Beiträge von Coach99

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    Hallo Andre,

    die Idee mit dem Jugendkoordinator, der in enger Abstimmung mit dem Trainer offiziell die Einteilung vornimmt, finde ich sehr interessant. Bei Sichtungstrainings müssen es auch aus meiner Sicht in jedem Fall mehrere sein, da man sonst kaum die richtigen Einteilungen vornehmen kann (Aufregung etc. bei den Kids).

    Wir hatten bei uns im Verein auch diskutiert, auf welchem Weg, der in den Altersklassen gleich sein muss, die Einteilung insbesondere der Landesligateams erfolgen muss. Da gab es sehr unterschiedliche Sichtweisen: vom Herauspicken durch den Landesligatrainer bis zu einer demokratischen Entscheidung eines erfahrenenen, hiermit betrauten Trainerstabs.

    Letztlich ist es dann so gelaufen, dass ich mich (Trainer der E1/Landesliga/Schwerpunkt Jahrgang 98) mit meinem Kollegen der Altersklasse eng abgestimmt und talentierte Spieler ihrer Mannschaften benannt bekommen habe. Mit dem weiteren 98er Team haben wir dann gemeinsam über mehrere Wochen trainiert und so konnten sich alle kennenlernen, es bestand für uns Trainer die Möglichkeit, alle Kids in der für sie vertrauten Umgebung zu sichten, ohne dass es als ein gesondertes Sichtungstraining tituliert wurde.

    Hat insgesamt gut funktioniert, Kinder und auch Eltern sind bis auf zwei Ausnahmen, wo die Familien seit Jahren an allem etwas auszusetzen haben, sehr zufrieden. Durch das Kennenlernen ist auch eine Vertrauensbasis der Kinder für die Trainer der anderen Teams entstanden, die es erleichtert, sich gegenseitig mit Spielern auszuhelfen und zu vertreten. Habe vor kurzem auf Wunsch der Eltern der künftigen E2 auch deren letztes Freundschaftsspiel gecoacht, weil der E2-Trainer beruflich verhindert war. Hat gut geklappt und war auch für mich eine interessante Erfahrung.

    Zu den Jahrgangsmannschaften:

    Hier bin ein absoluter Verfechter, da dies eine ständige Neueinteilung der Mannschaften, die ich im früheren, kleineren Verein leidvoll erfahren musste, verhindert. Talentierte Spieler des jüngeren Jahrgangs sollten auch die Möglichkeit haben, bei den älteren mitzuspielen. In meinem Team habe ich jetzt 12 Kinder mit Baujahr 98 und 2 aus 1999, welche großes Talent besitzen und gut hereinpassen.

    Bei uns haben wir mit den Jahrgangsmannschaften sehr gute Erfahrungen gemacht, da die Kinder so über Jahre zusammenbleiben können.

    Gruß Coach99

    @ Andre

    Sicherlich kann man auch schon in der F oder sogar bei den Bambinis damit beginnen, leistungsgerecht einzuteilen. Das meinte ich ja mit homogenen Gruppen. Es gibt auch bei uns im Verein Verfechter einer leistungsbezogenen einteilung schon in der F.

    Dagegen habe ich persönlich nichts, solange gewährleistet bleibt, dass die Kids weiterhin altersgerecht trainiert und ausgebidlet werden, ohne einen unnötigen Leistungsdruck aufzubauen.

    Die Einteilung wird aber immer ein Problem darstellen, da viele Eltern ihre Kinder mit der rosaroten Brille sehen und ihre eigene Unzufriedenheit auf die Kinder übertragen können. Das wird sich aber nicht vermeiden lassn und da muss man als Verein und insbesondere als trainr durch.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo Alice,

    ich würde mit den dreien ein Gespräch führen und ihnen aufzeigen, dass Fußball eine Mannschaftssportart ist, in der keine "Mannschaft in der Mannschaft" Platz hat. Falls sie es nicht einsehen, müssen sie halt woanders kicken, wo man diese Sonderlocken akzeptiert.

    Ich würde mir kein funktionierendes Mannschaftsgefüge kaputt machen lassen. Im letzten Jahr wollte auch ein durchaus sehr talentierter Spieler jüngeren Jahrgangs (ich trainiere 98er Jungs) aus einem anderen Verein in mein Team kommen. Im alten Verein war der Junge der "Star" und das Spiel war sehr auf ihn und zwei weitere Talente zugeschnitten (die im übrigen diesen Verein inzwischen auch verlassen haben). Der Vater dachte, dass sein junior auch bei mir eine Sonderlocke bekäme und ich habe ihm freundlich aber bestimmt klar gemacht, dass es bei mir für keinen der Spieler eine Sonderbehandlung gibt und dass das Kind wie alle meine Spieler auch auf unterschiedlichen Postionen spielen würde. Da war der Vater zunächst etwas beleidigt und ist mit dem Kind in eine F-Junioren-Mannschaft unseres Vereins gegangen, wo das Kind wieder "der Star" war und Torschützenkönig der Liga wurde (bei mir gilt die Maxime, dass es völlig egal ist, wer die Tore schießt, ein begnadeter Goalgetter ist genauso wichtiger Teil der Mannschaft wie z.B. ein Abwehrspieler). Im Hinblick auf die neue Saison ist der Junge interessanterweise zu mir in den 98er Jahrgang gewechstelt, mal sehen, wie sich das entwickelt.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Den Ausführungen bezüglich der häufigen Rotation von Spielern in diesem Altersbereich auf unterschiedlichen Positionen kann ich mich nur anschliessen. Leider sieht man es von G- bis E-Junioren (das sind die bislang von mir trainierten Altersklassen) sehr häufig, dass Kinder nicht nur stets auf derselben Position spielen, sondern auch, dass gerade die Abwehrspieler wie "deutsche Eichen" wie festgewachsen auf ihren zugewiesenen Stellen stehenbleiben und sich nur einschalten, wenn sich dort ein Gegenspieler nähert. Dass dies keine gute Ausbildung ist, versteht sich wohl von selbst.

    In meinem Team (aktuell trainiere ich einen starken 98er Jahrgang) setzte ich die Kids sehr variabel ein und den Kindern gefällt die vielseitige Aufgabenstellung gut, sie entwickeln sich dabei hervorragend.

    Zur Aufstellung (immer an die Rotation von Spielern auf unterschiedlichen Positionen denken):

    Bei uns in Brandenburg spielen wir mit 7 + 1 auf dem Halbfeld, was ich persönlich sehr gut finde. Weniger Ballkontakte haben die Kids aus meiner Sicht nicht, wenn man sie frühzeitig darin ausbildet, den Ball laufen zu lassen. Hier bevorzuge ich die eher offensive Variante (2-3-2), viele Gegner spielen defensiver mit 3-3-1.

    Im Nachbarland Berlin wird mit 6 + 1 gespielt. Wenn wir dort antreten, spielen wir mit 2 Dreierketten, was regelmäßig gut klappt und zeigt, dass ordentlich ausgebildete Kicker auch keine zu großen Umstellungsschwierigkeiten haben, wenn die für sie gewohnte Spieleranzahl und Feldgröße nicht zur Verfügung stehen.

    Es hat sich auch bewährt, blockweise auszuwechseln. Das funktioniert natürlich ohne Bruch im Spiel nur, wenn man ausreichend viele und zudem hinsichtlich des Leistungsstands sehr homogene Kinder trainiert.

    Wenn es gelingt, die Kids altergemäß ordentlich auszubilden, staunt man häufig, wie gut sich die Kinder (ohne das hier nicht zielführende gezielte Taktiktraining) auf dem Spielfeld und ihren Positionen verteilen, es wird sehr oft schon instinktiv richtig verschoben.

    Man muss den Kids aber auch erklären, worauf es bei den unterschiedlichen Positionen ankommt. Meine Jungs sind da sehr aufnahmefähig, sofern man es kindgerecht und vor allem kurz und knapp erklärt (bloß keine minutenlangen Monologe in "Erwachsenensprache", mit denen mein ehemaliger Co-Trainer die Kinder manchmal gelangweilt hat). Die Kinder tauschen sogar schon in eigener Absprache während des Spiels Positionen, z.B. rechter und linker Stürmer. Hier muss man als Trainer aber darauf achten, dass kein Chaos entsteht und die Kids sich grundsätzlich an Ihre Aufgabe halten. Ich animiere die Kinder aber durchaus dazu, selbständig zu handeln und Entscheidungen zu treffen, schließlich sollen sie ja kreativ sein und nicht als Marionetten der Trainer an der Seitenlinie agieren, wie man es leider zu häufig sieht.







    Hallo S.M.,

    bei uns beginnen wir ab der E mit der Einteilung in stärkere und schwächere Mannschaften, da wir ab dieser Altersklasse auch in der Landesliga und Kreisliga spielen.

    Nach meiner Erfahrung macht es bereits frühzeitig Sinn, die Kinder in relativ homogene Gruppen einzuteilen, da dann ale am meisten lernen. Die Schwächeren sind auch in den Spielen gefordert, Verantwortung zu übernehmen und sich nicht auf die Stärkeren zu verlassen und entwickeln sich dadurch zumeist besser, als wenn in gemischten Gruppen trainiert und gespielt werden. Außerdem sinkt auch das Risiko der Überforderung der Schwächeren und Unterforderung der Stärkeren.

    Das Ganze ist aber nicht ganz konfliktfrei. Bekanntermaßen sehen viele Eltern ihre Kinder durch die rosarote Brille und schätzen sie nicht realistisch ein. Deshalb ist es wichtig, Kindern und Eltern die Einteilung mit den positiven Aspekten zu erläutern.

    Ich habe gerade meinen Kader für die neue Saison aus verschiedenden jüngeren E-Junioren-M annschaften für die nächste Saison (E1, Landesliga) zusammengestellt und es gab bei den Kindern keine Probleme. Zwei Eltern von Spielern meines bisherigen Teams, die in die E2 (stärkste Mannschaft Kreisliga) wechseln, sprachen aber sogar vor ihren Kindern von "Abstieg und Degradierung", was ich pädagogisch für unmöglich halte, zumal es gute Gründe für die Einteilung gab, die auch erläutert wurden.

    Wichtig ist aber, dass man ein durchlässiges system hat, bei dem sich talentierte und willige Kinder auch in die ersten Mannschaften hereinspielen können. Außerdem muss im Kinderfussball die Ausbildung an erster Stelle bleiben!

    Gruß Coach 99

    hallo Supi,

    meine Ersatzspieler (E-Junioren, Baujahr 98) halten sich während des Spiels beim mir an der Seitenlinie auf. Ich lege Wert darauf, dass sie das Spiel verfolgen und keinen Blödsinn machen.
    Vor dem einwechseln spreche ich noch kurz und knapp mit Ihnen ab, auf welcher Position und mit welcher Aufgabe sie zum Einsatz kommen. Ggf. wird sich dann noch (ohne Ball) an der Seitenlinie aufgewärmt.

    Hallo Räubertochter,

    es ist zwar insgesamt sehr bedauerlich, dass es in eurem Verein nicht möglich erscheint, einvernehmliche Lösungen zu finden, erstaúnt hat mich aber die Aussage, dass dein Sohn mit Fußball aufhören wird.

    Ich habe über die Jahre die Erfahrung gemacht, dass die Kinder im Regelfall glücklich sind, sofern sie die Möglichkeit bekommen, altersgerecht ihrem Sport nachzugehen. Deshalb solltest du deinen Sohn motivieren, zumindest einige Male zum Probetraining beim neuen Verein zu gehen und sich nicht bockig zurückzuziehen. Er wird schnell feststellen, dass es auch in anderen Temas nette Kinder und offensichtlich auch einen passenden Trainer gibt.

    Wir sind im Verein gerade die Situation einer Neuaufteilung von Mannschaften durch und ich kann nur sagen, dass nach meinen Erfahrungen die Kinder damit zumeist weiniger Probleme als die Eltern haben.

    Ich trainiere einen 98er-Jahrgang, der mit dem Kernteam in der kommenden Saison als E1 in der Landesliga spielen wird. Der Verein hatte mich gebeten, mir natürlich auch die talentierten Kinder anderer Teams der Jahrgänge 98 und 99 zu sichten, um allen die Chance zu geben, in leistungsgerechten Teams zu spielen (wir haben daneben noch 3 E-Mannschaften in der Kreisliga). Zuerst hieß es von einigen Eltern, dass ihre Kinder in keinem Fall die Mannschaft wechseln wollen, da sie derzeit hauptsächlich mit Klassenkameraden zusammen spielen.

    Soweit die Theorie: die Kids wollen eigentlich nur mit vergleichbaren Kickern gegen den Ball treten, kamen von alleine und wollten gerne in der neuen E1 mitspielen, Berührungsängste gab es überhaupt keine. Wir haben dann die Mannschaften gemeinsam trainieren lassen und auch Turniere und Freundschaftsspiele in gemischten Teams absolviert. Am letzten Wochenende haben mir die Trainer anderer Vereine nicht geglaubt, dass die Jungs, die das Turnier gewonnen haben, so noch nie zusammen gespielt haben, da sie auch außerhalb des Platzes enorm geschlossen aufgetreten sind.

    Sicherlich ist die Situation nicht eins zu eins vergleichbar, ich bin mir aber relativ sicher, dass auch dein Sohn Freude am Spiel in einem anderen Team entwickeln wird, wenn er es nur versucht. Stärkt ihm als Eltern den Rücken für einen Versuch im neuen Verein.

    Schöne Grüße und Kopf hoch :)

    Coach99

    Erstellung und Pflege von Tabellen zu Einsatzzeiten nützen letztlich keinem, am wenigsten dem Trainer, der diesen immensen Aufwand betreibt.

    Die Eltern, welche Ungerechtigkeiten vermuten, glauben einem wahrscheinlich auch nicht, wenn man Ihnen selbsterstellte Tabellen unter die Nase hält.

    Am vergangenen Wochenende beklagte sich z.B. der Vater eines sehr spielschwachen und auch wenig leistungsbereiten Spielers darüber, dass sein Sohn in einer Begegnung nur zwei Minuten gespielt habe und dass ich ihn als Trainer nicht genügend spielen lasse. Die tatsächliche Einssatzzeit betrug aber über 8 von 12 Minuten, wie uns unser Co-Trainer dann glaubhaft versicherte. Danach war erst einmal Ruhe. Wir hatten übrigens 3 Einwechselspieler und ich habe nach meinem Gefühl sowie in Anbetracht der jeweiligen Spielsituation alle Kicker ein- und ausgewechselt, beschwert hat sich nur einer.

    Dieses Beispiel zeigt, wie subjektiv die Einsatzzeiten erlebt werden. Als Trainer behalte ich mir vor, die Spieler nach meinem Gefühl und nicht computergestützt einzusetzen oder mir - das wäre das schlimmste für jeden Trainer - die Aufstellung durch die Eltern diktieren zu lassen. Auch wenn es keine 100%ige Gerechtigkeit gibt, erscheint mir das als der bessere Weg.

    @ kick and rush:

    Ist bei uns in Brandenburg leider auch so. Besonders tut sich dort ein Verein hervor, bei dem auch ein DFB-Stützpunkt angesiedelt ist.

    eneloop:

    Gibt es nicht die Möglichkeit, das offensichtlich schlecht geführte Team schon jetzt zu übernehmen? Dann könntet ihr Kindern und Eltern zeigen, dass es auch anders geht.

    Auch wenn ich Abwerbung und unnötige Vereinswechsel in diesem Alter hasse, muss man das Ganze auch aus Sicht des Spielers und insbesondere seiner Eltern betrachten. Gerade bei talentierten Kindern machen deren Eltern sich häufig Sorgen, ob die Kids auch genug gefördert werden, man muss immer darauf achten, dass sie sich nicht zu überehrgeizigen "Eislaufeltern" entwickeln.

    Binde doch möglichst einen erfahrenen Trainer, der ab Bambini schon mehrere Altersklassen betreut hat und deshalb glaubhaft seine Erfahrungen im Kinderfussball und der Entwicklung der Kids weitergeben kann, um Unterstützung. Ein solcher Trainer sollte gemeinsam mit dir in der Lage sein, den Eltern die Sorgen zu nehmen.



    Hallo Alice,

    nimm´s nicht so schwer, es ist doch immer dasselbe:

    Gerade schwächere Spieler, welche zumeist viel Blödsinn machen und sich dann über mangelnde Einsätze wundern, machen immer wieder die Trainer für alles verantwortlich.

    Habe ich auch schon durch, da muss man sich wirklich ein dickeres Fell zulegen. Betrachte es mal aus einer anderen Sicht:

    Der Großteil deiner Mannschaft wird mit dir zufrieden sein, ansonsten hättest du einen demotivierten Haufen, der sicherlich nicht so erfolgreich spielen würde. Letztlich verdirbt ein fauler Apfel den ganzen Korb und deshalb sollte man derartige Reisende nicht aufhalten.

    Kopf hoch und mach weiter! =)

    Hallo Trainer 123,

    den Hinweisen von bcefferen bezüglich der Organisiation ist nichts hinzuzufügen, würde ich genauso machen.

    Bei der Übernahme meines jetzigen Teams (Jahrgang 98) vor rd. 2 Jahren habe ich eine Informationsrunde mit Kindern und Eltern durchgeführt (zur Auflockerung mit einer Tasse Kaffee und Getränken für die Kids, ist aber nicht erforderlich) und mich zunächst mich und meine Vorgehensweise vorgestellt. Wichtig ist es auch zu fragen, ob es gesundheitliche Einschränkungen gibt, die man beachten muss. Die entsprechenden Listen (Organisation) hatte ich bereits vorbereitet und rumgehen lassen.

    Danach folgte eine kurze Runde, in der Kinder und Eltern Fragen stellen konnte, dann konnten die Kids noch kicken, wobei ich erste Eindrücke gewinnen und von den Eltern noch einzeln angesprochen werden konnte.

    Lief sehr gut und harmonisch.

    Hallo Hans,

    auch wir haben das heutige Training abgesagt, weil ALLE das EM-Spiel der Nationalmannschaft natürlich sehen wollen.

    Bestrafen würde ich in diesem speziellen Fall auch nicht und mich eher fragen, warum ich selbst nicht auf die Idee gekommen bin, mir den EM-Spielplan im Vorfeld anzusehen und das Spiel zu verlegen (ich wette, euer Gegner würde auch lieber vor dem Fernseher sitzen =).

    Schöne Grüße

    Coach99

    Auch bei uns sinkt das Thermometer derzeit nur wenig unter die 30 Grad-Marke. Zu meinem Erstaunen sind die Kids dennoch nahezu vollzählig bei jeder Trainingseinheit dabei und machn auch relativ gut mit.

    Ich trainiere eine E-Jugend und habe aufgrund der Hitze das Programm auch reduziert und übe vornehmlich Schußtechnik und weitere technische Dinge, bei denen die Kids nicht so viel laufen müssen (Schatten haben wir leider nicht). Häufige Trinkpausen und der obligatorische Wassereimer am Spielfeldrand sorgen für Abkühlung und Ruhe.

    Schöne Grüße und allen ein schönes Wochenende!

    Hallo Andre,

    danke für deine Nachfrage, die ich sehr gerne beantworte.

    Zunächst zur Abgrenzung von Berlin und Brandenburg. In Brandenburg gibt es erst ab der E höherklassigie Staffeln, in Berlin bereits in der F und - wie in meinem letzten Beitrag dargestellt - auch stärker gestaffelt. In den Brandenburger Kreisligen wird zunächst in Staffeln gespielt und die erst- und zweitplazierten Teams spielen dann in KO-Runden den Kreismeister aus.

    Das ist bisweilen hochdramatisch und man muss als Trainer stark darauf achten, dass die Ergebnisse nicht zu sehr in den Vordergrund treten. Bislang gelingt das bei uns aber recht gut. Wir haben z.B. - sehr zum Erstaunen des Siegers, dessen Eltern einigermaßen fassungslos waren - mit unserem Team nach der letztjährigen Halbfinalniederlage (nach Verlängerung und Neunmeterschießen, war gefühlt wie bei einer WM) im unmittelbaren Anschluss ganz toll mit unseren Kids gefeiert. Ganz witzig ist, dass der beste Spieler des Gegners inziwschen zu uns gewechselt ist, u.a. deswegen, weil die Eltern es ganz klasse finden, dass man auch mit viel Spaß noch tollen Fußball spielen kann.

    So förderlich die Möglichkeit ist, auch schon in der E höherklassig spielen zu können, so stellt dies für jeden Verein natürlich auch eine Herausforderung dar. Auch bei uns im Verein gibt es nicht über Jahre hinweg gleichstarke Jahrgänge sondern auch Schwankungen. Diese können wir bei uns deshalb relativ gut ausgleichen, weil wir mit über 600 Kindern und Jugendlichen ausreichend Spieler haben.

    Durch einen relativ hohen Bekanntheitsgrad und sehr gute Trainings- und Spielbedingungen (die Gemeinde investiert erfreulicherweise seit Jahren erhebliche Beträge in die Sportstätten) haben wir auch Zulauf aus umliegenden Orten, der Großteil der Spieler kommt aber aus unserer Gemeinde.

    Unser Jugendkonzept orientiert sich am DFB-Konzept und wir stellen die altersgerechte Ausbildung und Förderung der Kinder in den Vordergrund. Dadurch verlieren wir zwar durchaus auch mal ein Spiel gegen Mannschaften, die wie von dir geschildert schon frühzeitig in taktische Korsetts gezwängt werden, womit wir aber gut leben können. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass sich diese Marschrichtung langfristig auszahlen wird.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende!



    @ André
    @ everysingleday

    Wie richtig vermutet trainiere ich ein Team in Brandenburg. Aber auch in unserem Nachbarland Berlin gibt es bereits ab der F-Jugend höherklassige Staffeln, d.h. neben den Kreisligen gibt es Bezirks- und Landesklassen.

    Ich persönlich finde es schon OK, dass es hier die Möglichkeit gibt, die Kinder in leistungsgerechten Staffeln spielen zu lassen, damit sie weiterkommen. Wir haben zum Beispiel selbst gegen komplett ein Jahr ältere Mannschaften schon mehrfach zweistellug gewonnen und ich bin nicht der Auffassung, dass dies einen meiner Spieler weitergebracht hätte.

    Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht: Wir trainieren altersgerecht und ausbildungsorientiert, nicht ergebnisorientiert. Zu einer guten Ausbildung gehört es aber auch, die Kids zu fordern und zu fördern.



    Grundsätzlich finde ich die Übungen auf der DFB-Homepage gut, da sie im wesentlichen altersgerecht sind und mir auch schon wichtige Anregungen gegeben haben. Insofern halte ich das ebenfalls für eine Pflichtlektüre.

    Komplette Trainingseinheiten habe ich allerdings nur im Ausnahmefall übernommen, das Aufwärmen ist tatsächlich manchmal etwas monoton. Andererseits gibt es immer wieder sehr gute Übungen, die man mit eigenen bzw. Übungen anderer Foren themenbezogen mischen kann.

    Etwas kritisch sehe ich die Übungen für Bambinis. Vor einigen Jahren habe ich mit den Bambini als Trainer gestartet und hatte das Glück, eine sehr gute Truppe aufbauen zu können. Hätte ich mit diesen teilweise sehr talentierten Kids nur die DFB-Übungen gemacht, wären sie unterfordert gewesen und es bestand auch bei den kleinen schon der Wunsch, mehr zu lernen.

    Diese Erfahrung zieht sich über die F- bis zu den E-Junioren durch. Aktuell trainiere ich einen spielerisch sehr starken 1998er Jahrgang, der sich auch gegen ältere und auch höherklassige Teams sehr gut schlägt und mit dem ich in der nächsten Saison als E1 in die Landesliga gehe. Wenn man die Kids richtig fordern und fördern will, kann man durchaus auch schon im Einzelfall Übungen bzw. Variationen der nächsthöheren Altersklasse einstreuen. Wichtig ist dabei aber die altergsgerechte Vermittlung der Inhalte, d.h. in einer E darf der Spaßfaktor auch nie zu kurz kommen!!!

    Ich kann auch nur empfehlen, immer wieder Spielformen einzubauen, welche die Kreativität und den Offensivgeist fördern. Letztlich geht es um eine gute und zielgerichtete Ausbildung der Kinder und als Trainer habe ich kein Problem damit, wenn wir einmal ein Spiel verlieren, weil einer meiner Jungs ein Gegentor verursacht hat, weil er einfach mal etwas gewagt hat (auch wenn manche meiner Eltern das manchmal anders und zu ergebnisorientiert sehen).

    Wenn man allerdings ein schwächeres bzw. mit vielen Anfängern gespicktes Team trainiert, sind die DFB-Übungen, die man bei Bedarf auch noch interessanter gestalten kann, sicherlich in den meisten Fällen genau richtig.



    Hallo Jugendtrainer1986,

    auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass teilweise schon bei den Bambinis viel zu ergebnisorientiert und damit falsch gearbeitet wird. Man kann Kinder auch mit viel Spaß zu guten Fußballern ausbilden und muss auch denen Entfaltungsmöglichkeiten geben, die keine begnadeten Fußballer sind (und wer von uns will das bei einem 5 - 8 Jährigen schon so genau wissen).

    Ich persönlich habe vor knapp 6 Jahren mit dem Trainerjob bei den Bambinis angefangen (wie viele Trainerkollegen bin auch ich durch meinen damals 4jährigen Junior "übergangsweise" dazu gekommen) und dann mitgegangen, nächste Saison trainiere ich unsere E1 (Landesliga). Die besten Ergebnisse (nicht Spielergebnisse sondern Ausbildungsergebnisse) habe ich erzielt, wenn ich das fordern und fördern der Kinder mit einer passenden Portion Spaß verbunden habe. Das bedeutet aber nicht, dass während der Trainingseinheiten nur herumgealbert werden darf. Auch die Kinder erwarten von mir, dass sie etwas dazulernen können, was mit reiner Beschäftigung auch nicht funktioniert. Wie so häufig ist auch hier die goldene Mitte wahrscheinlich richtig.

    In unserer Jugendkonzeption haben wir festgelegt, dass Ergebnisorientierung und Leistungsdruck im Kinderfussball nichts zu suchen haben. Bis zur F trennen wir die Mannschaften nicht nach Leistungsstärke und auch die Numerierung der Mannschaften ergibt sich aus den Jahrgängen, nicht aber wie anderen Vereinen alleine aus der Spielstärke (wir waren z.B. in der letzten Saison "nur" die F2, aber das mit Abstand stärkste unserer 4 F-Junioren-Teams).

    Ab der E beginnen wir mit einer leistungsorientiereren Sichtweise und Einteilung der Mannschaften, da wir ab diesem Jahrgang in allen Jugendmannschaften Landesliga-Teams haben, in denen sich die talentiertesten Spieler weiterentwickeln können, durch eine ausreichende Anzahl von Kreisligateams wird gewährleistet, dass auch reine Spaßfußballer ihren Platz finden können. Macht man das nicht, verliert man nicht nur viele Talente an andere Vereine, sondern überfordert die schwächeren und unterfordert die stärkeren Spieler, was dann auch zu Frust führt.

    Das interessante ist, dass wir mit dieser Konzeption sowohl einen Zulauf der genannten reinen Spaßfußballer als auch von sich aus leistungsorientierterer Spieler haben. Trainer, die reine Beschäftigung propagieren, haben durchaus Abgänge zu verzeichnen. Bin aber selbst gespannt, ob das über die Jahre so bleibt.

    Weiterhin viel Spaß bei der Arbeit mit den Kindern!

    Hallo Andre,

    das Thema Talentförderung ist leider in vielen Vereinen ein Problem. Das beginnt mit unprofessionellen Strukturen und endet mit Trainern der unteren Mannschaften, die ihre Talente aus Erfolgsgründen unbedingt behalten wollen und ihnen so die Möglichkeit der Förderung nehmen.

    Wir sind für unsere Region ein relativ großer Verein mit ca. 700 Mitgliedern (davon rd. 500 Kinder und Jugendliche). Bei uns spielen ab den E-Junioren in allen Altersklassen Teams auf Landesebene (auch 1. Männer) mit dem Fokus auf mehr und eine große Anzahl von Mannschaften auf Kreisebene (in der nächsten Saison werden wir ca. 20 Juniorenteams stellen.

    Dabei versuchen wir die Gratwanderung zwischen Leistungs- und Breitensport dahingehend, dass wir für beide Bereiche Angebote bieten. Grundsätzlich wird bei uns im Jahrgang gespielt und es sollen die jeweils talentiertesten Kicker in den Landesliga-Teams spielen und dann auch zusammenbleiben.

    Das Ganze steht und fällt natürlich immer sehr stark mit der Bereitschaft der Trainer, in geeigneten Fällen die Spieler zu ermuntern, es in der nächst leistungsstärkeren Mannschaft zu versuchen.

    Sichtungstrainings führen wir bislang nicht durch, da man diese entweder häufiger machen müsste oder diverse Spieler, die eigentlich das Talent haben, wegen schlechter Tagesform durchfallen würden. Von Leistungstests, wie sie andere Vereine durchführen, halte ich in der von mir trainierten Altersklasse (E-Junioren, Landesliga) nichts.

    Schöne Grüße

    Hallo,

    bei uns im Verein wird das Thema Suchtprävention und Umgang mit Drogen derzeit aufgegriffen. Wir bekommen in Kürze eine entsprechende Kurzschulung, die für alle Jugendtrainer verpflichtend ist, was ich sehr gut finde. Drogen (gleich welcher Art) haben im Sport nichts zu suchen!

    Leider gibt es aber auch bei uns keine einhellige Einstellung zum Thema. Es gibt z.B. Raucher, die sich darüber aufregen, dass wir das in Deutschland auch für Vereinsgaststätten gültige Rauchverbot umsetzen.

    Schöne Grüße und viel Spaß bei der Umsetzung eures Projekts!

    Hallo zusammen,

    zunächst einmal vielen Dank für die Beiträge, die ich nach meinem Kurzurlaub im Forum vorgefunden habe und die mir weitergeholfen haben, weil sie letztlich die Aspekte beleuchten, die mir durch den Kopf gegangen sind.

    Es beruhigt mich, dass meine Sicht der Dinge zum Verhalten des Ex-Co-Trainers- die bcefferen so kurz und treffend formuliert hat - auch von den Trainerkollegen geteilt wird.

    Eine erneute Aussprache mit meinem ehemaligen Co-Trainer möchte ich mir lieber schenken, da ich nach dem letzten Gespräch sowie den Erfahrungen der letzten Jahre davon ausgehe, dass wir ohnehin nicht weiterkommen und dass das Gespräch eskalieren könnte.

    Da ich von der Jugendleitung unseres Vereins aktuell darum gebeten wurde, in der kommenden Saison das E-Junioren-Landesliga-Team unseres Vereins zusammenzustellen und zu coachen, werde ich in den nächsten Tagen ohnehin mit dem Jugendvorstand sprechen und auch das Thema auf den Tisch bringen.

    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß bei der Arbeit mit euren Teams!