Entweder das Kind ist ein überflieger.
Man ist als Trainer zwar immer guter Hoffnung, dass aus den hochtalentierten Kindern später etwas wird!
Aber vielleicht kennt "Sir-Alex" 7 jährige Wunderkinder, bei denen es zu diesem Zeitpunkt schon zuverlässig erkennbar war, dass aus ihnen später mal ein Star wurde? Ich kenne keines!
Es ist so früh einfach noch nicht möglich eine zuverlässige Erfolgsprognose zu stellen.
Der Punkt ist wohl, dass für Eltern eine Momentaussage "Überflieger" eine andere Bedeutung hat als für Trainer haben kann? Denn während Trainer sie lediglich einem Zeitpunkt zuordnen, kann soetwas für manche Eltern bereits eine "Ewigkeitsaussage" haben. Je jünger das Kind ist, je weniger Aussagekraft läßt sich aus den individuellen Leistungen im Staffelbetrieb mit den Nachbarvereinen treffen. Erst später, wenn es überregionale Leistungsvergleiche gibt, läßt sich eine Leistung zum ersten mal einordnen.
Doch wie der riesengroße Sprung von der Jugend in den Erwachsenenfußball gelingt, ist noch eine ganz andere Frage.
Warum sich also mit Gedanken plagen, die jetzt noch gar nicht relevant sind?
Unterstützt einfach eure Kinder bei ihrem Hobby, so gut es geht! Aber lasst sie bei Zeiten los, damit sie selbständig werden können. Es ist nicht gut, wenn man sein Leben nur noch vom Erfolg seines Kindes abhängig macht und es ist auch nicht gut, wenn man seine Sympathien fürs Kind allein an seinem sportlichen Erfolg mißt. Ihr liebt doch eurer Kind auch dann, wenn es nicht überall Erster ist oder? Ihr habt auch die Verantwortung für euch selbst und den großen Rest eurer Familie. Befreit euch ein Stück von dem Gedanken, ihr könntet das sportliche Glück eures Kindes signifikant beeinflussen! Das macht den Kopf frei, wenn das Kind mal euren Trost braucht.
Kinder müssen nichts erreichen, was die Eltern nicht geschafft haben. Sie haben ein Recht auf ein eigenes Leben und darauf ihr Glück selbst zu finden.
Vergesst nicht, dass es nicht mehr wie ein Hobby eures Kindes ist, solange es den Fußball nicht als Beruf ergriffen hat. Deshalb sollte jederzeit der Spaß daran das Entscheidungskritierium sein. Horcht also nicht nur in euch selbst, sondern auch in euer Kind hinein, ob e!
Ich meine dabei nicht die Tagesbefindlichkeit, sondern eure Bereitschaft dabei mitzuhelfen, überall dort zu helfen, wo das Kind allein noch nicht weiterkommt und eure Hilfe braucht. Das kann manchmal der Rat sein, auf dem Teppich zu bleiben und dann auch wieder Mut zu geben, wenn das Kind in seiner Leistung stagniert oder während einer Verletzung oder Krankheit einen emotionalen Tiefpunkt hat.
Sorry, es war mir jetzt ein Bedürfnis, weil ich solche Gespräche schon oft geführt habe!
Genießt es einfach mit euren Kindern. Denn wie schnell ist die schöne Zeit der Kindheit vorbei!