Torwarttraining in der F - und E-jugend

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  • Hallo,
    ich wollte mal fragen, ob ihr noch ein paar Ideen und Anregungen zum Torwarttraining für mich habt. Ich trainiere seit einem halben Jahr die F und E-jugend Torhüter und bin ständig auf der Suche nach neuen Übungen, die man auch mit den "Kleinen" schon machen kann. Ich denke, dass alle 6 eigentlich für ihr Alter schon relativ weit sind, aber überlasten will ich sie natürlich nicht. Also, wenn ihr bestimmte "einfache" Übungen oder Ideen für ein kindgerechts Torwarttraining habt, dann nur her damit.



    Ich bitte euch, jetzt hier keine Diskussion entflammen zu lassen, ob das Torwarttraining so früh überhaupt schon sinnvoll ist, das hilft mir nicht weiter.
    Mfg Juli


    Motto: Gib niemals auf!
    Alter: 15

  • Hallo Juli,


    im Grunde beantwortest Du diese Frage ja schon selber ... TW-Training ist in diesem Bereich noch zu früh und eigentlich nicht sinnvoll, da in diesem Alter jeder auf dieser Position Erfahrung sammeln soll.


    Da ich nun aber deswegen keine Antwort erstellen, sondern auch einen Rat geben will, schlage ich Dir mal vor auf eine andere Homepage zu schauen. Schreibe oben in die Adressleiste das Wort Torwart und beende es mit einem .de und Du bist auf einer richtig guten Seite. Dort das Forum kann ich sehr empfehlen.

    mfg


    Luis-X


    „Niemals aufgeben! Immer weitermachen! Immer weiter! Immer weiter!“


    [Oliver Kahn]



    Meine Aufgabe:


    Jeden Spieler, jedes Training, ein klein wenig besser machen! :]

  • Das stimmt so nicht ganz: ab der E-Jugend ist ein einsetzendes Torwarttraining sehr wohl sinnvoll, nur muss eben darauf geachtet werden, dass die fußballerischen Grundfertigkeiten nicht deswegen vernachlässigt werden.


    Ich empfehle an dieser Stelle das Buch: "Gehalten!" von Peter Greiber. Dort sind Übungen für Torwarttraining von E-A Jugend enthalten. (Das soll jetzt keine illegale Werbung sein :P )

  • Mein Sohn ist auch Torwart und steht seit der F im Tor. Er spielt aber auch ab und zu als Feldspieler. In den Spielen ist er aber fester Torwart. Das hatte sich so ergeben,dass eigentlich keiner im Spiel so richtig ins Tor wollte,weil sie fast alle festgestellt haben,dass man dann keine Tore schießen kann. :D


    Ich bin schon der Meinung,dass man gerade den kleineren die richtige Fangtechnik beibringen muß. Ich habe 3 Kinder - Torleute - E;D und C aus unserem Verein erlebt,die sich die Hand gebrochen haben,weil sie alle nicht die Hände richtig spannen und halten. Ich finde es auch wichtig,das richtige Abrollen und Bewegen zu üben. Alles Sachen,die wichtig sind , um Kinder gesundheitlich zu schützen. (Knie heranziehen usw.)


    Ich war froh,dass sich der Männertorwarttrainer angeboten hat,einmal in der Woche eine halbe Stunde zu üben. Jetzt natürlich gehen die Übungen weiter, Mauer stellen usw, ich finde es schon sinnvoll. Aber zu den Übungen kann ich nichts sagen, er achtet jedenfalls viel auf das Fangen.

  • OK, danke für die Antworten, auf torwart.de schaue ich immer regelmäßig vorbei, dass kenne ich also schon. ;)
    Fangtechniken mache ich mehr oder weniger regelmäßig, aber ich glaube, dass ich es noch intensivieren sollte.


    Motto: Gib niemals auf!
    Alter: 15

  • Hallo,


    wie bereits an anderer Stelle beschrieben, kann man in jedem Alter Torwarttraining anbieten. Man darf aber in jedem Alter nicht vergessen, ausreichend Möglichkeiten zur Verfeinerung der fussballerischen Fähigkeiten anzubieten. Richtig bemerkt wurde, dass im unteren Bereich immer Beides (Feldspieler- und Torspielertraiing) vermittelt werden soll. Das bereits beschriebene Buch ist sehr empfehlenswert. Leider beschäftigt es sich kaum mit den ganz kleinen Anfängern. Für die gibt es auch auch schon jede Menge Übungen, die den Kleien auch richtig Spaß machen.



    1. Torabstoß (in der Halle oder draußen, wenn kein Wind vorhanden ist)


    Richtige Abstöße zu erlernen hat weniger mit Kraft und mehr mit Technik zu tun. Kinder im unteren Alter lernen zwar viel durch Vormachen des Trainers und anschließendem Nachmachen. Aber dass hat natürlich alles auch seine Grenzen. Die Grundtechnik für den Abstoss kann man mit viel mehr Spaß anhand eines Luftballons (statt eines Fussballs) vermitteln.


    Statt eines Fussball, einen Luftballon verwenden. Das Kind darf Versuche mit und ohne Anlauf machen. Erreichte Entfernung wird jeweils mit einem Hütchen markiert. Die Kids können sich hier ausprobieren und merken selbst, dass bei zu tief angesetztem Schuss der Luftballon lediglich in den Himmel steigt, aber sich kaum vorwärts bewegs. Anders herum wird bei einem zu hoch angesetzten Schuss der Ballon nur ein wenig über den Rasen oder Hallenboden rollen. Die Schußmethode mit der weitesten Entfernung wird nun geübt und die Kinder können anhand des immer weiter entfernten Hütchen an Ort und Stelle miterleben, wie es immer weiter hinaus geht. Das Zeigen des Trainers soll durch Mimik und Gestik unterstützt werden, viele Worte braucht es nicht.


    2. Richtiges Abrollen


    Ein sehr häufiges und schmerzhaftes Erlebnis gibt es dann, wenn das richtige Abrollen nicht beherrscht wird und der/die Kleine sich beim Hechtsprung nach dem Ball das Knie in den Bauch gerammt wird. Zur Vermittlung dieser Grundtechnik bietet sich folgende Steigerungsübung an. a. zunächst setzt sich der Keeper auf den Boden und der Trainer rollt ihm den Ball zu. Der Keeper verlagert nun sein Gewicht zur Seite und greift mit beiden Händen nach dem Ball. Der Torwart spürt nun, wie er ohne zusätzliches Abstücken durch die Hände (die ja den Ball greifen) über seine Schulter abrollt. Wenn diese Übung zur rechten, wie zur linken Seite klappt, darf sich der Keeper hinknien und das Abrollen über den Oberschenkel/Hüfte/Schulter üben. Dazu wird wieder der Ball zur linken und rechten Seite gerollt. Das Rollen ist auch deshalb zu empfehlen, weil der Trainer darüber eine höhere Präzision und dosierte Ballgeschwinigkeit hinbekommt. Zum Abschluß folgt nun das Abrollen aus dem Stand. Zunächst die Kinder als "Trockenübung" die Gewichtsverlagerung, die Körperstreckung und das Abrollen üben lassen. Erst, wenn das klappt, mit Ball üben!


    3. Fangen und Herauslaufen


    Fast noch wichtiger als das richtige Fangen eines Balles ist das richtige Herauslaufen (Ablaufen eines Balles). Sehr häufig beobachtet man, dass die Kleinen regungslos auf der Linie verharren, bis der gegnerische Schuss erfolgt. Dabei würden sie mit rechtzeitigem Herauslaufen sehr viele gegnerische Angriffee folgreich stoppen können. Das ist in diesem Alter gar nicht so einfach, weil hier die "Tiefensicht" kaum vorhanden ist. D.h. das Kind kann die Geschwinigkeit, mit der Ball und Gegner auf sein Tor zukommen, noch nicht so genau einschätzen. Man kann es aber durchaus gut üben, wenn man weitere Hütchentore vor dem Kleinfeldtor aufbaut. Die Aufgabe besteht dann daraus, dass der Keeper den gerollten Ball durch schnelles Herauslaufen noch vor dem ersten Hütchentor erreichen und aufnehmen soll. Bitte diese Übungen nicht zu häufig wiederholen. Zwar werden die Kleinen nicht so rasch müde, aber dafür läßt die Konzentration sehr rasch nach. Besser weniger und dafür auf genaue Durchführung der Übung achten.


    Übungen für die richtigen Fangtechniken findet man sowohl in dem Buch als auch in sehr vielen anderen Lektüren, weshalb hier darauf verzichtet werden kann.


    4. Spielbeobachtung


    Für die "Trockenübung" benötigt man ein Absprerrband oder ähnliches. Das Band wird mit ausreichend "Spiel" an den beiden Pfosten festgebunden. Der Trainer postiert sich ca. 5 Meter vom Tor entfernt mit einem Ball an der Seitenauslinie. Auf Kommando ergreift nun der Keeper das Band. Während der Trainer im Halbkreis langsam den Ball vorm Tor her dribbelt, begleitet ihn der Keeper im Abstand von 2 -3 Metern und läßt dabei das Band locker durch die Hände gleiten. Der Trainer stoppt immer wieder mal den Ball, worauf auch der Keeper innehält. Auch wechselt der Trainer mit dem Ball die Richtung. Wenn der Keeper diese Übung gut beherrscht, wird der Ball nicht nur gedribbelt, sondern auch aufs` Tor in Richtung Torwart gekickt. Es genügt, wenn der Keeper den Ball lediglich stoppt und zurück passt.



    Der Phantasie der Übungsvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Durch die Abwechslungsvielfalt entstehen gute Fortschritte und wenn der Spaß (durch viel Lob unterstützt) immer im Mittelpunkt steht, dann wachsen gute Talente heran. Korrekturen sind wichtig. Beim Erlernen einer neuen Technik soll es aber genügen, zunächst nur auf den elementaren Ablauf zu achten. Feinheiten kommen später. Der Torwart ist aber nur eine Positon im Fussballspiel. Es bedarf eines speziellen, separaten Trainings dafür. Genauso viel Trainings- und Spielzeit sollte der Keeper in diesem Alter aber auch auf den anderen Feldspielerpositionen verbringen dürfen, denn ein guter Torwart wird nur dann aus ihm, wenn er auch zu einem guten Feldspieler reift. Eine lineare Erfolgsentwicklung bei Keepern habe ich bislang noch nicht festgestellt. Wenn plötzlich Koordinationsabläufe, die vorher gut geklappt haben, nicht mehr richtig funktionieren, war meist ein Wachstumsschub des Keepers die Ursache dafür erfolgt. Andere Veränderungen, nennenswerte Gewichtszu-/abnahme, Schulwechsel und anderen Veränderungen im sozialen Umfeld können die Leistungen genauso beeinflussen. Auch vergessen die Kleinen schon mal etwas, allerdings läßt sich das Erlernte mit ein wenig Geduld rasch wieder auffrischen.


    Wem das Torwarttraining Spaß macht, sollte selbst so fit sein, dass er die Grundtechniken vormachen kann. Das präzise Werfen von Bällen kommt von allein mit der Übung. Von Vorteil ist auch die Beidfüssigkeit des Trainers, damit der reale Situationen rechts-, wie auch linksfüssig simulieren kann. Wenn diese spezifischen Fähigkeiten noch mit einem sehr guten Beobachtungsvermögen, verbaler Erklärungsfähigkeit und positiver Lebenseinstellung gekoppelt ist, dann werden die Kinder mit viel Freude zum Training kommen und die Erfolge werden nicht ausbleiben.

  • nz: ab der E-Jugend ist ein einsetzendes Torwarttraining sehr wohl sinnvoll, nur muss eben darauf geachtet werden, dass die fußballerischen Grundfertigkeiten nicht deswegen vernachlässigt werden.

    Habe mir das Buch gekauft, ist echt klasse!


    Motto: Gib niemals auf!
    Alter: 15

  • Mein Sohn ist auch Torwart und steht seit der F im Tor. Er spielt aber auch ab und zu als Feldspieler. In den Spielen ist er aber fester Torwart. Das hatte sich so ergeben,dass eigentlich keiner im Spiel so richtig ins Tor wollte,weil sie fast alle festgestellt haben,dass man dann keine Tore schießen kann. :D


    Ich bin schon der Meinung,dass man gerade den kleineren die richtige Fangtechnik beibringen muß. Ich habe 3 Kinder - Torleute - E;D und C aus unserem Verein erlebt,die sich die Hand gebrochen haben,weil sie alle nicht die Hände richtig spannen und halten. Ich finde es auch wichtig,das richtige Abrollen und Bewegen zu üben. Alles Sachen,die wichtig sind , um Kinder gesundheitlich zu schützen. (Knie heranziehen usw.)


    Ich war froh,dass sich der Männertorwarttrainer angeboten hat,einmal in der Woche eine halbe Stunde zu üben. Jetzt natürlich gehen die Übungen weiter, Mauer stellen usw, ich finde es schon sinnvoll. Aber zu den Übungen kann ich nichts sagen, er achtet jedenfalls viel auf das Fangen.


    Hi Andtrai, das ist das übliche, was von Jahr zu Jahr immer wieder falsch gemacht wird, ...wo ich mich auch schon über Jahre schuldig gemacht habe. Du schreibst es ja selber, alle wollen Tore schießen, ...dein Sohn auch, ...er kann es aber nicht, ...weil er steht im Tor. Bleibt die Frage, warum er im Tor steht? Ohne dir weh tun zu wollen, aber ....ist er spielerisch schwächer als die anderen? Das wäre das Normalum, ...er müßte dort TW sein, wo er spielerisch mithalten kann, damit er auch in den Pflichtfreundschaftsspielen als Spieler eingesetzt werden kann und wird. Mein Slogan nach viel schmerzhafter Selbstkritik: Ein TW sollte als Spieler zumindest so gut spielen können, damit er mit den "schwächsten" der Mannschaft mitspielen kann. Spätestens dann gäbe es keinen Grund mehr, ihn nicht auch spielen zu lassen (von Halbzeit zu Halbzeit oder zumindest jedes zweite Spiel z.B.)!!! Meistens ist es sogar so, dass einige hervorragende Spieler auch ohne Training im Tor die besseren Torwarte sind, ...das stelle ich immer wieder fest. Heute spielte unsere C 1 mit dem TW der D 1 gegen den "Erzrevalen". Die haben -bis auf die Hallenspiele- noch nie gegen diese Mannschaft gewonnen. Der D 1 TW ist im Gegensatz zu unserem C 1 TW auch ein Spieler, der in seiner Mannschaft mitspielen kann, statt dort unter zu gehen. Er ist eigentlich Spieler gewesen. Er spielt neuerdings sogar in der Stützpunktauswahl, als ehemaliger Spieler. Er spielte heute mit und wir "siegten" mit einem geilen 1:1, woran er spielerisch als TW einen großen Anteil hatte. Ich glaube der fehlende TW -der im normalen Spiel als TW o.k. ist, aber spielerisch schwach ist, ...wäre das so nicht möglich gewesen. Wo sind denn die dutzenden Torwarte der F und E in der D geblieben?? Sie waren nicht zu gebrauchen, weil sie spielerisch nicht mithalten konnten. TW wurde ein Spieler.


    Kaum zu vergleichen, ...aber dem Sinn nach passend, lobte Felix Magath seinen Torwart Manuel Neuer, welcher auch als Spieler einsetzbar wäre. Man siehe sein TW Spiel, ...er spielt auch mit....Warum? Weil er es kann und es gefördert wurde, Gruß Andre

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