Beiträge von Coach99

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    Nach meiner Erfahrung ist die Direktansprache von Spielern schon problematisch, da man sich auch eine Menge Ärger einhandeln kann. Wir haben bei uns in der Nähe einen Verein, der noch aufgrund alter Meriten DFB-Stützpunkt ist und meint, etwas Besseres zu sein. Dieser Verein versucht regelmäßig, per Direktansprache nach Spielen oder auch während des auf dem Vereinsgelände durchgeführten Auswahlstrainings Talente abzuwerben.

    Das Ganze hat dazu geführt, dass einige Vereine ihre Talente schon gar nicht mehr zu den Sichtungstrainings des DFB-Stützpunkts schicken und der Verein auch insgesamt einen sehr schlechten Ruf geniesst. Hier muss man wirklich aufpassen!

    Interessanterweise verliert der umschriebene Verein seit ein bis zwei Jahren laufend Talente im Kinder- und Jugendbereich und musste jetzt sogar schon Mannschaften vom Spielbetrieb zurückziehen (kein Wunder bei dem Kasernenhofton, der dort herrscht).

    Wir verfolgen hier eine andere Philosophie. Da wir als einziger Verein im Fußballkreis neben besagtem Club in allen Altersklassen ab der E auch auf Landesebene vertreten sind, gibt es viele Kids, die von alleine zu uns kommen. Wie schon von einigen Kollegen bemerkt, ist Standing hier ganz wichtig und das muss man sich mit der Zeit erarbeiten.

    Da wir nicht gezielt Spieler abwerben, sondern eher warten, dass man auf uns zukommt, haben wir keine Probleme mit den anderen Vereinen, wenn Talente zu uns wechseln. Mir hat zu Beginn der laufenden Saison auch ein Trainer eines anderen Vereins, der sein größtes TW-Talent des Jahrgangs an uns (1.E, Landesliga) verloren hat, gratuliert und gesagt, dass er dem Kind und seinen Eltern empfohlen hat, eher zu uns als zu dem "beliebten" Verein zu gehen.

    Bezüglich Probetraining würde ich auch in die Statuten des Fußballkreises bzw. Landesverbandes schauen und mich mit eurem Vorstand abstimmen. Bei uns ist z.B. geregelt, dass man die Erlaubnis des anderen Vereins braucht, wenn ein Spieler an einem Probetraining teilnimmt. Hiermit soll verhindert werden, dass plötzlich ganze Scharen von Spielern für den abgebenden Verein überraschend wechseln. Ob sich daran aber alle halten, weiß ich nicht (kann ich mir auch nicht vorstellen).

    Die Attraktivität des Vereins für Spieler anderer Vereine versuchen wir auch mit Aktionen wie offenen Trainingscamps zu heben. Vor zwei Jahren haben wir z.B. in Zusammenarbeit mit Intersport das damals bundesweit größte 3-Tages-Fußballcamp veranstaltet (über 160 Teilnehmer) und in der Presse und auch über Radio (Verlosung von Teilnahmeplätzen in einem Zielgruppensender) umfangreich geworben. War zwar eine Sauarbeit (hatte die Organisation an der Backe), war aber ein Riesenerfolg und hatte durchaus Breitenwirkung.

    Auch laufende Pressearbeit während der Saison ist wichtig, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Lancier doch einen Artikel in einer vom Einzugsgebiet passenden Zeitung, in der das Team vorgestellt und die Ambitionen sowie der Bedarf an weiteren talentierten Spielern, die sich entwickeln wollen, dargestellt wird.

    Viele Vereine haben auch entsprechende News auf ihrer Homepage (hilft aber erst ab einem gewissen Bekanntheitsgrad, da die Homepages erst dann ausreichend frequentiert sind).

    Hoffe, etwas weitergeholfen zu haben und wünsche viel Erfolg! =)

    Schöne Grüße

    Coach99

    Das Ganze kann man nicht verallgemeinern, da es auch sehr stark vom Typ abhängt. Hier habe ich vom sehr ruhigen Typ, der gar nichts sagt, bis zum Choleriker, der seine Kids sogar anschreit, schon alles an der Linie schon alles erlebt. Hier sind nach meinen Erfahrungen beide Extreme nicht hilfreich.

    Ich persönlich bin eher der emotionale Typ, der auch schon innerlich mit dem Geschehen auf dem Platz mitgeht, zeige auch schon mal Begeisterung oder halte in der Kabine eine "Klinsi-Ansprache" (allerdings kindgerecht und nie mit negativen Äußerungen über den Gegner => gezielte Motivation der Einzelnen)

    Während des Spiels versuche ich, so wenig wie möglich einzugreifen und die Jungs einfach ihr Spiel machen zu lassen (gelingt mir zwar nicht immer, aber immer besser :D ).

    Außerdem wird nach besonders gelungenen Aktionen gelobt, aber auch, wenn ein Spieler mal etwas riskiert hat und es schief gegangen ist ("war ein prima Versuch, beim nächsten Mal klappt´s"). Zwischendurch Anfeuern, gerade bei einem Rückstand, ist auch erlaubt, wird aber zumeist schon durch die engagierten Eltern übernommen.

    Falls aber der Einsatz oder das Zweikampfverhalten einmal - was zum Glück selten vorkommt - nicht stimmen, moniere ich das schon einmal von der Seitenlinie und das kann auch schon einmal ein lauter Weckruf sein (bin ebenfalls nicht perfekt =) .

    Dauernde detaillierte Anweisungen ("Spiel auf A, jetzt auf B...") sollte man tunlichst unterlassen, mit derartigem Verhalten als "Joysticktrainer" (Klasse Ausdruck!) unterbindet man die Kreativität und hindert die Spieler in ihrer Entwicklung. X(

    Stimmt z.B. das Kombinationsspiel nicht wie gewohnt und meine Jungs lassen sich vom Gegner zum bolzen mitreißen, reicht es zumeist, wenn ich hereinrufe, dass sie wieder spielen sollen, sie wissen dann schon, was zu tun ist. :)

    Genaue Anweisungen bekommen meine Spieler vor dem Einwechseln (knappe und altersgerechte Beschreibung der Aufgabe) oder wenn ich sie einmal kurz an die Seitenlinie rufe.

    Das Wichtigste ist aber, dass man ehrlich und echt zu den Kindern rüberkommt. Ein sehr ruhiger Typ wird kaum den emotionalen Motivator darstellen können (der motiviert halt anders) und der emotionale Typ kaum ganz ruhig bleiben können (hier geht vermutlich auch etwas von der positiven Energie und Begeisterng verloren).

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo KickMe,

    Andre hat Recht, euren Obmann kann man in der Pfeife rauchen. Keinen blassen Schimmer von Kinder- und Jugendfussball. Ist aber leider immer wieder dasselbe, da wird mit dem Hinweis auf die Kosten das Hirn ausgeschaltet. :O

    Wünsche euch eine baldige Lieferung passender Bälle! :)

    Schöne Grüße

    Coach99

    Würde auch nicht verlegen. Wer sich so verhält, darf sich nicht wundern, wenn man ihm nicht mehr entgegegenkommt.

    Habe ähnliches auch schon erlebt und mich konsequent verhalten.

    Hallo Andre,

    danke für das positive Feedback, es freut jeden von uns, wenn Ideen aufgegriffen und noch verbessert werden. =)

    Wir überarbeiten aktuell unsere Homepage und ich würde Deine Idee gerne aufnehmen und bei uns intern mit der Jugendleitung diskutieren. Kannst Du bitte den Link nennen, damit man sich das Ganze ansehen kann?

    Vielen Dank im voraus und schöne Grüße

    Coach99

    Heute hatten wir unser 2. Meisterchaftsspiel in der Landesliga und wir hatten einen uns bislang unbekannten Gegner zu Gast, der mit der Empfehlung eines deutlichen 5:1-Sieges am ersten Spieltag zu uns kam.

    Es entwickelte sich ein gutes und schnelles Spiel, bei dem dieses Mal leider einige meiner Spieler nicht so gut drauf waren, so dass wir kurz vor Ende der 1. Halbzeit völlig unnötigerweise mit 0:1 in Rückstand gerieten. ;(

    Habe die Mannschaft dann in der Pause personell etwas umgestellt und danach lief das Spiel auch deutlich besser. Der Gegner kam nicht einmal mehr gefährlich vor unser Tor und hat zwischenzeitlich den Ball nur noch unkontrolliert ins Aus gebolzt, um etwas verschnaufen zu können. Es war nur deren sehr gutem Torwart, unserem Pech und ein oder zwei Mal leider auch unserem Unvermögen im Abschluss zu verdanken, dass meinen Jungs nur noch der Ausgleich, aber nicht mehr der Siegtreffer gelang.

    Aber was soll´s, einige Kids ärgerten sich zwar sehr über den unnötigen Punktverlust, für mich als Trainer war es aber wichtig, dass die Kinder das Meiste aus der Halbzeitansprache gut umgesetzt und im zweiten Durchgang nicht nur mit enormen Tempo mächtig Druck auf den Gegner erzeugt, sondern auch wieder sehr schönen Kombinationsfußball gezeigt haben. =)

    Es ist aber schon ein erheblicher Unterschied zur Kreisliga zu verspüren. Alle Mannschaften sind auf Landesebene auf Augenhöhe und die Kinder werden wirklich ordentlich gefordert. Ist aber sehr positiv, da es endlich wieder Fußballergebnisse gibt und die Kinder aus einem engen Spiel viel mehr lernen als aus zweistelligen Siegen. :)

    Habe noch einmal eine Frage, wie ihr einen Punkt handhaben würdet:

    Bei den Landesligaspielen müssen die Trainer jeweils den oder die besten Spieler der gegnerischen Mannschaft im Rahmen der Talentsichtung auf dem Spielberichtsbogen vermerken.

    Würdet ihr den Kids als Motivation mitteilen, wer als bester Spieler vermerkt wurde oder würdet ihr das - wie ich es bisher gemacht habe - nicht bekannt machen?
    Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass in beiden Spielen durch den gegnerischen Trainer auch mein Junior mit genannt wurde und ich immer sehr zögerlich bin, auch nach sehr starken Leistungen das eigene Kind "offiziell" zu nennen.

    Freue mich auf euer Feedback.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Natürlich wird neben Beruf, Training und Familie schon ein erheblicher Zeitaufwand gefordert, um einen Trainerschein zu machen. Ich habe auch zunächst gezögert und mich dann vor ein paar Jahren dazu entschlossen, relativ schnell hintereinander zunächst den Teamleiter und dann den Fachübungsleiter C zu machen (Trainer C war mir aus zeitlichen Gründen doch zu aufwendig, werde ich aber auch noch angehen).

    Letztlich kann ich jedem nur empfehlen, einen Trainerschein zu machen, da man doch eine ganze Menge guter Anregungen bekommt und auch mit vielen Kollegen aus anderen Vereinen in Kontakt kommt, die man sonst kaum kennengelernt hätte.

    Sicherlich garantiert ein Trainerschein kein besseres Training und auch keine bessere Einstellung zum Kinder- und Jugendfussball, ich habe aber auch schon sehr positive Beispiele erlebt, wo Trainer nach dem Besuch der Lehrgänge vieles im Training jetzt altersgerechter angehen. Die ursprünglichen Ansätze einer "Erwachsenenausbildung für Kinder" lagen bei diesen Trainern eher daran, dass ihnen das Rüstzeug für andere Methoden fehlte, nicht die Offenheit dafür. :)

    In Brandenburg ist jetzt auch in der Jugendspielordnung festgelegt, dass nur noch Trainer mit DFB-Lizenz höherklassige Mannschaften betreuen dürfen und ich finde das auch grundsätzlich OK. Es gibt natürlich auch sehr viele Trainer, die ohne Trainerschein einen tollen Job machen, letztlich ist aber niemand allwissend und es kann nie schaden sich fortzubilden!

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo Massi,

    gratuliere deiner Mannschaft und dir, dass es so toll geklappt hat!!! =)

    Es ist uns sicherlich allen schon einmal passiert, dass wir bei einem engen Spielstand mal nicht so ausgewechselt haben, wie vorher geplant (ich schließe mich da ausdrücklich mit ein :) ). Letztlich wolltest du ja den Siegtreffer als verdienten Lohn für deine Spieler und nicht für dein persönliches Ego.

    Weiterhin viel Spaß und Erfolg mit den Kids und schöne Grüße

    Coach99

    klausklaus

    Bezüglich der Auffassung zu altersgerechtem Training sind wir sicherlich auf auf einer gemeinsamen Linie, ich möchte an dieser Stelle aber auch eine Lanze für die Väter brechen, die sich als Trainer zur Verfügung stellen (Muss ich jetzt einfach tun, da ich selbst ein Trainer-Papa bin :D ) .

    Sicherlich gibt es da diverse Exemplare, die nur ein abgespecktes Erwachsenentraining machen, was ich zu meinem Leidwesen aber auch schon bei Trainern erlebt habe, die keine Kids im Team haben. ;(

    Letztlich stellt sich hier die Frage einer konsequenten Linie des Vereins. Bei uns ist es erfreulicherweise so, dass wir einen hohen Anteil von lizensierten Trainern haben und dass es neben den Angeboten des Fußballverbandes auch noch diverse Fortbildungsveranstaltungen mit externen Verbandstrainern gibt, die dann auch von Trainern anderer Vereine genutzt werden. Es hat auch schon Trainer gegeben, von denen wir uns nach entsprechenden Gesprächen und Bewährungsphasen wegen nicht altersgerechtem Training getrennt haben.

    bcefferen hat aber Recht, dass viele Veränderungen einfach Zeit brauchen und deshalb wird man leider auch in den nächsten Jahren noch Trainer erleben, die den Kids zwar keine vernünftige Fußballausbildung, wohl aber schon zu Bambini- und F-Junioren-Zeiten Lauftraining angedeihen lassen (hatte in meinem ehemaligen Verein solche Exemplare, dort wird nahezu ausschließlich gebolzt und kick and rush gespielt, gruselig anzusehen).

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo Meistermacher,

    in Brandenburg gibt es jetzt teilweise ähnliche Ansätze wie den, den Andre beschrieben hat. In unserem Fußballkreis hat man - m.E. viel zu spät, aber immerhin - jetzt auf Kreisebene auf die großen Leistungsunterschiede reagiert und von F bis E folgende Regelung ein:

    Es wurden vier 12er Staffeln gebildet, welche zunächst die Hinrunde ausspielen. Die ersten 3 jeder Staffel bilden in der Rückrunde die Kreisliga und spielen dann den Kreismeister unter sich aus. Alle anderen bilden drei gleichberechtigte Kreisklassensteffeln, deren erstplatzierte Teams mit dem besten Gruppenzweiten dann in der nächsten Saison in die Kreisliga aufsteigen, die 4 letztplatzierten der Kreisliga steigen in die Kreisklasse ab.

    Finde ich vom Ansatz her gut, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man dann auch auf einigermaßen gleichstarke Gegner trifft. Hatte mit meinen Jungs wie andere Teams auch das Problem, dass man pro Saison in den Pflichtspielen in der Staffel nur 2-3 wirkliche Gegner hatte und die anderen zumeist zweistellig abgeschossen wurden (was niemandem etwas bringt und auch durch das Herausnehmen der besten Schützen nicht zu vermeiden war).

    Nachteilig finde ich allerdings die Auf- und Abstiegsregelung, da diese zu einer vermehrten Ergebnisorientierung der Trainer führen könnte, die dann aus Ergebnisgründen nur noch auf die stärksten Spieler setzen und auch vermehrt die Tordifferenz im Auge haben.

    Besser fände ich es, wenn man ohne Auf- und Abstiegsregelung im Kreis in jeder Saison die Stärksten und die schwächeren Teams nach der Hinrunde in entsprechende Staffeln einteilen würde. Aber mich hat ja leider niemand gefragt, auch wenn ich diese Idee seit Jahren über unsere Jugendleitung einzubringen versuche...

    Ab der E-Jugend gibt es in Brandenburg auch eine Landesliga, in der die stärksten Teams aufeinandertreffen. Hier gibt es zwar auch eine Auf- und Abstiegsregelung, wobei ich das dort OK finde. Spiele jetzt mit meinen 98ern erstmals in der Klasse und bevorzuge seit Jahren Turniere mit starken Mannschaften. Hier sind die Mannschaften leistungsmäßig enger zusammen, so dass es endlich wieder richtige Fußballergebnisse und -spiele und nur im Ausnahmefall Klatschen für einzelne Teams gibt. Meinen Kids und deren Eltern sage ich immer, dass die Kinder mehr daraus lernen, einmal ein Spiel auf hohem Niveau zu verlieren, als gegen völlig unterlegene Gegner hoch zu gewinnen. Wird zum Glück von Kindern und Eltern angenommen.

    Aufgrund der Erfahrungswerte läuft es bei uns im Verein aber so, dass die stärksten Spieler des älteren Jahrgangs - ergänzt um besondere Talente aus dem jungen Jahrgang - im Land spielen und die schwächeren des alten Jahrgangs und die jüngeren im Kreis. Insofern kommt in der höchsten Spielklasse zu dem höhrem Grundniveau nicht auch noch eine körperliche Unterlegenheit wie im Fall von stefantommy dazu.

    Bin vermutlich etwas vom Thema abgekommen, es führt mich aber zu der Frage an stefantommy:

    Weshalb spielst du mit dem jungen Jahrgang in der höchsten Spielklasse? Habt ihr keine guten Spieler des älteren Jahrgangs?


    Schöne Grüße

    Coach99

    Eine generelle Spielverlegung würde ich nicht ins Auge fassen, auch wenn es unzweifelhaft Menschen gibt, die morgens eine gehörige Anlaufzeit brauchen (kenne das von meiner Tochter - Typ Langschläfer - zur Genüge).

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die gesamte Mannschaft den gleichen Biorythmus hat und keine Frühaufsteherin dabei ist. Deshalb würde ich auch zunächst folgende Punkte klären:

    - Treffpunkt vor den Spielen?
    - Spielklasse / Anfahrtswege?
    - Spielvorbereitung?
    - wann gehen die Damen Freitags schlafen?

    Schöne Grüße

    Coach99

    Eure Konstellation ist natürlich nicht einfach. als überwiegend junger Jahrgang in der höchsten Spielklasse zu spielen, ist aufgrund der körperlichen Unterlegenheit immer extrem schwer, auch wenn man technisch sehr gute Fußballer hat.

    Ohne weitere Motivation wird es aber nicht gehen! Wenn ihr jetzt Druck aufbaut, werden die die introvertierten Spieler sich noch mehr in sich verkriechen und eher die trotz der Niederlagen vorhandene Motivation verlieren.

    Offensichtlich liegen die Stärken deines Teams ja im spielerischen und technischen Bereich, so dass ihr diese Stärken weiter ausbauen müsst. Trainiert viele Spielformen, bei denen der Ball schnell abgespielt werden muss und deshalb unnötige Zweikämpfe, bei denen deine Jungs aufgrund körperlischer Unterlegenheit den kürzeren ziehen würden, vermieden werden.

    Auch wenn ihr offensichtlich keinen Leader habt - der im übrigen durchaus auch ein ruhiger Typ sein könnte - solltet ihr alternativ versuchen, den zwei bis drei stärksten Spielern eine gemeinsame Führungsrolle zu geben.

    Von reinem Lauftraining halte ich in dieser (und jüngeren) Altersklasse(n) auch nichts. Dennoch ist es natürlich erforderlich, gezielt Kondition in anderer Form aufzubauen. Bei meinen E-Junioren baue ich viele Spielformen ins Training ein, bei denen neben anderen Aspekten "nebenbei" die Kondition trainiert wird, und führe auch Testspiele in "Überlänge" (3 volle Halbzeiten) durch.

    Bislang funktioniert das recht gut. Am vergangenen Wochenende haben die Kids nicht nur am Samstag in der Landesliga ein Powerspiel über 50 Minuten geboten als auch gestern noch ein Turnier mit insgesamt über 100 Spielminuten (alle 8 Spiele hohes Tempo, da sehr stark besetzt, ab Halbfinale aufwärts Erhöhung der Spieldauer) absolviert, ohne völlig platt zu sein. Ist natürlich nicht der Regelfall, zeigt aber, dass sich im Hinblick auf die Kondition auch ohne Lauftraining gute Fortschritte erzielen lassen.

    Zur Verbesserung der Antrittsschnelligkeit und Sprints werden auch einmal altersgerechte Staffelwettbewerbe ohne Ball ins Training eingebaut. Da Wettbewerbsformen den Kids Spaß machen, gibt es auch hier kein Problem mit der Motivation.

    @all

    Bei diesem Thema muss man differenzieren.

    Sicherlich haben alle Recht, die auf die Ziele im Kinderfussball hingewiesen haben. Der absolute Schwerpunkt der Trainingsarbeit muss darin liegen, den Kindern die fussballerischen Grundfertigkeiten zu vermitteln und darauf aufzubauen. Nach meiner eigenen Erfahrung spricht aber nichts dagegen, mit einem starken F-Junioren-Jahrgang auch vermehrt direktes Passspiel zu trainieren, nicht als Schwerpunkt aber Teil der Ausbildung. Habe ich auch gemacht und die Jungs (inzwischen älterer E-Jahrgang) sind trotzdem technisch und im Dribbling sehr stark und brauchen auch keine 1:1 Situationen zu scheuen (machen sie auch nicht).

    Nach Möglichkeit immer Spielformen in kleinen Gruppen wählen und mehrere Punkte verbinden, d.h. neben Anzahl der Ballberührungen auch Dinge wie nur schwacher Fuß etc. vorgeben, was die Kids enorm schult. Es ist auch sehr wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, ob sie ins Dribbling gehen oder mit schnellen, direkten Pässen agieren.


    Wie immer macht es hier die richtige Mischung.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo Marko,

    auch ich sehe es so, dass 17 Spieler für ein Tem eigentlich zu viele und für 2 Teams zu wenig Spieler sind. 11-12 sind eine gute Zahl, da erfahrungsgemäß 1-2 Spieler immer verhindert sind (Krankheit, Familienfeiern etc.) und man deshalb mit einer passenden Anzahl zu den Spielen fahren kann.

    Notfalls kann man auch 12 Spieler in der E einsetzen, dann aber nicht alle paar Minuten wechseln. Ich betreue z.B. ein sehr spielstarkes Landesligateam und wir dürfen max. 12 Spieler pro Spiel einsetzen. Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, blockweise zu wechseln, insbesondere das komplette Mittelfeld, welches ja insgesamt auch die meiste Laufarbeit macht. Durch dieses Verfahren hängen sich die Spieler noch mehr rein und schonen sich nicht im Hinblick auf die noch verbleibende Spielzeit. So etwas funktioniert aber nur dann, wenn die Spieler einigermaßen gleiche Spielstärke haben.

    Mit einer Aufteilung in zwei Teams, von denen eins im Ligabetrieb und eins im Freundschaftsspielbetrieb spielt, habe ich persönlich sehr gute mehrjährige Erfahrungen gemacht und halte es für einen guten Ansatz.
    Allerdings muss gewährleistet sein, dass die Mannschaften durchlässig sind, d.h. wer sich besonders anstrengt, darf im Ligaspiel antreten und wer sich z.B. auf seinen Lorbeeren ausruht, spielt halt im Freundschaftsspiel. Habe es auch nicht 1. und 2. Mannschaft genannt sondern A- und B-Team, was freundlicher klingt. Möglicherweise haben auch einige Vereine in der Umgebung das gleiche Problem wie ihr und sind vielleicht froh, im Anschluss an das Ligaspiel noch ein Freundschaftsspiel auszutragen. Nachdem ich damals mit dem System angefangen hatte, haben einige Trainer von Vereinen aus unserem Kreis das Modell übernommen und wir haben Pflicht- und Freundschaftsspiele ausgetragen. So haben alle ausreichend Spielpraxis bekommen, sind auf in etwa gleichstarke Gegner getroffen und konnten sich entwickeln.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hatten heute unser erstes Pflichtspiel in der Landesliga. Es ging gleich gegen den letztjährigen Brandenburger Landesmeister und wurde das erwartet schwere und enge Spiel.

    Meine Jungs haben eine super Leistung geboten, tollen Kombinationsfussball, aggressives Forechecking und eine enorme Laufbereitschaft :D . Man hat gemerkt, dass der Gegner es nicht gewohnt war, unter Druck zu geraten und teilweise in der eigenen Hälfte festgenagelt zu werden, was man auch an der Reaktion des Trainers bemerkt hat.

    Das einzige, was unsere Gäste heute viel (!!!) besser gemacht haben als wir - das muss man neidlos anerkennen - war der Abschluss. Wir hatten ausreichend Chancen für zwei Spiele, aber nicht die notwendige Genauigkeit im Abschluss. Bestimmt 8-10 Bälle gingen nur um Millimeter am gegnerischen Tor vorbei oder wurden in letzter Minute vom starken gegnerischen Torwart entschärft.

    Zur Pause lagen wir unglücklich 0:1 hinten, haben direkt nach dem Anpfiff den Ausgleich gemacht und das Spiel dominiert. Da der Gast aber aus seinen insgesamt nur 3 Torchancen noch mit einem Konter das 2. Tor machen konnte und der erneute Ausgleich nicht fallen wollte, ging das Spiel dann 1:2 verloren.

    Bin zwar einerseits etwas enttäuscht, weil wir uns durch unsere Abschlußschwäche um den auch nach Aussage der gegenerischen Zuschauer hochverdienten Sieg gebracht haben ( ;( ), andererseits wurden zwei Fehler in unserem Mittelfeld durch die Gegner gnadenlos bestraft und die Kinder werden hieraus sicherlich mehr lernen, als wenn sie wie am letzten Samstag den Gegner mit 11:1 abschießen. :)

    Wie ist es bei euch gelaufen?

    1. E-Junioren
    2. Landesliga / Brandenburg
    3. ja
    4. ca. 30 Minuten insgesamt
    5. ja (keine Runden drehen, sondern festes Programm mit Hopserlauf, seitwärts etc.)
    6. ja
    7. nein
    8. ja (mit Zuspiel in verschiedenen Variationen)
    9. Feldspieler in 2 Gruppen (4:2 bzw. 3:1 je nach Anzahl der Spieler) parallel Vorbereitung TW
    10. nein

    Hallo Massi,

    grundsätzlich ist es alterbedingt normal, dass die Kids viele Flausen und Blödsinn im Kopf haben. Kenne das Problem aus eigener Erfahrung nur zu gut, da muss man sich ein dickes Fell anschaffen, aber auch nicht alles gefallen lassen.

    Abwechslungsreiches Training mit vielen Spielformen und auch Wettbewerben, kurze Standzeiten (ihr seit zu zweit, also in Gruppen trainieren, wenn der andere Trainer nicht da ist Eltern um Mithilfe bitten), kurze und kindgerechte Anweisungen sind extrem wichtig, um die Aufmerksamkeit zu erhalten.

    Gezielte Sanktionen gegen dauerhafte Störenfriede sind auch OK, sofern sie verhältnismäßig sind und das Kind sie verstehen kann.

    Sehr wirksam ist es aber, das Abschlußspiel zu verzögern oder im Extremfall sogar ausfallen zu lassen. Das kannst Du entweder auf die Störenfriede beziehen, oder aber es für das gesamte Team gelten lassen. Du wirst sehen, dass dann die überwiegende Mehrheit der Kids auf die Störer sauer wird und dass ein positiver Gruppendruck entsteht, sich ordentlich zu benehmen.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo cobbek,

    die Frage des Festspielens dürfte wie vieles andere auch von Landesverband zu Landesverband unterschiedlich geregelt sein.

    Bei uns in Brandenburg existiert für Junioren, die in der nächst höheren Altersklasse eingesetzt werden, bei einem Einsatz in ihrer Altersklasse keine Wartefrist, an einem Tag darf aber natürlich nur an einem Spiel teilgenommen werden. D.h. ein Einsatz in F und E am selben Wochenende wäre zulässig, da beide Altersklassen aber am selben Tag spielen, im Regelfall dennoch nicht möglich. Letztlich fände ich eine Festspielregelung schon fairer (s.a. Kommentar von bcefferen).

    Zur Verstärkung der Fairness gibt es aber spezielle Regelungen bezüglich des Einsatzes von Spielern höherklassiger Mannschaften in unterklassigen Teams derselben Altersklasse (sprich Landes- und Kreisliga ab der E). Meine Kollegen aus der Kreisliga dürfen z.B. nur max. einen Stammspieler (mindestens 50% Einsätze in der höheren Klasse) aus meinem Landesligateam einsetzen, was ich aus Fairnessgründen völlig OK finde.

    Früher waren es zwei Stammspieler und es gab auch Vereine, die sich nicht einmal daran gehalten haben und mit spielfreien Landesligateams in der Kreisliga aufgeschlagen sind. Finde ich ganz übel und unfair sowohl gegenüber den Gegnern als auch den Kindern der Kreisligamannschaft des eigenen Vereins, welche aus Erfolgssucht um ihre Spiel- und Ausbildungszeit gebracht werden. Neben der Reduzierung der Stammspielerregelung müssen jetzt auch die Mannschaftsmeldelisten der höherklassigen Teams an die Staffelleiter der unterklassigen Teams geschickt werden, damit eine wirksame Kontrolle möglich wird. Halte ich persönlich für sehr gut, auch wenn wir im theoretisch davon profitieren könnten, wenn es derartige Regelungen nicht gäbe.

    Schöne Grüße

    Coach99