Hallo, wo endet der Kinderfußball? Wann endet der Kinderfußball, wo beginnt der Erwachsenenfußball? Wo sind die Grenzen, gibt es sie, wo oder wann macht es Sinn, vom Gedanken des Kinderfußballs (keine Tabellen, jeder auf jeder Position, zu gleichen Spielzeiten, kindgerechtes zielgenaues Training etc.) abzuweichen? Oder endet der Gedanke nicht bzw. besser nie?
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Tja, Andre, gute Frage, die sich eigentlich schon durch diverse Themen dieses Forums schlich.
Soweit ich das in Erinnerung habe, wurde von vielen die Einführung von Tabellen, die ja den Prinzipien des KiFu wiedersprechen (meinen jedenfalls einige hier) in einer D, spätestens einer C befürwortet. Genau da wird wohl die Grenze des "reinen" KiFu liegen, was ja auch mit der geistigen und körperlichen Entwicklung der Kinder/Teenies/Jugendlichen zu tun hat. Diese wollen ja spätestens mit 13-14 Jahren wie Erwachsene behandelt werden...
Demzufolge wird wohl spätestens in einer C der schleichende Übergang zum Erwachsenenfussball beginnen. Bis dahin sollte man m.E. die Grundprinzipien des KiFu beachten und auch 1:1 danach handeln - ob mit oder ohne Tabellen, ob mit oder ohne Auf-/ Abstiegsregelungen. Für mich sind das in der D (wir reden von 11-13jährigen) immernoch Kinder, wenngleich einige auch nicht mehr ganz wie "Kind" aussehen bzw. sich danach verhalten.
Die Aufweichung von bestimmten Prinzipien des KiFu ab einer C wäre durchaus denkbar, wenngleich ich auch hier das "idealtypische" Bild beibehalten würde. Dennoch sprechen diverse Dinge dagegen, vor allem das von den Teams erwartete interne Leistungsprinzip. Viele werden es nicht (mehr) einsehen, sich für "Schwächere" auf die Bank zu setzen - Unruhe vorprogrammiert! Zudem sprechen leider auch verbandsinterne (hirnlose) Wechselreglumentarien gegen die 100%ige Umsetzung des KiFu-Gedankens.
Dennoch sollte sich jeder Trainer hinterfragen, ob nicht der Grundgedanke des KiFu, wenn auch hier und da abweichend, beibehalten werden sollte. Wenn ich das Prozedere mit den Einwechslungen bei unserer C sehe (Trainer lässt meist dieselben "Schwächeren" draußen), rege ich mich eigentlich immer hoch und runter. Auch 13,14 oder 16jährige können geknickt sein, wenn sie wie Looser behandelt werden. Und wenn man mit einem dieser "Looser" verwandt ist, bekommt man das umso mehr mit - einfach nur frustrierend und für den Jungen demotivierend! Und alles, um in einer Kreisklasse unter die ersten drei zu kommen - lächerlich!
Deshalb ist es für mich als Trainer auch - oder besser: Hauptsächlich - eine Gewissensfrage.
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Was soll ich da sagen?
In meinen Augen ist man bis und mit E - Jugend im KIFU. In der D + C Jugend im Grundlagenalter und ab der B - Jugend im Nachwuchsfussball. In meinen Augen sollte man im Breitensport niergends mit extremen Leistungsdenken spielen. Jedoch gibts wirklich Verein, die bereit sind Ihre Trainer in der C - Jugend zu kündigen, wenn diese nicht aufsteigen... Erlebte ich vor kurzer Zeit. Zum Glück sind wir aufgestiegen... jedoch war der Druck klar zu spüren und dies gilt auch für die Junioren. Wir waren gut und haben praktisch alles gewonnen; Trotzdem war der Druck so gross, dass man vergessen hatte, dass man eigentlich zum Spass diesen Hobby betreibt... Konsequenz; Ich höre ende Saison auf, weil ich kein Bock mehr habe. Das Feuer wurde ausgelöscht...
Grüsse TRPietro
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und irgendwo (bei einem anderen Verein) eine kleine Insel der Vernünftigen betreten und für die Jungs weiter da sein.
Es gibt immer Kinder die es verdienen einen "vernünftigen" Trainer zu bekommen!
Gruß
thom
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Ich unterteile meine eigene Frage mal in zwei Unterfragen:
1. Wo endet der Kinderfußball
2. Wo sollte er enden
Bei einer subjektiven Bestandsaufnahme sehe ich, dass es Trainer gibt, für die exestiert Kinderfußball nur, weil Kinder in ihrer Mannschaft sind, sie versuchen ihnen aber ohne Rücksicht auf Altersziele den Erwachsenenfußball überzustülpen. Das passiert oft beim Training und im Spiel. Andere trainieren noch recht guten Kinderfußball und und wenn ein "wichtiges" Punkt.-oder Pflichtfreundschaftsspiel kommt, ticken sie völlig aus. Der eine nach innen (im besten Fall), der andere motiert zum Vesuv.
Andere wiederum setzen ihre persönliche Endlinie direkt nach den Minis oder der F oder der E Jugend. Wiederum andere sehen das Ende nach der D oder C Jugend.
Einer meint manchmal, es endet nach der A und noch keiner sagte, das es nie endet. Aber wo ist nun die Grenze?
Ich bin der Meinung, dass man sich hier ein wenig am Schulsystem orientieren kann.
Der Kindergarten=Minikicker
Die Grundschule=F/E
Die fortbildene Schule=D/C
Die Hochschule=B/ADie Schule gibt Lernziele für die Klassen vor, die Klassen sind nach Alter getrennt und gestaffelt. In den Klassen der Grundschule sind alle Leistungsstärken vertreten, ...vom späteren Sonderschüler bis zum Elitegymnasiasten.
Grundschule = F/E
Für den Fußball bedeute das, dass es nicht falsch sein dürfte, auch bunt ohne Leistungseinteilung zu mischen. Hier habe ich persönlich eine andere Meinung zu, aber wenn man es von der Schule übertragen würde, wäre es so. Und wenn man den Leistungsgedanken beiseite stellt, wäre das so auch unbedenklich möglich. Der Ausbildungsgedanke spricht dem aber entgegen. Im Unterschied zur Schule ist beim Fußball schnell ersichtlich, wer derzeit wie gut ist und wer nicht.
Die fortbildenden Schulen = D/C
Die fortbildenen Schulen sind sortierter hinsichtlich der Leistung ihrer Schüler. Allerdings sind die Klassen 5 und 6 sogenannte Findungsstufen. Erst in Klasse 7 zeigt sich, wer wohl die richtige Schule besucht, denn andere wechselten nochmals.
Auf den Fußball bezogen könnte man hier die Linie finden, dass die D und C Jugend hier spätestens streng nach Leistung sotiert werden sollte. Dieses aber hier nur deshalb, weil es um beste Ausbildung geht.
Die "Hochschulen" = B/A
Danach kommt der Ausbildungsabschnitt B und A Jugend, die Hochschule. Schule bedeutet, dass wir es fast mit jungen Erwachsenen zu tun haben. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Kinder mehr sind. Wenn der ein oder andere noch Kind ist oder zum Teil Kind ist, sollte auch hier meiner Meinung nach kein Erwachsenenfußball stattfinden.
Die Ausbildung hier umfaßt klar Trainingsziele wie bei den Erwachsenen, aber der Umgang bezüglich Leistung betrifft Kinder. Mit Kindern gehe ich aber in Teilen anders um, als mit Erwachsenen. Ich bin kein Psychologe aber der normale Menschenverstand zeigt mir, dass Kinder in diesem Alter anders denken und empfinden als Erwachsene. Erwachsene sind durch ihren Lebensweg erfahrener, anders geprägt, haben Dinge schon erlebt und können sich meist emotional anders darauf einstellen.
Deshalb bin ich der Meinung, dass man die faktischen Ausbildungsziele einhalten muß, um eine Überforderung zu verhindern und darüber hinaus, sollte der zwischenmenschliche Umgang dem Alter angepaßt werden. Hierbei kann natürlich auch eine gewisse Autorität eine Rolle spielen, ...vielleicht ist dies auch ein MUß, denn Kinder sind am wenigsten Partner, wenn sie klein sind. Die Partnerrolle wird vielleicht etwas größer, desto älter sie sind. Wenn jemand kein Partner ist, diskutiert man auch nicht, ...jedenfalls bei den grundlegenden Themen nicht, ...wie ich bei einem Elternseminar gelernt habe.
Emotinale Umgang/das Zwischenmenschliche
Zu dem Zwischenmenschlichen Umgang gehört für mich auch, dass ich immer dort, wo kein Geld verdient wird, jeden Spieler spielen lasse. Eine Mannschaft besteht aus den Spielern die auf dem Platz stehen und denen, die auf der Bank sitzen. Die gesamte Mannschaft hat ein gewisses Leistungsniveau und das sorgt dafür, dass man in einer gewissen Leistungsklasse/Liga spielt. Nur dort emfpindet der Einzelne den Spass am Hobby. Das bedeutet nicht -wie meist gesehen-, dass eine Mannschaft aus den Spielenden besteht, ohne die Wechselspieler, um letztendlich dort zu spielen, wo man bezogen auf das Niveau der gesamten Mannschaft nicht hingehört. Die Spieler auf der Auswechselbank sind meist Spieler, die sich -wenn sie sich nicht schmerzlich damit abgefunden haben- als Looser und Versager empfinden, ...das finde ich ganz besonders schlimm.
Kennt Ihr das, ...man sitzt am Tisch und möchte zuerst den Nachtisch futtern? Warum machen wir es dort andersherum. Wie wärs wenn der Gaul grundsätzlich anders aufgezäumt würde. Zuerst spielen die Auswechselspieler und die "guten" sitzen auf der Bank und kommen später. Wenn das alle so machen würden, ...gabe es das Problem nicht.
Zudem möchte ich mich im Bezug auf Aspekt bezüglich der Leistung nochmals outen. Ich schaute neulich in die Zeitung und sah, dass der ehemalige Bezirksligist, nun Kreisliga A -unsere C 1- in der meine Söhne spielen, Spielergeschwächt durch Krankheit ans Ende des Mittelfeldes der Tabelle gerutscht sind. Wißt Ihr was, ...ich habe mich darüber geärgert. Nun könnte ich mich ankotzen, weil ich mich darüber geärgert haben. Im zweiten Gedanken habe ich darüber nachgedacht, ob ich mich geärgert hätte, wenn es nur noch Freundschaftsspiele gäbe. Mein persönliche Antwort: Ganz sicher nicht. Ich würde von Spiel zu spiel denken und genauso schnell wäre das letzte abgegessen.
Fazit
Ich bin nach Abwägung aller in Betracht kommenden Agumentationen der Meinung, dass der Fußball im allgemeinen eine krankhafte Leidenschaft ist, die dazu führt, manchmal sehr unmenschlich zu werden. Das ist für mich so, als wenn einer der liebste Mensch ist, aber wehe er sitzt im BMW 5/er und fährt auf der linken Spur der BAB, ...dann motiert der Liebste zum Tier.
Da das wohl so ist, bedarf es neben der Aufklärung eines einheitlichen Systems, was uns Menschen in die Schranken weist, damit Fälle wie "Enke" nicht entstehen. Manchmal hängen sich die Enkes 20 Jahre nach der B Jugend auf, ....denn sie blieben überall der Auswechselspieler!!!
Utopisch wäre nun zu fordern, ....schafft alle Tabellen ab und spielt Freundschaftsspiele. Sinn macht der Aufruf an Euch alle, sich derbe und selbstkritisch zu hinterfragen, ..."Will ich das mitmachen?".
Meine Antwort: DER KINDERFUßBALL SOLLTE NIE ENDEN, auch nicht in der ersten Mannschaft!
Es geht nur um Spass und deshalb spielt alle dort, wo ihr hingehört. Gruß Andre
P.S. Und deshalb dürfen Leute wie TRPietro auch nicht aufgeben, ...verstanden


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Ich unterteile meine eigene Frage mal in zwei Unterfragen:
Meine Antwort: DER KINDERFUßBALL SOLLTE NIE ENDEN, auch nicht in der ersten Mannschaft!
... Vom kucken her ist unsere erste Mannschaft sowieso das grösste Kindergarten. Daher hast Du recht...

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Ich meine das spätestens ab der C Jugend der Übergang zum Jugendfussball geschaffen werden sollte. Ich sehe immer wieder wie sich die Eltern und Trainer aufregen wie man in der C Jugend so hart spielen kann. Das hat aber einfach auch körperliche Gründe. Bis zur D Jugend sind bis auf wenige Ausnahmen alle gleich groß und es passieren relativ wenig Foulspiele. Das ändert sich ab der C aber immens. Da sind schon mal 2Köpfe Unterschied normal und wenn die dann in den Zweikampf gehen hat der kleine kaum eine Chance.
Bei uns konnte man letzte Saison in mehreren Spielen sehen das Kraft und Körperliche Überlgenheit gegen Technik gewinnt.. Meine Spieler haben sich dann bei mir beschwert das sie festgehalten und gefoult werden. Aber das gehört zum Sport dazu. Jetzt bitte nicht steinigen aber so ist es nunmal. Aslo sollen auch meine Spieler mal foul spielen. Ich rede hier nicht von brutalen reingehen sondern von Trikotzupfen, sich durch rempeln einen Vorteil verschaffen.
Und genau da ist dann automatisch der liebe und brave Kinderfussball zu Ende. Die Spielr harken eine bittere Niederlage nicht mehr nach ein paar Minuten ab. Das Spiel wird ab der C emotionaler. Da gibt es auch schon mal rote Karten. Darauf müssen die Spieler vom Trainer vorbereitet werden. Da wird nicht mehr nach dem Spiel friedlich vom Platz gegangen. Meinen Spieler versuche ich das zwar zu vermitteln, aber bei den Gegnern kann es dann auch mal sehr unsportlich werden.
Also bis zur E- D Jugend Kinderfussball
ab der C Jugend Jugendfussball
nach der A-Jugend Erwachsenenfussball
Der Übergang aus der A Jugend in den Stamm ist im ersten Jahr von allen sehr schwierig. Erwachsene haben durch ihre Erfahrung denn jungen doch einiges voraus.
Die Jugendlichen sind zwar agiler und laufreudiger und haben doch keine Chance gegen einen 10 Jahre älteren.
Aber das kompensiert sich über die Jahre.
Gruß
Frank
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@ Andre:
Hm, Du hast mich nicht nur zum nachdenken, sondern auch zum Grübeln gebracht

Bei uns verlangt der Verein ab B-Jugend einen sogenannten Leistungsfußball. Einerseits kann ich das nachvollziehen, den die Kids haben ja den Ehrgeiz zum gewinnen und wollen größtenteils auch Profi-Fußballer werden. Anderseits liegen manche Erwartungen zu hoch und wir dürfen nicht vergessen, das die Schule immer noch das Wichtigste ist für Kids im B-Jugend-Alter.
Ich finde, da ist es für uns Trainer nicht ganz einfach, immer den richtigen Weg zu finden, sprich alle (Kids, Verein, Eltern und co) glücklich zu machen. Eigentlich ist die Hauptaufgabe eines Jugentrainers (ganz gleich welche Sparte), die Kids von der Straße fern zu halten und ihnen Beweglichkeit und damit Lebensqualität bis ins hohe Alter zu geben. Klar ist aber auch, das Fußball ein Leistungssport ist und Hoffenheim nicht der einzige "Provinz-Verein" bleiben muß, der es schafft, eine steile Kaierre hinzulegen...Warum sollte in ein paar Jahren zu Jogis Elf nicht mal "einer von uns" gehören?
Andre ich trainere eine B-Mädchenmannschaft und eine B-Jungenmannschaft. Die Jungs sind die 1. B-Mannschaft von 3 in unserem Verein und spielen Kreisliga, die Mädels sind die einzige Mädchenmannschaft in unserem Verein und spielen Kreisklasse A. Hast Du ein paar Tipps für mich in Punkto Leistungsfußball?
