Probleme mit ausbildungsorientiertem Training

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  • Hallo zusammen,




    da ich hier neu angemeldet bin (aber schon länger einige Diskussionen im Forum als "Zuschauer" beobachte), möchte ich erst kurz was zu mir sagen: Ich bin noch ein ziemlich junger Trainer (knapp 19 Jahre), trainiere aber schon seit über 3,5 Jahren. Trainer (und auch Spieler) bin ich in einem Dorfverein, dessen Fußballmannschaften in den untersten zwei Ligen (Gruppe, KKL) spielen.



    So und nun zum eigentlichen Thema:


    Ich habe in diesem Forum schon einiges über ausbildungsorientiertes Training gehört, wie es der DFB für sinnvoll hält (und deshalb wahrscheinlich auch sinnvoll ist ;) ) Und wenn ich das bisher richtig verstanden habe, dann geht es darum, in jeder Altersklasse bestimmte Dinge (und zwar fast ausschließlich NUR diese Dinge) zu lehren. Also in der F-Jugend das 1:1 v.a. offensiv, zudem vielleicht auch schon Passtechniken. In der E-Jugend kommt dann das defensive 1:1 dazu, später dann noch Passtaktiken, Verschieben, Viererkette, ... (wenn die Ausbildungsziele jetzt nicht richtig sind, dann entschuldige ich mich schonmal für mein Unwissen :S )


    Problem bei einem "kleinen" Verein (wie ich in einem "arbeite") ist aber dass wir nicht in jeder Jugend zwei Mannschaften haben für die jeweiligen Jahrgänge (also keine C2 für 1998er und C1 für 1997, sondern eine gemischte C). Wenn wir jetzt so trainieren würden, wie Andre und andere es hier für nötig halten, dann müssten wir zweierlei Training machen. Eins für die, die neu in der höheren Jugend sind, weil die die Ausbildungsziele der jeweiligen Alterklasse u.U. noch gar nicht können und ein Anderes für diejenigen, die schon ein Jahr in der Jugend spielen und den Trainingsschwerpunkt schon (zumindest ein wenig) draufhaben. Wenn ich nur ein Training machen würde, wären entweder die "Neuen" über- oder die "Alten" unterfordert...


    Oder sehe ich das ganz falsch? :(



    Freue mich auf nette und hilfreiche Antworten, da ich nächste oder spätestens übernächste Saison eine neue Mannschaft (am Besten F- oder G-Schüler) übernehmen möchte...

    Erfolg tut nur der haben, der hart arbeiten tut. (Klaus Toppmöller)
    Mal verliert man und mal gewinnen die anderen. (Otto Rehhagel)
    Man darf den Sand nicht in den Kopf stecken. (Lothar Matthäus)

  • Hier ist meines erachtens das Fingerspitzengefühl gefragt, dass man mit der Erfahrung immer mehr entwickelt.
    Es ist nicht immer so das ältere Spieler auch gleich die vermeindliche besseren sind, daher sollte sich das Training am Leistungsstand deiner Mannschaft orientieren.
    Solltet ihr zu zweit sein, kann man die Gruppe im Training auch aufteilen.
    Die schwächeren machen einfachere Übungen, die stärkern trainieren schon komplexer.


    Sofern du dich an den Zielen der Altersstufe grob orientierst machst du es meines Erachtens schon besser als 75% aller anderen Trainer und ich denke du machst dir hier fast umsonst sorgen nicht optimal zu trainieren!


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Ansonsten kannst du die Kinder mit Defiziten für eine halbe Stunde nach dem Training bespaßen und versuchen die Rückstände zu minimieren.

  • Danke Zodiak für deine Antwort ;)



    Ich muss gestehen, dass ich im Moment noch nicht bewusst nach dem Ausbildungsprinzip trainiere, da ich es auch erst aus diesem Forum erfahren habe (habe (noch) keine Trainerlizenz). Aber ich denke, dass ich unterbewusst "richtig" trainiere, da es natürlich sinnlos und nahezu unmöglich ist, einer E-Jugend z.B. das richtige Verschieben (neben zig anderen möglichen Beispielen) beibringen zu wollen.


    Und da ich im Moment ja eine C-Jugend trainiere, denke ich, dass ich dort nicht allzu viel "falsch" machen kann, weil sie ab sofort den ganzen Umfang (zumindest fast) an taktischem Verhalten gelehrt bekommen sollten. Das technische sollte mittlerweile sitzen (auch wenn es das bei einigen von meinen Jungs nicht tut :) ), aber natürlich im Training laufend wiederholt und evtl. noch vertieft werden.

    Erfolg tut nur der haben, der hart arbeiten tut. (Klaus Toppmöller)
    Mal verliert man und mal gewinnen die anderen. (Otto Rehhagel)
    Man darf den Sand nicht in den Kopf stecken. (Lothar Matthäus)

  • Laut DFB Konzept sind die Inhaltsbausteine für eine U15 wie folgt verteilt:


    - Ergänzende fußballsoezifische Fitnessschulung (20%)
    - Technik Intensivtraining (20%)
    - Individual- und Gruppentaktische Grundlagen (20%)
    - Fußballspiele mit Schwerpunkten und freies Spielen (40%)


    Das ist ungefähr die Richtung die man einschlagen sollte - es setzt natürlich voraus das die Jungs die Grundlagen weitestgehend beherschen!
    Die Leitlinien für den Trainer sind dabei auch im DFB Konzept genannt.

    1. Individuelle Entwicklungsunterschiede beachten!

    2. Individuell fördern: Stärken stärken, Schwächen schwächen!
    3. Eigeninitiative und -motivation aufbauen und stabilisieren
    4. Kreativiät ist wichtiger als starre taktische Abläufe!
    5. Keine zu frühe Positionsspezifizierung vorgeben!
    6. Hierachien bilden, Verantwortlickeiten schaffen!


    Fett markiert habe ich die für dich meiner Ansicht nach wichtigsten Punkte. Darüber wird sich sicherlich streiten lassen, was wohl daran liegt das jeder eine eigene Vorlieben und Erfahrungen gemacht hat.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Da die Spieler bisher nicht bewusst nach dem DFB-Konzept trainiert wurden, werde ich mich auch weiterhin nicht daran entlanghangeln. Im Großen und Ganzen mache ich es sowieso schon so, wie du oben geschrieben hast. Nur eine Sache stört mich ein bisschen, zumindest wenn man sie ins Extreme denkt:


    Zitat

    2. Individuell fördern: Stärken stärken, Schwächen schwächen!


    Dass man Stärken stärken sollte ist klar. Aber Schwächen schwächen?


    Beispiel:


    Ein Spieler ist gut im (defensiven) Zweikampf, dann fördere ich das natürlich weiter, dass "keiner mehr an ihm vorbeikommt".


    Allerdings hat er (z.T. große) Probleme im Passspiel, was sein Schwäche darstellt. Dann versuche ich aber doch diese Schwäche zu beheben, anstatt sie nicht weiterzutrainieren, sodass er noch schwächer darin wird. Und mein wichtigeres Ziel wäre es, seine Schwächen im Passspiel zu beheben, als ihn (noch) zweikampfstärker zu machen, oder? ?(

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  • Das verstehst du falsch - Schwächen schwächen bedeutet das du die Schwächen beseitigst du schwächst sie also ab :)


    Schwer verständlich formuliert im Konzept :)


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Achsoooooooooooooooooooooooo, okay alles klar. Schwer verständlich, aber eigentlich doch logisch. ^^ Hab ich mein kleines Gehirn mal kurz nicht genug angestrengt :D



    Danke für deine guten Beiträge, Zodiak 8)

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  • Hallo zusammen ,


    ich habe vor 7 Jahren meine Trainer C Lizenz "Breitenfussball gemacht. Ich bin in einem größeren Verein mit 13 Jugendmannschaft , wir haben aber noch kein eigenes "Jugendkonzept" . In meinem letzten Verein gab es ein Konzept und auch regelmäßige vereinsintere Fortbildungen . Und auf die Ausbildung der Trainer/Betreuer wurde viel wert gelegt. Es gab auch Koordinatoren die das Jugendkonzept "überwacht" haben. Ich habe noch ein eigenes Konzept für meine Mannschaft entwickelt aber nicht in Konkurenz zum Vereinsjugendkonzept. Was mich ein bisschen verwirrt hat war das einige Trainer das Konzept bzw das Konzept vom DFB als das heilige überhaupt gesehen haben. Und das wurde auch immer so geprisen . Ich finde aber das man als Trainer auch sein eingenen Stil haben sollte und nicht immer alles strikt nach DFB oder sonstiges machen sollte . Ich habe mich schon daran gehalten aber ich habe das trainiert was ich für richtig und notwendig gehalten habe. Und so lange die Spieler SPASS und FREUNDE am Fussball haben ist es doch okay oder? Ich persönlich möchte mich auch bisschen selbstverwirklichen so lange die Spieler nicht draunter leiden. Ich möchte meine eigenen Stil/ Philosophie entwickeln bzw umsetzen oder was mein ihr dazu??? Ist das DFB Konzept das A und O des Kinder-Jugendfussballs ?!


    Gruß


    Christian


  • Die Frage ist, wo verhindert die DFB Konzeption die Entwicklung deines Stils oder deiner Philosophie?
    Es handelt sich dabei lediglich um einen Leitfaden mit Zielen die man in einem bestimmten Altersbereich erlernen sollte!


    Die taktischen Feinheiten ab C Jugend variieren doch erheblich und du kannst so viel beeinflussen, in dem du Laufwege etc. vorgibst! Da sieht man deinen Stil!


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Naja die strikte Vorgabe erlegt man sich irgendwie selbst auf, den du hast ja eine klare Vorstellung wie ein Fußballspiel auszusehen hat.
    Soll heißen du gibst vor, wann wo gedoppelt wird, wie hitnerlaufen wird, wie sich welcher Spieler in verschiedenen Situationen verhalten soll.
    Wenn du das vorgibst und einstudierst - erkennt man deine Handschrift und das ist es, was dein Spielstil auszeichnet!


    In Jugendmannschaften sicherlich schwer umzusetzten da man meist nicht über einen mehrjährigne Zeitraum mit einer gleichbleibenden Mannschaft trainiert.
    Aber die Grundzüge sind sicherlich immer zu erkennen - das ganze wird leichter, wenn der Verein eine Konzeption hat, zum Beispiel das Spielsystem vorgibt, dann werden sich einige Abläufe sicher ähneln und du musst nicht immer bei 0 anfangen.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)