Beiträge von let1612

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    Ich ärgere mich gerade, das auch die 13. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nicht eindeutig niedergeschrieben ist bzw. viele Fragen offen lässt.


    Z.B. §12 Sport: "In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 50 nicht überschritten wird, ist Sport jeder Art ohne Personenbegrenzung gestattet." Super! Jetzt kommt das aber: "Bei Sportveranstaltungen unter freiem Himmel ist die Anwesenheit von bis zu 500 Zuschauern einschließlich geimpfter und genesener Personen mit festen Sitzplätzen zulässig.

    In Gebäuden bestimmt sich die zulässige Höchstzuschauerzahl einschließlich geimpfter und genesener Personen nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Plätzen gewahrt wird."


    Warum muss es unter freiem Himmel Sitzplätze geben und in der Halle "nur" ein Abstand von 1,5m gewahrt bleiben? Was mache ich, wenn ein Sportplatz keine Sitzplätze hat? Aus meiner Sicht sind das die Mehrzahl der Sportplätze.


    In §9 Versammlungen steht:

    "die von der Versammlung ausgehenden Infektionsgefahren auch im Übrigen auf ein infektionsschutzrechtlich vertretbares Maß beschränkt bleiben; davon ist in der Regel auszugehen, wenn die Versammlung einschließlich geimpfter und genesener Personen nicht mehr als 200 Teilnehmer hat und ortsfest stattfindet."

    Melde ich mein Spiel als Versammlung an, dürfen dann 200 Zuschauer kommen? Stehplatz und 1,5m Abstand


    In §7 Öffentliche und private Veranstaltungen wären wir noch bei 100 Zuschauern: "in Landkreisen und kreisfreien Städten, die eine 7-Tage-Inzidenz von 50 nicht überschreiten, bis zu 50 Personen in geschlossenen Räumen und bis zu 100 Personen unter freiem Himmel"


    Quelle: verkuendung-bayern.de


    Und dann natürlich noch die Frage, ob Erziehungsberechtigte als Zuschauer gelten?

    Ich hatte bisher großes Verständnis, aber nach einem Jahr und dem 13. Versuch verliere ich den Glauben an die handelnden Personen.

    WolfgangL : ich hätte gerade auch keinen Bock auf Übungen - ich kann die Kids verstehen. Aus meiner Sicht kann es gerade nach den Lockerungen nur ein Motto geben: spielen, spielen, spielen (andere würden das sogar IMMER unterschreiben :))

    Die Deutschen trainieren mehr die Fitness:

    "The percentage of session time spent in fitness activity for the German teams ranged between 10% and 14% higher when compared to the English, Portuguese, and Spanish team."

    Die Engländer machen mehr Technikübungen:

    "The percentage of session time spent in technical practice for the English teams ranged between 11% and 16% greater compared to the German, Portuguese, and Spanish teams."

    Die Portugiesen und Spanier spielen mehr:

    "The percentages of session time spent in small-sided and conditioned games for the Portuguese and the Spanish elite youth teams were between 5% and 13% greater when compared to the English and the German team."

    Quelle: Decision-making practice during coaching sessions in elite youth football across European countries

    So ist es doch implizit vermittelt und die Sinnhaftigkeit aufgezeigt. Dafür brauchst Du ja auch keine Statistik.

    Ich habe den Kindern noch nie eine Statistik gezeigt - noch nicht einmal eine Tabelle (von G - E-Jugend aktuell). Ich handele einfach so im Training. Und in Spielformen machen die Kinder das dann automatisch oder weil meine Spielform so aufgebaut ist. Durch Corona und Abstand, nehmen seit letztem Jahr, aber die Übungsformen in meinem Training stark zu - und ja, es gab auch vorher welche.

    nein, du "klaust" ihm ggf. einen kompletten Handlungsstrang.

    Ich habe hier von Torschussübungen gesprochen - egal von wo er schießt, wird er keinen kompletten Handlungsstrang haben. Ich kann den zwar durch die Flanke oder die Zone 14 erweitern, aber es wird dennoch vieles fehlen (z.B. Gegner) - er wird allerdings besser als "ihr geht zur Mittellinie und ich lasse ihn prallen" Torschussübungen (was hier im Forum keiner macht, ich aber auf den Sportplätzen immer wieder erlebe).

    Eine sehr interessante Diskussion, die sich hier entwickelt hat.


    Hier mal 2 Aussagen vom Analytiker Roland Loy:

    "Ich würde versuchen, das, was messbar ist, einfließen zu lassen. Man weiß ja, welche Art von Freistößen eher zu Toren führt als andere, man weiß, dass halb hoch geschossene Elfmeter gerne gehalten werden. Das sind Kleinigkeiten, die aber Spiele entscheiden können."

    Quelle: sueddeutsche.de

    "Vor allem die, dass wir Licht­jahre davon ent­fernt sind zu ver­stehen, wie der Fuß­ball funk­tio­niert. Und es trennen uns sogar ganze Gala­xien davon zu wissen, wie Erfolg im Fuß­ball zustande kommt."

    Quelle: 11freunde.de


    Den Story Bias gibt es und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich ihm verfallen bin oder ob ich ihn nutze um mein Handeln zu erklären (genauso bin ich mir nicht sicher, ob z.B. spielerische Weiterentwicklung auf mein Training oder das Basketball-Training einiger Kinder oder einfach einer Weiterentwicklung der Kinder zurück zu führen ist).


    Goodie :

    Also meine konkrete Frage: wenn du den Kindern beibringst, was nach deiner Ansicht effizient ist, wie hältst du Kreativität im Spiel?

    Wenn ich dem Kind sage, dass es effizienter ist aus kürzerer Entfernung auf das Tor zu schießen, dann "klaue" ich ihm doch nur eine Variable der Kreativität. Das Kind kann z.B. noch entscheiden: Art des Torschuss (Spann, Innenseite, Volley, Außenseite, Hacke usw.), Ziel des Torschuss (rechts, links, oben, unten), Position des Torschusses (zentral, spitzer Winkel, rechts, links) u.a.

    Übrigens behaupte ich auch, dass das Kind weiß, dass die Wahrscheinlichkeit aus kurzer Entfernung ein Tor zu erzielen höher ist als von weiter weg (Beispiel: hin und wieder mache ich einen Wettkampf bei dem die Kinder auf das leere Tor schießen dürfen. Jeder sucht sich seinen Abstand aus. Gewinner ist derjenige, der das Tor mit dem weitesten Abstand trifft).

    Doch was beobachte ich häufig auf den Trainings- und v.a. Spielfeldern (Aufwärmen) - wie und wo werden dort Schussübungen durchgeführt? Beim Aufwärmen oftmals sogar mit dem Zusatz "ich möchte mir Sicherheit holen" und dann werden von 5 Schüssen außerhalb des 16er einer verwandelt und zwei weitere gehen noch auf das Tor (Kreativität im Abschluss gibt es da aus meiner Sicht sehr selten).


    Was mache ich mit Einzelgrafiken? Ich nutze sie, wie sie mir gerade reinpassen ;) - sie zeigen mir aber auch, wie vielfältig das Fußballspiel ist und das es nicht eine Lösung gibt. Und ja, ich nehme da auch Vergleiche, die nicht in allen Variablen übereinstimmen - meistens zum Vorteil für meine Spieler (Elternteil sagt z.B.: der ist zu offensiv für einen Abwehrspieler - Heatmap von Davies - Artikel dazu bei sky.de).

    Wie komplex das Thema der Daten, und deren Deutung, als solches ist, kann man erahnen wenn man Biermann liest. die Fußballmatrix, oder Matchplan: die neue Fußballmatrix als Nachfolgebuch, finde ich wirklich interessant und empfehlenswert.

    Welche Erkenntnisse und Schlüsse für deine eigene Arbeit nimmst du aus den Büchern heraus?

    Es nützt mir ja relativ wenig, wenn ich weiß, wo statistisch am meisten Tore fallen, wenn ich keine Torchancen erspiele.

    Ich sprach nur vom Torabschluss und nicht vom Chancen kreieren. Allerdings schreibt darauf

    So konnte ich die Torschussquote von 5 Schüsse/Tor auf 3 Schüsse/Tor reduzieren innerhalb von ein paar Wochen.

    Darauf bekommt er

    Das ist leider genau das Problem bei solchen Statistiken, das eine -höhere- Effizienz schon um Jugendbereich gesucht wird und darauf sogar hingearbeitet wird.

    Vielleicht haben sich die Jungs auch einfach nur verbessert und schieben den Ball jetzt im 16er mit der Innenseite in die Ecke anstatt ihn mit dem Spann über das Tor zu ballern oder sie bewegen sich besser zum Ball vor dem Torabschluss, weil sie eine besseres Raumverständnis sich erarbeitet haben (dein Stichwort: optimale Raumbesetzung - sofern ich es nicht völlig falsch verstehe, aber dann könnte man mir es erklären).


    Verbesserungen bzw. Ausbildung führt automatisch zu höherer Effizienz, weil sich die Spieler verbessern.


    Skriwer : Zone 14 ist auch ein schönes Beispiel. Danke.

    maverick944 : ich habe den Ansatz, dass ich in der Jugend Spieler ausbilde. Mein Ziel ist dabei, dass die Spieler mal Bundesliga spielen. Und dann schaue ich, auf was es da ankommt (auch wenn ich davon ausgehe, dass keiner meiner Spieler das erreichen wird).

    Und in Bezug auf deine D-Jugend Grafiken sind meine Schlüsse von den Profis (Torschusstraining sollte mehr im 16er stattfinden als außerhalb. Auch die Assists dürfen/sollen ruhig im 16er sein oder aus der Mitte des Spielfeldes kommen) aus meiner Sicht auch anwendbar.

    Trainer E : Die Tore von Roberto Carlos bei Real Madrid (gelb sind Freistöße) - aus dem Spiel heraus ca. 50% im 16er und 50% außerhalb. Die Vorlagen von David Beckham bei ManU - auch diese werden meistens im 16er verwertet. Bei den Assists sieht das anders aus, da gebe ich dir Recht.

    Und ja, das Datenthema ist ein sehr komplexes im Fußball, aber auch interessantes (sonst hätte Biermann wahrscheinlich auch nicht die Fußballmatrix geschrieben). Und ich denke schon, dass man Rückschlüsse daraus ziehen kann, was man öfters und was man weniger oft trainieren sollte oder wie die Felder im Training aussehen können (ein Spiel auf doppelten 16er mit seitlicher 16er Begrenzung raubt wahrscheinlich Sosa seine Stärken und Wiederholungszahlen im Training).