Beiträge von ruffy85

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    Wollen oder müssen beide Elternteile in Vollzeit arbeiten? In meinem Freundeskreis gibt es nur noch ganz wenige Familien, denen ein Gehalt für Haus (Miete), Lebensmittel, Kleidung, usw. reicht.


    Dabei spielt es keine Rolle, ob Mann oder Frau der Hauptverdiener sind. Die Lebenshaltungskosten und der gewünschte Lebensstandard sind deutlich teurer geworden als Einkommen gestiegen sind.


    Dementsprechend wurden mehr Ganztagsangebote für Kinder ausgebaut und die Tagesabläufe sind gefühlt in den letzten 10 bis 15 Jahren deutlich strukturierter als früher.


    Manche Kinder haben Terminkalender, eine spontane Spielverabredung am Nachmittag ist nicht möglich. In meinem Hamburger Stadtteil verweisen zunhemenden die Spielplätze. Sind Kinder dort, dann größtenteils mit einem Elternteil - Eltern-Klönschnack.


    Bewegungsangebote im Ganztag sind unterschiedlich stark vorhanden. In der Grundschule meines Sohnes unterstützt ein privater Anbieter. Von 13 bis 16 Uhr gibt's diversen Sport, Kunst & Handwerk und vieles Andere.


    Kinder, die daran nicht teilnehmen, fallen teilweise aus dem Sozialgefüge. Als Sportverein müssen wir uns diesen langen Kita- und Schulzeiten anpassen.


    Training erst ab 17 Uhr möglich, und letztes Training muss um 21 Uhr durch sein. Für die kleinsten fällt das Training somit in deren Abendessen-Zeit.


    Wir hatten teilweise 6 und 7 Jährige dabei, die ab 7 Uhr in der Schule waren, um 16:15 Uhr zu Hause und um 17:00 Uhr Training. Um 18:15 Uhr war ihr Tag zu Ende. 11 Stunden 15 Minuten (!) Programm.


    Viel zu viel, finde ich. Doch unsere Gesellschaft, befeuert durch Influencer und Co., übt diesen Druck auf Erwachsene und Familien aus. Und die Kinder dürfen immer weniger Kinder sein, sondern haben 8 bis 11 Stunden Tage, geplant von ihren Eltern.


    Erinnere ich mich an meine Kindheit und Jugend zurück, so gab's keine Nachmittagsangebote an den Grundschulen. Meine Eltern übten einen Vollzeit- und einen Halbtagsberuf aus, damit ein weiterer Urlaub im Jahr möglich war. Haus mit Garten gab's trotzdem.


    Fußballtraining war am Nachmittag, 15:30 oder 16:00 Uhr. Weiß ich nicht mehr genau. Gegen 13:00 Uhr war ich aus der Schule zu Hause. Mittagsessen, Hausaufgaben, raus. Später Training. 17:30 Uhr dann wieder zu Hause.


    Mein Tag hatte also etwa 6 Stunden 30 Minuten Programm. Der Rest war "frei". Immer und überall waren andere Kinder.


    Dieser Wandel wird sich fortsetzen, doch Schule, Sport und andere Aktivitäten wie Schach oder Musik können derzeit nicht damit Schritt halten.


    Ich denke, dass Vereinssport durch Nachmittagsangebote der Schulen ersetzt werden müsste. Wäre dann halt nicht mehr SC Irgendwas gegen FC sonstwas, sondern Jg. 1 Grundschule Musterhausen gegen Jg. 1 Grundschule Musterstadt.


    Den Kindern dürfte es egal sein. Es ist ihr Hobby und sie können es in der Zeit ausüben, in denen ihre Eltern nicht zu Hause sind. Und der Tag eines Kindes endet 1 bis 2 Stunden früher.


    Auch dem Bewegungsmangel kann damit begegnet werden. Es sollte neben täglich 1 Zeitstunde Sport jedoch keinen Zwang geben. Auch Schach, Malen, Musizieren sind tolle Hobbys, die unter den gleichen Problemen wie Vereinsfußball leiden.

    Wir haben für die 5 bis 8 Jährigen viele "fußballfremde" Bewegungen dabei. Rollen gehört auch dazu. Purzelbaum ist schon eine motorische Herausforderung.


    Hier noch ein paar vermeintlich einfache koordinative Spiele mit und ohne Ball:


    - Lege den Ball auf deinen Kopf. Neige den Kopf nach hinten, so dass der Ball herunterfällt. Fange den Ball mit beiden Händen hinter deinem Rücken.


    - Laufe rückwärts in Kreisen. Schaue dabei über die Schulter nach hinten, so dass du siehst, was hinter dir ist.


    - Wirf den Ball über deinen Kopf hoch. Stoße den fallenden Ball mit deinem Knie erneut nach oben, über deinen Kopf, fange ihn anschließend mit einer Hand.


    - Balanciere über eine Turnbank, behalte dabei den Ball am Fuß.


    - Schieß den Ball aus der Hand fallend gegen eine Wand. Fang den Ball, bevor er den Boden berührt.


    - Spielt zu zweit. Werft kurz nacheinander euren Ball mit beiden Händen in einen Bogen zum Kind gegenüber.


    - Spielt zu dritt / zu viert. Der erste gibt den Ball mit beiden Händen auf der linken Seite zum Kind dahinter. Dann das nächste Kind über rechts, usw. Ist der Ball beim letzten Kind, so läuft es nach vorne und das Spiel beginnt erneut.



    Viele kleine Spiele, die ich früher im Kinderfußball eher als spaßige Einlage dabei hatte. Heute sind sie essentielle Grundlagen für die spätere Entwicklung.

    Hier vielleicht wegen der Schnittstelle in den Sport. Wenn du noch breite diskutierst, kommste sonst irgendwann bei der Altersarmut aus... 🙈

    Ich sehe die Verinselung sehr kritisch. Die Kinder haben sehr strukturierte Tagesabläufe und immer weniger freie Zeit für Freies Spielen.


    Einerseits führt das bei Kindern zu Überforderung, weil es wenige Freiräume gibt, andererseits ändert sich dadurch der Anspruch an Vereinssport.


    Bei unseren Kindertrainings beobachten wir jeden Tag, dass die Tummelphase richtig Erleichterung bringt. Das erste freie Spielen am Tag, meist nach 7 bis 8 betreuten Zeitstunden.


    Auch mangelt es Kindern heute zunehmend an grundlegenden koordinativen und motorischen Fähigkeiten. Schulen können das (noch) nicht kompensieren. Diese Aufgabe fällt derzeit Sportvereinen zu. Doch bis jetzt höre ich nur vom Fußball, der sich das berücksichtigen muss.


    Dementsprechend ist zumindest für mich "Fußballtraining" inzwischen ein irreführender Begriff. Besser wäre "Abwechslungsreiche Bewegungsspiele mit und ohne Ball, Schwerpunkt Fußball".


    Bevor über Leistung gesprochen werden sollte, sollten die motorischen und koordinativen Voraussetzungen geschaffen werden. Und dazu gehört die Begeisterung für Sport zu schaffen. Druck ist dabei für mich Fehl am Platze.

    Ich habe ebenfalls diese Erfahrung gemacht. Bei 33 Kindern 4 Mannschaften gemeldet, es braucht ja nur min. 4x 3 Kinder und theoretisch könnten alle Kinder spielen. Ein Elternteil findet sich bestimmt mal.


    In der Realität mussten wir zunehmend absagen, weil die "schwächeren" Mannschaften einige Male nicht mal 3 Kinder zusammen bekommen haben.


    In der ersten Gruppe waren die 8 Plätze (2 Teams am Spieltag) meist schneller gebucht als ein neues iPhone ausverkauft ist. Dabei wurden dort nur 11 Kinder eingeladen.


    In der zweiten Gruppe kamen immer min. 5 Kinder zusammen (inkl. zu späte Kinder aus Gruppe 1), meist waren es 6 oder 7, also auch 2 Teams.


    In der dritten und vierten Gruppe wurden etwa 20 Kinder eingeladen. Doch bis 1 Tag vor Spielbeginn antworteten Eltern nicht und wir bekamen meist nur ein Team mit 3 bis 4 Kindern zusammen.


    Unsere Konsequenz für die U8:

    - 3 Teams bilden, die jeweils max. 7 Kinder mitnehmen. (umfasst die 24 aktivsten Kinder aus der U7)

    - neue Gruppe ohne Spielbetrieb gründen (umfasst die restlichen Kinder)


    Rückmeldung der Eltern:

    - jedes Wochenende eine Spielrunde ist zu viel

    - Wettbewerb an sich ist doof / nicht kindgerecht

    RedDevil

    In den Spielformen der G- und F-Jugend haben wir für uns die folgenden Organisationsformen für 8 bis 16 Teams herauskristallisiert um möglichst viele Spiele auf Augenhöhe zu ermöglichen:


    max. 4 Felder:

    Wir spielen im Hammes-Modus. Dabei wird die erste Runde entsprechend der Trainereinschätzung gesetzt. Alle anderen Runden ergeben sich aus einer "geheimen" Tabelle. (Siehe Kickplan)


    5 bis 8 Felder:

    Wir spielen im Champions-League-Modus. Die erste Runde wird gesetzt, alle anderen ergeben sich aufgrund von Siegen & Niederlagen.


    Beide Spielmodus haben das kleine Restrisiko, dass übermotivierte Trainer:innen entweder die Tabelle haben wollen und darüber Druck ausüben oder unbedingt auf das höchste Feld gelangen und das letzte Spiel gewinnen wollen.


    Hier sind die Ausrichter gefordert, von Anfang an klar zu kommunizieren und umgehend einzuschreiten, falls Ergebnisdruck aufgebaut wird.

    HansUwrat

    Bei einer Gruppe Kinder, unsere Träumer:innen, riefen wir manchmal auch nach Ball im Toraus des Gegners rein, "alle zurück" oder "wie könnt ihr verhindern, dass die anderen Kinder schnell vor unser Tor kommen?".


    Auch hier braucht es Fingerspitzengefühl und jede:r von uns macht Fehler. Wichtig ist, aus diesen Fehlern zu lernen und zunhemend nur so viel zu helfen, wie es nötig ist.


    Vielleicht sollten wir alle Goldfische sein, um es mit Ted Lasso zu sagen. Dann wären die Kinder glücklicher und viele Erwachsene entspannter.

    RedDevil

    Wie so oft im Leben gibt's nicht nur schwarz oder weiß.


    Jede:r von uns hat unterschiedliche Erfahrungen im Kinderfußball gemacht, aber dennoch die soziale und sportliche Entwicklung der anvertrauten Kinder im Auge und viele auch als Ziel.


    Persönlich verstehe ich die Spielrunden und Turniere als Fortsetzung des Trainings. Meiner U7 zeigte ich Möglichkeiten zu dritt zu spielen, angefangen von "alle nach vorne & alle nach hinten" bis zu "Funino in vertikalen Zonen", "tiefe:r Anspieler:in" oder "näher am eigenen Tor als der Gegner sein".


    Natürlich sind das 1 gegen 1 und andere Überzahl/ Unterzahl Spielformen wertvoller, weil die Kinder freier zur Lösung kommen und zunehmend Selbstvertrauen aufbauen.


    In Spielen hingegen gebe ich maximal einen Hinweis, wie der Gegner spielt, den Rest sollen die Kinder selbst versuchen zu lösen. Und dabei erinnern sie sich meist an das Geübte und sie entscheiden als Gruppe, ob sie im 1 gegen 1 durchdribbeln, ob sie die Variante "Tiefe:r Anspieler:in" oder Grundzüge der Manndeckung spielen.


    Taktik würde ich das noch nicht nennen, eher Erinnern und Anwenden von Gelerntem.


    Und hier verfolgt jede:r Trainer:in einen anderen Stil und das macht doch den Reiz aus und führt zu Abwechslung für die Kinder. Richtig oder falsch, das ist zumindest mir zu kurz gedacht.

    Nicht ungewöhnlich, finde ich. Gerade in Ballungsräumen wird schon um jüngste Kinder gefeilscht, als wären sie Freiwild.


    In meinem Verein weisen wir auf jeden Elternabend ab der U7 daraufhin, dass ein Wechsel vor der U14 nur dann Sinn macht, wenn sich der Lebensmittelpunkt wesentlich ändert oder unüberwindbare Probleme mit dem jeweiligen Funktionsteam vorliegen.


    Dieser offene Umgang mit den Eltern führte bis jetzt dazu, dass Wechsel im Kinderfußball weniger geworden sind.


    Und wir lehnen meist auch Kinder anderer Vereine ab, die uns von Eltern angeboten werden. Manche Jahrgänge/ Teams haben ein leicht höhere Strahlkraft und wecken dadurch Interesse und suggerieren scheinbar, dass diese Teams besonders förderlich seien für alle Fußballkinder. Bei anderen Vereinen dürfte es ähnlich sein.


    Dabei kochen doch alle mit dem gleichen Wasser. 🤣

    Coach_T88

    So falsch ich den Ansatz der Eltern finde, weil er durchaus Druck auf das Kind aufbaut, umso schöner ist es, dass deine Kinder ihn unterstützten und er sich sogar doppelt belohnen konnte.


    Die ersten Tore, gerade bei eher "schüchternen" Kindern, miterleben zu dürfen, ist schon etwas Besonderes als Trainer:in einer Bambini-Mannschaft.

    Spannendes, aber wiederkehrendes Thema.


    Unsere Bambini führen wir im Spiel individuell durch offene Fragen, sobald sie bei uns sind. Zwischen den Spielen refelektieren wir eine Situation durch offene Fragen und versuchen ans Geübte zu erinnern.


    Zu der geschilderten Situation, mein Team würde 5:0 führen. Ich würde die Fritzchen weniger spielen lassen als die Ottos. Es geht doch nicht ums Ergebnis oder die gegnerischen Kinder zu demütigen.


    Würde dann immer noch der Vorsprung anwachsen, würde ich allgemeine Provokationsregeln einführen ohne auf ein Kind abzuzielen.


    Zum Beispiel, jedes Kind berührt einmal den Ball, bevor aufs Tor geschossen wird. Oder 1 Kinder (im Wechsel) bleibt die ganze Zeit in der gegnerischen Schusszone.


    Was ich nicht mache sind Geschenke an die Gegner a la "lasst sie ein Tor schießen", das wäre eine Demütigung für die gegnerischen Kinder und deren Trainer:in.


    Ganz wichtig, wir schreien nicht quer übers Feld, wenn wir sowas machen. Wir nutzen die Rotation dafür. Das Kind, das raus kommt, bekommt die Anweisung und geht kurz danach wieder rein.

    Die Temperaturgrenze sollte auf Kunstrasen deutlich niedriger liegen als auf Naturrasen.


    In 1m Höhe hatten wir bei der letzten Hitzewelle in diesem Jahr auf Naturrasen ca. 35°C und auf Kunstrasen ca. 45°C.


    Ein Hitzeschutzkonzept haben wir nicht im Verein. Es mangelt auf allen Plätzen auch an Beschattung und Wasseranschlüssen.


    Wir bitten unsere Gäste immer eigene Pavillons mitzunehmen. Nach Möglichkeit stellen wir an jedes Feld einen Eimer mit lauwarmen Wasser (Achtung Temperaturschock!). Wir stellen stilles Mineralwasser und Obst kostenfrei zur Verfügung.


    Wir spielen im Kinderfußball bei Hitze ab 25°C mit Halbzeit, d.h. 2x 4Min. + 1Min. Trinkpause! & Seitenwechsel am Beispiel Bambini.

    Ich bezweifle zunehmend, dass das Konzept NLZ sinnvoll und nachhaltig ist. Wer hat halbwegs belastbare Zahlen zu Nachwuchsprofis vor Gründung der ersten NLZ und ab etwa 2010?


    Und ist es nicht auch Banane, dass vor der C-Jugend evtl. B-Jugend überhaupt schon so ein Druck auf Kinder und Jugendliche ausgeübt wird?


    Am Ende geht's doch - zumindest auf den Papier - um den Feinschliff besonders begabter Spieler:innrn auf dem Großfeld.


    Stattdessen scheint's überwiegend eine "Wegwerf-Mentälitat" zu sein ohne Rücksicht auf die Jugendlichen.

    Dann ist's

    3gg3 in der G, 4+1 in der F, 6+1 in der E sowie 8+1 in der D, oder?


    Wird ab der E oder ab der D mit Schiedsrichter in den bayerischen Kreisen gespielt?


    Zum Vergleich:

    Köln: G 3gg3, F 3gg3, E 5gg5 (jeweils mit/ohne TW)

    Hamburg: G 3gg3, F 4+1, E 6+1 (U11 mit Schiedsrichter), D 7+1


    Föderalismus "at it's best" 🤣

    Coach1976

    In den meisten Verbänden, ja. In Verbänden wie Hamburg jedoch muss sich jeder Jahrgang, beginnend mit der U12, seine Auf- und Abstiege selbst erspielen und übernimmt nicht vom (Miss-)Erfolg des vorherigen Jahrgangs.


    Und hier frage ich mich nun, wie wirkt sich diese Änderung darauf aus. Könnte ein Jahrgang überhaupt noch zur U16 in die höchste Spielklasse aufsteigen oder fallen sie eher heraus, weil x von y Plätzen durch NLZ besetzt sind?


    Kann sich jeder ambitionierte Amateur-Verein eine Lizenz gegen den Abstieg kaufen? Falls es Relegation gibt, wie wird das gespielt?


    Die Grundidee "negativen Leistungsdruck" finde ich gut und richtig. Doch irgendwie wirkt die Umsetzung schon wiedert wenig durchdacht.


    Wo ist die Kernidee der Förderung von Kindern und Jugendlichen, die alle Reformen von der U6 bis zur U19 verbindet? Oder ist es doch nur Stückwerk, dieses Mal für die U16 bis U19?

    Alles was ihr (z.B. WJM3 ) schreibt und oftmals bemängelt, ist vom DFB vorgesehen (ich frage mich da immer, ob das Booklet vom DFB von den Verbandsfunktionären, Trainern, Jugendleitern oder Eltern gelesen wird - wahrscheinlich nicht).

    Ja, es gibt viele Freiheiten ab der F-Jugend seitens des DFB. Einige Punkte wie die Spielfeldabmessungen können noch an die Kinder angepasst werden, aber im Grunde erlaubt der DFB eigentlich alle denkbaren Spielformen und gewichtet sie gleich.


    Was passiert dadurch - am Beispiel Hamburg? In der U11 wird ab 2023/24 wieder mit Schiedsrichter im 7 gegen 7 - mit verpflichtendem Nebenspielfeld - gespielt. Ergebnisse werden nicht veröffentlicht. Theoretisch ist auch 5 gegen 5 erlaubt - ebenfalls mit Schiedsrichter und Nebenspielfeld. Aber finde mal Vereine, die das spielen.


    Was sagt der Hamburger Verband? Alles konform zu den DFB Vorgaben, die du dir hier verlinkt hast.


    Was fehlt mir? Empfehlungen seitens des DFB, dass stets die kleinste Spielform bevorzugt werden sollte. Kurze Erläuterungen, wieso weniger Kinder, kleinere Felder, niedrigere Tore empfehlenswert sind.


    Es ist super, dass in Augsburg und anderen Kreisen ausprobiert wird.


    Dennoch greifen die Änderungen ab 2024/25 höchstens bis zur U9 - 4+1 statt 6+1 auf zentrale Jugendtore.


    Danach ist es konform der neuen Spielformen wie gewohnt im 6+1 mit Schiedsrichter einen Liga-Spielbetrieb durchzuführen, solange es auf fussball.de keine Ergebnisse und Tabellen gibt.


    Hört die kindliche Entwicklung etwa in der U10 auf und was ist mit Anpassungen in der D- und C-Jugend? Welcher Verband außer Hamburg spielt in der U12/U13 7+1 auf halbem Feld mit 5m Toren?


    Inzwischen fühle ich mich wie Don Quijote und bestimmt geht es vielen Anderen, die sich dafür einsetzen, dass sich der Fußball den Kindern anpasst und nicht umgekehrt, genauso.


    3 bis 4 Jahre aufgezwungen angepasster Kinderfußball (U6 bis U9), danach maximale Flexibilität inkl. möglicher Abschaffung der Fair Play Liga ab der U10.


    Wenn ich nicht ganz irre, stellt das den Zustand in der E-Jugend von Anfang der 1990er Jahre wieder her. Paradox...

    Ich frage mich, wie das dann in Bundesländern geregelt wird, in denen Jahrgänge ab der D-Jugend ihre Aufstiege mitnehmen und somit frühstens in der B-Jugend die Bundesliga erreichen konnten und dafür jede Saison 100.000 € Startgeld hinterlegen mussten.


    Müssen sich die NLZ auch die Nachwuchs-Liga erspielen ab der D-Jugend? Oder sind sie jetzt immer automatisch gesetzt und reduzieren somit die Startplätze von ambitionierten Amateur-Vereinen?


    Und wieso braucht es überhaupt "bundesweite" Ligen? Ich meine mich zu erinnern, dass Ende der 1990er / Anfang der 2000er A Regio das höchste war und die Regio Sieger anschließend den Deutschen Meister ausspielten.


    Ich glaube damals gab's neben der Knappenschmiede (fast) keine NLZ. Und dennoch sind nicht weniger oder mehr Jugendliche zu Profis geworden.

    Meine Erfahrung, insbesondere mit Eltern:


    - Spiel auf Minitore sei zu anstrengend für die Kinder, zu viele "1 gegen 1" Situationen. Müsse denn jedes Kind ein:e kreative:r Stürmer:in werden? Kinder verlören Lust am Fußball durch die aufgezwungenen Zweikämpfe.


    - Spiel auf höhenreduzierte Jugendtore mit Rotation zwischen den Spielen. Müsse denn jedes Kind ein:e Torspieler:in werden? Was, wenn die Kinder sich an den Finger verletzen? Dann lernen die nie schreiben und die Karriere als Chirurg:in ist beendet bevor sie beginnen konnte


    - Mehr als 1 Spielfeld aufbauen sei anstrengend. Egal, ob mit Minitoren oder Jugendtoren. Viel zu viel Erwartungsdruck an die Eltern zu unterstützen. Und dann erst die vielen möglichen Spielmodus: jeder gegen jeden, Champions League, Ananas, Hammes, usw.


    - neue Spielformen erhöhen den Druck auf die Kinder. Jede Woche "Turniere" spielen, jedes Kind müsse immer aktiv sein, keine Zeit mehr für Erholung und langsame Entwicklung


    - neue Spielformen erhöhen Leistungsdruck zwischen den Kindern. Stärkere Kinder hätten mehr Opfer als früher. Kinder sollen keinerlei Wettbewerb oder Erwartungsdruck ausgesetzt werden, das schade ihren sensiblen Persönlichkeiten. Neue Spielformen förderten mehr "A*löcher" als früher


    Es ist nicht nur in Bayern noch ein weiter Weg.


    Eventuell liegt das Problem auch eher in einem starken gesellschaftlichen Wandel hin zu einer "alles entspannt, keine Erwartungen, kein Versagen möglich, usw.".


    Da helfen auch keine wissenschaftlichen Fakten mehr. Alles doof, egal ob alte Spielformen (mein Kind spielt zu wenig) oder neue Spielformen (mein Kind spielt zu viel und steht zu oft unter (Gegner- / Zeit-)Druck).

    Fantomas

    Danke für den Artikel. Etwas Dünne bzgl. eines Lösungsansatzes. Dafür eine einfache und nachvollziehbare Beispielrechnung.


    Ein KiTa-Platz mit 8 Stunden kostet ab 900,- € / Monat, in Ballungsgebieten wie Hamburg sind eher 1.600 € aufwärts üblich.


    Viele Städte und Gemeinden übernehmen diese Kosten anteilig oder vollständig, so dass soziale Teilhabe der Kleinkinder nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist.


    Würde nun der Spartenbeitrag für Fußball ca. 18 € / Monat für ein Kind kosten, wären zumindest in Hamburg alle sozialschwachen Familien raus. Hier gibt's nur 15 € / Monat für alle Hobbys eines Kindes.


    Qualifizierte Trainer:innen sollten mit eben den möglichen 250 € / Monat vergütet werden. Doch wie so oft fehlt eine politische Mehrheit für Kinder und Familien als das solche Ideen umgesetzt werden können.