Feldstufentest/Laktatleistungstest

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  • Hallo zusammen,


    wir möchten bei unserem Verein eine Leistungsdiagnostik mittels Feldstufentest einführen. Ein Laktatmessgerät mit Zubehör und Auswertungssoftware haben wir bereits gefunden.


    Meine Frage ist jetzt: Wo bekomme ich den akustischen Signalgeber her, der die Laufgeschwindigkeiten vorgibt? Gibt es vielleicht eine Software?


    Für eure Antworten bedanke ich mich schon im voraus!


    Beste Grüße!

  • Wenn Du das auf der Bahn machen möchtest, dann ist m.E. das praktikabelste, wenn Du Hütchen aufstellst und den/die Probanden mit nem kleinen MP3 Player ausstattest und die Laufgeschwindigkeit in der Form auf das MP3 File sprichst/piepst, dass, immer wenn es piepst der Spieler n nem Hütchen vorbei kommen muss.


    Beispiel: Du hast alle 50m ein Hütchen. Er soll 5min/km laufen. Das wären 300sek/km, d.h. 30 sek/100m, d.h. 15sek/50m. Du musst also alle 15sek. einen pieps auf das MP3 File spielen. Darüber hinaus kannst Du noch Zusatzinfos (Entfernung etc.) aufsprechen.


    Das mit den Signalgebern in nem Stadion finde ich recht unbrauchbar - beschall mal so ne 400m Bahn, vor allem wenn da was los ist und der Sportler ggf. aus dem letzen Loch pfeift.


    Andererseits frage ich mich, warum ihr das nach Laufgeschwindigkeit steuern möchtet ? Ist natürlich einerseits ideal, andererseits musst Du hinterher im Training die Belastung auch über Laufgeschwindigkeit steuern, sonst bringt das nix. Praktikabler im Amateurbereich als die Relation Laufgeschwindigkeit/Laktat iss die Beziehung HF/Laktat. Schlicht aus dem Grund weil mit nem HF Gerät viel leichter messen kann.


    ODer möchtet Ihr die HF schon auch aufzeichnen. Ich persönlich halte nicht viel davon, nach "ankommen" des SPortlers den zu stechen und dann auch noch die HF zu messen. Ich z.B. erhole mich enorm schnell. Das verfälscht gerade in den unteren Bereichen das Messergebnis schon. Ideal ist ne permanente Messung. Individuell oder zentral.


    Für Mannschaftssportarten gibt's Analyse Equipment z.B. von Suunto. Schau mal nach "Teampod". Da kann der Trainer ne ganze Mannschaft mit Pace und HF monitoren.


    Noch viel einfacher wird's auf dem Laufband. Da brachst Du auch keinen Signalgeber etc. Die Genauigkeit ist hinreichend. Aber es ist VIEEEEEL praktikabler weil einfacher. Sogar Profis im Ausdauersport machen Tests auch auf dem Band und auf dem Ergometer.


    Bei diesem Hütchending brauchst Du Sportler mit einem Minimum an Tempogefühl. Sonst piepst's und der ist schon viel zu weit, weil zu schnell oder umgekehrt.


    Wer macht denn bei Euch den Laktattest? Mit dem Gerät ist es ja nicht getan. Auch mit einem Einmaligen Test ist es nicht getan. Du brauchst ne Serie und dazu musst Du a) immer gleiche Bedingungen schaffen - das beginnt ja nach Trainingsplan ca. 3 Tage vor dem Test und b) die Daten interpretieren können c) die Daten immer nach dem gleichen Schwellwertmodell interpretieren.


    Was ist denn das Ziel Eurer Testerei? Was möchtet Ihr erreichen? Auf welchem Niveau? Und wer macht denn dann die Trainingspläne auf Basis der Infos?


    In den allermeisten Fällen ist Leistungsdiagnostik im Amateurbereich rausgeschmissens Geld. Ich habe selbst schon zich gemacht (und auch selbst durchgeführt an anderen Sportlern) - es kam immer das raus was ich schon wusste ;)

  • Paul,
    klitzekleine Zwischenfrage - was hat der Ruhepuls mit der physischen Verfassung eines Sportlers zu tun?


    beste Grüße

  • was hat der Ruhepuls mit der physischen Verfassung eines Sportlers zu tun



    Eigentlich nix, solange das in nem normalen Beriech ist (ansonsten ist es ggf. ein Indiz für Risiken). Das gesamte Thema HF ist ja sehr individuell - und bei jedem verschieden. Ich bin z.B. klassischer Hochpulser. Allerdings ist es schon so, das gut Ausdauertrainierte i.d.R. einen niedrigen Ruhepuls haben. In gut trainiertem Zustand liegt z.B. mein Ruhepuls ungefähr bei 48 (meine HFmax bei über 200). Ich bin männlich und 45 Jahre alt. Kinder und Frauen haben z.B. tendenziell einen höheren Puls.


    Andererseits ist z.B. Hfmax minus RuheHF die sog. Herzfrequenzreserve nach Karvonen und man kann davon Belastungszonen ableiten - ist also für die Trainingssteuerung nach Belastungszonen brauchbar. Heutzutage ist das eher nicht mehr üblich. Aber es ist eine gute und brauchbare Sache für den Breitensport, wenn man HF basierte Trainingssteuerung machen möchte.


    Etwas OT aber ggf. interessant:


    Heutzutage macht man in der Breite üblicherweise - und das ist von der Genauigkeit her absolut ausreichend - sogenannte CP (Critical Power) Tests. Der Vorteil der Tests ist: Sie sind einfach, man benötigt keine Aufwendige Steuerung (Signalgeber) und man muss sich NICHT(!) maximal (bis zur HFmax) belasten und vom Equipment her reicht ne Pulsuhr mit Durchschnittspuls Funktion und das Beste: Er ist kostenlos ;)


    Das ganze läuft beim Laufen so ab: Gut aufwärmen mit ein paar Steigerungen. Man läuft 20min volle Presse. Darin liegt aber auch die große Schwierigkeit: Geht man zu schnell an, hat man am Schluss keinen Druck mehr und bricht ein. Geht man zu langsam an, kriegt man zu lasche Ergebnisse. Aber das ist im Grunde bei allen Tests so: Du brauchst nen Sportler der bereit ist Vollgas zu geben und der etwas Körpergefühl hat. Man läuft also 20min so schnell wie möglich und nimmt den Durchschnittspuls der letzten 15min. Von dem Wer kann man dann Trainingsbereiche ableiten.


    Vorsicht: 20min volle Presse ist nicht ohne - das ist je nach Fitness wie ein 5-6km Straßenrennen. Aber halt keine HFmax Belastung. Das ist ein Vorteil.

  • Danke für die Anworten!


    Den Testserie werde ich mit zwei weiteren Helfern durchführen. Habe das an der Uni schon paar mal gemacht.


    Die Herzfrequenz wird parallel mitgemessen. Ziel des Eingangstests ist die Einteilung in Trainingsgruppen. Danach werden über die Erfassung der anaeroben/aeroben Schwelle Belastungsnormative in Form von Laufgeschwindigkeiten abgeleitet. Des Weiteren findet am Ende der Vorbereitung ein zweiter Test statt. Ziele sind dort dann die Überprüfung der Trainingswirksamkeit und die Dokumentation. Über die ganze Saison hin sollen 6 Tests durchgeführt werden.


    Edit:


    Die Herzfrequenz wird im Moment der Ankunft aufgezeichnet. Die Probanden tragen Pulsmessgeräte.
    Wir spielen Oberliga.


    Viele Grüße

  • Die Herzfrequenz wird parallel mitgemessen. Ziel des Eingangstests ist die Einteilung in Trainingsgruppen. Danach werden über die Erfassung der anaeroben/aeroben Schwelle Belastungsnormative in Form von Laufgeschwindigkeiten abgeleitet.


    Das ist halt der Punkt. Welches Schwellwertmodell denn - soweit ich mich erinnere gibt es ja sieben davon, die Teils recht unterschiedlich sind. Man sollte sicherstellen, dass man immer nach dem gleichen Modell interpretiert/verfährt. M.W.n. ist immer noch das Freiburger Modell dasjenige welches am meisten verwendet wird. Allerdings bin ich die vergangenen Jahre auch immer wieder mal über Modelle aus der ehemaligen DDR gestolpert - die sind teils völlig anders. Aber wenn eh Du das immer machst, dann ist das wohl gesichert.


    Der andere Punkt ist: Laufgeschwindigkeiten sind recht unpraktikabel. Wie wird das im Training gemessen? Habt ihr für jeden Spieler Beschleunigungssensoren oder GPS Uhren? Dann stellt sich die Frage welche Einheiten ihr machen wollt. Kurze schnelle Sachen gehören eh auf die Bahn - nur da kannst Du vernünftig messen; undzwar in Sek./100m. Sensoren und GPS taugt dazu nicht. Längere Sachen gehen auch mit GPS und Sensor. GPS halt weniger bei Waldläufen - der Empfang ist oft weg.


    Des Weiteren findet am Ende der Vorbereitung ein zweiter Test statt. Ziele sind dort dann die Überprüfung der Trainingswirksamkeit und die Dokumentation. Über die ganze Saison hin sollen 6 Tests durchgeführt werden.


    Das klingt schon mal gut. Habt ihr auch historische Daten aus anderen Verfahren? Die könnten zum Testsetup hilfreich sein. Ich würde min. 2 Tage vor dem Test keine intensive Belastung mehr machen lassen. Locker die Systeme in Schwung halten ist angesagt. Du wirst sonst sicher das Problem haben, dass Du bereits eine deutliche Laktatakkumulation am Anfang des Tests misst und die Werte werden in den Stufen zunächst nach unten gehen, weil der Proband akkumuliertes Laktat verstoffwechselt - erst dann kriegst Du wieder den Anstieg. Ich hatte schon mal welche, die sind mit 2,5mmol in den Test gegangen ...



    Die Herzfrequenz wird im Moment der Ankunft aufgezeichnet. Die Probanden tragen Pulsmessgeräte.
    Wir spielen Oberliga.


    Auch das ist sehr praktikabel. Nochmal der Tipp: Nehmt och die HF als Steuerungsgröße. Das ist einfacher und ausreichend genau. Ausserdem gibt man dem Spieler auch für Hausaufgaben ein einfaches Werkzeug mit, wenn z.B. kein Pacemaker in der Trainingsgruppe vorhanden ist. Auch werden Rahmenbedingungen (Wetter, Tagesform etc.) sofort mit in die Steuerung übertragen - bei Pace hast Du das nicht: Es ist z.B. Heiß wie Sau und der Sportler läuft in seiner Pace-Vorgabe. Pech - leider nicht das trainiert was man möchte. Und wie gesagt bei kurzen Sachen musst Du eh auf die Bahn, da taugt die HF natürlich überhaupt nicht. Aber vom Prinzip her sollte das gerade bei der sehr groebn Einteilung in Gruppen die ihr machen wollt reichen. Weil in der Gruppe werdet ihr schon ne Spannbreite von 5-10sek/km an der Schwelle haben denke ich - oder seid ihr alle so homogen? Man sollte sich im klaren sein, dass z.B. ein Delta-v von ca. 5sek/km eine richtige Hausnummer ist und i.d.R. das Trainingsziel völlig verfehlt. Gerade bei Intervallen im Schwellbereich.


    Übrigens: Wann startet denn die Oberliga 2011/12 - die BuLi ist aj deutlich früher. Vor den 6 Wochen Vorbereitung auch noch einen fußballunspezifischen Block mit Athletik, Kraft, Rumpfstabi einbaue ist nämlich ein Geheimtipp. Das hebt die Performance und Verletzungsresistenz in der Vorbereitung auf ein ganz neues Niveau.



    Viel Erfolg!


    LG P.


    EDIT: Nochwas: Wenn Du das eh schon mal gemacht hast, nur noch mal zur Erinnerung: Pass vor allem auf Schweiß beim "zapfen" auf und schau wie die Jungs sich die Woche(n) vorher ernähren. Weißt ja, dass Du dadurch ggf. ganz andere Laktatwerte (bis hin zur Unbrauchbarkeit) kriegst.

  • Hallo!


    Da es hier ja ums Fussballtraining und deren Auswirkungen geht, würde es mich interessieren a) Sind das Jugendliche b)Warum lediglich Schnelligkeit?


    Zum einen machen wir Leistungschecks welche die Schnelligkeit, Koordination, Reaktion, Sprungkraft und Technik überprüft. Zum anderen sollten die Spieler mind. 1-2 x Järhlich auf ihren Gesundheitlichen Status überprüft werden.

  • Warum lediglich Schnelligkeit


    Wie kommst Du denn darauf? Im falschen Thread gelandet? Wenn ich nen Laktattest mache um das Training danach zu steuern würde ich mit den Infos alles mögliche tun, nur kein Schnelligkeitstraining. Das steuert man ja völlig anders


    Werbung?

  • Hallo Paul!


    Entweder habe ich hier etwas falsch verstanden oder ich verstehe gerade Banhnhof.


    Hier geht es doch zu 95% um Nachwuchfußball - wenn ich dann Laktattestlese bzw. Schnelligkeitsüberprüfung frage ich mich warum man im Nachwuchs lediglich die Schnelligkeit überprüft?!
    Ich lese mir den Thread nochmals durch.


    Ne, glaube mir - ich schreibe als Österreicher nicht in einem Deutschen Forum um Schleichwerbung zu machen *lach*.

  • Schnelligkeitsüberprüfung


    Wo liest Du das denn? Und Laktattest hat mit Schnelligkeitstraining so viel zu tun wie Arschbacken mit Kuchen backen.
    Vereinfacht: Schnelligkeit teste ich in dem ich Zeit stoppe. Laktattest mache ich, wenn ich die Ausdauerfähigkeit testen möchte um dann in eine Steuerung über Geschwindigkeit/HF bzgl. Trainingsbereichen zu kommen.


    Bei der Steuerung eines Schnelligkeitstrainigns via Sprints ist das Hauptaugenmerk auf den Pausen (vollständig!) und die Belastung ist immer "all-out" - da macht keiner einen Laktattest, denn das ist immer anaerob. Dabei interessiert mich die Schwelle nicht.

  • Steht zwar jetzt hier niergendwo explizit, aber ich vermute mal stark, dass es hier um Herrenfußball geht, oder?

  • Noch viel einfacher wird's auf dem Laufband. Da brachst Du auch keinen Signalgeber etc. Die Genauigkeit ist hinreichend. Aber es ist VIEEEEEL praktikabler weil einfacher. Sogar Profis im Ausdauersport machen Tests auch auf dem Band und auf dem Ergometer.


    Ha! Meine Rede:


    Die Spieler des FC Bayern absolvieren einen Leistungstest. Inkl. Stufentest auf dem Laufband und mit Funktionalen Tests im Setup. Praxisgerecht, einfach, extrem fehlerarm und vor allem unumstritten. http://www.fcbayern.telekom.de…tuell/news/2011/30000.php


    Auf sport1.de kann man dazu auch eine Bilderserien dazu sehen. Das sollte auch für ne Amateurmannschaft reichen. ;)


    Und nie vergessen: Wer misst, misst Mißt ;)