Bin in diesem Fall, absolut gegen einen Rausschmiss des Spielers A.
Die geahndeten Sanktionen empfinde ich ebenfalls als falsch.
Es schwebt eine grosse graue Wolke im Team mit der Innschrift "KOMMUNIKATION", was ja nicht gang und gäbe ist.
Ich würde nun Spieler A packen und Ihn sämtliche in den letzten Wochen auffallende Fehlverhalten, aufzählen.
Dies unter vier Augen nach dem Training. Vorab würde ich Ihm eine SMS schreiben: "Heute geht das Training ca. 30-45 minuten länger. Bitte Eltern informieren."
Regeln beim Gespräch
- Hier ist Respekt, oberstes Gebot. Spieler A muss trotz allem, Respekt und Wertschätzung spüren.
- Gesprächsstrategie: In jeder Sekunde gehts um die Verbesserung des Spielers A. Keine Schuldzuweisungen. Lediglich Fakten auftischen und Lösungssuche mit Spieler A. Sachlich bleiben und Wärme geben (fast schnuggeln - aber nur mit Wörter).
- Ziele: Spieler A empfindet Wertschätzung und Wärme des Trainers, trotz gebauten Scheiss! Er kennst seine Stärken und Schwächen. Er stellt selbst Ziele um seine Schwächen zu verbessern. Diese werden schriftlich notiert und Anhand eines Commitements, von Trainer und Spieler als Vertrag, unterschrieben.
Das Gespräch selbst
Warm Up (Beginn): Schaffe ein positives Klima durch Wärme deiner Seite. "Wie läufts so? Wie fühlst Du Dich?" sind Fragen die Zuneigung und Interesse zeigen. Dann die Begründung dieser sonderlichen Sitzung. "Heute möchte ich mit Dir, deine Stärken und Schwächen kurz analysieren. Du bist wichtig für uns, machst aber einzelne Fehler, die dein Potential nicht komplet ausschöpfen lassen. Das möchten wir nun verbessern."
Fang mit Stärken an: "Mir gefällt wie Du X und Y kannst." Also klar aufdeuten, was Dir positiv von Ihm gefällt.
Dann mit Schwächen: "In letzter Zeit hast Du mit deiner Missstimmung einzelne Spieler etwas angesteckt. Was stimmt nicht? Wieso hast Du XYZ gemacht? Was hat Dir dein Kollege (gemobbte Spieler) angetan?"
Anhand der Antworten, weisst Du dann eher was wirklich los ist. Und wie Du siehst, sind es immer Fragen, dass Spieler A, in die Opferrolle bringen. Also fühlt er dann Mitleid, für seine schlechte Stimmung etc. Wenn der Junge aber keine Missstimmung kommuniziert und es einfach lustig findet, andere Junioren zu mobben... ändert sich die Sachlage und die zu verwendenden Argumente.
Wenn Spieler A nun die gemobbten Spieler wg. Fehlverhalten und darauffolgenden Streit beschuldigt, ist beim nächsten Training ein Gespräch mit beide Parteien nötig. Auch da Lösungsorientiert. Spieler sollen selbst vereinbaren, wie sie sich verhalten möchten um sich zu ertragen.
Wenn Spieler A aber alles aus Spass macht, dann mal fragen, wie es der gemobbte echt so empfindet?!
"Wie würdest Du Dich fühlen? Wie würdest Du agieren? Stell Dir vor, Jemand schiesst Dir einen Schuss mit Waffe, wenige cm. am Auge vorbei? Wenn Du dann blind werden würdest? Wie wäre es dann?" Also auch hier, alles offene Fragen. Spieler A muss reden. Du musst Ihn, in die Rolle des gemobbten bringen. Er soll die Emotionen spüren des gemobbten. "Wie würdest Du Dich fühlen, wenn..."
Nach dem aufzählen der Schwächen, die Spieler A, grundlengend durch viele offene Fragen, selbst hervorhebt, ist es Zeit für die Zielvereinbarung.
Da eignen sich Fragen wie: "Wie machen wir weiter (so gehts eben nicht mehr weiter)? Wie kannst Du wieder Akzeptanz finden? Wie kannst Du das Team, im menschlichen Bereich nun besser helfen?" Usw.
Im Prinzip gehts darum, den Spieler A durch offene Fragen etwas zu leiten.
Er muss verstehen, was falsch ist und muss selbst Lösungen bringen. Das zeigt Vertrauen.
Kurz; Spieler A braucht wärme und bestimmt kein abstossendes Verhalten. Lieber eine Frage mehr als eine weniger. Ich tendiere meistens auf offene Fragen (Warum, Was, Wie, Wer usw.) die den Spieler zum reden bringen. Spieler A soll selbst, seine Ziele die zur menschlichen Verbesserung führen, definieren. Diese musst Du notieren. Diese Notiz wird von Dir und von Spieler A, als Vertrag bis ende Saison unterzeichnet. WICHTIG; Am Schluss der Saison Feedback geben.
So, das ist meine Meinung.
Sehe dan keinen Bedarf von Sanktionen, Elterngespräche oder sogar von Ausschlüssen.
Viele Grüsse
TRPietro