Beiträge von let1612

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    Ich bin ein Multisport-Fan - warum? Weil es aus meiner Sicht körperlich gesünder ist - und da meine ich nicht im Alter von 8-15 Jahren, sondern danach und v.a. ab 40 Jahren. Egal welche Sportart nur für sich betrieben, belastet die Muskeln und Sehnen einseitig. Und deshalb frage ich mich auch, warum man in der F- oder E-Jugend schon zwei- oder dreimal Fußball trainieren muss. Nehme ich eine Einheit weg und schon kann ich eine andere Sportart einmal ausführen.
    Ein Schweinsteiger und Neureuther waren lang in 2 Sportarten unterwegs - und hat es ihnen geschadet?
    Eine Spezialisierung benötige ich und ist wichtig für die späteren Top-Sportler, aber nicht für die breite Masse. Und die Top-Sportler verdienen dann ihr Geld damit. Das sind die, die ca. mit 14/15 Jahren (Turnen ausgenommen) in den Leistungszentren sind - somit brauche ich im Dorfverein in der B-Jugend nicht dreimal Fußball trainieren.


    Ja, ich habe nur Fußball gespielt und habe auch viele Freunde, denen es ähnlich geht. Die Profisportler, die ich kenne, haben zwar auch körperliche Einschränkungen, aber die haben damit wenigstens ihr Geld verdient (zumindest im Fußball). Die breit aufgestellten Sportler in meinem Umfeld sind hier weniger körperlich belastet (wissenschaftliche Untersuchungen kenne ich nicht. Ich gebe hier nur meine Wahrnehmung weiter.).

    @DenSen: Du bist der Trainer deines Sohnes, was spricht dagegen im Training andere Sportarten auszuprobieren?
    Halle: z.B. Basketball (zum Aufwärmen), Parcours (Koordination) evtl. mit Sprossenwand, Seilen und Kletterstange, Turnen (Spagat (Beweglichkeit), Rolle vorwärts (abrollen), Balken balancieren (Gleichgewicht)), Ringen bzw. Raufen (Körperkontakt) usw. mit einzubauen
    Feld: Weit-/Hochsprung (Sprungkraft), 50/75 m Lauf (Sprint); Aerobic/Tanzen (Rhythmus-Fähigkeit) usw. mit einzubauen


    Was machen seinen Eltern für Sportarten?
    Was machen die Geschwister für Sportarten?
    Was machen seine Freunde für Sportarten?

    Ich finde die Vorgehensweise von @DenSen auch den Gegnern gegenüber fair - ich habe nämlich nicht nur eine Verantwortung für meine Mannschaft, sondern auch für den Fußballsport. Und wenn er weiß, dass das Turnier stärker besetzt ist, darf er aus meiner Sicht auch die Stärkeren mitnehmen. Ob das die Versagensängste auslöst, unterstützt oder vermindert - keine Ahnung (kommt wahrscheinlich auf die beteiligten Kinder an).

    Zitat von Skriwer

    Manndeckung heißt das ich meinen direkten Gegenspieler unabhängig von jeglichen anderen Faktoren verfolge und dicht dran Bleibe, wenn nötig über den ganzen Platz. Es erfordert weder Kommunikation noch Spielverständnis und das sind elementare Dinge die Kinder lernen müssen um später erfolgreich Fußball zu spielen.

    Ich bin kein Fan von Manndeckung, aber diese Aussage ist für mich falsch. Es gibt wohl Faktoren (z.B. Ballbesitz) bei denen ich den Mann verlassen kann - bei Raumdeckung bleibe ich ja auch nicht immer in meinem Raum. Und Spielverständnis ist auch gefordert (z.B. wie bewege ich mich und in welcher Situation um vor meinem Gegenspieler am Ball zu sein - und da kann ich ganz weit weg von ihm sein (und trotzdem für ihn verantwortlich)).


    Heute habe ich eine F-Jugend (2008er) trainiert, die von ihren Trainern immer in Räume (die gehen auf ihre Position bzw. beschützen das Tor) eingeteilt werden - ich glaube, die auf ballorientiertes Verteidigen umzustellen ist schwieriger als die Manndecker (die wollen immerhin den Ball von ihrem Gegenspieler ;) )


    Nochmals ich bin kein Fan von Manndeckung, weil auf dem Klo wird kein Fußball gespielt :) - aber sie hat auch ihre Berechtigung, wie @TW-Trainer bereits betonte.

    Warum lernt man als Manndecker nichts? Im Training soll man viel 1 gegen 1 spielen und im Spiel dann nicht? Im unteren Bereich kann ich doch das Spiel als Training nutzen oder? Übrigens stelle ich mir nicht die Frage, was es mir als Trainer bringt, sondern immer nur was es den Kindern bringt und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Erfahrung der Manndeckung mir sehr viel gelehrt hat.

    Warum wird an anderer Stelle hier über Konzepte diskutiert? Steht da dann drin, wir machen das was die Eltern wollen? Oder steht da drin, jeder kann zu jeder Zeit beim Training egal welcher Jugend auch teilnehmen?
    Bei mir würde das Kind nicht mit trainieren, wenn ich das nicht will - und da finde ich Gründe als Trainer. Bei Brüdern/Schwestern muss man sich überlegen, wie viele Brüder/Schwestern man im Team hat - das ist bei mir mal eine Ausnahme für ein Training, nicht aber auf Dauer. Falscher Jahrgang geht aus meiner Sicht gar nicht, wenn der Verein nicht leistungsorientiert ist - wie begründe ich sonst anderen gegenüber, dass sie nicht mit machen dürfen?
    Ein "Nein" mit Begründung verhindert viele Gerüchte und Neid - und gibt eine klare Linie. Und wenn das Kind in einem anderen Verein glücklich wird, ist es für mich auch in Ordnung.


    Warum müssen Kinder und Eltern heute immer alles sofort bekommen? Ich finde das v.a. im Sport ein falsches Zeichen - egal ob Freizeit- oder Leistungssport.

    @hoeness2: Mir kommt das so vor, dass hier gedacht wird, dass man einen Eimer voll Wasser mit einem Loch hat. Man muss nur oben genug Wasser hinzufügen (G-Jugendspieler), dass man am Ende noch Wasser (für die A-Jugend) hat. Dabei vergisst man zum einen, was das ausgelaufene Wasser für folgen haben kann (z.B. Überschwemmung bis hin zum Eimer umkippen - Jugendabteilung wird immer weniger bis sie nicht mehr existiert), dass durch den stetigen Auslauf das Loch größer wird (mehr Kinder aufhören) und das ggf. zu schnell Wasser nachgefüllt wird, dass der Eimer überläuft (Kapazitäten in der G-Jugend sind nicht vorhanden). Ich persönlich würde mich um das Loch kümmern. Kann nichts mehr auslaufen, muss ich nur schauen, dass das Wasser welches verdunstet nachgefüllt wird (1-2 Kinder gehen - 1-2 neue kommen). Übertragen auf das Konzept brauche ich in den Drop out Jahren ein tragfähiges Konzept und nicht davor.


    Hier mal ein paar Ideen (die Jugendlichen haben bestimmt bessere Ideen, wenn man sie fragt):
    - warum muss die A-Jugend im Spielbetrieb teilnehmen? mit einer G-Jugend muss ich auch nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Ich mache Freundschaftsspiele gegen andere Mannschaften, Jugendhäuser, Azubi-Firmenmannschaften o.ä. - da kann ich mich sogar darauf einigen nur 9 gegen 9 zu spielen
    - ich trainiere Samstags vor dem "Feiern" oder ich trainiere nur einmal die Woche
    - ich gestalte Events - z.B. mit der Volleyballabteilung gibt es ein Mixed-Fußball- und dann Mixed-Volleyballspiel
    - ich besuche die Veranstaltungen der anderen Abteilungen (da bilden sich Freundschaften und irgendwann wird es cool dort hinzugehen)
    - anstatt auf dem Feld melde ich eine Futsalmannschaft
    - ich binde die Jugendlichen in die Jugendarbeit ein -> und zwar nicht als Hilfskraft sondern als vollwertiges Mitglied!


    Das akzeptiere ich dann auch als Vereinskonzept und nicht so ein "weichgespültes" Ausbildungskonzept, dass sich die Vereine aus dem Internet herunterladen, Nuancen anpassen und dann meinen alles wird besser - da bleibt nämlich alles gleich, weil ja alle das gleiche haben/machen.

    @hoeness2: was steht im Konzept, um den Drop out zu verhindern? Wir brauchen 40 Kinder in der G-Jugend? Und was mache ich, wenn ich sie nicht habe?


    @alle: die Satzung wird schon nicht gelesen, warum soll dann ein Konzept gelesen werden? Wir haben in unserem Verein 2-3 Leitsätze - und die werden schon nicht eingehalten (egal ob vom Vorstand, Jugendleiter oder den Trainern) - warum nun ein Konzept erstellen?
    Beispiele aus unserem Verein: Schnuppertraining für Fußball und Tennis findet zur selben Zeit statt - Trainingszeiten werden nicht miteinander abgestimmt - jeder will die Kinder komplett für sich (wegen der Wettkämpfe)


    Trainingsinhalte gibt der DFB doch schon vor. Soll ich die nochmals als Konzept abschreiben?


    Vielleicht ist das heute anders, aber früher wurde das Konzept im Jugendbereich bei Bundesligisten oft angepasst, wenn es einen Trainerwechsel bei der 1. Mannschaft gab (von oben nach unten - ok, unten wurde meistens nicht mehr viel geändert :) )


    Das Thema wurde hier ja schon mal diskutiert: Nachwuchskonzept - meine Eltern und Kinder erfreuen sich an meinem Training und ich wurde noch nie auf ein Ausbildungskonzept angesprochen (auf meine Trainingsinhalte aber min. 1x monatlich).

    War das schon immer so? Oder verschiebt sich das seit einiger Zeit?
    Wie schon erwähnt hat man zu meiner Zeit noch mit E11 auf 2x5m Tore von 16er zu 16er gespielt und ab der D-Jugend mit 11 Spielern auf die großen Tore. Aufgehört wurde aus meiner Sicht in der B-/A-Jugend (u.a. auch wegen Sonntagmorgens Spielen und dem obigen Punkt 2). Heute verschiebt sich das in Richtung C-Jugend. Wahrscheinlich weil die Jugendlichen früher weiter entwickelt sind als wir früher und vielleicht auch, weil sie früher mit dem Fußball anfangen (2 Jahre G + 2 F+ 2 E+ 2 D sind schon 8 Jahre Fußball bis zur C-Jugend) - ganz zu schweigen von den vielfältigen Alternativen.

    @addi73: Ich hatte genau den Fall. Ich hatte 8x 2010er, 3x 2011er und 2x 2012er vor den Sommerferien. Dann rufen mich 2-3 Eltern vor dem 1. Training an, ob ihre Kinder kommen können - ich sage ja und rechne mit 15-16 Kinder. Am 1. Training stehen über 20 da. Dem Vorstand teilte ich bei Übernahme des Traineramtes mit, dass ich mich um die 2010er kümmere. Ich habe einen Co-Trainer, der es aber nicht alleine machen wollte und nur als Vater mir zu Liebe eingesprungen ist. Die Kinder dürfen bei uns 2-3 Probetrainings machen - sind also noch keine Vereinsmitglieder. ich teilte dem Vorstand und Jugendleiter mit, dass wir einen weiteren Trainer brauchen. Das zog sich hin - und ja, ich sagte ihnen auch, wenn zum Zeitpunkt X kein Trainer da ist, trainiere ich nur die 2010er und schicke die 2011/12er nach Hause oder lasse sie am Rand zuschauen. Natürlich unterstützte ich den Vorstand und Jugendleiter bei der Suche und zu aller Glück erklärte sich der Co-Trainer bereit das Amt mit einem A-Jugendspieler (den besorgte der Jugendleiter) auszuüben.


    Wie ich auf dem Großfeld spielen möchte? Eine Jugend besteht aus 2 Jahrgängen und wenn der andere Jahrgang auch 10 Spieler hat, habe ich 20 Spieler für ein Team :) . Meine Tochter ist in der F-Jugend und die haben 20 Spieler. Mit 10 aus dem anderen Jahrgang stellt sich dann die Frage 1 oder 2 Mannschaften - und ob das so gut ist, stellt sich dann auch erst heraus.


    Ich habe noch ab der E-Jugend mit 11 Spielern gespielt. Heute gibt es D9 - und Herr van Basten denkt über 9 Spieler nach - Sorry, da mache ich mir heute (6 Jahre zuvor (2xF+2xE+2xD) noch keinen Kopf).

    @totog: ich habe nichts gegen ein Ausbildungskonzept, wenn es ein Vereinskonzept ist und kein Abteilungskonzept - zumindest im Grundlagen- und Aufbaubereich. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt, es nicht nur niedergeschrieben und wenigen bekannt ist, sondern gelebt wird (und da ist oftmals weniger mehr) und alle dahinter stehen können und es auch tun. Und warum soll ich dann Ausnahmen machen? Dann widersprechen sich vielleicht Punkte in meinem Konzept oder das was drin steht ist nicht wichtig -> dann kann ich es aber auch sein lassen (da gibt mir wahrscheinlich @Andre Recht :) )


    In der Satzung des FC Bayern München steht:
    "§ 2 Zweck und Aufgaben
    1.Der Club verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Zweck und Aufgabe des Clubs ist die Förderung des Sports. Der Club ist frei von politischen, rassischen und konfessionellen Bindungen.
    2.Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Durchführung sportlicher Übungen, Schulungen und Leistungen und die Errichtung von Sportanlagen; daneben ist die körperliche und charakterliche Bildung der jugendlichen Mitglieder ein besonderes Anliegen (hervorgehoben durch mich). Der Verein kann außer für den Fußballsport auch in anderen Sportarten Abteilungen unterhalten.
    3.Der Club ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke."


    Muss ich das hervorgehobene dann nochmals in einem Jugendkonzept konkretisieren? - Mit Punkten wie wir geben jedem die Hand, spucken nicht auf den Boden, spielen fair usw.


    Das erinnert mich an die Leitbilder in Unternehmen. Wie viele Punkte könnt ihr vom Leitbild ohne Nachzuschauen aufzählen? Oftmals wissen die Mitarbeiter gar nicht, dass es eines gibt.


    @TW-Trainer: der Fließbandarbeiter hat aber direkte Auswirkungen auf den Schlipsträger (z.B. Rückrufe in der Automobilindustrie). Wenn der Schlipsträger allerdings von Drohnen und selbstfahrenden Autos spricht, wird es den 50 jährigen Fließbandmitarbeiter nicht mehr so sehr interessieren, weil er nicht davon betroffen ist - und der 20 jährige bekommt evtl. Zukunftsängste. Der Zeithorizont ist aus meiner Sicht schon sehr entscheidend.


    Und zum Ansehen: ich genieße hohes Ansehen, weil ich in unserem Verein die höchste Lizenz habe :) - und ja, ich bin auch der, der auf Verstöße gegen die eigenen Ansprüche hinweist (z.B. jeder spielt die gleiche Zeit, es geht nicht nach Leistung, wir spielen im Jahrgang zusammen usw.)

    aber an deinem Vorschlag, nicht den Erhalt des Vereins, sondern das Image des Vorstands als einziges und kurzfristiges Ziel auszugeben, sich schnell viel Geld vom Sponsor zu holen, der dafür Leistungen sehen will, sind schon viele Vereine kaputt gegangen.

    Das habe ich nicht geschrieben und meinte ich auch nicht mit dem kurzen Satz. Und ein Verein wird meistens nicht kurzfristig gegründet, sondern für längere Zeit.


    Ich habe sogar geschrieben, dass mir die 1. Mannschaft egal ist als G-Jugend Trainer.


    Ein Beispiel:
    Wenn im Konzept steht, in unserem Verein darf jeder aktives Mitglied werden und mitspielen, dann trage ich das auch mit, allerdings nicht wenn es zu meinen Lasten geht und ich dann 24 Kinder im Training habe. Da sage ich dann klipp und klar, sucht einen weiteren Trainer oder ich schicke die Kinder nach Hause oder sucht euch einen neuen Trainer, der es mit 24 Kindern anbietet. Ich bin mit 10 Kindern in der G-Jugend zufrieden - da mache ich keine Werbung im Kindergarten oder sonst wo und denke schon daran, was wird in 5-7 Jahren sein (bekommen wir da noch eine D- oder C-Jugendmannschaft zusammen).

    Mal ganz provokant gefragt, ist das Konzept nicht der Verein und hier im besonderen der Sportverein?


    Welcher Zeithorizont ist heute in Vereinen noch realistisch? Unternehmen gehen immer mehr weg von langfristigen Plänen und im Verein plane ich in 10 Jahren mit der A-Jugend Verbandsliga zu spielen?


    Warum muss das Ziel immer so weit weg liegen? Welche Ziele verfolgt ihr als Trainer (als ein Teil des Vereins bzw. Konzepts)? Ich muss sagen, da ist mir die 1. Mannschaft Fußball gerade in den G-Junioren egal. Ich möchte meinen Spieler gerade Spaß am Sport und Fußball vermitteln und ihnen Werte mitgeben, wie Fair play, Demut, Dankbarkeit, Sozialkompetenz, Spaß, sich ausprobieren, Wettbewerb, fußballspezifische Kenntnisse und Grundlagen für viele Sportarten (z.B. Koordination, Technik, Kondition). Wenn daraus ein Spieler für ambitionierte Vereine, ein Talent für andere Sportarten außerhalb des Vereins, ein Sportstudent in einer anderen Stadt usw. daraus werden, die in Jahren noch positiv und glücklich über diese Zeit sind und reden, dann ist das für mich ein Erfolg, auch wenn da kein Spieler dann in der 1. Mannschaft mehr spielt.


    Warum sind wir immer in der Zukunft? Die Gegenwart ist JETZT!


    Wo sind die Beckenbauer, Netzer und Müller heute? Wo die Effenberg, Basler und Augenthaler? Brauchen wir in 10-15 Jahren noch die Lahm, Schweinsteiger und Robben?