Gerade manche Eltern haben ein Empfinden wie eine Dampfwalze für den jeweiligen Gegner...
Trainer geht nach dem Spiel auf Spieler los
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Ein guter Trainer lässt den Gegner nicht völlig unter gehen.
Das ist eigentlich auch meine Einstellung, aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden. Wir spielten zuletzt bei einem hoffnungslos unterlegenen Gegner. "Zum Glück" fehlte mir mein bester Spieler und der Torwart. So stand zuerst ein weiterer starker Feldspieler im Tor. Es war extrem heiß an dem Tag und wir einigten uns statt 2x25 nur 4x10 Minuten zu spielen. Nach 20 Minuten stand es dennoch bereits 6:0. Was also tun? Einer meiner Spieler hat nur einen normal gewachsenen Arm, der andere ist seit Geburt oberhalb des Ellenbogens verkürzt. Dieser Junge ist ein guter Feldspieler, der auch gerne mal im Tor spielt und in der Halbzeit den Wunsch äußerte. Ich habe lange überlegt, ob ich das tun sollte. Wie kommt das an? Fühlt sich der Gegner da nicht veräppelt? Letztlich habe ich a) dem Jungen seinen Wunsch erfüllt und b) gehofft, dass der Gegner noch ein Tor schießt. Aber er hat gehalten, was zu halten war und wir gewannen am Ende 13:0. Ich hatte keine Chance das Ergebnis im Rahmen zu halten. Bei zwei Auswechselspielern kann man auch schlecht "verletzungsbedingt" in Unterzahl spielen. Wie die Einwechslung eines "einarmigen" Torwarts beim Stand von 6:0 beim Gegner rübergekommen ist, weiß ich nicht. Das kann sicher auch leicht als Provokation oder Unsportlichkeit verstanden werden. Andererseits finde ich es auch schon fast krank, dass man darüber nachdenken muss, ob man den Jungen ins Tor stellen "darf"...
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Einer meiner Spieler hat nur einen normal gewachsenen Arm, der andere ist seit Geburt oberhalb des Ellenbogens verkürzt. Dieser Junge ist ein guter Feldspieler, der auch gerne mal im Tor spielt und in der Halbzeit den Wunsch äußerte. Ich habe lange überlegt, ob ich das tun sollte. Wie kommt das an? Fühlt sich der Gegner da nicht veräppelt?
Bei einem Spielstand von 6:0 hätte ich den anderen Trainer einfach kurz informiert über das, was ich vorhabe und warum. Wenn's dann trotzdem so endet, ist es eben so.
Ich hatte es mal in einem anderen Faden geschrieben, dass sich sowas vermeiden ließe. Wenn Staffeln der G bis E nach dem Schweizer System spielen würden, gäbe es keine Ergebnisse, die so hoch ausfallen würden.
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Zitat
Bei einem Spielstand von 6:0 hätte ich den anderen Trainer einfach kurz informiert über das, was ich vorhabe und warum. Wenn's dann trotzdem so endet, ist es eben so.
Stimmt, das wäre klug gewesen, aber so schlau war ich in dem Moment nicht.

Ich hatte es mal in einem anderen Faden geschrieben, dass sich sowas vermeiden ließe. Wenn Staffeln der G bis E nach dem Schweizer System spielen würden, gäbe es keine Ergebnisse, die so hoch ausfallen würden.
Auch wenn wir thematisch jetzt ein wenig abschweifen: wir haben eine "Qualirunde" gespielt und danach wurden die Staffeln nach Spielstärke eingeteilt. Leider sind trotzdem 3 Mannschaften in die Gruppe gerutscht, die deutlich zu schwach sind. Eine davon hat immerhin sinnvollerweise im Winter die Reißleine gezogen und spielt seitdem in einer anderen Staffel ohne Wertung. Die beiden anderen waren so schlau nicht und lassen sich weiter jede Woche verprügeln. Keine Ahnung warum man sich das antut.
Das Schweizer-System ist sicher sinnvoll, aber extrem aufwändig für den Staffelleiter. Das Quali-System ist nicht ganz optimal, es gibt in allen Gruppen stellenweise immer noch hohe Ergebnisse, aber es ist deutlich weniger aufwändig und insgesamt passt das schon ganz gut. Es besteht zudem jederzeit die Möglichkeit in eine stärkere oder schwächer Gruppe zu wechseln. Da man dann aber dort ohne Wertung spielt, wird diese Option von vielen Trainern/Vereinen nicht genutzt. Statt in eine stärkere Gruppe zu wechseln, wo die eigenen Spieler mehr gefordert werden, gewinnt man lieber jede Woche haushoch. Anderen scheint es hingegen wichtig zu sein, in einer "stärkeren" Gruppe zu spielen, auch wenn man fast jede Woche verliert. Letztlich liegt es immer wieder an der Vernunft der Trainer...
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Das ist sowas von daneben.
Den Gegner verhöhnen ist extrem respektlos. Auch wenn Du dich dabei gut gefühlt hast. Eigentlich umso schlimmer.Sie haben die Kinder des anderen Vereins nicht verhöhnt, sondern lediglich ihren Sieg gefeiert. Bitte richtig lesen und dann urteilen, ok?

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Das ist eigentlich auch meine Einstellung, aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden. Wir spielten zuletzt bei einem hoffnungslos unterlegenen Gegner. "Zum Glück" fehlte mir mein bester Spieler und der Torwart. So stand zuerst ein weiterer starker Feldspieler im Tor. Es war extrem heiß an dem Tag und wir einigten uns statt 2x25 nur 4x10 Minuten zu spielen. Nach 20 Minuten stand es dennoch bereits 6:0. Was also tun? Einer meiner Spieler hat nur einen normal gewachsenen Arm, der andere ist seit Geburt oberhalb des Ellenbogens verkürzt. Dieser Junge ist ein guter Feldspieler, der auch gerne mal im Tor spielt und in der Halbzeit den Wunsch äußerte. Ich habe lange überlegt, ob ich das tun sollte. Wie kommt das an? Fühlt sich der Gegner da nicht veräppelt? Letztlich habe ich a) dem Jungen seinen Wunsch erfüllt und b) gehofft, dass der Gegner noch ein Tor schießt. Aber er hat gehalten, was zu halten war und wir gewannen am Ende 13:0. Ich hatte keine Chance das Ergebnis im Rahmen zu halten. Bei zwei Auswechselspielern kann man auch schlecht "verletzungsbedingt" in Unterzahl spielen. Wie die Einwechslung eines "einarmigen" Torwarts beim Stand von 6:0 beim Gegner rübergekommen ist, weiß ich nicht. Das kann sicher auch leicht als Provokation oder Unsportlichkeit verstanden werden. Andererseits finde ich es auch schon fast krank, dass man darüber nachdenken muss, ob man den Jungen ins Tor stellen "darf"...
Hallo Ranwie, ich denke dass es auch wichtig ist, dass Kinder mit hohen Niederlagen umzugehen lernen müssen. Insofern: Vielleicht hättest Du in Absprache mit Deinen Kids in Unterzahl weiterspielen können... Aber das sind alles solche Eventualitäten. Manchmal lassen sich hohe Niederlagen eben nicht verhindern und man sollte die Kids dann eben nach dem Spiel dazu anhalten nicht zu feiern oder nur mit sehr angezogener Handbremse...
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Nicht nur verlieren, auch gewinnen will gelernt sein. Und Chris hat hier schon den Weg vorgegeben. Wir sind uns eigentlich einig: Es muss alles im angemessenen Rahmen bleiben. Ich denke, wer die Grundsätze fairen Sportsgeistes beherzigt und nicht am Spieltag sein Hirn zu Hause lässt, für den und dessen Gegner wird sich die Frage nach der Provokation kaum stellen.
Mit einigen selbstverständlichen Maßnahmen kann man die Wahrscheinlichkeit eines unangemessenen Verhaltens der eigenen Mannschaft und auch des Gegners deutlich reduzieren:
- Schon vor dem Spieltag überlegen: wie ist die jeweilige Situation der beiden Mannschaften, s. Chris' Beitrag "und trafen auf eine Truppe, der es ähnlich ging. Für beide war klar, dass man wenn überhaupt nur dieses Spiel gewinnen könnte". Das gehört ggf. auch in die Mannschaftsbesprechung
- Als Gastgeber: Persönliche und freundliche Begrüßung der gegnerischen Mannschaft, die gerade auf dem Sportgelände eintrifft. Und wenn der Schiedsrichter kommt, auch ihn begrüßen. Fällt einem etwas Besonderes an dem Schiedsrichter auf (sehr klein, sehr nervös, sehr jung, stark übergewichtig, sehr klapprig, je nach Altersklasse auch "Geschlecht"), kann es sinnvoll sein, die Mannschaft darauf "vorzubereiten"
- Als Gast, wenn der Gastgeber die eigene Mannschaft selber nicht begrüßt: Beim Aufwärmen persönlichen Kontakt zum gegnerischen Trainer suchen, ein paar freundliche Worte wechseln.
- Auch zu den Eltern der gegnerischen Mannschaft ein freundliches Hallo, vielleicht ein bisschen Flachs.
- Und während des Spiels ist immer (!) Zeit für einen netten oder selbstironischen Kommentar zu Eltern oder gegnerischem Trainer.
- Bei allen Emotionen sicherstellen, dass die eigenen Spieler nicht übertreiben mit der Härte und sich nicht anstecken/provozieren lassen. Das ist aber ein Thema losgelöst vom Spieltag, darauf muss man generell und langfristig hinarbeiten.
- Und immer wieder: Vorbild sein (der schwerste Punkt)
(Die Liste ließe sich verlängern, vielleicht mal ein neuer Thread "Checkliste für die ganz alltägliche Konfliktprävention auf dem Fußballplatz")
Angenehmer Nebeneffekt: Bei einem solchen Verhaltenskodex braucht man sich nicht mehr den Kopf zu zerbrechen, ob der "einarmige Torwart" als Ausdruck von Fairness oder einer besonders perfider Variante der Vehöhnung ankommt. Da denkt der Gegner gar nicht drüber nach, wenn er von Anfang an das ganze Umfeld als nett, fair, respektvoll und gastfreundlich empfunden hat.
Sicher - es gibt Schockschädel, da hilft fast gar nichts. Für mich unvergessen aber der Kommentar einer gegnerischen Mutter nach einem sehr unfair-emotionalen Auftritt des gegnerischen Trainers und der meisten gegnerischen Zuschauer und einer "Siegesfeier" , die durchaus als provozierend gesehen werden konnte: "Ich muss mich bei Ihnen wirklich mal entschuldigen für unser Verhalten hier und Ihnen ein großes Kompliment machen, wie Sie und Ihre Mannschaft damit umgegangen sind". Das war mir mehr Wert als der Ärger über den restlichen Haufen - und mit etwas zeitlichem Abstand auch den Jungs.
P.S. Kurz danach schritt der Kreis ein (Auslöser waren noch schlimmere Vorgänge bei einem der nächsten Spiele), der gegnerische Trainer fraß mir beim Rückspiel fast aus der Hand. -
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Nicht nur verlieren, auch gewinnen will gelernt sein. Und Chris hat hier schon den Weg vorgegeben. Wir sind uns eigentlich einig: Es muss alles im angemessenen Rahmen bleiben. Ich denke, wer die Grundsätze fairen Sportsgeistes beherzigt und nicht am Spieltag sein Hirn zu Hause lässt, für den und dessen Gegner wird sich die Frage nach der Provokation kaum stellen.
Mit einigen selbstverständlichen Maßnahmen kann man die Wahrscheinlichkeit eines unangemessenen Verhaltens der eigenen Mannschaft und auch des Gegners deutlich reduzieren:
- Schon vor dem Spieltag überlegen: wie ist die jeweilige Situation der beiden Mannschaften, s. Chris' Beitrag "und trafen auf eine Truppe, der es ähnlich ging. Für beide war klar, dass man wenn überhaupt nur dieses Spiel gewinnen könnte". Das gehört ggf. auch in die Mannschaftsbesprechung
- Als Gastgeber: Persönliche und freundliche Begrüßung der gegnerischen Mannschaft, die gerade auf dem Sportgelände eintrifft. Und wenn der Schiedsrichter kommt, auch ihn begrüßen. Fällt einem etwas Besonderes an dem Schiedsrichter auf (sehr klein, sehr nervös, sehr jung, stark übergewichtig, sehr klapprig, je nach Altersklasse auch "Geschlecht"), kann es sinnvoll sein, die Mannschaft darauf "vorzubereiten"
- Als Gast, wenn der Gastgeber die eigene Mannschaft selber nicht begrüßt: Beim Aufwärmen persönlichen Kontakt zum gegnerischen Trainer suchen, ein paar freundliche Worte wechseln.
- Auch zu den Eltern der gegnerischen Mannschaft ein freundliches Hallo, vielleicht ein bisschen Flachs.
- Und während des Spiels ist immer (!) Zeit für einen netten oder selbstironischen Kommentar zu Eltern oder gegnerischem Trainer.
- Bei allen Emotionen sicherstellen, dass die eigenen Spieler nicht übertreiben mit der Härte und sich nicht anstecken/provozieren lassen. Das ist aber ein Thema losgelöst vom Spieltag, darauf muss man generell und langfristig hinarbeiten.
- Und immer wieder: Vorbild sein (der schwerste Punkt)
(Die Liste ließe sich verlängern, vielleicht mal ein neuer Thread "Checkliste für die ganz alltägliche Konfliktprävention auf dem Fußballplatz")
Angenehmer Nebeneffekt: Bei einem solchen Verhaltenskodex braucht man sich nicht mehr den Kopf zu zerbrechen, ob der "einarmige Torwart" als Ausdruck von Fairness oder einer besonders perfider Variante der Vehöhnung ankommt. Da denkt der Gegner gar nicht drüber nach, wenn er von Anfang an das ganze Umfeld als nett, fair, respektvoll und gastfreundlich empfunden hat.
Sicher - es gibt Schockschädel, da hilft fast gar nichts. Für mich unvergessen aber der Kommentar einer gegnerischen Mutter nach einem sehr unfair-emotionalen Auftritt des gegnerischen Trainers und der meisten gegnerischen Zuschauer und einer "Siegesfeier" , die durchaus als provozierend gesehen werden konnte: "Ich muss mich bei Ihnen wirklich mal entschuldigen für unser Verhalten hier und Ihnen ein großes Kompliment machen, wie Sie und Ihre Mannschaft damit umgegangen sind". Das war mir mehr Wert als der Ärger über den restlichen Haufen - und mit etwas zeitlichem Abstand auch den Jungs.
P.S. Kurz danach schritt der Kreis ein (Auslöser waren noch schlimmere Vorgänge bei einem der nächsten Spiele), der gegnerische Trainer fraß mir beim Rückspiel fast aus der Hand.Super, dem kann ich nur zustimmen! Ein positives Erlebnis hatte ich dazu neulich auch: Wir bei einem Turnier mit drei F-Kindern angetreten (die aber sowas von super drauf waren) und dann noch in Unterzahl. Da wir tapfer gekämpft und geackert haben, hatten wir die Sympathien fast aller Zuschauer schnell auf unserer Seite. Und hinterher gabs für alle eine Wurst und ein Getränk von der Turnierleitung. Da haben wir uns super wohl gefühlt und es war einhellig bei allen von uns so, dass dieses Erlebnis den Tag und diesen tollen Sport einfach unvergesslich gemacht hat! Seitdem haben wir ein super freundschaftliches Verhältnis zu diesem Verein.
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Sie haben die Kinder des anderen Vereins nicht verhöhnt, sondern lediglich ihren Sieg gefeiert. Bitte richtig lesen und dann urteilen, ok?

Dann hoffe ich mal, dass eure Dusche Türen hat

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Das Quali-System ist nicht ganz optimal, es gibt in allen Gruppen stellenweise immer noch hohe Ergebnisse
Da gebe ich dir Recht. Die Quali ist aber bei weitem besser als das, was in unserem Kreis abgeht. Da gibt's jedes Jahr ein 'Wünsch-dir-was' von den Vereinen. Was rauskommt stimmt
hinten und vorne nicht. Gut, zum Halbjahr kann gewechselt werden. Immerhin. Aber nur bis zur E.
Ab der D hast Du verloren, wenn Du dein Team als durchschnittlich betrachtest und in eine Gruppe kommst, in welcher starke Teams spielen, die von ihren Trainern bewusst in die Untergruppe gezogen werden. Und dann passieren diese Ergebnisse von 10:0 bis 29:0.Das Schweizer-System ist sicher sinnvoll, aber extrem aufwändig für den Staffelleiter.
Auf den ersten Blick ist es aufwändig. Aber im Zeitalter der schnellen Informationen sollte es doch möglich sein, Spiele im Wochenrhythmus anzusetzen. Klar sind dann auch die Vereine gefordert flexibel bei der Platzplanung zu reagieren.
Trotzdem glaube ich, dass es funktionieren könnte.Ein Traum, wenn man, ich nehm mal die 60 D-Jgdteams aus unserem Kreis, immer gegen ähnlich starke Mannschaften antreten würde. Die Kinder würden gefördert, aber nicht überfordert.
Auf die Top-Teams triffst Du wahrscheinlich nie und wenn doch, haben sich deine Jungs genau das verdient.
Man könnte sogar die oberen Plätze für die Qualirunde zur LK nehmen.
Wie gesagt, es ist m(ein) Traum. -

Dann hoffe ich mal, dass eure Dusche Türen hat

Nee die wurden vorher natürlich eingetreten...

