschlossen, in der Mannschaft anerkannt, niemand meckert nach seinen Fehlern und er ist immer dabei wenn es etwas zu lachen gibt !



    Ich kann vom Elternhaus her nur das offensichtliche erkennen: Ziemlich junge Eltern, beide berufstätig, 1 Jahr alte Schwester, Hausbesitzer.
    Sicher wird er oft auf sich alleine gestellt sein, aber ich denke gerade deshalb ist er vom Kopf schon so weit, weil er sich alleine arragieren muss.