Was ist der Sinn unseres Daseins?
Das frage ich Gott fast täglich, er antwortet aber nie.
Vermutlich sind wir dan, weil wir einfach gebraucht werden und wir Spass an der Aufgabe haben.
Möchten wir gute Fußballer für die erste Liga züchten? Können wirs?
Offensichtlich kann ich es nicht. Etwa 70-80% der Spieler die ich trainierte drehten dem Fussball irgendwann den Rücken (not bene - nicht unter meiner Leitung). Wenige sind in erste Mannschaften oder höhere Amateurligen gelandet und ganz ganz wenige sind auf dem Weg zum Profifussball.
Möchten wir gute Jungs/Mädels nur "vorbereiten" (geistig wie körperlich) für höhere Ligen?
Ist mir mittlerweilen nicht mehr so wichtig wie die Freude und den Spass zu vermitteln im Training.
Da Junioren/innen eben gefordert werden wollen, bildet man diese auch so, nach bestem Wissen und Gewissen aus, denke ich.
Möchten wir als Trainer dieses Amt als Hobby sehen oder als Aufgabe?
Es ist ein Mix. Ein Hobby mit Pflichten. Man muss ja anwesend sein im Training. Vorbildsfunktion etc.
Aber ob und wann ich zu Hause Gitarre spiele, ist nicht fix geplant und somit eher entspannter als der Fussball als Hobby.
Dürfen wir Erwartungen haben an Kindern? Dadurch machen wir den Kindern evtl. Stress, dürfen wirs?
Aktuell kommt man nicht drum herum. Zumindest in der Schweiz nicht. Wir sind im Spielbetrieb angemeldet und einfach an Spiele nicht teilnehmen können, weil alle Spieler was besseres vor haben, bedeutet 3:0 Forfait und CHF 300.- Busse für den Club.
Wir müssen Präsenz faktisch fordern und sogar konsequent sein.
Ob es Stress macht oder nicht ist egal. Diese haben sich für den Angebot "Fussball im Club XY" entschieden und müssen nach dessen Regeln agieren. Da ist regelmässiges Training sowie Präsenzerwartung mit im Angebot. Niemand ist gezwungen im Fussball Club einzusteigen.
Für mich ist es ein Hobby. Solange ich noch Spass daran habe mache ich es, muss aber auch sagen, dass ich gut darauf verzichten kann, weil ich viele weitere Interessen resp. Hobbys habe.
Wenn es unser Hobby ist, warum üben wir Druck aus, in vielelerlei Hinsicht, dass die Kinder besser werden?
Weil wir es trotzdem möglichst richtig machen möchten und das Potential des einzelnen Juniors, mit gutem Gewissen, nicht verbauen will.
Warum stellen wir uns auch unter Druck, dass wir besser werden? Ist HOBBY mit ZWANG vereinbar?
Ich versuche bei der Gitarre immer neue Lieder zu lernen. Versuche neue Akorde zu lernen und schneller zu wecheln. Habe ich dabei Druck? Nein, würde ich sagen. Ich mache es extreme gerne. Weiters klingt es dann sogar gut. Also ist das Schlussergebniss positiv und vorhanden. Im Fussball ist es gleich. Besser werden um ein besseres Ergebnis sehen zu können.
Sollen die Kinder überhaupt besser werden, wenn das Fußballspielen auch ihr Hobby ist?
Hatte noch nie Kinder trainiert, die nicht hätten besser werden wollen. Eigentlich wollten immer alle gefordert werden in den letzten 14-15 Jahren.
Gibts ein systematisiertes Hobby?
Ganz offensichtlich ja. Spieltage, Tabellen, Termine etc. Ganz klar systematisiert.
Sollen wir die Kinder lieber in Ruhe lassen?
Mit dem Besserwerden?
Dann kommen diese nicht mehr ins Training und bevorzugen den Bolzplatz.
Kinder wollen gefördert werden und sind nicht dumm. Diese wissen, welche Trainer sie weiter bringt und möchten auch dort spielen. Hatte kürzlich Erfahrungen sammeln dürfen... zum Teil ganz krass.