Beiträge von CoachT

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    Was würdet ihr mir raten in meiner Situation?

    Das gleiche wie oben...

    Es ist schwer explizite Handlungsempfehlungen zu geben, wenn man einfach nicht genauen Standort kennt, bzw nicht die dortigen Möglichkeiten kennt.

    Deswegen so allgemein wie möglich:

    Ich würde immer den Weg zu Trainern im STP suchen (wenn das eigene Kind dort ist) und dort nach Ratschlägen fragen, ob sie was empfehlen können etc.
    In der Landesauswahl wird er ja noch nicht sein, weil noch zu jung...
    Sonst vllt auch die eigenen Trainer fragen, ob die vllt was raten können, vllt sind es welche, die schon länger dabei sind und selber häufiger mal sowas miterlebt haben...

    CoachT : nach deiner Beschreibung würde ich die Anführungszeichen bei Leistungsteams weg lassen ;) - hier handelt es sich wahrscheinlich um den Nachwuchs aus der 1.-3. Liga (eigene Teams erst ab U11; Trainingscamps; Kaderplätze; Kinder wollen unbedingt da hin (Vorbilder)). Ihr habt von F bis A-Jugend sicher keine Probleme Spieler zu haben und die obersten Klassen zu halten.

    Ehrt mich - repräsentativ für den Verein - wobei wir es nicht regelmäßig schaffend die Klassen in der oberste Ligen zu halten (also Jugend-BuLi nein, Regio mit ganz viel Mühe)

    Oder der Realität ins Auge sehen. Wie selektieren die "Leistungsvereine" heute bei einer U9? Welche Talentkriterien werden da herangezogen?

    Wir haben in dem Alter noch keine Teams.
    Fangen idR erst ab U11 an, für U10 (und teilweise U9) haben wir selber ein Talente-Team (eigentlich ist das eher ein Angebot, dass die Spieler regelmäßig, 2x die Woche bei uns zusammen trainieren)
    idR guckt man aber in dem Alter auf Bewegungstalente. Welche Jungs sind flink unterwegs, können das auch mit dem Ball zeigen. Technik ist da teilweise zweitrangig, kann man in dem Alter noch gut trainieren, muss halt etwas Begabung dafür haben.
    Taktisch müssen die eigentlich nichts können. Was positiv natürlich immer auffällt, wenn die Kids in dem Alter am Spiel auch ohne Ball aktiv teilnehmen. Haben sie schon einfache Abläufe im Kopf (Spiel & Geh'n).

    Wir haben in den Ferien immer Fußball-Camps bei uns selber vor Ort, da fallen immer mal wieder 7-8 Jährige auf, die genau sowas zeigen. Können sich gut bewegen (müssen nicht immer die schnellsten sein) und sind stets aktiv im Spiel. Solche notiert man sich dann natürlich (kommen ja auch aus unserer Stadt dann) und beobachtet die dann immer mal wieder die nächsten 2-3 Jahre, bis sie in ein Alter kommen, ab dem wir auch Mannschaften selber stellen.

    Oft kommen aber auch die Kids, die positiv bei diesen Camps auffallen, früher oder später eh auf uns zu. erstrecht weil sie oftmal jedes Jahr bei uns im Camp sind und aber Alter 9-10 fragen die dann oft uns Trainer, wie die zu uns in den Verein kommen können, wie das abläuft.



    Selektion findet dann einfach dadurch statt, dass wir feste Kaderplätze (Anzahl) haben und diese dann an die unser Meinung nach besseren vergeben. Wir haben oft einfach mehr Anfragen als Kaderplätze (10-12+TW in der U11, die als D-Jugend, 9er Feld spielt) und da weit mehr als 20-30 Anfragen pro Jahr.

    Im Idealfall:

    Jugendfußball mehr der Fokus auf Dinge im eigenen Spiel. Was können wir besser machen, gegen den Ball oder mit dem Ball.

    Herrenfußball ist dann mehr auch der Fokus auf den Gegner selber. Was müssen wir gegen explizit den Gegner machen, wie lösen wir deren Pressing-Muster, wie pressen wir die selber.

    Also im JF geht es mMn mehr darum, in der Analyse das eigene Spiel zu reflektieren und daraus Punkte mitzunehmen, HF dann mehr Gegnerbezug.

    Wieso sollten die U16 Teams aus den normalen Ligen verschwinden? Die haben mit der Reform so erst mal gar nichts zu tun.

    Siehe mein Post von gestern.

    Es planen wohl einige NLZs ihre U16 Teams aufzulösen und die Besten-Selektion nur noch auf eine U17 zu beschränken (TTOP Jungjahrgang gemixt mit TOP Altjahrgang)

    sondern der Ursprungsverein eines Profis sollte durchaus auch dafür belohnt werden, dass sein Junge es zum Profi geschafft hat und mit Ablösen etc. auch Summen generiert.

    Denn wie schon oben geschrieben ist es nicht reiner Zufall, dass der Junge zum Profi wurde, sondern es hat schon einen entscheidenden Anteil gegeben, damit dieser Junge überhaupt dorthin kommen konnte.

    Und mittlerweile wird ja nicht nur der letzte Amateur-Verein dann belohnt, sondern auch die davor.
    Sprich, wenn bis zur d-Jugend Dorfverein FC Holzwald super Arbeit bei dem jungen landet und der dann als Zwischenstation zu SV Vorstadt-Verein wechselt, wird nicht nur dieser entlohnt, sondern auch der Dorfverein.

    Ein prozentualer Anteil sollte sicher dem Landesverband zu gute kommen, der damit allgemein die Jugend im Bundesland fördert.

    Wenn die NLZ U16/U17 Teams aus den normalen Ligen verschwinden, dann ist ja weniger Anreiz für die B-und C-Teams, da diese Spiele immer das Highlight sind sich zu präsentieren und aufmerksam zu machen. Wie will man das kompensieren?

    Auch eine gute Frage.
    Ich glaube, hier kann man entgegen wirken, indem man es schafft, regelmäßig durch gute Arbeit Spieler in die Landesauswahl zu befördern und Alternativ-Perspektiven aufzuzeigen.
    Sowas wie "Hey, hier bei uns kannst du es schaffen mit unserer Profi-Mannschaft in der Regionalliga/3. Liga zu spielen", zieht vllt ja auch

    und erhalten eine individuelle Elite Förderung und der Marktwert steigt natürlich dadurch für jeden Spieler und das Trainerteam.

    Absolut, diese NLZs betreiben dann nur noch reine Top-Spitzen-Förderung, der Flaschenhals nach oben wird also noch schmaler.

    Wenn der Zugang zur Elite so hoch ist in Hamburg, welche Folgen hat das für die Talente in den B und C-Teams unterhalb der NLZ, da bin ich mir nicht sicher, ob man sie schwächte oder stärkt.

    Ist halt die Chance für die C/B-Teams mittels ordentlicher Jugendarbeit für sich selber mehr Profit zu schlagen.

    Im Zweifel parken aber die NLZs ihre aussortierten Spieler in Kooperationsvereinen, von wo sie die, wenn sie sich besser entwickeln, später wieder zurück holen

    Die Idee, die Jahrgangsbindung aufzulösen und Spieler statt in U16 und U17 in zwei B-Jugendmannschaften spielen zu lassen halte ich vom Grundsatz her nicht für falsch.

    Es gibt in dem Sinne keine zwei B-Jugenden mehr, sondern nur noch eine (wie in der A-Jugend bei NLZs)

    Was mich am System an sich nach wie vor stört, ist dass man in U17 und U19 Förderligen für NLZ hat, andere Vereine aber nach wie vor Wettbewerbe mit Auf- und Abstieg spielen.

    War auch von Anfang an mein Kritik-Punkt, wieso ist Erfolgsdruck hier ok aber in der BuLi nicht?

    finde ich super, gibt es aber nicht mal im Ansatz hier in Norddeutschland...

    Man hört aktuell in meiner Ecke von einigen NLZs, dass sie die Reform nutzen, um bei sich selbst etwas zu verändern.

    So planen die zB die Hamburger NLZs ihre U16 Teams aufzulösen. Besser gesagt, Pauli will die U16 auflösen und der HSV gliedert die U16 zu der e.V. aus (als "Breitensport"-Team) und die U17 kommt zur AG.

    Wieso machen die das?

    Ganz einfach, da keine Abstiege mehr möglich sind, selektieren sie innerhalb der Altersklasse und nicht mehr innerhalb des Jahrganges. Heißt als Bespiel, dass die besten 10 Spieler des jüngeren Jahrgangs mit den besten 10 Spielern des älteren Jahrganges spielen, oder wenn ein Jungjahrgang-Spieler besser ist, fliegt halt der Altjahrgang raus.


    Nun passiert sowas ja schon in kleinem Maße aktuell auch, nur mit dem einzigen Unterschied, dass zB die Jungjahrgangspieler, die halt nicht gut genug für die 1. Mannschaft sind, weil zB einfach ein Halbes-Jahr hintendran sind, nicht mehr intern durch zB eine U16 aufgefangen, sondern werden geoutsourcet (oder beim HSV in der e.V. zwischen geparkt).

    Ist das im Sinn des DFB?

    Ich glaube nein, zumindest nicht, wenn man die öfftl. Begründung vom DFB sich anschaut, wollte man ja eher erreichen, dass die hintendran hängenden Spieler durch weniger erfolgsdruck mitnimmt und auch fördert, diese werden aber jetzt einfach aussortiert und mit den besseren Jungjahrgangsspielern ersetzt.

    Was könnte passieren?

    Ich glaube in erster Linie könnten, wenn mehrere NLZs in einem Gebiet das so handhaben, die leistungsorientieren Vereine unterhalb dieser BuLi-NLZs profitieren (sprich Kategorie B und C [wie wie das hier in einem Thread mal eingeteilt haben]), aber wieso?: Naja die großen NLZs müssen ja so keine 2 Teams mehr für sich selber füllen, sprich die Hälfte der abgeworbenen Jungs werden nicht mehr abgeworben, die Spitzentalente verlassen zwar immer noch diese Vereine, aber die sehr guten Spieler dahinter, werden vermehrt diesen Vereinen erhalten bleiben. Das würde sich bis nach unten durch auswirken.


    Mein persönliches kleines Fazit dazu:

    An für sich finde ich diese Herangehensweise NICHT gut, es widerspricht dem Grundgedanken dieser Reform. Es bleibt aber auch abzuwarten, wie viele NLZs das über die Zeit auch so handhaben wollen. Am Ende des Tages wird mein Verein wohl davon profitieren, da wie einer dieser Vereine aus Kategorie C/B sind und weiterhin Jahrgangsteams mit teilweiser individuellen Förderung machen (sprich Top-Talente können in älteren Jahrgang spielen).



    Was meint ihr? Bekommt ihr solche Gedankengänge der NLZs bei euch in der Umgebung auch mit?

    Nach der aktuellen Methode ist es doch meist so, dass ein Verein dafür belohnt wird, dass er zufällig ein Top-Talent am Anfang seiner Fußballzeit bei sich im Verein hatte. Wesentlichen Einfluss auf die spätere Eignung zum Profi hat das nicht.

    Besser wäre es vermutlich einen Fördertop zu schaffen, in den alle Ablösesummen im Jugendbereich fließen. Daraus wieder können Zuschüsse für Traineraus- und fortbildung, Anschaffung von Ausrüstung etc. für den Jugendbereich für alle Vereine gefördert werden, wenn diese sich an bestimmte Ausbildungsgrundsätze halten.

    und wo ist das Problematisch? Im Grunde werden diese Vereine einfach finanziell daran beteiligt, dass sie diesen Jungen bis zu einem gewissen Alter ausbilden und den Grundstein dafür legen, dass Profi-Vereine später mit diesen Spielern Unsummen an Ablöse genefieren können.
    Ich finde das System so nicht verehrt, da sich die Höhe auch danach bestimmt, wie lange dieser Junge in dem Verein war. Wenn also ein Kind mit 4-5 Jahren anfängt und dann mit 14 Jahren in ein NLZ wechselt, hat dieser Verein 10 Jahre Jugendarbeit in dieses Kind gesteckt und war scheinbar so erfolgreich, dass dieses Kind es in ein NLZ geschafft hat.
    Dafür führt dieser Verein damit belohnt.

    Von mir gibt es eine Vermutung: er tut sich schwer sich in vorhandene soziale Strukturen einzuordnen.

    Bei Trainingsübungen und auch in Fußballcamps mit Unbekannten, kann er sich einen Status problemlos "erarbeiten". Bei einem Spiel mit einer kompletten fremden Mannschaft, die schon eine soziale Struktur hat, könnte er wohl emotional überfordert sein, seinen Platz zu finden.

    Und genau DAS sollte von den Trainern beim Probetraining auch eigentlich erkannt und berücksichtigt werden.
    Wir laden die Jungs deswegen grundsätzlich mindestens 2-3mal ins Probetraining ein und wenn wir erkennen, dass sie grundsätzlich eine gute Leistung abrufen (in Übungsformen etc.) ist das auch das oberste Kriterium. Spielformen sind für neue Spieler oder Probespieler IMMER etwas besonderes, wo die Nervösität einfach extrem steigen kann.

    Bezüglich eines möglichen Lösungsvorschlages:
    Nun können wir nicht wissen, wie die Situation genau bei euch vor Ort ausschaut, ob es da noch andere Leistungsvereine gibt, etc.
    Grundsätzlich ist sowas aber auch etwas, worüber ihr mit den Stützpunkttrainern reden könnt. zumindest sollten sie auch genau dafür da sein.
    Sprecht das an und fragt die um Rat, die kennen im Zweifel eure Gegebenheiten vor Ort besser als wir.

    Das macht unterm Strich 6-7 mal (intensives) Training bzw Spiel pro Woche...ich hab da so meine Zweifel ob man da noch sagen kann "viel hilft viel"...

    7x die Woche und das eine ganze Saison über mag sicherlich zu viel sein. Phasenweise 6x die Woche Fußball halte ich aber nicht für zu viel. Am Ende des Tages kann dein Körper im Wettkampf nur hochintensiv arbeiten, wenn er das gewöhnt ist und du daher auch oft hochintensiv trainierst. Zumal mMn. Jugendspieler oft noch eine deutlich höhere Belastungsgrenze als Erwachsene haben. Da braucht es kein lahmes Abschlusstraining, etc. da kann man halt auch 4x die Woche 100% im Training gehen.


    Aber eigentlich ging es ja um die Sinnhaftigkeit des Stützpunktes. Landesauswahl klingt natürlich interessant aber eigentlich wäre der nächste Schritt ja erstmal NLZ.

    Was ist aber, wenn das Kind es nicht in ein NLZ schafft? Dann ist es im Zweifel auch nicht in einem STP, weil jetzt nicht gewollt... Das würde schon einige Möglichkeiten dem Kind verwehren, zumal NLZs oft ihre Verbindungen zu STP oder LA haben und das so gesehen ihr erster und einfachste Scouting-Bereich ist.

    Es geht aber auch nicht vorrangig um den schnellstmöglichen "Aufstieg" sondern darum ein gewisses Mittelmaß zu finden um den Spieler nicht zu verheizen.

    Auch da, solange es nicht nur darum geht dem Kind Druck aufzubauen, sondern es immer noch um den Spaß geht, können Kinder auch 7 Tage die Woche auf dem Platz verbringen. Da geht auch 4x die Woche intensives Training mit Wettkämpfen, davon gehen die in dem Alter noch nicht kaputt. Körperlich ist das kein Problem.

    Ich emfpinde das nämlich grundsätzlich anders, Stützpunkt ist für die Auswahl mM nach fast egal. In die Landesauswahl kommt man, wenn man in der C-jugend im Verein (Verbandsliga oder höher) gute Leistungen zeigt.

    Ist sicher von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, meiner Erfahrung nach (in meinem Bundesland) werden zur LA nur Spieler aus einem STP/NLZ eingeladen. Das haben die als feste Regel kommuniziert und praktizieren das auch so

    Ein U13 Spieler ist im Stützpunkt und spielt in seinem Heimatverein in der Oberliga.

    Wie oft hat er in seinem Heimatverein Training? Würde sich das STP-Training und das Vereinstraining überschneiden?

    Am Ende muss jedem bewusst sein, dass grdsl. der Weg in die Landesauswahlen über ein NLZ oder über die STP geht, das sind am Ende einfach Chancen für das Kind und Möglichkeiten, die man denen am Ende nicht verwehren sollte.