Hallo,
wie viele dir ja schon mitgeteilt haben ist das was du beschreibst das tägliche Brot im Breitensport.
Ich will nochmal auf den Aspekt der Teameinteilung eingehen. Leider haben wir vom Spielmodus unterschiedliche Vorraussetzungen bei uns wird im 3vs3 Championsleaguemodus gespielt und auch an den 5vs5 Spieltagen haben sich Spielfelder mit unterschiedlichem Niveau etabliert. Außerdem gibt es bei uns keine Teammeldung zu Saisonbeginn sondern nur zum jeweiligen Spieltag und dann auch nur in Absprachem mit dem organisierendem Verein. Also alles sehr unkompliziert.
In meiner ersten Halbserie in der F-Jugend habe ich die Teams (meist 2 Teams/ manchmal 3 Teams) immer ungefähr gleichstark eingeteilt. Das hat mich immer ungemein gestresst, da ich mir nicht nachsagen lassen wollte jemanden benachteiligt zu haben und es den Eltern möglichst recht machen zu wollte.
Insgesamt hat das immer dazu geführt, das durch die Mischung die Leistungstarken das Ruder übernommen haben und das Spiel abselut dominiert haben. Die Schwächeren haben nur rudimentär am Spiel teilgenommen.
Im Nachhinein würde ich sagen hat diese Phase den Leistungstarken sogar geholfen, da sie maximale Herausforderungen im 1vs1 hatten. Grad die Topspieler haben sich da extrem weiterentwickelt, auch wenn sie nicht immer gewonnen haben (was ja sowieso nicht das Ziel sein sollte) hielt sich der Frust da in Grenzen.
Die schwächeren haben von diesem Vorgehen nicht profitiert. Sie hatten zuwenig Ballkontakte, wenige Erfolgserlebnisse und insgesamt wenig Spielanteile. Zwar haben Sie öfter gewonnen als verloren aber ich glaube, dass sie auch gemerkt haben, dass ihr Anteil an den Siegen nur gering war.
Später bin ich immmer mehr zu Leistungshomogenen Teams übergegangen. Nicht immer die gleichen aber schon deutlich nach Leistung sortiert. Das hat bei mir den Stress deutlich reduziert. Das Ganze habe ich auch gegenüber den Eltern offen kommuniziert. Grad in meinem 2. Jahr F-Jugend hab ich das so durchgezogen. Da wir in dieser Zeit auf über 30 Kinder gekommen sind, haben wir auch an den Spieltagen Minimum 4 Teams aufgestellt.
Im Nachhinein haben von diesem Vorgehen alle Kinder profitiert. Alle haben gespielt, alle haben dazugelernt. Einziges Problem war häufig, dass meine Topspieler oft keine Gegner mehr auf Augenhöhe hatten, dem sind wir dan begegnet, dass wir sie nur noch zu zweit spielen lassen haben also 2vs3 oder 2vs4.
Zwei Dinge hab ich dabei als sehr wichtig empfunden zum einen hab ich als "Cheftrainer" immer wechselnde Teams betreut. Mal die ganz Unerfahrenen mal die Stärkeren je nachdem. Man muss unbedingt vermeiden immer die gleichen Teams am Spieltag zu begleiten. Die Kinder wollen gesehen werden.
Das zweite ist das Wording, auch in diesem Beitrag haben sich wieder Begriffe wie gut und schlecht eingeschlichen, das gilt es zu vermeiden, auch in der Kommunikation mit den Eltern. Lieber von 1./2. Team sprechen oder Erfahren und Unerfahren, wie auch immer. Sprache prägt denken.
Letztendlich sind es die Eltern, die es nicht aushalten können, dass ihr Kind Spiele verliert, weil es noch nicht so gut spielen kann. Den Kindern ist das ersteinmal egal. Ich stelle den Kindern nach den Spielen nur eine einzige Frage "Hat es Spaß gemacht" und das hat es bisher immer.