Der Trainersohn

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  • Hi zusammen,


    in dem Faden, der sich mit der Sichtung beschäftigt, wurde mehrfach das Thema 'Trainersohn' angesprochen.


    Ich finde, beide Themenbereiche sind wichtig und haben eine eigene Diskussion verdient.


    Ich lehn mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass viele von uns, wenn nicht die meisten, durch ihren Sohn an den Trainerjob gekommen sind.
    Bei mir war es genauso.


    Als ich sah, dass nichts lief in der Bambini-Truppe meines Jungen, war mir klar, dass sich etwas ändern musste. Der Trainer war unorganisiert. Es gab keine Informationen, Trainings und Spiele fielen reihenweise aus.


    Er wirkte aber durchaus glücklich, als ich mich anbot zu helfen. Aus dem 'Helfen' wurde dann eine One-Man-Show. So ist es bis heute (nach 4 Jahren).
    Mittlerweile ist es mein Hobby.


    So, aber wie ist das nun mit dem Trainersohn?


    Ist sowas gut oder schlecht, erstrebenswert oder nicht?


    Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes.


    Positiv (aus meiner Sicht):


    • ich verbringe viel Zeit mit meinem Sohn
    • ich lerne ihn besser kennen (gerade in einem Umfeld, welches
      Eltern normalerweise verwehrt ist)
    • ich kann ihn fußballerisch besser einschätzen, als es der Fall
      wäre, würde ich ihn nur samstags zum Spiel begleiten


    Negativ (aus meiner Sicht)


    • ich kritisiere ihn häufiger als andere Spieler
    • ich opfere ihn als Ersten, wenn es ums Auswechseln geht, obwohl er
      besser ist als andere (um Eltern kein Futter für Kritik zu bieten. Ist
      doof, ich weiß)
    • ich erwarte mehr von ihm, wissend, dass er es kann. Gönne ihm also
      weniger 'Auszeiten'.
    • versuche ihn auf-Teufel-komm-raus vor der Mannschaft gleich zu behandeln ( er würde bei mir niemals Kapitän sein)

    Wahrscheinlich gibt's noch weitere Punkte...


    Ich weiß auch nicht, wie lange das geht. Manche sind der Meinung, man solle sein Team nach 3-4 Jahren abgeben.
    Aber noch erreiche ich sie. Und auch meinen Sohn. Ich frage ich auch von Zeit zu Zeit, ob er noch 'Lust' auf mich als Trainer hat. Bislang ist es so.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • @Uwe, kannst Du diesen Faden bitte schließen, eliminieren, löschen oder sonstwie wegmachen?
    Denke, wir sollten an anderer Stelle weitermachen.
    Der Co war einfach zu schnell ;)


    Danke dir.
    Gruß


    Tom

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Hi,mir gings genauso,von der E-DJugend.wir spielten Bol,dazu kam noch die Auswahl und damit war Streit vorprogrammiert.Zum Schluß schmiß er die Auswahl und ich wechselte zu einem anderen Verein.Bei meinem 2 Sohn spielt BOL-B Jugend kümmert sich meine Frau,ich trainiere eine D-Jugend.Fazit:Ich würde nie mehr eigene Kinder trainieren ,weil das Anspruchsverhalten an die Kinder viel zu hoch ist!mfg muecke ?(

  • So kann es mit den Trainersöhnen auch gehen. Aus der Süddeutschen Zeitung:
    Böse Menschen, aus Deutschland zum Beispiel, behaupten ja, die
    höchste Fußballdivision Österreichs sei eine Operettenliga. Das ist
    natürlich hochnäsig. Am Mittwochabend allerdings hat besagte
    "tipp-3-Bundesliga" - aktuell angeführt von Salzburgs Roten Bullen - mal
    wieder wahrhaft Bühnenreifes zur Aufführung gebracht. Schauplatz:
    Kapfenberg. Jener Ort in der Steiermark, dem vor Jahrzehnten der
    Kabarettist Helmut Qualtinger einen der herrlichsten Aphorismen des
    österreichischen Fußballs widmete: "Simmering gegen Kapfenberg - das
    nenn" i Brutalität!"







    Am Mittwoch spielte, tendenziell unbrutal, der Kapfenberger SV
    Superfund, derzeit Ligavorletzter, 1:1 gegen Austria Wien, den Dritten
    aus der Hauptstadt. Das 1:0 (82.) erzielte, mit seinem dritten
    Ballkontakt: der eingewechselte Debütant Michael Gregoritsch. Der
    erzählte später den Berichterstattern. Naa, naa, Druck habe er gar
    keinen verspürt: "I" bin ja erst 16 . . ." stopp, korrigiere: "ned
    amoi!" (nicht einmal!)



    Gregoritsch junior ist 15, noch bis zum Sonntag. Ein Knabe und 1,91-
    Meter-Lackl als Erstliga-Torschütze. Ein Milchgesicht als Knipser. Das
    alleine war beachtlich - auch wenn frühreife Minderjährige nicht
    ungewöhnlich mehr sind im europäischen Erwachsenenfußball. Den
    Spektakeleffekt bereicherte jedoch der Umstand, dass Gregoritsch senior
    der Trainer der Kapfenberger Mannschaft ist. So raste der Bub nach dem
    Tor direkt in die Arme von Papa Werner, der die Fäuste durch die
    Abendluft schleuderte, als habe er es in dieser Sekunde - mindestens -
    der ganzen Welt gezeigt: Schaut"s her! Mei Bua! Mit 15!



    Als der Sohn noch klein war, zwei Jahre, war Werner Gregoritsch, früher
    selber Fußballprofi, schwer erkrankt, Krebs. Damals habe er dem
    "Herrgott" einen Herzenswunsch abgerungen: Dass er"s erleben wolle, wie
    der Bub "mal in der Bundesliga ein Tor schießt". Nein, von einer
    Operette konnte da am Mittwoch keine Rede sein, Gregoritsch senior kam
    die Sache eher vor "wie Hollywood".



    Der Filius, betonte der Trainer, hatte bereits im Abschlusstraining "ein
    Kopftor" erzielt. Er durfte also spielen, weil er ein großes Talent ist
    - und "sicher ned a Protektionskind", schwört der Papa. Vorurteile
    mögen sie gar nicht, die Österreicher. mok