Beiträge von ruffy85

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    PapaGKratos

    Hier sind wir unterschiedlicher Meinung und das ist vollkommen in Ordnung. Nehmen wir Kai Havertz - in Deutschland ausgebildet - und Jamal Musiala - in England ausgebildet - so zeigt sich für mich, dass die Ausbildung in NLZ mit frühzeitig starkem Bezug auf Taktik & Co. die Jugendlichen limitiert anstatt ihre freie Entfaltung zu fördern.


    Faule Socken sind diese Spieler dennoch nicht. Es dürfen und sollten ab der U14 jedes Wochenende Spiele und Turniere gespielt werden, damit die Kinder und Jugendliche möglichst viele Erfahrungen sammeln und ihre Kreativität - und Kondition ;) - verbessern.

    alterdickertrainer

    Hier ein Interview zur Reform in Norwegen vor einigen Jahren: klick mich!


    Ansonsten empfinde ich die Infos vom niederländischen KNVB und deren Rinus Angebot sehr interessant und hilfreich.


    Auf den offiziellen Seiten der Verbände Frankreichs, Belgiens, Englands, Norwegens, Dänemarks und der Schweiz findest du weitere Ansätze und in deren Historie die Zeiträume in denen die Reformen durchgeführt wurden.

    Spiele sind nur eine Fortsetzung des Trainings und sollen die spielerische Entwicklung der Kinder unterstützen. Erst ab der U16 sollte es auch Wettbewerb über mehrere Spiele gehen und das Spiel sich der Komplexität des Spiels für Erwachsene annähern.


    In der C-Jugend jede Woche ein oder zwei Spiele - wieso eigentlich nicht Turniere mit 3 oder 4 Teams auf zwei Halbfeldern (Fußball 8/9) - bestreiten. Dabei durchaus noch eingeschränkt die Positionen rotieren, damit die Kinder ihre Spielintelligenz und Variabilität weiter verbessern können.


    Es gibt einige Beispiele, die zeigen, dass selbst ein Wechsel zum Fußball mit 16 noch ausreichend ist um Profi zu werden - leider fällt mir gerade der Name des Spielers nicht ein. Er kam soweit ich weiß in der U17 im HFV Stützpunkt an und spielte vorher Basketball.


    Fehlende Leistungsbereitschaft - eher nein. Jedoch hat sich das tägliche Leben der Kinder und Jugendlichen massiv verändert und zumindest der deutsche Fußball hält aktuell nicht Schritt und setzt noch Schwerpunkte, die überholt sind.

    alterdickertrainer

    Antworten auf deine Fragen liefert seit Jahrzehnten Horst Wein. Die 700 Seiten seines Buchs "Spielintelligenz im Fußball - kindgerecht trainieren" sind sehr lesenswert. Auch für Trainerinnen und Trainer der U19 Altersklasse.


    Trainerinnern und Trainer im Kinder- und Jugendfußball sind unterbezahlt, Vereine achten immer noch verstärkt auf gute Platzierungen und viele Pokale in der Vitrine und die Qualifizierung des Personals erfolgt meist stiefmütterlich.


    Das komplexe Spiel der Erwachsenen wird trotz aktueller Reformen zu früh von Kindern verlangt anstatt das Spiel besser an die kindliche Entwicklung anzupassen.


    Länder wie Frankreich und die Niederlande führten Reformen bereits vor 10 Jahren oder früher durch und ernten erste Früchte.

    let1612

    Ja, es war 3 gegen 3. Spiel in Überzahl ist in der Hamburger Hallenrunde nicht möglich.


    Es ergaben sich Ballverluste bei eigenem Passspiel. Die Kinder beginnen sich zu vernetzen und dabei passieren Fehler. Nach Ballverlust drehten die Kinder um und liefen hinterher. Eine feste Zuordnung schafften sie nicht und ich habe auch beim Coaching nicht daran gedacht. Ich war selbst sehr überrascht.


    Ball im gegnerischen Toraus war das zweite Problem. Nicht jeder Schuss ist ein Treffer und so ging es munter hin und her. Meine Kinder wollten den Ball nicht ins Tor tragen - gut so! - und schossen vorbei. Schon war Ballbesitz des Gegners, der sein einstudiertes Passspiel durchzog.


    Ball im Aus war eher für uns von Vorteil da automatisch eine 1:1 Situation mit geringem Abstand entstand und der erste Pass kaum gespielt werden konnte.


    HansUwrat

    Mit "Mini-Guardiola" hat das nichts zu tun, finde ich. Es ist für mich interessant zu lesen, wer wie mit der aktuellen Situation umgehen würde.


    So folge ich dir und übe Manndeckung nicht ein. Stattdessen überlegen meine Mit-Trainer und ich andere Möglichkeiten, damit die Kinder ihr Entscheidet erhalten beibehalten können. Und wir werden ihnen erklären, dass diese einstudierte Art bereits in wenigen Jahren nicht mehr zum Erfolg führen wird.

    HansUwrat

    In ein paar Tagen oder Wochen spricht außer ein paar Nerds niemand mehr über den OpenAI Chatbot.


    Für Anregungen zum Bambini- und Kindertraining reicht der Kickplan Campus gepaart mit eigener Kreativität vollkommen aus.

    let1612

    Es war stets der gleiche Ablauf mit drei Pässen direkt vor unser freies Tor. Knapp die Hälfte der Angriffe konnten meine Kinder abfangen. Die andere Hälfte erreichte den frei vor unserem Tor stehenden Angreifer, der dann locker einschieben konnte.


    Da war absolut null Variabilität im Spiel des Gegners. Gegen alle Teams der Hallenrunde spielten sie dieses Passspiel und gewannen damit alle Spiele. Zweikämpfe und Dribblings vermieden die Gegenspieler weitestgehend, da sie stets den kürzeren zogen.


    Beim Rotieren gab ich meinen Kindern den Tipp näher am Gegenspieler ohne Ball zu bleiben und den ballführenden Spieler so früh wie möglich anzugreifen. Wie erwartet, suchten sich die Kinder dann meist den gleichen Gegenspieler aus, so dass der zweite Gegenspieler frei stand.


    HansUwrat

    Verlieren sollen sie auch, damit sie lernen damit umzugehen. Auch Fehler sollen sie machen, damit sie eigene Erfahrungen machen und sich entwickeln können.


    In dem aktuellen "Fall" baten mich die Kinder um gezielte Hilfe für derartige Situationen. Sie möchten zukünftig derartige Spielweisen mit ein oder zwei Möglichkeiten besser unterbinden können und ihr eigenes Offensivspiel durchsetzen.

    HansUwrat

    Okay, habe deinen Punkt verstanden. Ab welchem Alter würdest du defensive Möglichkeiten zeigen?


    Und ja, diese Playstation-Kinder des Gegners werden in wenigen Jahren auf der Strecke bleiben, weil sie nur nach genauen Anweisungen spielen können. Entscheidet erhalten entwickeln sie nicht.


    Wie sehr sind denn eure Kinder in der U7/U8 an Siegen interessiert? Ich beobachte bei meiner Gruppe, dass die aktuell "stärksten" bereits einen sehr ausgeprägten Willen zum Gewinnen haben und sich gegenseitig anstacheln. Die frisst diese Niederlage gegen die Playstation-Truppe sehr an.


    Die Kinder am unteren Ende der Entsicklungskurve hingegen bekommen nicht einmal mit, wenn sie 10 Gegentore fangen. Bei jedem eigenen Tor feiern die sich noch wie Messi beim Gewinn des Weltmeistertitels.

    Inwiefern verzögere ich die Entwicklung, wenn ich eine Möglichkeit beibringe, einstudierten Passstaffeten zu begegnen?


    Die Kinder fragten mich und ihre weiteren Trainer, welche Möglichkeiten es bei einem solchen Gegner gibt. Mir fällt nur konsequente Manndeckung oder das Zustellen der beiden Minitore ein.


    Beides äußerst destruktiv, aber einfach zu erlernen und zu spielen.


    Eine feste Vorgabe wäre es nicht. Es wäre eine Option für Gegner, die nach einem einstudierten Schema spielen.


    Raumdeckung und Stellungsspiel sind genauso fehl am Platze wie zugewiesene Positionen und kognitiv wären die Kinder überfordert.


    Irgendwie auch spannend, das bereits bei einer U7 Passspiel so trainiert werden kann, dass die Kinder wie kleine Roboter immer die gleichen Züge spielen und damit schnell das Spielfeld "überbrücken" ohne Zweikämpfe führen zu müssen.


    Ich halte davon nichts, ich bevorzuge starke Zweikämpfer, die beidfüßig dribbeln, passen und dank ihres Torhungers immer den Abschluss suchen. Kleine Egoisten in dem Alter. Nun möchte ich ihnen ein oder zwei defensive Möglichkeiten geben, aus denen sie im Spiel wählen können.

    Ich würde das Manndecken trainieren wollen, nicht Passstaffeten.


    Vernetzen im Sinne von Absprechen oder Pass & Nachlaufen spielen die stärkeren Bambini manchmal. Ist auch mehr als ausreichend.


    Und ja, diese Passstaffeten folgen immer Schema F. Erobern wir den Ball - derzeit eher zufällig - kontern wir und erzielen Tore.


    Daher meine Idee die beiden freien Gegenspieler durch klassische Manndeckung zu blockieren und den Ballführenden in den Zweikampf zu zwingen und somit häufiger den Ball zu erobern.

    Am Wochenende mussten meine "leider" erfolgsverwöhnten Bambini zum ersten Mal eine deutliche Niederlage hinnehmen.


    An sich finde ich das wichtig für ihre Entwicklung. Doch die Art und Weise - feinstes Passspiel vom Gegner, kaum Zweikämpfe gegen uns geführt - stimmt mich nachdenklich.


    Was haltet ihr davon, Manndeckung in der U7/U8 zu trainieren, damit sich solche Passstaffeten, so selten sie auch sind, nicht spielen lassen?


    Auch bei den Bambinis, die noch nicht so stark im Dribbling sind könnte das Manndecken einige Gegentore vermeiden.


    Ich denke gerade an ein Spiel "klebrige Kinder". Es ist ein 1 gegen 1, wobei der Pass "plötzlich" von einem Mitspieler kommt. Spieler A ist Angreifer und greift auf 2 Minitore an. Spieler B klebt an Spieler A. Erobert er den Ball, so darf er auf 1 Minitore angreifen.


    Im Spiel selber würde ich das neue Coaching-Wort Kleben einführen, damit die Kinder wissen, dass 2 von ihnen am Gegner kleben müssen und 1 Kind den ballführenden Gegner angreift (presst).


    Meine Bambini sind sehr stark im Dribbling und spielen körperlich die Zweikämpfe. Sind wir im Ballbesitz, so erzielen wir die Tore meist ohne Pässe durch Einzelaktionen und hohe Geschwindigkeit im Dribbling.


    Im Zweikampf erobern sie meist die Bälle. Unsere Schwäche sind tatsächlich gut gespielt Passstaffeten. Sie sind echt selten, kommen aber scheinbar doch schon bei Bambini vor.

    In der C Jugend bieten sich Spielformen mit farbigen Plättchen sehr gut an. Hier zwei Beispiele:


    Du legst 9 Quadrate auf die halbe Halle und bildest 3er Gruppen. Aufgabe: durchspielt / durchdribbelt / lasst klatschen die Vierecke. Wer ist zuerst fertig?

    Varianten: diagonal durch zwei Vierecke, hoch über drei Vierecke, usw.


    Alle Kinder spielen gleichzeitig, damit es keine statische Übung wird.


    Du legst farbige Dreeicke in der halben Halle. Päärchen bilden. Aufgabe: dribbelt um / durch, passt durch, lupft & lasst klatschen. Wer schafft zuerst 4 verschieden farbige Dreeicke?

    Positionen und Taktiken sind bei mir ab der C relevant.


    Ich verschwende doch nicht das erste goldene Lernalter - Körper & Geist sind im Einklang - mit positionsspezifischen Training und lasse die vielen Chancen zur Entwicklung vielseitiger, technisch starker und spielintelligenter Spieler zu Gunsten einzelner Positionen liegen.


    Die Entwicklung von Spielintelligenz und kreativen Lösungen beginnt in der U7/U8. In kleinen Spielformen lernen die Kinder spielerisch Offensive und Defensive und können sich in beiden Bereichen ausprobieren.


    In der U9/U10 kommt dann Grobtechnik dazu, erstes Zusammenspiel von 2 oder 3 Kinder wird erlernt. In der Offensive und Defensive.


    In der U11 erhöht sich die Anzahl auf 6 Feldspieler und 1 Torwart. In jedem Spiel ist ein anderes Kind Torwart, in jedem Spiel wird auf dem Feld rotiert. Innen- und Außenpositionen ergänzen Offensive und Defensive.


    Mit weitere steigenden Spielerzahlen kommt das Mittelfeld als Lernziel dazu, usw.


    Was sich bei mir auszahlt ist das Zonenspiel, bereits in der U7 wissen die Kinder bildlich zu unterscheiden und grob die Unterschiede kennen.


    Vorne ist man der Löwe, der die Beute erlegt (das Tor schießt). Links und Rechts ist man schnell wie ein Gepard. Hinten ist man der Elefant, an den keiner vorbei kommt.


    Diese Art von Entwicklung finde ich wichtiger als IV, AV, Vorstopper, was auch immer.

    Niederrheiner

    ich antworte etwas blasphemisch und überspitzt. 😉


    wer nicht spätestens in der F-Jugend alle Kinder beidfüßig ausbildet, macht eine ganze Menge falsch.


    wer seine Kinder durch zu frühes Fixieren auf eine kleine Menge an Positionen in ihrer Entwicklung hemmt, weiß nicht was "Spielintelligenz" ist.


    Wer Positionen bis zur E-Jugend eine Bedeutung beimisst, hat die Erkenntnisse und Entwicklungen seit den 1980er Jahren nicht mitbekommt.


    Wer schlecht qualifiziert ist, der ignoriert, dass erst ab der D-Jugend das sog. Lernalter beginnt und vorher alles Spielalter ist (bewegen - "lernen" - üben)


    Wem Siege wichtiger sind als die Kindesentwicklung, der stellt sich über das Wohl der Kinder.

    let1612

    wie wäre es mit der "Treppe" nach H. Wein? U7 mit Fußball-3 beginnen und dann mit jedem Jahr ein Kind mehr?!


    Ab der U9 Minitore im Wechsel mit auf 1,65m Höhe reduzierten Jugendtoren aufbauen (vgl. kickplan.de)


    Mit 8 Kleinstfeldern für meine U7 war unser großer Rasenplatz mehr als voll. Respekt, wer 9 / 10 Kleinstfelder inkl. Coachingbereiche aufbauen kann.


    Sobald 4+1 gespielt werden kann, sollte zusätzlich zu jedem Feld noch ein Minifeld für die Rotationsspieler aufgebaut werden. Kein Kind sollte länger als 1 bis 2 Minuten stehen / sitzen müssen.


    Große Hürden sehe ich derzeit im Übergang von D (8 gegen 8, Halbfeld) zu C (11 gegen 11, 16er zu 16er).


    Der Sprung von U7 (3 gegen 3) zu U8 (5 gegen 5 oder 4+1 auf Jugendtore) erscheint mir auch nicht altersgrecht.


    Zumindest hier in Hamburg fehlen klare Vorgaben vom Verband, dass die kleinere Spielform zu bevorzugen ist.


    Manche Vereine lassen aber immer noch 6+1 ab der U7 spielen. Ist ja sonst kein Fußball. 🤣

    Fantomas

    Die meisten Eltern sind leider nicht so "diszipliniert" um über ihren Schatten zu springen und zu helfen. So zumindest meine Erfahrung.


    Von 15 zuschauenden Elternteilen - bei 22 Kindern im Training - haben 14 durchaus interessante Ausreden, warum sie nur zuschauen, mit ihrem Handy daddeln oder stricken können.


    Wie sollen die Kinder da Einsatzwille und Disziplin erlernen, wenn ihre Eltern am Rand etwas anderes vorleben?


    Und was wohl die fehlenden 7 Elternteile machen? Immerhin sind sie bis jetzt pünktlich zum Abholen zurück. Aber ich sehe es schon kommen, dass ich einzelne Kinder mit einem Taxi auf Kosten der Eltern nach Hause schicken muss.


    Von Kindern Disziplin zu erwarten finde ich in Grenzen richtig. Aber es ist bei den Eltern heute echt schwierig geworden. Die Millenials wirken auf mich zunehmend schräg, auf sich selbst bezogen und süchtig nach sozialen Medien. Da scheinen die Kinder schmückender Beirat zu sein.

    - Eltern, die den Fußballsport als Dienstleistung, vergleichbar mit einem Fitnessstudio, verstehen


    - Ausreden im Verein, wieso die verfügbaren Finanzmittel nicht für bessere Ausstattung der Kinder und Jugendliche verwendet werden kann


    - "alte, weiße Männer" in verantwortlichen Positionen im Sportverein


    - Trainer*innen, die ihren eigenen Erfolg über Ergebnisse und Platzierungen definieren anstatt über die Entwicklung ihrer Kinder und Jugendlichen

    Ab der U9 kann Tackling meiner bescheidenen Meinung nach trainiert werden, weil die Kinder in diesem Alter überwiegend über die benötigten koordinativen Fähigkeiten verfügen.


    Vorher fehlen diese Fähigkeiten und meine Erfahrung zeigt, dass aus einem Tackling versehentlich eine Blutgrätsche wird. Tatsächlich gab es in meiner Mannschaft zwei verletzte Kinder nach einer gegnerischen Grätsche im Festival-Spiel.


    Wegen der Verletzungsgefahr für den Gegner, den fehlenden koordinativen Fähigkeiten und dem nicht gegeben Mehrwert dieser Technik im frühen Kindesalter verbiete ich sie bei meiner U7.


    Stattdessen erlernen die Kinder körperliches, aber faires Spiel in Zweikämpfen sowie erste Kinder auch Grundlagen des Fintierens und Ausweichens.