Damals sagte ich zu meinen Spielern, dass ich von nun an mit "Sie", "Trainer" oder "Herr X" angesprochen werden möchte. Ist ja ganz klar, dass das nicht von heute auf morgen klappt. Selbst nach 6 Wochen sprachen mich die Kinder noch mit meinem Vornamen und "Du" an - aber erstaunlicherweise war es so, dass die Kinder sich gegenseitig darauf aufmerksam gemacht haben, wie sie mich ansprechen sollen und sich korregierten... es wird wohl noch einige Monate dauern, bis das endlich bei jedem sitzt ;o) In unserem Verein wird übrigens jeder Trainer mit "Herr X" angesprochen und die Trainingsbeteiligung ist in allen Mannschaften hervorragend.
Ich hab da noch was vergessen: Es ist ja nicht so, dass ich generell gesiezt werden möchte, ich unterscheide da - undzwar hab ich zu meinen Jungs gesagt, dass es besser ist, wenn wir auf dem Sportplatz/im Verein beim "Sie" bleiben und dass es nicht böse gemeint ist. Ich habe offen gesagt, dass ich die Kinder alle mag, dass mir das Training großen Spaß bereitet und dass ich mit den Kids gern zusammen bin. Wenn ich jetzt aber in meiner Freizeit auf einen Bolzblatz gehe und mit sagen wir 9-jährigen Fußball spiele, dann lass ich mich mit "Du" und meinem Vornamen anreden.
Von "Sie" + Vorname halte ich übrigens nicht viel - bei Profimannschaften mag das von Mannschaft zu Mannschaft vielleicht angebracht sein. Dass funktioniert meines Erachtens nur, wenn die Spieler dem jeweiligen Trainer schon im vornherein reichlich Respekt entgegenbringen. Und bei Felix Magath ist das der Fall, er hat ja schließlich seinen Ruf als "Schleifer" weg ;o)
Gruß
Sven
Beiträge von everysingleday
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Natürlich ist es Aufgabe der Eltern, die Zeugnisse zu kontrollieren und zu unterzeichnen. Aber was spricht dagegen, wenn auch der Trainer des Jungen über die Noten bescheid weiß - nicht alle Eltern sind ehrlich genug, um auch schlechte Leistungen und Einträge ins Muttiheft ihrer Kinder einzugestehen. Ein Muttiheft ist übrigens ein Heft, in dem die Eltern über gutes und schlechtes Benehmen ihrer Kinder informiert werden - wenn also jemand ständig aus der Reihe tanzt, dann bekommt er einen Tadel ins Muttiheft geschrieben, bei manchen passiert sowas mind. ein Mal pro Woche. Solch einen Fall hatte ich bereits, mit dem Jungen (1999er) habe ich auch schon mehrmals gesprochen (ich muss dazu sagen, dass man solch schlechtes Verhalten in der Schule bei ihm nicht erwarten würde... der Junge scheint zwei Gesichter zu haben).
Zum Thema "Bambini 2000": ich gehe immer mit den 2000er mit, d.h. ich habe saisonweise mal die 1999er und mal die 2001er in der Mannschaft. In der Saison 2006/2007 bin ich Bambini-Trainer... meine Aussagen sind also Planungen für darauffolgende Saison.
Gruß
Sven -
Gerade aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, mir die Zeugnisse halbjährig von jedem einzelnen Spieler meiner Mannschaft vorlegen zu lassen - und das Muttiheft werde ich mir wohl auch von dem einen oder anderen anschauen wollen. Und sobald ich da mögliche Schwierigkeiten erkenne, werde ich zunächst mit dem Spieler persönlich sprechen und ihm klar machen, dass er damit der Mannschaft schadet und er sich bessern möge, anderenfalls werde ICH als Trainer ihm Trainings- und Wettspielverbot erteilen und nicht seine Eltern (natürlich nach Aussprache mit den Eltern) - so kann ich vermeiden, dass mir plötzlich ein oder zwei wichtige Spieler prompt durch deren Eltern entrissen werden und kann mich besser auf etwaige Fälle einstellen.
Gruß Sven -
Hallo Gerri,
die Sache "1 Woche Ordner" / "Helfer beim Trainingsauf und -abbau" stellt für meine Jungs keine Bestrafung dar, das machen die alle freiwillig und sind mir sogar böse, wenn sie mal nicht mitmachen dürfen. Das geht sogar so weit, dass sie selbst den Ballsack tragen wollen, der natürlich zu schwer ist.
Das "Sie" hatte ich wie erwähnt erst später eingeführt, ich hatte es erst mit "Du" und meinem Vornamen probiert - und eines kannst du mir glauben: von meiner Persönlichkeit her habe ich mich nicht geändert, das Problem lag wirklich darin, dass die Jungs mich eher als Vater, Bruder oder Freund gesehen haben und weniger als Trainer, auf den man hören muss... die Trainingsbeteiligung ist bei mir unverändert, die ist seit dem "Sie" keineswegs rückläufig... die Mischung machts wie so oft, im Vordergrund sollte jedoch meines Erachtens stehen, dass die Kinder erkennen, dass man ihr Trainer ("Fußballlehrer") ist. Dass dieser Trainer auch nett sein und einem zum Lachen bringen kann, sollte in der Prioritätsliste an zweiter Stelle stehen und nicht an erster.
These: "Respekt und Disziplin sind Notwendigkeiten in jedem Mannschaftssport und lassen sich durch Sie-zen des Trainers einfacher bewerkstelligen."
Aber das mit dem Singen eines Liedes vor der Mannschaft als Disziplinarmaßnahme finde ich hervorragend und werde es demnächst mal ausprobieren - dem einen oder anderen wird das sicherlich äußerst peinlich sein und er wird sich dann zweimal überlegen, ob er erneut unartig in Erscheinung treten möchte :o)
Gruß Sven -
Genau hier setzt die Frage "Du" versus "Sie" erneut an - aus eigener negativer Erfahrung kann ich sagen, dass man den Kindern keinesfalls das "Du" anbieten und sich nicht mit dem Vornamen ansprechen lassen sollte, denn dann hat man es arg schwierig, sobald man zwei Rabauken in der Truppe hat. Seit ich von meinen Kiddies verlange, dass sie mich mit "Trainer", "Sie" oder "Herr X" ansprechen, läuft es viel besser mit den zwei ungezogenen Kindern - und deshalb werde ich das auch so beibehalten und kann nur eine Empfehlung für das "Sie" aussprechen. Man sollte jetzt dennoch nicht denken, dass ich ein extrem strenger Trainer wäre, ich bringe auch mal zur Auflockerung etwas Humor ein, damit die Kinder sich wohlfühlen und keine Angst vor mir haben - außerdem vermittle ich jedem einzelnen das Gefühl, dass ich ihm weiterhelfen möchte, sofern derjenige dazu bereit ist. Ein persönliches Gespräch über Familie/Freunde/Kindergarten/Schule/Hobbys/etc. ist ebenfalls wichtig für ein gutes Trainer-/Spieler-Verhältnis - dafür sollte sich jeder Übungsleiter Zeit nehmen.
Aber leider reicht das meist nicht aus, um diese ungezogenen Bengel zu formen... wenns mir zu bunt wird, dann laufen die beiden Platzrunden - Platzrunden sehe ich im Kinderbereich als Bestrafung an; alternativ schließe ich die Störer auch mal für einige Minuten vom Training aus und stelle sie getrennt voneinander irgendwohin, damit sie über ihr Verhalten allein nachdenken können.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass man bei solchen Charakteren dennoch loben muss, wenn sie sich beim Training mal ausnahmsweise ordentlich verhalten oder im Spiel alles geben - ich denke, dass man gerade bei diesen Kindern das Loben nicht vernachlässigen darf, damit sie erkennen, was richtig und was falsch ist. Kinder sind schließlich noch in der Lern- und Austestphase.
Gruß
Sven -
Im Männerbereich finde ich Waldläufe/Ausdauerläufe gar nicht schlecht, da kann man sehr schnell große Fortschritte in der Grundlagenausdauer erzielen. Im Kinder- und Jugendbereich sollte man aber durchgängig mit Ball trainieren, und eine Grundlagenausdauer lässt sich sicherlich auch mit Ballübungen bewerkstelligen, aber es braucht mehr Zeit als bei Ausdauerläufen. Drum freu ich mich schon auf meinen nächsten Ausdauerlauf heute Abend (wohlgemerkt als Spieler einer Männermannschaft) - prost! ;o)
Gruß
Sven -
Hallo Uwe,
das ist natürlich ein schwieriges Thema, bei uns im Verein wurde bis vor kurzem in der E- und der F-Jugend nicht geduscht - jetzt ist es so, dass zumindest in der F das Duschen zur Pflicht wurde, wobei sich da einige Eltern querstellen und ich dies verstehen kann. Meiner Meinung nach sollte man das Duschen ab der D-Jugend zur Pflicht machen, und ich denke dass es auch nicht schwer ist dies dann durchzusetzen. Die Kinder der E-, F- und G-Jugend sollte man meines Erachtens nicht dazu zwingen, diejenigen die es freiwillig wollen sollten sicherlich die Möglichkeit eingeräumt bekommen, aber wie gesagt in diesen Alterklassen hat man noch die Eltern der Kinder im Nacken und sollte Streitigkeiten wegen Duschpflicht etc lieber aus dem Weg gehen und bei den Betroffenen darüber hinwegsehen.
Gruß
Sven -
Hallo.
Zwei mal Training pro Woche ist definitiv nicht zu viel für die Kleinen, ich würde mir sogar manchmal eine dritte Trainingseinheit wünschen. Die Kinder bewegen sich doch heute nicht mehr so ausgiebig wie es früher üblich war und der Schulsport wird auch von Jahr zu Jahr weniger, bei uns derzeit nur noch 1 Stunde pro Woche (!). In der Feizeit nach der Schule sitzen viele Kinder daheim vor der Playstation und gehen nicht raus an die frische Luft herumtoben - und eines kann ich dir aus Erfahrung sagen: mit der Zeit sieht man als Übungsleiter sehr genau, welche der Kinder oft toben gehen und welche es nicht tun, denn die besten Fußballer sind diejenigen Kinder, welche auch mal auf Bäume klettern
Dass du eine Co-Trainerin an deiner Seite hast ist natürlich hervorragend, da hast du es von Anfang einfacher. Manchmal bietet es sich je nach Gruppengröße noch an, ein Elternteil aktiv mit einzubinden, dann läuft das Training wirklich reibungslos.
Gruß
Sven -
Huhu!
Also die Pfeife brauchst du unbedingt, ich sprech da aus eigener Erfahrung, weil ohne Pfeife als Kommandosignal hören die Kinder nicht richtig.
Was ich dir auch sehr ans Herz legen möchte ist: Lass dich nicht mit "du" oder "Katja" ansprechen, bestehe auf "Sie", "Frau ..." bzw. "Trainer" - damit die Kinder dir den nötigen Respekt entgegenbringen.
Teile die große Gruppe in kleinere Gruppen ein und lass dir von ein, zwei Elternteilen bei der Durchführung helfen - das trainieren in kleinen Gruppen garantiert viele Ballkontakte und Wiederholungen und somit schnellere Lernfortschritte.
Bezüglich der Trainingsübungen: Ich lege da viel Wert, auf ein ordentliches Zusammenspiel - d.h. Kopf hoch, schauen, passen, anbieten. Meine Lieblingsübungen sind deshalb "Direktpassspiel im Viereck" und "Paarweises Kombinationsspiel in der Vorwärtsbewegung mit Torschuss"... diese beiden Übungen kann man dann ab der F-Jugend noch erweitern als 3:1 und 4:2, es bringt den Kindern jedenfalls eine ganze Menge, sie lernen dabei sehr viel!
Als Trainingsabschlussspiel empfehle ich dir "3 gegen 3" oder auch mal "2 gegen 2", das überfordert die Kinder nicht, jeder kommt mal an den Ball (sofern er es auch will) und das Zusammenspiel verbessert sich rasant. Es lässt sich dann auch besser erklären, wie die Kinder die Pässe am günstigsten spielen sollten.
Ein Vielzahl anderer Übungen findest du am ehesten in den Büchern, die in der Bücherliste auf soccerdrills.de verlinkt sind. Das Buch "1020 Übungen" ist das Standardbuch, welches jeder Übungsleiter in unserem Verein verwendet, das sei dir schon mal vorweg empfohlen.
Das wichtigste bei alledem: Koordinationstraining nicht vernachlässigen!
Wünsch dir viel Erfolg und Spaß mit den Kiddies.
Grüße
Sven -
Tagchen,
also ich vertrete die Meinung, dass man in den unteren Altersklassen (Kleinfeld bzw. F bis D) kein Torwarttraining anbieten muss - es reicht vollkommen aus, die Mannschaft ganzheitlich ausgiebig in der Koordination zu schulen, da müssen die Kids auch viel fangen und Geschick/Reaktionsschnelligkeit beweisen. Es muss sich schließlich auch erstmal ein geeigneter Torwart herauskristallisieren, meist merkt man, dass der ein oder andere sich doch besser als Feldspieler eignet, obwohl man es vorher nicht so erwartet hatte - in diesem Fall hätte man das Torwarttraining umsonst durchgeführt.
Ab der C-Jugend sollte man aber mehr Augenmerk auf das gezielte Torwarttraining legen, bestenfalls in Form eines ausgebildeten Torwarttrainers, der dann die C-, B- und A-Jugend-Torhüter betreut.
Grüße
Sven -
Hallo!
Wie schon gesagt wurde, sind eine Wand outdoor oder eine Bande/umgekippte Bank indoor ideale Trainingsmöglichkeiten für die Beidfüßigkeit - ich selbst habe meinen schwachen Fuß (auch links) dadurch erheblich verbessert, ich bin jetzt sogar in der Lage mit dem linken Fuß besser zu schießen als mit dem angeblich stärkeren rechten
Zudem benutz ich beim Training mit meinen Kiddies auch durchweg den schwachen linken und zeige den Kleinen somit, dass auch ich als Trainer gewillt bin mich dahingehend zu verbessern - das motiviert die Kinder auch selbst den schwächeren Fuß zu nutzen, undzwar ohne dass ich da was sagen muss, die machen das selbständig!
Im Mannschaftstraining (ich bin selbst auch Spieler) achte ich selbstverständlich darauf, dass ich beide Füße nehme - gerade beim Dribbling und beim Passen.
Aber letztlich braucht alles seine Zeit, innerhalb von 12 Monaten kann man jedoch einiges erreichen.
Grüße
Sven
