Es steht außer Frage, dass die Kinder im Bambini-Alter - und jedem anderen Alter, wenn es nach mir geht - alters- / kindgerecht Freude an Sport im Allgemeinen und an Fußball im Speziellen entwickeln sollen.
Dafür braucht es meiner Erfahrung nach zum einem einen angemessenen Betreuungsschlüssel, der nicht schlechter als der Betreuungsschlüssel der Kindergärten ist, und zum anderen homogene Spielgruppen, damit weder "heftige Negativerlebnisse" noch "krasse Erfolgserlebnisse" zur Regel werden und die Kinder sich sozial und sportlich entwickeln können.
Die Grundidee in diesem Faden kann ich daher nachvollziehen. Die angedachte Umsetzung mit dem Überspringen von der G zur F hingegen nicht.
Würde der deutsche Fußball im Sinne der Kinder ausgerichtet sein und nicht auf die Ausbildung einer leistungsorientierten Spitze von 0,0000001 % der Kinder, so gäbe es bis zur U12 keinerlei Pflichtspielbetrieb und keinerlei Erlaubnis von Turnieren mit Platzierungen.
Stattdessen werden unterschiedliche leistungsorientierte Ansätze bereits ab der U6 umgesetzt. Manche Trainer:innen lassen sich davon verführen. Andere wollen so schnell wie möglich die Kinder in eine Spielform bringen, die dem Erwachsenenfußball so nahe wie möglich ist.
Bis jetzt hat mich nur der dezentrale Ansatz der Köln-Liga überzeugt, bei dem Trainer:innen gemeinsam Spielfestivals organisieren und so Gegner wählen können, die dem vermeintlichen Entwicklungsstand der eigenen Kinder entsprechen.
Alle zentralen Ansätze mit Ansetzungen durch Verbände führen meiner bescheidenen Meinung nach in die falsche, rückwärtsgewandte Richtung. Und dadurch entstehen dann Diskussionsfäden wie dieser hier.
