Beiträge von ruffy85

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Fantomas

    Es steht außer Frage, dass die Kinder im Bambini-Alter - und jedem anderen Alter, wenn es nach mir geht - alters- / kindgerecht Freude an Sport im Allgemeinen und an Fußball im Speziellen entwickeln sollen.


    Dafür braucht es meiner Erfahrung nach zum einem einen angemessenen Betreuungsschlüssel, der nicht schlechter als der Betreuungsschlüssel der Kindergärten ist, und zum anderen homogene Spielgruppen, damit weder "heftige Negativerlebnisse" noch "krasse Erfolgserlebnisse" zur Regel werden und die Kinder sich sozial und sportlich entwickeln können.


    Die Grundidee in diesem Faden kann ich daher nachvollziehen. Die angedachte Umsetzung mit dem Überspringen von der G zur F hingegen nicht.


    Würde der deutsche Fußball im Sinne der Kinder ausgerichtet sein und nicht auf die Ausbildung einer leistungsorientierten Spitze von 0,0000001 % der Kinder, so gäbe es bis zur U12 keinerlei Pflichtspielbetrieb und keinerlei Erlaubnis von Turnieren mit Platzierungen.


    Stattdessen werden unterschiedliche leistungsorientierte Ansätze bereits ab der U6 umgesetzt. Manche Trainer:innen lassen sich davon verführen. Andere wollen so schnell wie möglich die Kinder in eine Spielform bringen, die dem Erwachsenenfußball so nahe wie möglich ist.


    Bis jetzt hat mich nur der dezentrale Ansatz der Köln-Liga überzeugt, bei dem Trainer:innen gemeinsam Spielfestivals organisieren und so Gegner wählen können, die dem vermeintlichen Entwicklungsstand der eigenen Kinder entsprechen.


    Alle zentralen Ansätze mit Ansetzungen durch Verbände führen meiner bescheidenen Meinung nach in die falsche, rückwärtsgewandte Richtung. Und dadurch entstehen dann Diskussionsfäden wie dieser hier.

    Leider ist das auch in meinem Verein und in Hamburg allgemein übliche Praxis in der zweiten Saisonhälfte starke Teams in der nächsthöheren Altersklasse auf Niveau "mittel" zu melden.


    Ich habe mich dagegen entschieden und bin froh darüber. Je weniger Kinder zusammenspielen, desto mehr Ballkontakte, Zweikämpfe, Dribblings, Torerfolge, usw.


    Hier gibt es Vereine wie St. Pauli oder VfL Sittensen, die den Kinderfußball sehr ernst nehmen und kleine Spielformen auch für "ältere" Kinder anbieten.


    So lasse ich manchmal meine U7 auch an Spielfestivals für U7 & U8 teilnehmen. Mal halten sie mit, mal gibt's auf die Nase. Das gehört dazu und zeigt den Entwicklungsstand. Aber es bleibt beim empfohlenen 3 gegen 3.


    Dauerhaft würde ich sie jedoch nur dann hochziehen, wenn es in einer Altersgruppe bleibt, bspw. U8 zu U9. Die Spielform bleibt dann gleich, lediglich der Schwierigkeitsgrad aufgrund des körperlichen Nachteils steigt.


    U7 dauerhaft als U8 spielen lassen? Lehne ich ab.


    Gibt's bei euch die Einteilung in "Leistungsklassen" seitens des Verbandes? Falls ja, meldet doch eine Gruppe auf der höchsten Klasse. Es reichen ja schon 4 Kinder aus für ein Team.

    Als Trainer einer U7, der auch ein Training für alle - 30+ Kinder - und ein Training für Kinder auf dem Entwicklungslevel der U8 anbietet möchte ich Folgendes dazu sagen:


    Gerade im 2. Halbjahr der U7 zeigen sich deutliche Unterschiede in der Entwicklung. Diese Unterschiede treten zumindest in meiner Gruppe "sprunghaft" auf.


    Ein U8 Training "Spielen & Üben" biete ich daher an. Interessierte Kinder können daran teilnehmen. Etwa 12 sind regelmäßig dabei und - wer hätte es (nicht gedacht) - bilden inzwischen die "stärkste" Mannschaft meines Jahrgangs.


    Das andere Training orientiert sich an der U7 Vorgabe "Spielen & Bewegen". Daher enthält es keinerlei Grundtechniken wie Innenseitenstoß oder Abkappen.


    Unser Ansatz ist es, den Kindern, die weiter sind, ein fordernderes Training anzubieten und bereits erste Grundlagen für die kommende Saison zu legen.


    Da hier in Hamburg bereits ab der U6 in Leistungsklassen unterschieden wird, werden für Kinder auf dem höchsten Niveau bereits Grundtechniken benötigt und üblicherweise von Vereinen auch angeboten.


    Wichtig ist mir zu betonen, dass jedes Kind in das zweite Training hineinschnuppern darf. Aber ebenso wichtig ist es, ehrlich und offen zu sagen, wenn das Training noch zu viel für ein Kind ist.


    Die "stärkeren" bevorzugen inzwischen das U8 orientierte Training gegenüber dem normalen U7 Training. Wir setzen im U7 Trainint abwechselnd auf homogene und heterogene Gruppen und passen die Spielformen möglichst an. Bspw. sind Passdreiecke bei besseren Kindern größer oder die Kinder bekommen Provokationsregeln.

    Aus meiner Erfahrung heraus gilt es zuerst motorische Defizite abzubauen.

    Hierzu setze ich auf Bewegungsformen, die den Schulterblick benötigen. Rückwärts laufen / dribbeln eignen sich dafür.


    In Chaos-Spielen setze ich meist auf Handball oder Rugby, bei dem Pässe nur nach hinten gespielt werden dürfen. Hierbei wird die Orientierung durch Schulterblick oder schnelles Drehen erzwungen. Durch das parallele Fußballspiel sind viele bewegliche Hindernisse im Spielfeld, die den Passweg stören.


    In Funino-Spielformen üben wir dann abschließend verschiedene Arten des Zusammenspiels um vielfältige Entscheidungsmöglichkeiten im Wettbewerb zu haben.


    Spiel in Zonen - links, Mitte, rechts - mit min. 1 Pass vor dem Torabschluss ist eine Variante. Eine andere heißt bei uns "tödlicher Pass", dabei bleibt ein Spieler in der gegnerischen Schusszone und muss anspielbar sein.


    Je älter deine Kinder sind, desto komplexer kannst du das gestalten. In meinem Fall üben wir ab der 2. Saisonhälfte U7, spätestens U8 solche "Grundlagen des Zusammenspiels".

    Fantomas

    Ja, das sollte man annehmen dürfen.


    Beantworten kann dir das wohl nur der Veranstalter bzw. das zuständige Gericht im Falle der Tötung.


    Schrecklich, dass Jugendliche ein derartiges Gewaltpotential an den Tag legen und sich den Konsequenzen ihres Handelns nicht oder nur eingeschränkt bewusst sind.

    Skriwer

    Fang- und Rangelspiele sollten keine Erwähnung benötigen und gehören zu jeder Altersklasse im Kinderfußball.


    Die Ballschulen arbeiten gezielt gegen Bewegungsdefizite heutiger Kinder. Schaut euch das Mal an.


    Früher konnten wir alle diese Übungen, heute können die meisten Kinder weder einen Schulterblick noch einen Ball hinter ihrem Rücken fangen.


    Auch diese Defizite sollten so früh wie möglich angegangen werden, sprich schon in der G-Jugend.


    Somit bleiben nur Grob- und Feintechnik sowie Zusammenspiel zu fünft / siebt als Trainingsschwerpunkte für die E-Jugend.

    Hersteller & Modell sind egal. Preislich liegen die Bälle zwischen 11 € und 15 €.


    Wir haben S-Light Bälle, Größe 3, von Erima, Jako, Adidas und Derbystar im Einsatz. Qualitätsubterschiede bemerken wir auch nach über einem Jahr kaum.

    userdx

    Alles keine Themen für das "explizite" Training einer F- / E-Jugend.


    Durch Spielformen mit unterschiedlichen Bällen und Übungen der Heidelberger Ballschule bzw. der St. Pauli Rabauken ist das "implizite" Training möglich und auch "näher an der Realität" als isokierte Übungsformen.

    Was ist mit manchen Eltern los?!


    Vor allen Kindern in einer Lautstärke, dass es über den ganzen Platz zu hören ist, "f**k dich" zu rufen, hätte ich nicht erwartet mal zu erleben. Anschließend wurde dem Kind noch das Trikot ausgezogen und vor den Augen der anderen Kinder und Teams auf den Boden geworfen.


    Das ist eine Art Kritik, die mich derzeit sportlich und emotional überfordert.

    Julinka

    Soweit ich in meinem Verein bereits informiert bin, wird es eine Kreisliga mit üblichen Spielen 2x 25 Minuten.


    Die Alternative schafft neue Probleme und löst alte Probleme nicht. Bereits jetzt erscheinen meist nur 1 bis 2 Gastmannschaften, die Turnierform mit 2 Spielfeldern lässt sich dann nicht umsetzen.


    Wird das mit Schiedsrichtern - Plural! - gespielt, braucht es zwei Schiedsrichter, die bezahlt werden müssen. Auf einmal entstehen Kosten durch die neuen Spielformen.


    Und wenn nun doch eine Mannschaft absagt oder nicht erscheint? Dann sind zwei Schiedsrichter vor Ort, aber es wird nur einer benötigt.

    Fantomas

    Bis auf ca. 12 Vereine haben alle mit U11 "L" spätestens jetzt im Frühjahr als U12 "N" gemeldet.


    Das ist eine mittlere zweistellige Anzahl an Mannschaften.


    Anstatt 3x 20 Minuten sind es zukünftig wieder 2x25 Minuten, an dessen Ende es genau ein Ergebnis gibt.


    Karten und Sperren kehren mit den (Jung) Schiedsrichtern ebenfalls zurück.


    Rotation ist noch nicht mitgeteilt worden.


    Ob nur U11 "L" oder alle würde ebenfalls noch nicht mitgeteilt.


    Somit der Kinderfußball in Hamburg ab der kommenden Saison mit der U10. Danach geht's in den Ligabetrieb, spätestens ab der U13 mit Auf- und Abstieg.

    Ich ärgere mich derzeit sehr über den Hamburger Fußballverband.


    Ab der nächsten Saison spielt die U11 ("E alt") wieder Ligabetrieb im 7 gegen 7 mit Schiedsrichter*in für leistungsstark gemeldete Mannschaften.



    Damit soll vermieden werden, dass leistungsstarke U11 als U12 melden, weil Fairplay aufgrund des Ehrgeizes der Kinder und des hohen Spieltempos nicht funktioniere.


    Hoffentlich öffnet der HFV damit nicht die Büchse der Pandora. Nun könnten ja U10 genauso argumentieren und ab kommender Saison als U11 melden.


    Und auf U10 folgen dann U9, die als U10/U11 spielen wollen, weil das dem Erwachsenenfußball viel näher ist als die neuen Spielformen.

    Codeman79

    Ja, eine Gruppe von derzeit 13 Kindern hat aktuell einen gewissen Vorsprung in der Entwicklung.


    Im Dezember waren das nur 8 Kinder. Wie Goodie schreibt, sind solche Entwicklungssprünge jederzeit möglich und das in beide Richtungen. Eine strikt lineare Entwicklung nach oben gibt es nicht.


    Leistungsstark ist ungewöhnlich gewählt vom Verband, wie ich finde. Aber es bedeutet nur, dass es die "stärksten" Teams des jeweiligen Jahrgangs sind. Alle meine 34 Kinder könnten in diesem Team spielen. Fast jeder Verein hat min. 1 Team auf L und mehrere Teams auf N & S gemeldet.

    In meiner U7 sind aktuell 34 Kinder, die wir in 3 Entwicklungsstufen einordnen und entsprechend haben wir 4 Mannschaften gemeldet.


    Wir haben Kinder, die schon auf dem Stand der F-Jugend (U8/U9) entwickelt sind, diese spielen in der Einstufung L (=leistungsstark) und haben ein zweites Training mit den Inhalten der U8.


    Die meisten Kinder sind der Einstufung N (=normal) zugeordnet und weniger begabte und neue Kinder sind der Einstufung S (=schwach) zugeordnet. Sie trainieren einmal pro Woche mit den typischen "Spielen & Bewegen" Inhalten der U7.


    Im Training bilden wir heterogene Gruppen, d.h. wir achten nicht auf den Entwicklungsstand.


    In den Spielrunden und Turnieren bilden wir homogene Gruppen, d.h. die L-Kinder sind die 1.G. Die N-Kinder sind die 2.G / 3.G und die S-Kinder sind die 3.G/4.G.


    Was meinem Team und mir wichtig ist: Die Kinder können in mehreren Mannschaften spielen und werden nicht derart zugeordnet, dass sie keine Chance auf Aufstieg Richtung 1.G haben.


    Daher benutzen wir aktuell Tiere um die Entwicklungsstufen zu kennzeichnen und verwenden die Bezeichnungen 1.G bis 4.G nur in offiziellen Spielrunden, weil das eine Verbandsvorgabe ist.


    Die oben genannten Einstufungen sind Vorgaben des Verbands für den Kinderfußball bis zur U12. Ab der U13 gibt es Ligen mit Auf- und Abstieg.

    Welche Eltern verstehen Vereinssport denn nicht als Dienstleistungsangebot? Kinder bringen, 90 Minuten kinderfrei, Kinder abholen.


    Zunehmend wollen die Eltern auch freiwillig höhere Beiträge zahlen oder die Trainer:innen direkt bezahlen, damit qualifiziertes Personal (!) vom Verein bereitgestellt wird.


    Dabei sind häufig Elterntrainer:innen, die in die Aufgabe hineinwachsen und sich schrittweise qualifizieren und mit ihrem Team entwickeln, eine gute Sache.


    Nur leider treten auch ganz schwarze Schafe, wie hier geschildert, dabei ans Tageslicht.