Charles De Goal ich bin von vielen Kommentaren in sozialen Medien einfach gefrustet. Sie haben recht, hier im Forum sind die Kritiken sachlich. Beim ersten Lesen waren meine Gedanken einfach, selbst hier dieselbe Ablehnung statt Anerkennung.
Und ja, wenn man sich hauptsächlich mit Juniorinnen und Frauenfußball beschäftigt ist, sieht man viele Sachen einfach anders.
Ich sehe, dass unsere Mädels genauso Kämpfen und Trainieren wie die Junioren. Und immer hinten anstehen. Was man als Fotograf allerdings (wird oft nicht beachtet) alles am Spielfeldrand hört, ist einfach zum Kotzen. Auch von Trainern. Wenn dieselben Personen einem gegenüber stehen, erzählen sie etwas von Respekt und Chancengleichheit. Davon war mein Beitrag sicher beeinflusst.
Sorry, wenn ich jemand falsch interpretiert habe.
Glaube ich alles gerne und nehme ich auch in verschiedenen Bereichen so wahr. Aber hier ausdrücklich nicht, in diesem Forum sind 99% der User in der Lage, solche Diskussionen sachlich, rational und objektiv zu führen und dafür schätze ich das Forum sehr, selbst in Grundsatzdiskussionen oder bei verhärteten Fronten. Da finde ich es nicht in Ordnung, solche Unterstellungen zu schreiben.
Ich werde mir heute Abend ebenfalls das Finale anschauen und der Frauen-EM eine weitere Chance geben. Nach langem Überlegen bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen, dass es natürlich auch so ist, dass Spitzensport die breite Masse mehr interessiert: Die Frauen-EM wird mit Sicherheit auch mehr geschaut als der Africa-Cup der Frauen. Formel 1 wird mehr geschaut als Formel 3. Tour de France schauen mehr als Tour de Suisse. Wimbledon der Damen schauen mehr als die Hamburg Open der Herren. Müsste man da dann nicht auch etwas anpassen oder mehr Respekt für den "kleineren" Wettbewerb zeigen?
Und wer soll das bezahlen, wenn das nötige Geld dafür einfach nicht in dem Bereich eingespielt wird? Wenn der Herrenfußball Geld einspielt und der Ertrag der Damen angehoben werden soll, ist das z.B. für den FC Bayern München oder den VfL Wolfsburg mit Sicherheit kein Problem. Was ist mit einem Verein, der eine Damenmannschaft im Profibereich hat und diese Gehälter zahlen soll, aber nicht die finanziellen Voraussetzungen hat, weil er vielleicht keine Herrenmannschaft im Profibereich hat, der das Geld einspielt?
Ich habe oben in Beitrag #23 mal die Vergleichszahlen zur Frauen-WM 2011 abgetippt: auf dem Papier ist das Interesse heute geringer als damals, wie soll dieses Geld also eingespielt werden? Sollen Formel 3-Fahrer das gleiche bekommen, wie Formel 1-Fahrer? Woher soll das Geld kommen, wenn es nicht in der Formel 3 selbst verdient wird? Das funktioniert einfach nicht und ich finde es auch nicht fair, irgendwelche Töpfe aufzumachen, damit da etwas angeglichen wird, während anderes eben nicht angeglichen wird.
Es mag unfair sein, dass der Herrenfußball im Vergleich viele Jahrzehnte Vorsprung vor den Damen hat. Aber das ändert nichts an dem Tempo, der den Herrenfußball eben zum Spitzenfußball macht. Ich bin mir sehr sicher, dass der Damenfußball auch in 20 Jahren nicht so schnell ist, wie der aktuelle Herrenfußball. Manche finden das okay, manche eben nicht. Jeder hat da seine Ansicht, die breite Masse sieht aber deshalb offenbar den Damenfußball eher hinter dem Herrenfußball.
Das ist überhaupt nicht abwertend gemeint, aber man muss da meiner Meinung auch das große Ganze sehen.