Bei den vielen Argumenten für und gegen die Reformen im Kinderfußball, die zu mehr Spielkreativtät und Spielintelligenz führen und mehr Chancengleichheiten schaffen sollen, damit einerseits der Drop Out reduziert und andererseits die Entwicklung der Kinder besser gefördert werden kann, frage ich mich, wer bei euch im Mittelpunkt steht:
Entweder das Kind und seine Entwicklung oder der Trainer und seine Erfolge.
Im ersten goldenen Lernalter, der D-Jugend, steht die Wettbewerbsorientierung im Widerspruch zur optimalen Entwicklung der Kinder. Frühestens ab der C-Jugend sollte daher die Motivation sein Pokale und Spielrunden zu gewinnen.
Alle Altersklassen unter der C-Jugend sollten keinen Wettbewerb spielen, sondern die Entwicklung in den Vordergrund stellen.
Funino ist nur ein erster Schritt, der jedoch weiterhin in der Spielrichtung limitiert ist und die Handlungsoptionen dadurch einschränkt. Jedoch ist diese Spielform in jungen Jahren förderlich für die Grundlagen des späteren Spiels.
Noch besser sind divergente Spielformen, die jedoch nur in Trainings angewendet werden können. Und das in jeder Aktersklasse von den Bambini bis zu den Erwachsenen. Maximales Entscheiderverhalten und maximale Kreativität eines jeden Einzelnen und der Gruppe insgesamt.
Worum geht es also wirklich? Wissenschaftlich bewiesene Fakten mit änderbaren Spielregelen (2 Tore, 1 Ball, usw.) zu attackieren um sein Ego weiter in den Vordergrund stellen zu können und sich der Weiterentwicklung zu verweigern?
Das Spiel der Erwachsenen hat auch seine Schwächen, bspw. Anstoß nach Tor und Einwurf. Dennoch lässt es sich gut spielen. Es ist für Erwachsene gemacht, nicht für Kinder und Jugendliche.
Die Reformen passen das Spiel schrittweise an die kindliche Entwicklung an und es ist an uns Trainerinnen und Trainer diesen Weg mitzugehen, kritisch zu hinterfragen und mitzugestalten.
Funino und Co. haben auch ihre Nachteile, bspw. Materialbedarf und vertikale Spielrichtung. Diese zu benennen ist richtig und wichtig.
Elementar scheint zu sein:
je jünger die Kinder desto weniger Spieler und desto kleiner das Spielfeld. Dadurch mehr Ballkontakte, mehr Dribblings, mehr Tore. Also mehr Erlebnis für alle.
Zudem steigt die Netto-Spielzeit durch die Turnierform stark an. Statt 2x 10 Min in der G sind es aktuell 6x bis 8x 7 Minuten (max. 56 Minuten). In der E sind es statt 2x 20 Min nun 6x 10 - 15 Min.
Ganz früher war es 11g11 in der F & E, später wurde es 7g7 und die G kam dazu. Dann Fair Play ohne Schiedsrichter und jetzt wird weiter reduziert und zusätzliche Elemente eingebaut, die die Motivation der Kinder verbessern.
In zehn Jahren wird keiner mehr über die heute neuen Spielformen diskutieren.