Beiträge von Atzeikke

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    Anekdotisch kann ich folgendes berichten. Der Trainer unserer Mannschaft (U11) hält sich zB an die Empfehlung der aktuell maßgeblichen Experten und lässt alle Kinder immer wieder auf unterschiedlichen Positionen spielen. Bei den diversen Leistungsvergleichen ist hingegen zu beobachten, dass die leistungsorienten Vereine genau so nicht agieren. Deren Mannschaften sind klar durchstrukturiert, jedes Kind spielt auf der ihm angestammten Position. Es wird positionsgetreu gewechselt, manchmal sogar in ganzen Blöcken. Das führt regelmäßig dazu, dass gegen solche Mannschaften nicht nur verloren wird, sondern hohe Niederlagen eingesteckt werden. Kaum spielt unsere Truppe aber einmal mit der vermeintlich besten Aufstellung, d.h. mit den Kindern auf deren Lieblingpositionen, sieht die Geschichte schon ganz anders aus. Natürlich gewinnen auch unsere Kinder lieber oder verlieren nur knapp, als wenn sie regelrecht abgeschossen werden. Das führt natürlich zu der Frage, wie viel von dem, was in der Breite an Empfehlungen für die Talententwicklung tatsächlich so umgesetzt wird. Es scheint mir so, als wenn außer Lippenbekenntnissen nicht viel bleibt. Ich habe jedenfalls noch nie gesehen, dass der Topstürmer eines leistungsorientierten Vereins bei einem Leistungsvergleich plötzlich als Abwehrspieler aufgelaufen wäre. Das passiert scheinbar schlicht und ergreifend nicht. Entschieden wird das aber doch einzig und allein durch die Trainer.Führen wir also am Ende eine Diskussion in einer intellektuellen Fußball Bubble, die mit der handfesten Realität nur wenig zu tun hat?

    Das beobachte ich auch häufig. Aus meiner Sicht könnte man gerade wenn, man über einen sehr guten Kader wie die leistungsorientierten Vereine verfügt, die Positionen gut tauschen. Denn der Top-Stürmer wird in der Abwehr nicht völlig versagen. Meine Beobachtung ist, dass gerade die guten Spieler eigentlich auf allen Posituionen eine gute Figur abgeben. Natürlich gibt es Fähigkeiten die auf bestimmten Positionen mehr zur Geltung kommen aber im Großen und Ganzen können sie sich auf jede Position einstellen.


    Ich versuche in meiner Mannschaft die Positionen möglichst zu wechseln. Dabei achte ich darauf, dass die Spieler nicht völlig überfordert werden. Gegen einen etwas schwächeren Gegenen nutze ich die Gelegenheit und tausche etwas mehr, gegen stärkere Gegener tausche ich weniger oder nur vereinzelt.

    Krösche



    Die DFL-Zahlen zur U21-Einsatzzeit zeigen zwar einen Rückgang, aber daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass die Ausbildung schlechter geworden ist. Vielmehr stellt sich die Frage: Wie viel Vertrauen erhalten junge Spieler im Profibereich? Und wie stark wirken wirtschaftliche Zwänge, kurzfristiger Erfolgsdruck und internationale Transfers auf Einsatzchancen einheimischer Talente?


    Das ist ja genau der Punkt den Krösche in diesem Interview anspricht. Alle wollen ja gern junge deutsche Talente spielen lassen, aber die hier ausgebildeten Talente sind häufig nicht gut genug. Also werden Talente aus dem Ausland genommen.


    Und dann ist die Frage warum sind sie nicht gut genug. Die Zukunft des deutschen Fußballs wird sicherlich nicht in Klein Kleckersdorf entschieden. Aber ich denke schon das wir uns hinichtlich unser Ausbildungskultur auch in der Breite verändern müssen. Die Reformen im Kinderfußball sind ein Anfang aber es gibt in vielen Verbänden noch viel zu tun und es muss insbesondere bei vielen Erwachsenen eine Veränderung im Kopf einsetzen.


    Ich bin überzeugt, wenn wir die Reformen weiterführen wird sich langfristig auch das Niveau in der Breite verbessern und das wird auch Auswirkungen auf die Spitze haben.


    Das fängt schon damit an, dass Opa den 8 Jährigen Enkel fragt wann denn auf richtige Tore gespielt wird. Daraus schließt dieser das Funiniotore keine "richtigen" Tore sind. Also wird der Trainer gefragt spielen wir heut auch noch "richtigen" Fußball (gestern erst wieder mehrfach erlebt). Genauso ist es mit der Frage: "Wie habt ihr heute gespielt!"

    Hallo,


    wie viele dir ja schon mitgeteilt haben ist das was du beschreibst das tägliche Brot im Breitensport.


    Ich will nochmal auf den Aspekt der Teameinteilung eingehen. Leider haben wir vom Spielmodus unterschiedliche Vorraussetzungen bei uns wird im 3vs3 Championsleaguemodus gespielt und auch an den 5vs5 Spieltagen haben sich Spielfelder mit unterschiedlichem Niveau etabliert. Außerdem gibt es bei uns keine Teammeldung zu Saisonbeginn sondern nur zum jeweiligen Spieltag und dann auch nur in Absprachem mit dem organisierendem Verein. Also alles sehr unkompliziert.


    In meiner ersten Halbserie in der F-Jugend habe ich die Teams (meist 2 Teams/ manchmal 3 Teams) immer ungefähr gleichstark eingeteilt. Das hat mich immer ungemein gestresst, da ich mir nicht nachsagen lassen wollte jemanden benachteiligt zu haben und es den Eltern möglichst recht machen zu wollte.


    Insgesamt hat das immer dazu geführt, das durch die Mischung die Leistungstarken das Ruder übernommen haben und das Spiel abselut dominiert haben. Die Schwächeren haben nur rudimentär am Spiel teilgenommen.

    Im Nachhinein würde ich sagen hat diese Phase den Leistungstarken sogar geholfen, da sie maximale Herausforderungen im 1vs1 hatten. Grad die Topspieler haben sich da extrem weiterentwickelt, auch wenn sie nicht immer gewonnen haben (was ja sowieso nicht das Ziel sein sollte) hielt sich der Frust da in Grenzen.

    Die schwächeren haben von diesem Vorgehen nicht profitiert. Sie hatten zuwenig Ballkontakte, wenige Erfolgserlebnisse und insgesamt wenig Spielanteile. Zwar haben Sie öfter gewonnen als verloren aber ich glaube, dass sie auch gemerkt haben, dass ihr Anteil an den Siegen nur gering war.


    Später bin ich immmer mehr zu Leistungshomogenen Teams übergegangen. Nicht immer die gleichen aber schon deutlich nach Leistung sortiert. Das hat bei mir den Stress deutlich reduziert. Das Ganze habe ich auch gegenüber den Eltern offen kommuniziert. Grad in meinem 2. Jahr F-Jugend hab ich das so durchgezogen. Da wir in dieser Zeit auf über 30 Kinder gekommen sind, haben wir auch an den Spieltagen Minimum 4 Teams aufgestellt.

    Im Nachhinein haben von diesem Vorgehen alle Kinder profitiert. Alle haben gespielt, alle haben dazugelernt. Einziges Problem war häufig, dass meine Topspieler oft keine Gegner mehr auf Augenhöhe hatten, dem sind wir dan begegnet, dass wir sie nur noch zu zweit spielen lassen haben also 2vs3 oder 2vs4.


    Zwei Dinge hab ich dabei als sehr wichtig empfunden zum einen hab ich als "Cheftrainer" immer wechselnde Teams betreut. Mal die ganz Unerfahrenen mal die Stärkeren je nachdem. Man muss unbedingt vermeiden immer die gleichen Teams am Spieltag zu begleiten. Die Kinder wollen gesehen werden.

    Das zweite ist das Wording, auch in diesem Beitrag haben sich wieder Begriffe wie gut und schlecht eingeschlichen, das gilt es zu vermeiden, auch in der Kommunikation mit den Eltern. Lieber von 1./2. Team sprechen oder Erfahren und Unerfahren, wie auch immer. Sprache prägt denken.


    Letztendlich sind es die Eltern, die es nicht aushalten können, dass ihr Kind Spiele verliert, weil es noch nicht so gut spielen kann. Den Kindern ist das ersteinmal egal. Ich stelle den Kindern nach den Spielen nur eine einzige Frage "Hat es Spaß gemacht" und das hat es bisher immer.

    Würd ich so pauschal nicht sagen. Die Kids sind häufig nicht das Problem, meist eher die Eltern.


    Ich hab mir angewöhnt mich auf die zu konzentrieren die Bock haben, die sind auch in der Regel bei allem dabei. Die übrigen sind herzlich willkommen aber da hängt dann nicht mein Herzblut dran, schon gar nicht werd ich mich über mangelnde Beteiligung ärgern.


    Man kann nur Angebote machen, wenn die nicht angenommen werden, kann mans nicht ändern. Wobei ich sagen muss bei mir läuft es überwiegend ganz gut. Trainingsbeteiligung ist bei 15 von 20 sehr gut, die meisten sind auch zu den Spielen zuverlässig dabei. Bei den übrigen 5 lauf ich aber nicht hinterher.

    Ich finds toll, dass du dich selbst so reflektiert hast. Das du dich da jetzt "schlecht" fühlst, zeigt ja eigentlich das du selbst weißt, dass du eigentlich gegen deine eigene Überzeugung gehandelt hast.


    Vieleicht sprichst du deinen Fehler auch nochmal vor der Mannschaft an oder besprichst das zumindest mit der betroffenen Spielern. Ehrlich währt am längsten. Und auch wir Trainer machen Fehler, genau wie die Spieler. Wichtig ist nur das wir daraus lernen. Fehlerkultur ist wichtig.


    Mir ist am Wochenende auch was ganz ähnliches passiert und als meine Co-Trainerin den Finger in die Wunde gelegt hat, habe ich mich auch richtig schlecht gefühlt, weil sie einfach recht hatte und ich von meinen eigenen Prizipien abgewichen bin.

    Ich sehe es genauso, dass im Nachwuchsbereich ohne Bande gespielt werden sollte.


    Bei uns ist es offt üblich, dass auf einer Seite mit Bande gespielt wird, dass ist dann oft die Wand. "Richtige" umlaufende Banden habe ich tasächlich noch nie live gesehen.


    An den Banden kommt es dann Gelegentlich auch zu gefährlichen Situationen und auch die Zweikämpfe an der Bande sind überhaupt nicht sehenswert. Oft wird die Bande ja damit begründet, dass der Ball im Spiel bleiben soll und es nicht soviele Unterbrechungen gibt. Aber ich kann mich Golfstrom da nur anschließen, die Kids müssen lernen sauber zu spielen und den Ball auch sauber zu verarbeiten. Die Ausline kann da ein gnadenloses Feedback geben, genau wie der Gegenspieler. Aus meiner Sicht sollte man das den Kids so früh wie möglich zutrauen.

    Finde grundsätzlich Verhalten und Benehmen sind relevante Punkte, letztendlich fällt das ja auch ein Stück weit auf dich zurück. Ich handhabe es grundsätzlich so, dass ich Fehlverhalten direkt und deutlich ansprechen, entweder mit dem Einzelnen oder in der Gruppe. Dabei erkläre ich immer warum das so ist und was ich zukünftig erwarte.

    Da ich persönlich im Rahmen von Erziehung keinen tieferen Sinn in Strafen sehe, bestrafe ich Fehlverhalten auch erstmal nicht. Das käme nur in Frage, wenn es ganz grobe Verstöße sind (Gewalt, Sachbeschädigung oder ähnliches).


    Das was du da so beschreibst find ich aber noch einigermaßen normal (außer vieleicht wasser herumspritzen). Die langen Pausen bei Hallenturnieren sind halt echt schwierig. Nicht alle interessieren sich dafür wie die andern spielen und fangen dann an sich eine Beschäftigung zu suchen. Eine Runde Karten spielen kann beim Überbrücken der Zeit aber auch helfen. Wenn dich das toben und Unsinn machen stört, dann musst du andere Angebote schaffen.

    Das es sich bei dem Problem um eine Kopfsache handelt, ist mir natürlich klar. Die Frage die ich mir stelle ist, welche Möglichkeiten habe ich, um den Jungs dabei zu helfen die nötige mentale Stärke zu entwickeln einen Rückschlag wegzustecken und weiter an Ihre eigene Stärke zu glauben.

    Hallo,

    ich wollte heute mal zu einem Thema eure Meinungen bzw. Hinweise erfahren.

    Ich trainiere ein E-Jugend, die überwiegend aus 16er Jahrgang besteht. Am Anfang der Saison sind wir in eine zu starke Qualistaffel einsortiert worden, sodass wir in den ersten Spielen zum Teil sehr hohe Niederlagen gegen Altjahrgänge (18:2, 13:0; 11:1) kassiert haben. In diesen Spielen waren die meisten meiner Jungs total überfordert. Später wurde es etwas besser, verloren haben wir aber trotzdem.

    Nun sind wir in einer Staffel mit angemessenen Gegnern und hatten hier auch schon Erfolge. Eine Sache bei meiner Mannschaft ist aber sehr auffällig, sobald meine Mannschaft in Rückstand bzw. ein Gegentor kassiert gerät, kippt das Spiel meist recht schnell. Auch wenn wir vorher gleichwertig oder sogar überlegen waren, bekommen wir nach dem ersten Gegentor weitere Gegentore. In 5-10 Minuten kann es dann schnell 4:0 oder 5:0 stehen. Man kann die Unsicherheit oft förmlich spüren. Meist sehen die Gegentore dann auch so aus, häufig sind es so richtige Eiertore.


    Hat jemand Tipps, wie man dieses Thema mit Kindern angehen kann?


    Gruß Atzeikke

    Die Frage ist halt, ob das überhaupt eine Dgradierung ist. Grundsätzlich sollen und wollen ja alle möglichst viel spielen. Wenn die 3. Mannschaft spiele absagen muss, weil sie nicht ausreichend Spieler hat liegt es doch nahe dahin Spieler abzugebn. Und in der E-Jugend ist eine leistungsorientierte Einteilung ja auch nicht unüblich.


    Insbesondere wenn ihr mit den Mannschaften unterschiedliche Spielniveaus abdeckt macht eine Aufteilung durchaus Sinn. Letztendlich ist das eine Frage der Moderation. Unglücklich ist natürlich, dass die Umverteilung innerhalb der Saison erfolgen soll. Ich finde aber schon dass du auch gute Argumente hast, um mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. Ich habe mir da auch des öfteren schon Gedanken gemacht und bin bei den Eltern meistens auf offene Ohren gestoßen. In der Regel sind die Eltern froh, das ihre Kinder Niveauangepasst spielen können.


    Letzlich kommt es da auch auf eure Strukturen und Organisation im verein an. Trainiert ihr zusammen oder nicht. Trainiert eine Mannschaft mehr oder weniger. Wie habt ihr in der Vergangenheit darüber kommuniziert?

    Ich habe von Anfang an Raute spielen lassen. Ich wollte dass die Kids vor allem die verschiedenen Rollen kennenlernen.

    Vorteil war, das wir durch die Mittelfelspieler vorn und hinten zu dritt waren und oft Überzahl oder gleichzahl hatten. Ich empfand das Sytem als gut, hab aber auch erst mit dem Altjahrgang 4+1 gespielt.

    Ich würd sagen lieber einen Zuviel als einen zu wenig. Haben ist immer besser als brauchen. Wenn du einen besonderst Begabten hast dann kann man vieleicht auch mal sagen der macht das ein oder andere Spiel mehr. Muss man dann vieleicht auch etwas moderieren, wenn einer Leistungsmäßig hervorsticht wird das ja oft von den anderen auch akzeptiert, dass der dann eben auch etwas anders behandelt wird bezüglich der Spielzeit. Aber ansonsten würde ich alle drei regelmäßig im Tor spielen lassen.

    Ich find es auch absolut wichtig, dass die Torhüter in diesem Alter auch regelmäßig im Feld spielen.

    Ich denke auch eine klare Kommunikation ist unheimlich wichtig.

    Ich habe mir angewöhnt alle Termine und ähnliches frühzeitig zu kommunizieren. Auch das grundsätzliche vorgehen bei Kaderentscheidungen kommuniziere ich frühzeitig und möglichst eindeutig nach außen.


    Bisher fahre ich mit der Strategie sehr gut, ich glaube alle fühlen sich mitgenommmen.


    Hin und wieder ist schon etwas Unmut aufgkeimt, meistens wird sowas über die Whatsappgruppe öffentlich. Ich kommentiere soetwas nie in der Whatsappgruppe, sondern nehme sofort meine Telefon und rufe denjenigen an. Es ist noch nie jemand rangegangen oder hat anschließend zurückgerufen. Thema erledigt.


    Muss aber auch sagen ich bin nicht der Typ mit dem man zu diesem Thema gerne diskutiert, ich hab klare Positionen die ich fachlich vertreten kann.


    Frei machen muss man sich aber von dem Gedanken, es allen 100 % recht machen zu wollen. Das ist unmöglich.

    Du machst das schon ganz richtig. Fördere die Technik und das 1vs1, davon wirst du später profitieren.


    Passspiel bringt in der Regel in diesem Alter mehr Erfolg, in der E oder D wird das aber zum Boomerang, wenn zu wenige auf dem Feld im 1vs1 bestehen können.


    Positionen sind in diesem Alter völliger Mumpitz. Wenn du sie dann einführst dann lasse alle auf allen Positionen spielen.


    Ein 4+1 ist aus meiner Sicht in der G-Jugend Quatsch, in vielen Verbänden aber immernoch üblich.

    Bei uns funktioniert der Champions Leagua Modus sehr gut, sowohl in der G als auch in der F. Die meisten Trainer ziehen mit und sind an ausgeglichenen Spielen interessiert. Und auch die Kinder wollen solche Duelle. Ich habe sogar Spieler die selbständig einen Spieler rausnehmen und 4vs2 spielen, wenn der eine Überzahlspieler nicht reicht.


    Wenn dieser Modus nicht funktioniert liegt das nur an den Erwachsenen. Die es nicht vernünftig umsetzen, auf welcher Ebene auch immer.


    Das es für den ein oder anderen mal eine Klatsche gibt lässt sich nicht immer vermeiden aber das ein Team den ganzen Spieltag chancenlos ist, habe ich noch nicht erlebt.