Gestern hatten wir wegen Schule/Krankheit/Termine nur acht Teilnehmer, sodaß ich mit ihnen in regelmäßigen Abständen in den "Wuselkreis" (= Anstoßkreis/9 Meter Radius) gehe:
- 4 gegen 4
- abwechselnd Direktpass/Fintieren (wenn Mitspieler nich direkt/indirekt anspielbar waren)
- bei 5 Stationspassagen = 1 Punkt und Wechsel des Ballbesitz
Resultat:
Auch ohne Tore haben die Kinder Lust, probieren verschiedene Sachen aus (Ball abschirmen, Doppelpässe, Finten/ Lauf+Passwege zustellen, 1:1-Situation) und verbessern unter hohem Druck ihre Handlungsschnelligkeit. Beispielsweise können die technisch guten (aber antrittsschwachen) Spieler mit besserer Übersicht Defizite kompensieren - sehr aufschlußreich und auch konditionell fordernd.
Das blinde Geholze hört auf ("einfach nur weg!"), das Pass-Timing, Präzision (An/Mitnahme) und Antizipation (sowohl Mitspieler/Verteidiger) verbessern sich. Mitspieler üben ihr "Spiel ohne Ball".
Zur Steuerung kann man stärkeren Spielern 3 oder 2 Maximalkontakte auferlegen, bzw. keine Doppelpassorgien.
Zur Zeit haben wir als junger D-Jahrgang enorme Probleme in der hiesigen obersten Kreisliga mitzuhalten, da die Gegner durchweg physisch, taktisch und technisch absolut überlegen sind. Im Herbst hatten wir die Qualistaffel dank unserer Technik und Schnelligkeit gut gemeistert, nun haben wir aber mit unserer bisherigen Spielphilosophie ("Hurrafußball" und Angriffe der Gegner irgendwie "ablaufen") unsere Meister gefunden: Nach drei Spieltagen 1:26 Tore.
...aber ich bin tierisch stolz auf meine Jungs und Mädel, die immer bis zur letzten Spielminute kämpfen und Moral beweisen. Sie verstehen, dass dies eine "Lernphase" für die nächste Saison ist.