ich frage mich da nur, wie das festgelegt werden soll. ist ja schon ein unterschied, ob eine mehr oder minder subjektive beurteilung des geschehenen des schiedsrichters zu einer roten karte und spielsperre führt, oder ob das am ende die grundlage dafür wird, ob jemand zig tausend euro schmerzensgeld bezahlen muss, bzw überhaupt fordern kann.
ich gehe jetzt einfach mal davon aus, das die beurteilung ob ein foul vorsätzlich, grob, unsportlich ............ usw war sehr entscheidend vom schiedsrichter abhängen wird. wenn ich das richtig verstanden habe, muß ja immer vorsatz und/oder ein grobes foul vorausgehen und damit ja auch die bestrafung durch den schiedsrichter.
ist dementsprechend die entscheidung des schieris -rot, oder nicht rot- schon massgebend für eine mögliche schadensersatzforderung???
14 jähriger soll nach foul schmerzensgeld zahlen - richtig oder falsch?
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DSV: Deshalb spreche ich ja von glatt roten Karten, also gerade nicht von gelb-rot. Und ich meine auch nicht die roten Karten, die durch das "Verhindern einer eindeutigen Torchance" ausgelöst werden. Was ich auch noch ausnehmen muss, sind die Unsportlichkeiten, die aber nicht zu Verletzungen führen, also bspw. Anspucken. In den anderen Fällen muss aber doch eigentlich ein grobes Foul vorliegen, bei dem, wenn nicht vorsätzlich, so doch zumindest grob fahrlässig mit der Gesundheit des Kontrahenten umgegangen wurde. Oder?
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ist dementsprechend die entscheidung des schieris -rot, oder nicht rot- schon massgebend für eine mögliche schadensersatzforderung???
Sicher nicht, denn juristisch ist er eben kein "Richter", nur ein Laie u. Zeuge wie jeder andere auch, außer, dass er explzit die Aufgabe hatte, das Spiel zu beobachten. Das macht gerade den Unterschied: der Schieri hat etwas falsch o. übersehen, urteilt sodann uU falsch - und hat trotzdem immer Recht... In einem positiv demokratischen Rechtssystem kann es solch Willkürakte gerade nicht geben, da sind alle gleichberechtigt und es bestehen genau Prüfpflichten! Daher sollte man bei Urteilen auch immer vorrangig Gerichten vertrauen, obwohl auch die irren können, da letztlich stets Menschen die Urteile fällen. Ein Recht auf genaue u. faire Prüfung, das also ist der wesentliche Inhalt bzgl. positvem Recht: keine in irgendeiner Autorität absolut verbürgte Gerechtigkeit. Wo man dies vorgibt, herrschen in der Regel de facto Diktaturen. Doch im Fußball helfen ja zB nicht mal klare Fernsehbeweise, die zeigen, dass eine Rote Karte unberechtigt war: der Spieler wird einfach trotzdem 2 Spiele gesperrt... Kann man darauf als Errungenschaft des Schieri-Wesens eigentlich stolz sein o. indiziert das nur die irrationalen Verkrustungen des Systemganzen? Reformen täten m.E. dringend, dringendst Not! Doch Reformkräfte fehlen, werden klein gehalten, ausgegrenzt, - bis dann ein Zwanziger zu(rück)schlägt, sobald er nicht mehr "dazugehört"... -
das hatte ich schon alles verstanden-es geht ja auch darum, das erstmal dem gegenspieler ein echtes 'leid' zugefügt worden seien muß.
vielleicht hätte ich präzisieren sollen, was ist wenn halt KEINE rote karte verteilt worden ist. das bedeutet ja im umkehrschluß, es lag kein schwerwiegendes foul vor und auf grund der tatsachenentscheidung ist das ja auch nur schwer revidierbar.
wer sich schon mal mit der sportgerichtsbarkeit besc häftigt hat, der weiß ja, welche unterschiedlichen beurteilungen von spielsituationen da aufeinanderprallen und das ja eigentlich immer der schieri recht hat ;).
aber für all das muß ja der schiedsrichter erst einmal einen verstoß gegen regel 12 festgestellt haben und dieses dann auch dementsprechend als sonderbericht zu papier gebracht haben........... oder geht das doch alles unabhängig voneinander und jeder der sich eine schwere verletzung im zweikampf (kann ja auch bei fairem einsteigen passieren) zuzieht hat nun die möglichkeit zu klagen???? -
Ganz offensichtlich spielt die Einschätzung des Schiris keine wesentliche Rolle. So hatte der es bei dem Foul aus dem Urteil bei Gelb belassen, siehe http://www.lto.de/recht/nachri…ensersatz-schmerzensgeld/
ZitatBei einem Meisterschaftsspiel des Kreises Dortmund hatte der Spieler einem Gegenspieler mit gestrecktem Bein gefoult. Durch das vom Schiedsrichter mit der gelben Karte geahndete Foul zog sich der gefoulte eine schwere Knieverletzung zu.
Interessant ist sicher die Begründung im Detail. Es geht schon um brutale Fouls
ZitatMangels Fahrlässigkeit hafte ein Fußballspieler zwar nicht, wenn er seinen Gegenspieler bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletze. Im vorliegenden Fall aber hafte der Beklagte, weil er unter Verstoß gegen die DFB-Fußballregel Nr. 12 rücksichtslos gehandelt habe. Er habe den zur Verletzung des Klägers führenden Zweikampf ohne jede Rücksicht auf die Gefahr und die Folgen für den Gegner geführt. Hiervon sei das Landgericht nach einer umfangreichen Beweisaufnahme zu Recht ausgegangen (Urt. v. 22.10.2012, Az. I-6 U 241/11).
Bleibt natürlich die Frage, wie "Rückschtslosigkeit" nachgewiesen wurde.
Grüße
Oliver -
Wurde der Junge nun absichtlich verletzt oder nicht?
Konnte man dies nachweisen?Wenn Nein = falsche Entscheidung des Gerichts.
--> währe mindestens so fahrlässig wie ein Foul.Viele Grüsse
TRPietro -
Ich wundere mich ein wenig, wie wenig Vertrauen in unseren Rechtsstaat aus den Kommentaren spricht, sofern man die Schäden des Opfers nicht nur einfach nicht wahrhaben will, da der Fußball seine latent sich dem positiven Recht entziehenden Hoheitsrechte behalten solle. Glaubt ihr ernsthaft, ein Gericht urteile Bürger mal eben so ohne Nach- u. Beweise ab? Wie kommt es, dass man die Entscheidung eines Landesgerichtes, das natürlich zur genauesten Prüfung verpflichtet u. dem sicher nachgekommen ist, einfach so in Zweifel zieht? Verstehe ich nicht o. glaubt man sich so sehr schon in einer Bananenrepublik, wofür sicher auch manches spricht, hier aber doch gerade nicht... (Das positve Rechtsprinzip hatte ich oben ja schon erläutert.)
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@Kicker
Ich hinterfrage die Justiz. Ja!
Insbesondere nachm Wettskandal in Italien, wo man Personen (Menschen) gesperrt (Karriere ruiniert) hat, für Sachen die sie nun nachweisbar, nicht gemacht haben. Ja, ich habe da meine Zweifel. Ich glaube nur an dem was ich selbst sehe
Ich hätte nun als Fussball schon etwas Angst, einen Zweikampf, konsequent zu suchen. Dies beeinflusst auf jeden Fall. Und zwar negativ!
Wer weiss? Vielleicht ist der Spieler nur ausgerutscht und dem anderen im Knie gefallen...?!
Viele Grüsse
TRPietro -
Ich hinterfrage die Justiz. Ja!
Das ist auch richtig so, daher hat jeder aber auch die Chance dazu, einen eigenen RA zu haben, in Berufung zu gehen, Prozesskostenhilfe zu erhalten. Zu dokumentieren sind immer gute Gründe, aufs Geratewohl alles anzuzweifeln, ist schon zynisch, oder? Mehr als Recht, totale Gerechtigkeit ist aber nicht drin: weil Menschen urteilen! (Jedermanns Selbstgerechtigkeit, sprich Anarchie u. Selbstjustiz wäre die Folge.) Italien - ein Thema für sich, wenn Berlusconi zu uns kommt, werde ich auch mehr zweifeln... Ich bin Fußballer u. habe definitiv keinerlei Angst, weil ich fair bin! -
Ich finde das ist ein sehr schwieriges Thema, zu dem ich mich auch zu keiner festen Meinung festlegen kann. Denn bisher dachte ich auch immer, das es mehr als Unfall gilt, wenn man beim Sport auch durch jemand anderen verletzt wird.
Im Moment hardere ich aber mit dieser Ansicht. Grund ist ein aktueller Fall von dem Sohn meiner Freundin. Der wurde so hart gefoult, das er minutenlang gelähmt war. Erst im Krankenwagen bekam er wieder Gefühl in Armen und Beinen.
Resultat: Ein gebrochener Arm, der andere Ellenbogen stark geprellt, das er ihn erst nach 14 Tagen etwas bewegen konnte und zwei verdrehte Kniee.
Ist schon hart, der Junge ist 15 und es ist fraglich wie er das wegsteckt.
Allgemein beobachte ich auf dem Fußballplatz schon, das ab der C ziemlich hart eingestiegen wird. Sind doch die Jungs auch in niedrigeren Klassen sehr motiviert, vielleicht auch übermotiviert. Sie wollen gewinnen, denen ist es erstmal egal ob es eine halligalli klasse ist oder ob es schon in Richtung Leistungssport ist. Über die Gewinner wird geredet, der 2. ist uninteressant.....so ist da leider
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bisher dachte ich auch immer, das es mehr als Unfall gilt, wenn man beim Sport auch durch jemand anderen verletzt wird
Das denken nur Menschen, die nie selber mit etwas mehr Ehrgeiz gespielt haben. Ich habe als Spieler oft Trainer in Halbzeitpausen erlebt, die forderten "das Team" auf, jetzt aber mal richtig dazwischen zu gehen, wörtlich" und wenn ihr einem die Beine brecht, ist es mir auch egal". Meist folgte durch bestimmte Spieler direkt in den ersten Minuten danach eine üble Blutgrätsche von hinten, versteckt grinsend. Mitunter wurde wer vom Platz getragen. Genauso laufen vor allem am Freitagabend völlig unentspannte Aggros herum, die den ganzen Frust der Woche abreagieren wollen/müssen, denen da jedes Mittel Recht ist. Jeder kennt solche Typen u. sollte sich freuen, wenn endlich mal Zeichen gesetzt werden, die sie evtl. ins Nachdenken bringen. Dass viele Trainer o. Eltern schon Jugendliche u. Kinder derart "heiss" machen, ist besonders tragisch, nimmt aber auch stark zu. Wenn man da Mitleid mit den Tätern hat u. die Opfer -wie so oft in unserer Gesellschaft - nur ausblendet, ihre zT lebenslangen Schäden (s.o.: Berufsunfähigkeit), fällt mir nichts mehr ein: die sollten mal selbst aufm Platz gegen bestimmte Aggros auch nur ein Spiel im Duell bestreiten! Etwas mehr Opfer-Solidartät aus Gespür für Fairplay o. Gerechtigkeitssinn würde ich mir schon wünschen, damit der Fußball nicht weiter in Gewalt u. Willkür ausartet, insbesondere in unteren Klassen o. der Jugend... -
Ich habe als Spieler oft Trainer in Halbzeitpausen erlebt, die forderten "das Team" auf, jetzt aber mal richtig dazwischen zu gehen, wörtlich" und wenn ihr einem die Beine brecht, ist es mir auch egal". Meist folgte durch bestimmte Spieler direkt in den ersten Minuten danach eine üble Blutgrätsche von hinten, versteckt grinsend.
Kicker, ich sehe hier zwei Möglichkeiten: Entweder Deine Horrorgeschichten sind wahr - dann muss man als verantwortungbewusster Vater sein Kind sofort vom Fussball abmelden. Oder das ist (mal wieder?) ein wenig übertrieben. Insgeheim halte ich eine der beiden Varianten für wahrscheinlicher. Du erweist so Deinem gerechten Anliegen (contra Gewalt) einen Bärendienst.
Nochmal zum Thema: Jeder aktive Spieler trägt das Risiko, seinen Gegner zu verletzen. Und vollkommen klar ist die Sachlage (Liegt Rücksichtslosigkeit vor oder nicht?) oft ja auch nicht, das zeigen ja die engagierten Diskussionen. Daher trägt man auch das Risiko, dass man wegen eines Fouls auf Schadensersatz verklagt wird. Daher sollte jeder sich um eine Haftpflichtversicherung kümmern. Vorsätzlichen Tretern wird das allerdings nichts nutzen, denn Vorsatz ist nicht versicherbar.
Grüße
Oliver -
Ich wundere mich ein wenig, wie wenig Vertrauen in unseren Rechtsstaat aus den Kommentaren spricht, sofern man die Schäden des Opfers nicht nur einfach nicht wahrhaben will, da der Fußball seine latent sich dem positiven Recht entziehenden Hoheitsrechte behalten solle. Glaubt ihr ernsthaft, ein Gericht urteile Bürger mal eben so ohne Nach- u. Beweise ab? Wie kommt es, dass man die Entscheidung eines Landesgerichtes, das natürlich zur genauesten Prüfung verpflichtet u. dem sicher nachgekommen ist, einfach so in Zweifel zieht? Verstehe ich nicht o. glaubt man sich so sehr schon in einer Bananenrepublik, wofür sicher auch manches spricht, hier aber doch gerade nicht... (Das positve Rechtsprinzip hatte ich oben ja schon erläutert.)
Kicker,es gibt tatsächlich rechtskräftige Titel (Entscheidung des Gerichts) die ohne Prüfung oder Beweise gültigeit finden. Dies ist sogar gewollt und notwendig um die Gerichte zu entlasten, weil nicht selten wegen lächerlichen Beträgen um sein Recht mit allen Mitteln gekämpft wird. Ja, und auch entscheiden verschiedene Gerichte selber Instanz bei vergleichbarer Sachlage unterschiedlich...
Manche Fouls im sport finde ich übertrieben und fehl am Platz daher finde ich es gut, dass man sein Recht durch die Rechtsprechende Gewalt verteidigt und keine Selbstjustiz duchzieht. Beim Boxen z.B. geht man ja auch nur auf die Fouls ein wie z. B. das abbeissen von gewissen Körperteilen
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keine Selbstjustiz
Genau, denn die ist aktuell oft Usus, etwa wenn nach dem Foul ein Faustschlag erfolgt o. eben der Ellenbogen ins Gesicht wandert. Das sind zT gar keine "Fouls", einfach nur Körperverletzung - daher wie im normalen Leben zu behandeln! Und aufm Platz wird auf Spieler schon mal Jagd gemacht, habe ich selbst eben mitunter erlebt: einmal wurde ich 3mal in 15 Minuten von hinten brutal umgesenst, bis ich dann raus musste. Ärztlicher Befund rein körperlich: Bänderanriss, tiefe Fleischwunde... Die Aktionen waren klar Absicht, aber in "konzertierter Aktion", jedes Mal ein anderer Gegenspieler. Und als ich nach dem 3. Foul aus Frust dem Schieri sagte, wie blind er denn sein wolle (da er nicht mal gepfiffen hatte), fasste er natürlich schon an die hintere Hosentasche, sah aber kurz vorm Kartenzücken gegen das Gewaltopfer noch die lange Wunde und ließ es daher. Als ich längst per Krankenwagen weg war, kam es dann noch zu einem Revanchefoul unsererseits, einer Rangelei und 2mal Rot, tja, ist dies unser Fußball? Aber dieser Fußball schafft es ja offenbar nicht aus sich heraus für Ruhe u. Fairplay zu sorgen, daher muss man das Eingreifen der Justiz dann begrüßen, denn manchmal, ganz selten, kann man die Absicht u. willentliche Körperverletzung eben nachweisen... (Dank noch an die Ü40 aus W. ;)) -
Update: http://www.spiegel.de/sport/fu…laessigkeit-a-869575.html.
Zitat:
ZitatFreizeitkicker hatten jedoch die Sorge, dass sie jetzt bei jeder Grätsche Angst haben müssen, von einem Gericht zur Kasse gebeten zu werden.
"Ganz klar: nein. Es geht hier um grob rücksichtslose Fouls", sagt Christian Nubbemeyer, Pressesprecher des Oberlandesgerichts Hamm. Bei Risikosportarten wie Fußball könne immer etwas passieren. Für Verletzungen, die sich im Rahmen der "gebotenen Härte", wie es in dem Urteil heißt, ereignen, müsse niemand haften. Sei aber zum Beispiel der Ball nicht in der Nähe, wenn ein Spieler seinen Gegner brutal umgrätsche, dann mache er sich haftbar. -
Auf der Seite des DFB gibt es mittlerweile auch etwas zu dem Thema: http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=500014&no_cache=0&tx_dfbnews_pi1[showUid]=216&tx_dfbnews_pi4[cat]=2
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Freizeitkicker hatten jedoch die Sorge, dass sie jetzt bei jeder Grätsche Angst haben müssen
Sind doch wirklich witzig die Leute: statt Angst um ihre Knochen zu haben - da passiert jedes WE ja jede Menge an Unheil, muss man nur mal in Krhs fragen - haben sie Angst ums liebe Geld: weil 1mal alle paar Jahre ein übler Treter doch tatsächlich für mutwillige Körperverletzung zur Kasse gebeten wird
zum Schadensersatz!!!), fühlen auch sie sich bedroht.... Verstehe einer die Menschen u. ihre verkehrte Welt 


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Verstehe einer die Menschen
Ein wenig kann ich Dir auf die Sprünge helfen: Dass man beim Sport auch ersnthaft verletzt werden kann, dass ist breites Allgemeinwissen. Dass man aber ggf. Schadensersatz-pflichtig ist, das ist vielen neu. Deshalb reden wir hier darüber. Dass heisst aber nicht, dass die Gefahr, selbst verletzt zu werden als geringer eingeschätzt wird.
...ihre verkehrte Welt
Wenn ich mit meinem Freund in Neuseeland telefoniere sage ich ihm auch immer, er soll mal endlich mit dem ewigen Kopfstand aufhören ;). Ist eben alles eine Frage des Standpunktes.
Grüße
Oliver
