Unterstützung Sohn - Ball ständig hinterherlaufen / hinterherjagen wollen - E Jugend

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  • Was genau meinst du damit, wenn du sagst, dass ich unbewusst Signale senden könnte, die ihn hemmen. Ich nehme die Kritik gerne an, versuche es zu reflektieren und es zu hessen, für meinen Sohn..

    Das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, ist ja auch nur eine Idee.

    Ggf. kannst du mal bei guten Freunden von

    dir oder bei Eltern von Mitspielern, denen du vertraust, fragen wie sie dich wärend und nach den Spielen wahrnehmen?

    Wenn es dann starke Abweichungen von der Selbstwahrnehmung zu der Fremdewahrnehmung gibt, könnte das ein Anzeichen sein.

    Das es ihm tw. am Selbtsvertrauen fehlen könnte (hast du mal erwähnt) leuchtet mir auch ein. Du neigst ja anscheinend auch dazu dich zu hinterfragen (was prinzipiell ja nicht schlecht ist), dass das dann dein Sohn auch macht ist ja nicht unwahrscheinlich.

    Aber wenn man zu viel grübelt, ist das halt auch nicht gut.

    Will sagen, einfach zum Training gehen, Spaß beim Sport und mit den Freunden/Kameraden haben und gut ist.

    Sich immer und überall auf "krampf" verbessern zu wollen (das Beste aus sich und anderen rausholen zu wollen) ist nämlich auf Dauer ganz schön anstrengend und dafür sind die meisten Menschen garnicht gemacht..

  • Wie man hier an den Kommentaren schon merkt, sind wir alle unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Einstellungen und Meinungen. Als mein erstes Kinder zur Welt kam, habe ich einen Rat bekommen, den ich bis heute verfolge: "Mach das, was DU als richtig für DEIN Kind empfindest und was DEINEM Kind gut tut". Man kann sich alle Meinungen anhören und das Beste für sein eigenes Kind daraus schlussfolgern. Nun kommt meine... ;)

    Das Beste aus seinem Kind herausholen zu wollen finde ich nicht verwerflich, sondern absolut notwendig und es ist egal, ob es dabei um Fussball, Tanzen, Pfandfinder, Schule oder sonstige Aktivitäten geht. Ein "gesunder" Leistungsdruck ist normal und förderlich für die Kinder, damit sie lernen 100% zu geben bei allem was sie tun, an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten und später auch im Studium, Ausbildung und ihrem Job erfolgreich sein können. Ich bin wirklich kein Hardliner, halte aber auch nichts von diesem neumodernen Laissez-fairen-Erziehungsstil. Und ja, mein Sohn darf keine Kleidchen anziehen... Sorry, abgeschweift...


    Ich würde an deiner Stelle versuchen dem Jungen einzureden, dass ER der Beste in der Mannschaft ist. Er soll mutig sein und im Spiel das tun worauf er gerade Lust hat. Nimm ihm die Angst vor Fehlern, indem du ihn dazu ermutigst Fehler zu machen. Feier ihn ab nach dem Training und nach den Spielen für jedes Tor, jeden Trick und jeden Zweikampf. Gib ihm weiterhin viel Liebe und Zuneigung. Und wenn er mal keine Lust mehr auf Fussball hat, dann unterstütze ihn genauso bei allem was er auch immer tut. Die Kinder brauchen Selbstvertrauen und das Vertrauen ihrer Eltern!


    P.S: Und, dass ein Hobby von deinem Kind nur SEIN Hobby ist, finde ich Bullshit! Es ist euere gemeinsames Zeit. Es ist etwas was euch beiden Spaß macht. Es ist etwas was euch zusammenbringt und zusammenschweißt. Unabhängig davon, ob es Fussball, Tanzen oder Pfadfindern ist...

  • auch wenns etwas abschweift, aber ich glaube, zum Thema ist ja schon einiges gesagt worden:

    Am Ende des Tages werden uns die Kinder sagen, was sie von unserem Führungsstil gehalten haben werden.

    Mein Großer ist inzwischen fast 18 und ich/wir bekommen inzwischen durchaus Feedback. ;)

    Wenn ich so manches Elternteil am Spielfeldrand beobachte, habe ich so meine Zweifel, dass der Junior auch hätte tanzen oder schwimmen dürfte.
    So mancher soll die geplatzten Träume seiner Eltern ausbaden. Zumeist haben aber genau solche Eltern dafür überhaupt kein Bewusstsein entwickelt. Sie machen das ja nicht um ihren Kindern zu schaden ("mich hat keiner so unterstützt") sondern tun dies in bester Absicht.


    Im Fairplay Modus ist eine der Regeln, dass die Eltern allgemein anfeuernd und unterstützend sein sollen aber auf keinen Fall einflussnehmend reinrufen sollen. Spricht man jedoch die lauten Eltern an (schieß doch endlich, zu Tom, hinter dir, pass auf, zu spät, schneller, schiiiieeß) stößt man so gut wie immer auf taube Ohren. So mancher hat sich selbst in der A-Jugend noch nicht berappelt.


    Jüngst hat sich ein A-Jugend-Spieler in der Halbzeit vor seinem Vater aufgebaut und ihn angebrüllt: "halt jetzt endlich mal die Schnauze!" Und ein Dritter meinte: der Vater ist schlimm aber die Oma ist noch bekloppter. :/

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Fragen:

    - Wo fängt "gesunder" Leistungsdruck an und wo hört er auf?

    - Und was ist, wenn die erwartete Leistung nicht gebracht wird?

    Ach dann redet man ihm zu, dass er doch der Beste ist, obwohl er selber merkt, dass er es nicht ist..., das förder ganz bestimmt das Selbstvertrauen...

    Sorry, Kinder sind nicht blöd...

    - Und was machst du, wenn dein Sohn doch ein Kleid anziehen will?

    Er also nicht so funktioniert wie du willst?

    Da hört die Toleranz dann ganz schnell auf...

    So viel zum "gesunden" Leistungsdruck...


    Was mich aber, um es diplomatisch auszudrücken, massiv irritiert ist die Aussage, dass meine Meinung zum Thema gemeinsames Hobby "Bullshit" ist.

    Ich hatte begründet, warum eigene Hobbys für Kinder/Jugendliche wichtig sind.

    Und nein, es ist eben keine gem. Zeit, wenn einer von beiden 1,5h+X von außen zu sieht oder auf dem Gelände rumläuft.


    Im Übrig bin ich der absolute Verfechter, dass Eltern gemeinsam was mit ihren Kindern unternehmen/machen, gem. heißt aber für mich nicht der eine spielt und der andere guckt zu...

  • - "gesunder" Leistungsdruck fängt meiner Meinung nach spätestens mit der Einschulung der Kinder bzw. mit den ersten Noten an. Beim Fussball beginnt er spätestens, wenn das Kind in einem Leitungsverein spielt (hier der Fall). Solange das Kind Spaß am Spiel hat empfinde ich diesen Druck als "gesund".


    - Wenn die erwartete Leistung nicht erbracht wird, dann geht es zum Freizeitkicken in den Breitensport. Wenn die erwartete Leistung in der Schule nicht erbracht wird, dann wiederholt man das Jahr. Wenn man in seinem Job die erwartete Leistung nicht bringt, tappt man auf der Stelle oder wird vielleicht sogar gefeuert usw...

    Unsere ganze Gesellschaft besteht aus einem gewissen Leistungsdruck, egal ob beim Hobby, in der Schule, im Job oder in der Ehe.

    Mein Kind wird zu 99,9% kein Fussballprofi und darauf will ich auch gar nicht hinaus. Er kann aber aus seinem Hobby sehr viel für seine Persönlichkeitsentwicklung mitnehmen, unter anderem den Umgang mit Druck und das Aufbauen von Selbstvertrauen.


    - Und ja, das Einreden, dass man der Beste ist oder es werden kann, fördert das Selbstvertrauen von einem neunjährigen. So wie ich in diesem Fall den Vater verstanden habe, ist der Junge ein guter Kicker aber er traut sich scheinbar zu wenig.


    - Du hast Recht. Meine Toleranz hat Grenzen. Wenn mein Sohn mit 18 ein Kleid anziehen möchte, dann kann er es gern tun, aber ich versuche ihm zu vermitteln, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, damit in den Kindergarten oder in die Schule zu gehen.


    Was mich aber, um es diplomatisch auszudrücken, massiv irritiert ist die Aussage, dass meine Meinung zum Thema gemeinsames Hobby "Bullshit" ist.

    Ich hatte begründet, warum eigene Hobbys für Kinder/Jugendliche wichtig sind.

    Und nein, es ist eben keine gem. Zeit, wenn einer von beiden 1,5h+X von außen zu sieht oder auf dem Gelände rumläuft.

    - Das mit dem "Bullshit" tut mir leid, war etwas überzogen. Ersetze es einfach durch "Falsch".


    Ich schaue sehr gern meinem Sohn beim Fussballtraining und seinen Spielen zu. Ich bin sein größter Fan.

    Ich schaue sehr gern meiner Tochter beim Tanztraining und Ihren Auftritten zu. Ich bin ihr größter Fan.

    Oft sprechen wir darüber wie toll sie es gemacht haben, oder aber auch was sie hätten besser machen können. Das Ziel ist aber nicht aus den beiden Profis zu machen. Der Weg ist das Ziel...

    Mich würde sehr interessieren, ob du Kinder hast?

    Einmal editiert, zuletzt von LW7 ()

  • Also ich habe auch 3 Kinder, 2 davon spielen in dem Verein, in dem ich auch als Jugendtrainer tätig bin. Mein Sohn spielt in der F - Jugend, welche zeitgleich Training mit meiner E - Jugend hat. Deshalb bekomme ich nicht viel vom Training meines Sohnes mit. Aufm heimweg frage ich kurz, ob er spaß im Training hatte und das war es dann.


    Mein Sohn liebt den Fussball. Er steht morgens auf und kickt in seinem Zimmer. Und ja ich erlaube es ihm, solange nichts zu bruch geht. Er spielt in der Schule fussball, nach der Schule bei uns im Garten und wenn er vom Training kommt. Und natürlich auf dem Bolzplatz mit Freunden. Und wenn er zwischen Schule, lernen, Fussballtrainig und Freunden noch Zeit für mich findet, darf ich auch noch mit ihm spielen.


    Ich denke, das einzige was du wirklich machen solltest, ist NICHTS! Lass ihn kicken, spaß haben und alles andere wird sich später zeigen. Ich finde in dem Alter immer von talent zu sprechen ist auch etwas gewagt. Oftmals ist es ja auch die Entwicklung die sie voraus haben.


    Mein Sohn ist in seiner F2 einer derjenigen die vom Leistungsniveau herausstechen. Aber nicht etwa weil ich da so krass dahinter bin, sondern weil er einfach soviel kickt. Wer viel kickt, lernt viel. Natürlich spielen viele Faktoren eine Rolle. Ich glaube aber einfach, dass du etwas zu "gierig" bist. Ich finde es absolut lobenswert, dass du dein Kind so unterstützen möchtest, aber es gab schon viele Eltern die ihren Kindern dadurch den Spaß am Sport kaputt gemacht haben. Lob ihn zur richtigen Zeit und dann machst du schon vieles richtig.


    Warte ab wie er sich entwickelt und wenn er irgendwann selbst der darüberliegenden Jugend leistungstechnisch etwas vor macht, dann könntest du auch über einen Vereinswechsel zu einem besseren Verein in Betracht ziehen. Aber bis dahin.... einfach spaß haben. Genieß den Anblick wie dein Kind spaß hat, es gibt nichts schöneres.

    Links ist wie Rechts, nur eben auf der anderen Seite

  • Ich möchte bewusst elterliche Anerkennung nicht an Leistungen knüpfen.


    Aber das ist was ganz anderes als laissez-faire. Beim Laissez-faire fehlen feste Grundsätze, klare Strukturen und Regeln.

    Innerhalb von klaren Regeln können sich Kinder dennoch frei entfalten:

    Bei uns gilt zum Beispiel auf die Schule bezogen: "haltet euch von den 4ern fern. Von da ists nicht mehr weit zur 5 und dann wirds schwierig." Ob sich die Kinder hinsetzen um auf ne 1 zu lernen oder ob sie entspannt mit ner 2-3 durch die Schulzeit gehen, liegt in ihrer Verantwortung. Ob ich Vokabeln abfragen soll oder nicht entscheiden die Schüler, ich fordere das nicht ein.

    In meiner Verantwortung wiederum liegt, rechtzeitig auf Konsequenzen hinzuweisen. Ihnen also zum Beispiel das mit den NCs zu erklären, bevor das Kind im Brunnen liegt.


    In meiner Welt gibts den Satz "Klasse, ich bin stolz auf dich" nicht.

    In meiner Welt heißt das: "Klasse, du kannst stolz auf dich sein"


    Sei die beste Version deiner selbst. Nicht, sei die beste Version so wie ich mir das vorstelle.


    Sein Kind bei irgendwas zu begleiten ist etwas anderes als irgendwas wirklich gemeinsam zu machen. Da bin ich ganz bei Felix007

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • @LWZ

    Ich reagiere bzgl. Leistungsdruck inzwischen deshalb so empfindlich, weil ich

    1. einen Studienkamerden habe, der, wenn er betrunken ist, über seinen Vater schimpft, weil der ihm soviel Druck macht und nie Zeit für ihn hatte und wenn er sie hat immer alles kritisiert (damit er besser wird)...

    Im nüchternen zustand vertritt er selber die Meinungen, dass er so erfolgreich werden muss wie sein Vater...

    2. Als ich das meinem Vater erzählte habe, erzählte er mir, dass zur Zeit seines Studiums eines Tages die Polizei vor seiner Tür im Studentenwohnheim stand...

    Der Grund: Selbstmord seines Nachbarn... und der hat wohl weder im betrunkenen noch im nüchternen Zustand über seine Eltern geschimpft...


    Man kann nicht immer und überall der Beste sein, ja, man kann es versuche, muss sich dann aber nicht wundern, dass das sehr anstrengend ist und im schlimmsten Fall mit einem Selbstmord endet...


    Und nein, habe noch keine eigenen Kinder.

    Bin aber seit meinem 16 Lebensjahr als Trainer/Co-Tr. im Kinder- und jetzt Jugendbereich aktiv.

    Ist sicher was anderes, als eigene Kinder, aber das sie als Mannschaften erfolgreich sind wünsche ich mir natürlich auch, ich definiere aber Erfolg vermutlich anders als Du.


    Bzgl. Bullshit: Entschuldigung angenommen.

  • Ich habe selbst ganz erfolgreich Leistungssport betrieben und behaupte, dass ich von klein auf Leistungsdruck sehr gut kenne und schon früh gelernt habe, damit umzugehen.


    Ich bin davon überzeugt, dass die Kombination aus Fleiß und Selbstbewusstsein bei gleichzeitiger Demut und Resilienz auf Dauer zum Erfolg führt. Das sind Tugenden, die ich meinen Kindern mit viel Akzeptanz, Liebe und Spaß zu vermitteln versuche, auch wenn sicherlich ab und an dadurch (hoffentlich ein "gesunder") Leistungsdruck entsteht.

    Mir ist völlig klar, dass es nicht der "moderne" Erziehungsansatz ist, bei dem die freie Entfaltung jedes Individuums und eine bedingungslose Akzeptanz aller Vorlieben des Einzelnen suggeriert werden.

    Ich möchte damit niemandem zu nahe treten, aber ich bin da halt etwas altmodisch...


    Aber wie ich schon eingangs mal geschrieben habe, sind wir alle unterschiedlich. Jeder hat seine eigene Meinung und seine eigene Einstellung. Ich lasse mich auch immer gern eines Besseren belehren und würde mir nie anmaßen, meine Meinung als die einzig richtige darzustellen.