Beiträge von Linksfuss

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    Vielleicht sollten wir uns einfach darauf einigen, dass es überhaupt kein Reinrufen gibt.

    Das schlimme ist, darauf bräuchte man sich noch nicht mal einigen.

    laut Regelwerk der Fairplay-Liga (DFB Fairplayliga)


    2. Trainerregel

    Die Trainer*innen-Regel besagt, dass sich die Trainer*innen und Betreuer*innen in der sogenannten Coaching-Zone (Zehn Meter an der Mittellinie) aufhalten müssen. Die Trainer*innen agieren als Partner*innen im sportlichen Wettkampf, sie verstehen sich als Vorbilder und verhalten sich auch dementsprechend. Sie geben nur die nötigsten Anweisungen, wissen aber das die finale Einhaltung der Spielregeln ihnen obliegt. Bei den Trainer*innen soll dadurch ein Bewusstsein entstehen, dass gegenseitiges Kritisieren oder gar Beschimpfen insbesondere bei einem Kinderfußballspiel nichts zu suchen hat. So werden die jungen Spieler*innen vor Emotionen siegorientierter Ausbilder*innen geschützt. Dies soll später dazu beitragen, dass die Trainer*innen Schiedsrichter*innenentscheidungen nicht ständig kritisieren.


    Im FLVW gibt es zudem z.B. noch die FLVW-Trainer-/Betreuerregeln


    Es gibt Regeln, Verhaltenskodexe, Empfehlungen usw. Auch bereits für das 7 gegen 7 und zudem ist das ja auch spielformunabhängig.



    - das Fehlen von Autoritätspersonen (im Sinne eines Trainers, Schiedsrichters, Eltern)

    Das Hauptproblem das ich sehe ist, dass in den ganzen Konzepten und Vorgaben (auch schon vor der Reform!) keinerlei Autoritäten vorgesehen und implementiert waren, die aktiv um deren Einhaltung bemüht sind. Es fehlt auf ganz vielen Seiten am aktiven Durchsetzungswillen. Letztendlich sozialisiert sich die ganze 'Branche' Woche für Woche selbst. Irgendeinen Idioten gibt es immer, der die Messlatte noch ein Stückchen höher legt. So schaukelt es sich nach und nach hoch. Und das System vertraut ausschließlich darauf, dass sich nicht genug Leute anstecken lassen und stattdessen sogar diesen Mist mit sich machen lassen und in sich hineinfressen. Das ist das traurige.
    Ich würde sogar behaupten, dass das Thema 'alternative Spielformen' u.a. auch deshalb überhaupt aufgekommen ist (vollkommen unabhängig vom dfb oder der Verbände), weil einige Leute sich abseits des Spielbetriebs getroffen haben und sie einfach keinen Bock mehr auf den Spielbetrieb mit dem ganzen Mist hatten. Sie haben nach irgendwas mit 'mehr Fußball' und weniger Stress gesucht. Für sich und für ihre Kinder.

    Die Antworten der Spieler machen mich sprachlos und wenig hoffnungsvoll für die Zukunft.

    Was sind denn die Gründe? Sind es Dinge, denen man bereits im Jugendbereich entgegenwirken kann?
    Oder strukturelle/organisatorische Gründe wie z.B. Spieltage und Anstoßzeiten?

    Tja so macht jeder unterschiedliche Erfahrungen.
    Bei uns haben wir in der Regel von den 10-12 Spielern (Kadergröße) aus der E-Jugend mind. 90% am Ende auch in der U14/ U15.
    Klar kommen aber im Laufe der Zeit mehr dazu, da die Kadergröße auch ansteigt, zB U14 haben 16+2, U15 dann ja 20+2; ABER in der Regel bleiben, die die im Verein sind auch im Verein und gehen mit.
    Was wir nämlich merken, ist, dass die Spieler, die regelmäßig gutes TRaining bekommen auch sich immer gut entwickeln.

    Startet ihr als Leistungsverein denn erst in der E-Jugend oder habt ihr darunter auch schon Teams?

    Falls ihr da Teams habt: Wie viele sind das in den Minis und der F-Jugend pro Altersklasse? Wobei diese Angabe in Zukunft bestimmt schwieriger wird durch die neuen Spielformen. Ich denke immer noch in 7er-Teams, da ich es nicht anders kennengelernt habe damals.


    Fahrt ihr in den Altersklassen ab E-Jugend vom Niveau her zweigleisig? Bietet ihr den Spagat zwischen Leistungsfußball und Breitensportfußball innerhalb eures Vereins an? Vereine mit NLZ machen sowas ja meines Wissens nicht (das vermute ich zumindest, klärt mich gerne auf, wenn das anders ist). Habt ihr z.B. ein Leistungsteam C-Jugend in einer hohen Spielklasse und ein Breitensportteam auf Kreisebene?

    Coach1976 Manche Teams fangen mit Sicherheit FAST wieder bei Null an. Das liegt mit Sicherheit daran, was in den Jahren vorher alles so fußballerisch in den Trainings und den Spielen gelaufen ist und wie dort die Schwerpunkte gelegt wurden. Und was ja auch noch dazu kommt, ob ein Team stärker oder schwächer ist, diese Bewertung basiert ja häufig auf dem unmittelbaren Vergleich der Teams. Für stärker und schwächer gibt es ja keine objektive Bewertungsskala. Und wenn jetzt aus vielen Teams jeweils 1-2 weitentwickelte Kinder direkt zu 2-3 ambitionierten Teams desselben Fußballkreises wechseln, findet da ja schon eine gewaltige Verschiebung der Spielstärke statt und die Schere zwischen 2-3 starken Teams und den restlichen Teams geht noch weiter auseinander. Alleine schon deshalb, da den stärkeren Teams passende Gegner mit einer Spielstärke fehlen, die ihnen das Leben schwer machen können.

    Ein ganz anderer Aspekt, der für mich viel zu selten erwähnt wird, ist die Rolle des Vereins (bzw. natürlich der dort handelnden Personen) selbst. Wenn irgendwo Trainer in der D-Jugend oder C-Jugend nach ihrem Ausscheiden absolut verbrannte Erde hinterlassen, kann man das natürlich immer gut auf den Trainer schieben, auch die Vereinsverantwortlichen sind dafür zuständig so etwas zu verhindern. Aber da geht ein Diskussionszweig auf, der mit diesem Thread gar nichts mehr zu tun hat.


    Was man nicht vergessen darf ist, dass manche Kinder in dem Alter (10-11 Jahre) bereits ihr halbes Leben lang Fußball spielen. Sie sind schon im jüngsten Bambinialter angefangen. Andere Kinder des Teams sind vielleicht erst Ende der F-Jugend dazugestoßen. Oder in der E-Jugend. D.h. völlig unabhängig was wie im Training gemacht wird, gibt es im typischen Breitensportteam so schon große Unterschiede, die ja auch hier im Forum immer wieder zu Diskussionen und Fragen führen (Teams nach Stärke einteilen? Wohin mit absoluten Anfängern? Trainingsgruppen erstellen? Oder, oder, oder). Zudem spielen insbesondere die auffälligeren/stärkeren Kinder zusätzlich zum Training noch 1-2 mal auf dem Bolzplatz oder machen noch einen anderen Sport oder verbringen Zeit auf dem heimischen Trampolin mit Ball oder fahren regelmäßig mit dem Rad zur Schule oder oder ... Da ist mit Sicherheit jedes Kind anders. Wenn ich genau hinschaue, kann ich schon auch dort bei jedem einzelnen Kind in meinem Team Gründe erkennen, weshalb es (vermutlich) fußballerisch weiter ist als andere. Und das Talent im Bereich Spielintelligenz ist bestimmt auch nicht absolut gleichverteilt ;-).


    Mit Kindern, die schon so lange im Verein spielen und sich über so lange Zeit schon Dinge verfestigt und entwickelt haben, kann ich dann in der E-Jugend vielleicht schon Dinge machen, die ich mit anderen Kindern im gleichen Alter noch lange nicht machen kann. Das muss ja nicht heißen, dass ich die anderen Kinder als Trainer ignoriere, aber faktisch sind sie auch einfach bei gewissen Dingen noch nicht in der Lage das mitzugehen. Und das ist bestimmt ein interessanter Spagat, den man da als Trainer leisten muss. Verlassen diese weiterentwickelten Kinder dann in der D-Jugend / C-Jugend den Verein, entsteht da bestimmt erstmal eine Art Loch, wo sich die verbleibenden Kinder, aber auch Trainer neu orientieren müssen. Ich denke typische Ausbildungskonzepte (Bambini -> F-Jugend -> E-Jugend usw.) berücksichtigen diese Umstände überhaupt nicht und gehen von einer linearen Entwicklung aus. Nach dem Motto: XY brauchen wir in der C-Jugend nicht mehr trainieren, das haben sie ja schon in der F-Jugend gelernt. Haben sie aber halt nicht, da so einige von den C-Jugendlichen vielleicht erst in der E-Jugend begonnen haben.

    Ich glaube, dass es teilweise wenig abhängig von der Altersklasse, mehr vom Niveau und der Auffassungsgabe der Jungs und Mädchen abhängig ist, was man ab wann in welcher Tiefe trainieren kann/sollte.


    Das ist bestimmt ein guter und wichtiger Punkt. Deshalb denke ich mir auch immer, wenn Leute versuchen ein Gesamtkonzept (Was soll trainiert werden?) für den gesamten Jugendbereich aufzustellen, dass sowas im Breitensport nahezu unmöglich ist bzw. auch stark von der regionalen Vereinslandschaft und dem dort herrschenden Spielniveau abhängig ist.


    Bei uns in der Ecke muss ich sagen habe ich das Gefühl, dass die Teams die viele Kinder im Jungjahrgang E-Jugend hatten, die stärksten waren. Also, dass es da sage ich mal 10-12 Teams in der Spielzeit gab, wo jeder jeden hätte schlagen können. Jedes Team (auch vermeintliche Dorfteams) hatten 1-2 überdurchschnittlich gute Kinder dabei. Und dann noch ein paar, die kurz dahinter kamen.

    Jetzt in der D-Jugend muss ich sagen, dass es diese 10-12 Teams nicht mehr gibt. Die richtig starken Kinder sind ins NLZ und viele der guten sind von 2-3 anderen Vereinen angesprochen, deren Altjahrgangs-D-Jugend Bezirksliga spielt und somit eine gewisse Anziehungskraft haben.


    Worauf ich hinaus will: Ich befürchte, dass viele Vereine ab der D-Jugend vielleicht nicht wieder bei Null anfangen müssen, aber inhaltlich doch deutlich nochmal einen Schritt zurück machen müssen. Weil genau die Kinder, die vom Niveau und der Auffassungsgabe bereits in der E Jugend soweit waren und letztendlich auch die gesamte Qualität des Spiels der Mannschaft geprägt haben, ab der D-Jugend dann erstmal gar nicht mehr in den typischen Breitensportteams vertreten sind, da sie zu ambitionierteren Teams abgewandert sind.

    Mal so ein Gedanke zu eurem Vorhaben:

    Klar ist es grundsätzlich interessant, was es für Regularien gibt. Wenn ihr das aber von Null aufbaut und noch nicht wisst wie viele Mädchen ihr zusammen bekommt und wie auch dauerhaft die Resonanz ist UND es bei euch eh noch keine Strukturen hinsichtlich Mädchenfußball gibt, würde ich das echt erstmal unabhängig vom Saisonspielbetrieb angehen (und nur dafür sind die Regularien ja interessant). Meldet man dort ein Team, ist man automatisch drin in dieser Mühle, dass man die Spiele natürlich dann auch spielen muss, auch wenn sich ggf. wenig Mädchen an den Wochenenden zu den Spielen melden. Zudem spielt ihr im Saisonspielbetrieb vermutlich ausschließlich gegen reine Jungsteams. Auch das könnte demotivieren bzw. ist insbesondere zum Start auch kein brauchbarer Leistungsvergleich.

    Da würde ich vielleicht erstmal etwas freier und experimenteller denken. In den kleineren Spielformen wie 3 gegen 3 oder irgendwas mit 4 gegen 4 + Torhüterinnen. In der E und in der D wird sowas bei uns definitiv nicht angeboten. Vielleicht macht es sogar Sinn sowas erstmal in Form einer AG an der Grundschule anzubieten, um da auch mehr Expertise und Erfahrungen mit reinen Mädchenteams aufzubauen. Und wenn sowas gut ankommt, kann man ja auch mal Kontakt zu anderen Mädchenteams aufnehmen und sich zu Spieltreffs verabreden. Solche Sachen sind aber viel gezielter planbar und besser auf euch zugeschnitten, als der klassische Saisonspielbetrieb. Der kann natürlich längerfristig durchaus die Perspektive sein, nur kurzfristig würde ich volle Konzentration auf den Sport und die Begeisterung darauf legen. Und dafür braucht es meiner Meinung nach keine Mannschaftsmeldung im Spielbetrieb.

    Bei uns (FLVW bzw. WDFV) gibt es die Link: Durchführungsbestimmung Rückstufung Juniorinnen


    Durchführungsbestimmung „Einsatz von Juniorinnen in einer Juniorenmannschaft der nächstniedrigeren Altersklasse“

    Entsprechend § 4 (13) JSpO/WDFV können Juniorinnen auf Antrag in die nächst- niedrigere Altersklasse der Junioren eingesetzt werden. Mit dieser Durchführungs- bestimmung regelt der Jugendausschuss des WDFV Einzelheiten für die Umsetzung.


    Bedeutet recht simpel in deinem Beispiel mit E und D oben: Die D-Mädels dürften auf Antrag in einem E-Jugendteam mitspielen.

    Insbesondere, wenn es sich bei euch eigentlich ausschließlich um Anfängerinnen handelt, ist das zwar der formell aufwendigere Weg, sportlich aber bestimmt sinnvoller, als E-Mädels in die D-Jugend hochzuziehen.

    Bislang, auch in der D-Jugend, habe ich nicht zu viel Wert auf Taktik gelegt. Natürlich gab es immer Tipps für die Jungs

    Jetzt bin ich in der C-Jugend angekommen und wir sind deutlich unterlegen gegenüber anderen Teams. Was mir auffällt, ist, dass die jüngeren Spieler auch Probleme damit haben, wo ihre Bereiche sind.

    Nochmal 2-3 Gedanken zu deiner Situation:


    Wenn du jetzt in die C-Jugend gewechselt bist, wirst du denke ich auch wieder einen Sprung bei der Spieleranzahl und der Feldgröße gehabt haben. Ich habe mich mit dem Wechsel jetzt von der E in die D damit schwer getan. Ich selbst musste und muss immer noch einen Zugang zu den neuen Rahmenbedingungen finden. Und die Kinder auch. 2 Kinder mehr auf dem Platz. Abseits. Rückpassregel. Passdistanzen werden größer. Ein gutes Raumgefühl wird noch wichtiger. Kinder die immer irgendwo zwischen 2-3 Leuten stehen ohne jedoch effektiv den Raum zu besetzen bzw. andere Spieler in den Deckungsschatten zu stellen, hängen im Spiel plötzlich in der Luft, da sie auch nie so richtig Zugriff haben und dann fast nur dem Spiel hinterher laufen. Kann mir gut vorstellen, dass das bei dir jetzt beim Sprung von der D in die C ähnlich ist und sich Defizite im cleveren Spielverhalten noch stärker auswirken. Von daher gehören gewisse Rückschritte bzw. Unsicherheiten und Orientierungsfehler mit Sicherheit auch erstmal dazu.


    Ich denke in den Trainingsformen immer erstmal Offensiv und das Defensivverhalten läuft so mit. Da kann ich mit Sicherheit auch noch mehr rausholen. Der Gedanke der bei mir jedoch dahinter steckt: Ohne eine gute Offensive, kann ich in meinem Training schlecht die Defensive trainieren und z.B. ansatzweise auf die Herausforderungen in den Ligaspielen vorbereiten. Habe ich das Gefühl, dass die Offensive einen Schritt gemacht hat, versuche ich etwas gezielter die Defensive auf ein Niveau zu bringen, dass die Offensive wieder ins Schwitzen bringt. In der Hoffnung, dass sich das nach und nach so hoch schaukelt. Kannst natürlich nur du beurteilen, ob deine Offensive im Training deine Defensive ins Schwitzen bringt. Interessant wäre da ja schon, dass sie auch mal das Spiel verlagert oder dass du über die Rahmenbedingungen dafür sorgst, dass die Defensive auch zum Verschieben gezwungen bzw. die Offensive zum Verlagern animiert wird. Anstatt einem Jugendtor mit TW in der Mitte könnten da auch sehr weit außen stehende Minitore helfen das Spiel der Offensive breit zu ziehen.


    So banal das klingt: Wenn du das Gefühl hast, dass das im Training alles sehr zäh läuft und deine Offensive die Defensive im Training nicht so richtig herausfordert, bieten sich 3 oder 4 Trainingsspiele an. Die Herbstferien bieten sich dafür bestimmt gut an, an den Trainingstagen einfach zu spielen. Vielleicht sogar im 9 gegen 9 gegen D-Jugendteams (ginge vielleicht auch vereinsintern gegen eure D-Jugend, aber das kann auch zu einer heiklen Kiste werden. Gibt es glaube ich auch einen Thread drüber). Im 9 gegen 9 ist das Spiel nicht ganz so weitläufig, wodurch auch die Abwehr häufiger beschäftigt wird. Falls Kinder im Urlaub sind, kannst du trotzdem auch mit einem kleineren Kader spielen. Und vor allem im 9 gegen 9 bist du bei der Feldgröße als Trainer näher dran und kannst auch besser im Spiel verbale Hilfestellungen und vor allem auch Lob geben, wenn sie die Sache gut machen.

    Meiner Meinung nach funktioniert es nur, wenn man die Spitzenförderung verbreitert. Weg vom Wettkampf der Talente, die sich gegen andere Talente durchsetzen müssen, um ihren Platz im Selektionssystem zu bekommen hin zu einer möglichst breiten Förderung aller Talente, die Lust und Begabung haben Höchstleistungen im Fußball zu bringen, und Zeit in gutes Training und Spiele auf hohem Niveau zu investieren.

    Coach1976 Ich klaue dir mal deinen Gedanken, da ich ihn hier auch für mich ganz passend finde. Also wenn es mir hier um die jüngeren Kinder geht. Altersklasse E-Jugend und dann hin zur D-Jugend.


    Ich will nicht wieder (🙈 ) soweit ausholen, daher möglichst kurz.

    Einmal zur Selektion: Ich kann schon verstehen, dass selektiert wird. Das wird ja letztendlich überall. Die einen selektieren nach Fähigkeiten, die anderen nach Trainingsbeteiligung, die nächsten nach Alter (Jahrgangsmannschaften), usw. usw. Ganz ohne Selektion wird es also nie klappen, auch da es sich um einen Mannschaftssport handelt bei dem ja Spieler eines Teams zusammen etwas tun und Spaß haben wollen. Wie weit man die Selektion treibt (also die Anzahl der Außerwählten) und insbesondere bei den Selektionskriterien, gibt es natürlich viel Diskussionsbedarf und wird es wohl auch immer geben. Deshalb geht es mir darum jetzt gar nicht im Speziellen, da sie ja definitiv auch gute Seiten hat. Natürlich abhängig davon wie sie umgesetzt wird.


    Ich weiß nicht wie das in anderen Regionen oder sogar großen Ballungszentren läuft. Ziehe meine Meinung nur aus der Situation hier bei uns vor Ort.

    Für mich macht insbesondere in der E-Jugend die Doppelselektion mit gleichen Selektionskriterien keinen Sinn bzw. nach meinem Empfinden ist sie suboptimal. Also erst die Selektion für NLZ's (wer ist so gut, dass er ins NLZ kann) und dann anschließend aus den verbleibenden Kindern nochmal eine Selektion für die Kreisauswahl (und später dann für den Stützpunkt), nach gefühlt genau denselben Kriterien!


    Deshalb finde ich es Suboptimal: Nach meiner Beobachtung hat man in unserem Kreis/Einzugsgebiet eines NLZ's immer 8, 9 oder 10 Kinder haben, die ganz offensichtliche Raketen in ihrer Altersklasse sind (ob sie in einem anderen Kreis zu den Raketen gehören würden, steht natürlich wieder auf einem ganz anderen Blatt). Und danach wird es schon schnell deutlich, deutlich schwammiger. D.h. diese ganz typischen Kriterien (salopp gesagt "Wer ist eine Rakete?"), werden immer schwerer anzuwenden auf die Gruppe die danach kommt. Und das ist ja die Gruppe, aus der dann die Kreisauswahl rekrutiert. Was ich jedoch stark annehme ist, dass unter den 30, 40 oder 50? garantiert auch ein paar Spätzünder sind, deren Zeit etwas später noch kommen wird. Aber die in der zweiten Selektionsstufe (Kreisauswahl / Stützpunkt) ausfindig zu machen, finde ich eigentlich unmöglich und der ehrliche Versuch kostet unheimlich viel Zeit, da man die Kinder ja über einen längeren Zeitraum wirklich intensiv beobachten müsste.


    Deshalb würde ich mir bei uns im Kreis auf der Förderebene Kreisauswahl wirklich etwas anderes, breiter angelegtes wünschen. Irgendein Fördersystem, das nicht auf eine so enge Selektion setzt und wo der Fokus einfach auf vielen Spielen auf Augenhöhe liegt. Mit dem Ziel möglichst alle potentiellen Spätzünder am Ball zu behalten bzw. nicht bereits in so jungen Jahren abzuschreiben. Ganz wichtig: Das darf ruhig auf Verbands- und nicht auf Vereinsebene stattfinden. Also es dürfen gerne Kinder aus unterschiedlichen Vereinen zusammengezogen werden.

    Wie die 4er-Kette richtig verschiebt, wo die Spieler sich ungefähr aufgehalten usw.

    Einige Jungs machen es sich bzw. der Mannschaft schwer, weil sie ihre Positionen überhaupt nicht halten/verstehen.

    Ich habe mal folgendes gemacht, was bei uns in der E-Jugend erstaunlich gut funktioniert hat als Trainingsform.

    Ziel war für mich allerdings nicht das Einüben einer Verteidigungskette, sondern die Kinder dafür zu sensibilisieren, dass man als Mannschaft die Aufgaben verteilen kann und im Spiel auch teilweise flexibel-situativ Aufgaben und Räume eines anderen Spielers übernehmen kann. Zudem ging es mir um Kommunikation. Also sprechen untereinander. Laut sprechen oder sogar rufen. Das hilft ja enorm, wenn man sich in der Gruppe absprechen möchte.


    Kettenverhalten erfordert ja auch im Idealfall Kommunikation. Nur wenn die Kinder noch gar nicht wissen, was fachlich richtig ist, können sie darüber auch schlecht in einer Trainingsform kommunizieren. Die Spielform hier ist formal ja total simpel, das sollte von der Aufgabenstellung jedes Kind in der C-Jugend verstehen. Ich habe es in der E-Jugend gemacht.


    Zwei Teams spielen ein normales 4 gegen 4 auf Tore mit Torhütern. Einzige Spielvorgabe: Jedes Team muss zu jeder Zeit einen Spieler im roten Raum im Zentrum haben.


    Zum roten Raum: Er sollte passend dimensioniert sein. Nicht zu groß, sodass automatisch immer ein Kind drin steht, auch ohne Abstimmung. Er sollte auch nicht zu nah an den Toren sein, sodass ein Spieler nicht ausschließlich aus dem roten Raum das gesamte Spiel dominieren kann. Es soll sich um eine Art Durchgangsraum handeln!


    Ergänzende Variation:

    Du könntest eine Art Grundformation vorgeben. 2-1-1

    Nach 1 Minute oder vielleicht auch früher, könntest du dann reinrufen, dass rotiert werden soll. Und jedes Kind schiebt dann auf die Folgeposition. Das kannst du während einer Spielpause machen oder aber, was ich persönlich noch spannender finde, während des laufenden Spiels. Dann müssen sich die Kinder nämlich während der laufenden Aktionen umorganisieren. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Kinder das in ihrem Tempo und der Spielsituation angemessen tun. Nicht vorgeben, dass in 3 Sekunden jeder an der neuen Stelle stehen soll! Wenn ein Kind gerade eine Defensivaktion hat, soll es natürlich nicht die Aktion abbrechen und weiter rotieren. Das Kind, aber auch das gesamte Team sollte zeitnah weiter rotieren, dafür aber eine geeignete Spielphase abwarten. Und dann schnell kommunizieren. Das ist für die Kinder schon eine große Herausforderung, den richtigen Trigger im Spiel zu erkennen, wann durchrotiert werden kann. Das kann natürlich eine Einwurfsituation sein oder ein bewusster Rückpass zum TW oder eine Folgeaktion nach einem schnellen Konter, wo anschließend die Umorganisation stattfindet. Richtig genial ist es natürlich, wenn diese Umorganisation quasi spielerisch während einer kontrollierten Ballbesitzphase geschieht.


    Grund für die Rotation aus Kommunikationssicht: Letztendlich geht es bei der Spielvorgabe ja auch darum, sich in den Mitspieler hereinzudenken. Hat mein Mitspieler im roten Raum gerade eine Defensivaktion, kann er quasi nur mit dem Gegner aus dem Raum heraus mitgehen, wenn der Stürmer das Problem erkennt und für ihn den roten Raum besetzt. Durch die Rotation sind alle Kinder des Teams auch mal gefordert quasi "nach hinten zu denken" oder halt "nach vorne zu denken".


    U.a. mit solchen Dingen versuche ich Basics zu entwickeln und vermitteln.


    Kennt jemand gute Tipps/PDFs/Videos zum Thema Taktik, was für eine C-Jugend angemessen ist

    stefan1977 Entschuldigung, dass sich die Diskussion jetzt vermutlich doch sehr von deiner Ausgangsfrage entfernt hat.


    Ich finde dieses Video sehr informativ:

    Das Taktik-Seminar mit Ralph Gunesch & Tobias Escher | Bohndesliga Spezial


    Das ist nicht für die C-Jugend optimiert. Ich finde es interessant, da letztendlich die Gedanken hinter den Formationen erläutert werden. Und auch die Rollen erklärt werden, die Spieler in gewissen Formationen auszufüllen haben. Könnte mir vorstellen, dass das erstmal dein Bewusstsein für Positionen (Rollen und Aufgaben) schärft.


    Mal zu deinem Nachtrag, dass ihr eindeutig Breitensport und nicht Leistungssport seid.

    Kann mir vorstellen, dass der Unterschied in aller erster Linie im Grad der Perfektion auf dem Platz liegt. Brauchen, tut man das Taktikverständnis nach meinem Empfinden in beiden Welten. Ich denke man lässt auch im Breitensport viel Potential brach liegen, wenn man Taktik immer als etwas abtut, das eigentlich nur im Leistungssport Relevanz hat.

    Hey let1612 hier mal ein paar Anmerkungen zu deinem Posting:


    Die von mir skizzierte Übungsform sollte nicht dem Zweck dienen dafür zu trainieren, um die Situation besser zu lösen. Sie sollte lediglich die Spielszene runterbrechen auf die rein motorische Ausführung, die in der Szene von statten ging. Die skizzierte Übungsform könnte man im Training von mir aus 1000-mal durchlaufen lassen von den Spielern, den Effekt, dass die Spieler in einer sehr ähnlichen Situation in der Zukunft dann besser aus der Nummer raus kommen, würde ich persönlich davon jedoch nicht erhoffen! Weil ich finde, dass technisch gar keine nennenswerten Fehler passiert sind.


    Ob Rüdiger den Ball jetzt mit links oder rechts weiter spielt um ein paar Zehntelsekunden rauszuholen, macht in der Szene für mich den Kohl nicht fett, da er zuvor eh für sich die Entscheidung getroffen hat, dass die Aktion anscheinend keine Eile hat. Wenn es ihm wirklich um das schnelle Verlagern gegangen wäre, hätte er sich ja im Idealfall schon vor Kimmichs Pass orientieren können, wohin anschließend die Reise gehen soll. Kimmichs ganzer Bewegungsablauf deutete ja bereits an, dass er als nächstes den Ball bekommen wird. Das er sich vorher nicht orientiert hat, wird finde ich bei seiner Ballannahme deutlich. Die ist zwar technisch sauber, aber überhaupt nicht zweckmäßig, wenn sein Ziel gewesen wäre schnell weiter zu verlagern. Da ist ja Null Dynamik seiner Aktion, zudem prüft er auch noch kurzzeitig mögliche Passoptionen auf Brandt oder in die Spitze, wodurch noch mehr Zeit verloren geht und die Japaner zwischenzeitlich weiter rüber schieben können.


    Genau so gut könnte ich sagen, dass Kimmichs Pass an Rüdiger keine 'Message' hatte. Zumindest nicht die, dass schnell verlagert werden soll. Wäre das Kimmichs Ziel gewesen, hätte er ggf. viel explosiver andribbeln und dann auch deutlich früher einen Druckpass auf Rüdiger spielen können, möglichst so auf seinen linken Fuß (oder den Raum neben seinem linken Fuß), dass er die Option gehabt hätte auch nochmal direkt auf Gosens weiter zu verlagern. Wären sie wirklich aufeinander eingespielt, hätte Rüdiger sich ggf. noch nicht mal in Richtung Gosens vororientieren müssen. Die 'Message' die Kimmich durch die Passhärte und Richtung mitgegeben hätte, hätte Rüdiger dann direkt gesagt, dass links von ihm jemand anspielbar ist (in diesem Fall Gosens), weil Kimmich das vor seinem Pass schon antizipiert hat. Kimmich hat beim Dribbeln ja offensichtlich den Kopf oben und orientiert sich und blickt eindeutig auch in Richtung Gosens.


    Darum ging es mir in dieser ja eigentlich Allerweltsszene. Zumindest in dieser Spielsituation war nicht die mangelnde Technik das Problem, sondern in gewisser Hinsicht eine Verkettung von ungünstigen Entscheidungen!


    Für mich sind übrigens nicht nur Ballaktionen motorische Ausführungen. Auch Laufbewegungen ohne Ball. Meiner Meinung nach hätte Rüdiger bereits während sein Pass auf Gosens unterwegs war sehen können/müssen, dass Gosens gepresst wird und eine ungünstige Stellung und keine Anspielstationen zur Verfügung hat. Er hat sich ja vorher selbst orientiert und gesehen, dass Brandt nicht anspielbar ist und Kimmich die Mitte nicht besetzt. Spätestens da hätte er sich meiner Meinung nach besser schräg nach hinten in Richtung Gosens absetzen sollen, da der andere Japaner ihn ja quasi auch zugelaufen hat und Gosens die Rückpassoption auf Rüdiger genommen hat (sehr clever gemacht). Mal ganz davon ab, dass er den Pass auf Gosens erst gar nicht hätte spielen brauchen. Rüdiger selbst wurde ja gar nicht unmittelbar attackiert. Gosens stand ungünstig ausgerichtet und direkt im 1 gegen 1. Rechts von ihm Süle hätte mit Kimmich in unmittelbarer Nähe deutlich mehr Optionen gehabt und sie wären in der situativen Überzahl geblieben.


    Viel hätte hätte, ich weiß. Aber der tatsächlich entscheidende Punkt ist für mich: Kimmich hatte ursprünglich den Ball. Deutschland im kontrollierten Ballbesitz. Was war in dieser Spielphase die vom Trainer vorgegebene Spielidee? Welche Prinzipien sollten von den Spielern bei eigenem Ballbesitz beherzigt werden, um in gute Abschlusspositionen zu kommen? Nur wenn man das weiß, kann man meiner Meinung nach die Situation wirklich aufarbeiten. Sollten die oben von nero verlinkten Prinzipien wirklich die einzigen Ideen für den eigenen Ballbesitz gewesen sein, kann ich jedoch auch verstehen, dass viele Spieler auf dem Feld ideenlos wirkten.



    let1612 Bezüglich der Erweiterung der Übung: Dazu habe ich keine Idee. Mit so einer Übung würde ich jedenfalls nicht das Trainingsziel verfolgen, dass meine Kinder ähnliche Situationen zukünftig cleverer / spielintelligenter lösen.

    Da es gerade aus mehrfacher Hinsicht so gut passt (Überhaupt die Frage, wann mit Taktik anfangen? Taktik getrennt von Technik trainieren? Qualität der Nationalspieler?), hier mal eine Szene die für mich sehr gut zeigt, wie stark die Grenzen zwischen Technik (also in diesem Kontext die Fähigkeit eine Aktion motorisch auszuführen) und die Taktik miteinander verschwimmen.


    Videoszene Deutschland - Japan (ab Minute 5:54)


    Ich würde kühn behaupten, dass rein aus technischer Sicht (also die motorische Ausführung der Aktionen) die Situation ab Start mit Kimmichs Dribbling nicht zu einem Gegentor hätte führen muss. Sogar die Ballverarbeitung von Gosens finde ich aus technischer Hinsicht im Grunde nicht zu beanstanden, wenn ich sie mal aus der aktuellen Spielsituation rauslöse (s. angehängte Trainingsgrafik). Gosens stoppt den Ball nicht tot, spielt ihn sich mit einem Kontakt leicht vor und hat ihn passbereit vor dem Fuß liegen.


    Deshalb habe ich die Situation mal zur Veranschaulichung meiner Gedanken in eine Art klassische Übungsform übertragen. Wenn man sich die Gegner im Video wegdenkt, hat man ungefähr diesen Übungsaufbau und ich gehe mal davon aus, dass Gosens das Minitor getroffen hätte, hätten Kimmich, Rüdiger und Gosens ihre motorische Ausführung 100% identisch so in der Übungsform gemacht. Und niemand hätte dann gesagt, dass einer von denen technisch nicht in der Lage wäre in der Nationalmannschaft zu spielen oder dass der Übungsdurchlauf unsauber gespielt worden wäre.


    Wenn, ja wenn nicht gleich mehrere der motorischen Ausführungen in der Spielszene taktisch nicht so clever gewählt waren (vielleicht waren auch nicht alle motorischen Ausführungen genau so gedacht vom Spieler, die Videobilder lassen die Spieler nach ihrer Aktion jedoch eigentlich erstmal ganz zufrieden wirken ;)).


    Mir geht es hier nicht darum, warum in der Aktion nicht so clever (also taktisch ungünstig) gehandelt wurde (Unvermögen?, mangelnde Motivation?, Gleichgültigkeit?, Unaufmerksamkeit? usw. usw.) oder wie die Situation anders besser hätte aufgelöst werden können.

    Ich möchte sie wirklich einfach nur nutzen um mein Verständnis davon aufzuzeigen, wie stark eine gelungene Spielaktion letztendlich noch von anderen Dingen abhängig sein muss, als rein die Qualität der motorische Ausführung.


    Und das sagt mir einfach, dass es im Grunde genommen nie zu früh ist taktisch günstig zu handeln (auch schon bei den Bambinis oder der F-Jugend), man sich aber durchaus auch bewusst sein muss als Trainer, dass Kinder in dem Alter viele Dinge der Wahrnehmung einfach noch sehr deutlich schwerer als Erwachsenen fallen (kleineres Sichtfeld bei Kindern, deutlich niedrigerer Augpunkt, Konzentrationsfähigkeit u.ä.). Ich finde jedoch auch, dass der Begriff Taktik im Kinderalter schnell falsch gedeutet wird und damit in der Praxis dann oft Dinge gemeint sind, die die Kinder völlig überfordern und den Spieltrieb ungünstig einschränken. Und das wollen dann einige Trainer ihren Kindern noch nicht antuen, was ich verstehen kann. Ich würde daher eher davon sprechen, dass es darum geht bei den Kindern die Basics für cleveres Spielverhalten zu legen. Und das sind für mich eigentlich die ersten Schritte die oft mit Individualtaktik benannt werden. Distanzen zum Mit- und Gegenspieler, Positionierung zum Gegenspieler, aber auch Dinge wie das Tempo hoch halten, z.B. im Dribbling. Oder den Gegenspieler durch eigenes Stellungsspiel zu locken. Manches davon schon früher, manches später. Aber all diese Dinge sind für mein Verständnis irgendwann erforderlich, wenn 'echte Taktik' umgesetzt werden soll. Das gute ist jedoch auch, dass so manche Kinder sogar schon ganz von sich aus vielleicht nicht die cleverste, aber zumindest doch clevere Entscheidungen treffen.



    Haube Nimm doch mal Kontakt zu den anderen 9er Teams auf. Vielleicht gibt es da Trainer, die das in der letzten Saison schon mitgemacht haben und dir sagen können, wie das in eurem Fußballkreis in der Praxis gehandhabt wird.


    Wenn es mehrere Teams sind und viele/alle mit der Situation unglücklich sein sollten, sollte man das beim Fußballkreis ansprechen und eine Verbesserung herbeiführen. Und wenn es keine grundsätzliche Verbesserung geben sollte, sind vielleicht manche Teams ebenfalls sehr dankbar, nach Absprache auf einem kürzeren Feld zu spielen. Andererseits kann es ja auch sein, dass das Feld wirklich auch kleiner ist, es einfach nur schlecht / intransparent kommuniziert wird. Deshalb hör dich mal bei den anderen um, so würde ich es zumindest machen.

    Würde sie dann in eine sehr schwache Staffel melden damit der Frustfaktor in Grenzen bleibt.

    Ich finde Teams die eine ganze Altersklasse hochgezogen werden, weil sie in ihrer eigentlichen Altersklasse quasi konkurrenzlos stark sind, sollten in der höheren Altersklasse dann nicht "schwach" gemeldet werden (dürfen).
    Das ist unfair für die 'schwachen' Teams dort. Die können sich nun mal nicht weniger als schwach melden. Nicht selten bestehen diese Teams auch aus Kindern, die aufgrund ihrer Entwicklung eigentlich eine Altersklasse niedriger spielen müssten, es aber aufgrund ihres Alters nicht mehr dürfen. Oder es sind Anfängerkinder, die einmal pro Woche trainieren und das vielleicht auch einzige Ballzeit für die Kinder in der Woche ist (treten privat quasi nie an den Ball).

    Am Ende fasst man das zusammen und hat eine Spielform mit seinen Coachingpunkten.

    So gehe ich an solche Sachen auch ran. Und selbst wenn ich zeitlich oder kreativ nicht in der Lage bin mir eine Spielform auszudenken, so kann ich aus der Fülle an bekannteren Spielformen so auf jeden Fall gut vorsortieren oder auch gezielt nochmal Dinge zugunsten meiner Trainingsgedanken abändern.


    Du kannst dafür eine noch so simple Ballhalteform mit 5v5 nehmen

    Hier würde ich nachfragen wollen, wie du das gemeint hast. Ein reines 5v5 als 'Ballhalteform' (ich denke dadurch willst du ausdrücken, dass du das ohne Tore und offensichtliche Spielrichtung spielst), ist meiner Erfahrung nach durch das gleiche Zahlenverhältnis alles andere als simpel zu spielen (vom Regelwerk/Spielaufbau ist es natürlich simpel ;)). Außer die Teams sind so eingeteilt worden, dass eins qualitativ deutlich überlegen ist, dann wäre die Spielform aber nur für ein Team etwas einfacher zu spielen. Oder beinhaltet eine 'Ballhalteform' für dich automatisch auch neutrale Spieler, die der ballbesitzenden Mannschaft situativ ein Übergewicht verleihen?



    Da Doofenheinz seinen Post mit Kinderfußball gelabelt hat, würde ich sagen, dass ich bei Kindern z.B. ein 5v5 + 2 bis 3 Neutrale von der Konstellation her in UNSEREM Training für bereits zu viele Kinder halte. Ich würde da versuchen, mit weniger Kindern auszukommen, um mehr Spielintensität zu haben. Manche Kinder bewegen sich bei uns noch gar nicht unbedingt mit, wenn der Ball nicht in der Nähe ist, somit würde ich in unseren Trainings gar nicht auf 12 bis 13 geeignete Kinder für so eine Spielform kommen und eher versuchen sie mittels kleineren Spielformen fit zu machen, damit die 'größeren' Spielformen auch irgendwann sinnvoll möglich sind. Das aber nur als Hinweis, das kann/muss ja eh jeder an seine Situation anpassen und ich könnte mir durchaus z.B. auch E-Junioren-Teams vorstellen, mit denen man das machen könnte.

    Und um allen Beteiligten die Optionen aufzeigen zu können wollte ich mein Verständnis der Regeln gegen checken.

    Das ist mit Sicherheit auch der richtige Weg.


    Den Jungen in der E-Jugend zu belassen wirkt für mich nach den vorliegenden Infos als der komplizierteste Weg für alle Beteiligten, daher habe ich mich gefragt, aus welcher Motivation heraus jemand so einen Gedanken auf den Tisch bringt. Außer die Idee/der Wunsch kam vom Jungen selbst.