Beiträge von Charles De Goal

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    Ja, das sind 5 von 17 Trainern der höchsten U19-Spielklasse im Süden Deutschlands, die würde ich dann zum obersten Prozent der Jugend-Leistungsklassen zählen.


    Potenzielle Nationalspieler oder spätere Profis treiben sich wahrscheinlich in A- bis C-Jugend von Bundesliga bis wahrscheinlich Verbandsliga, das sind allein schon 21 Verbände, drei Altersklassen, jeweils 12-14 Teams und somit fast 80 Ligen bzw. über 1000 Teams und über 1000 Trainer. Dafür ist die Quote der U19-Bundesliga Süd/Südwest und somit höchsten Spielklasse des ältesten Jugendbereichs nicht stellvertretend.


    Wörns sagt übrigens nicht ausschließlich, dass es beim Alter um die Erfahrung als Spieler geht:

    Zitat von Wörns

    "Aber wenn du mit 19, 20 Jahren Trainer wirst und deine eigene Persönlichkeit noch nicht so entwickelt hast, kaum älter als die Spieler bist, ist es schwierig.

    Sicherlich hat man - wenn man es als Trainer in die U19-BL geschafft hat - ziemlich viel auf dem Kasten. Nagelsmann hat seine Trainerkarriere auch mit 21 begonnen und ist erfolgreich, obwohl er nicht bis 30 gekickt hat. Aber diese Trainer sind doch nicht die Regel, sondern wie gesagt eher die Ausnahme und maximal 1% aller betrachteten Trainer (also jung angefangen und weit gekommen).

    Aber die Persönlichkeit wird eben in den Jahren weitergeprägt und jeder nimmt Erfahrungen mit von seinem eigenen Trainer, wenn er noch Spieler ist. Ich bin glücklich über unterschiedliche Trainer, Mitspieler und Vereine, von denen ich lernen konnte wie man Dinge angehen kann oder eben nicht angehen sollte. Die meisten dieser Erfahrungen habe ich aber in meinen 20ern gesammelt.

    Und schon wieder ein Abgang. In meiner 2011er Mannschaft. Jedes Jahr verliere ich einen der Top3 Spieler aus meiner Mannschaft. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt: vom einstigen Kellerkind ins obere Mittelfeld. Kaum zeigen sich bei den Spieler erste Erfolge, dann geht es zum Ligaprimus.

    Wer kennt es nicht... Wenn dann das erste mal einer weggeht und ein anderer vom gleichen Verein wieder zurückkommt, kann man den Spielern wenigstens begreiflich machen, was da läuft und wie toll man sich dort entwickeln kann.

    Finde die Argumentation nicht wirklich überzeugend, wenn ich ehrlich bin. Natürlich ist es ein Vorteil, wenn man Erfahrung auf einem hohen Niveau hat (mal unabhängig davon, ob das als Trainer oder als Spieler ist). Und das spiegelt auch meine Erfahrung wider, dass Leute mit mehr Erfahrung haben auch oft einen realistischeren Blick auf viele Dinge, die auf dem Platz passieren haben (Was muss ein Spieler WIRKLICH können und was ist vielleicht Bücherwissen, das an sich gar nicht so wichtig ist?)


    Aber die Argumente die hier von Christian Wörns kommen (oder auch von Lehmann oder Scholl oder Lahm in den letzten Jahren) ist ja, dass Ex-Profis und ältere Trainer alleine aufgrund ihrer Vorerfahrung einen Wettbewerbsvorteil erhalten sollten. Aber gerade bei Leuten wie diesen hat man gesehen, dass oft andere Kompetenzen fehlen, die entscheidende Voraussetzung sind um als Trainer erfolgreich zu sein. Ich kenne einige Ex-Profis hier im Umkreis, bei denen unabhängig von der sportlichen Qualifikation in vielen anderen Bereichen massive Defizite erkennbar sind, zumindest aus meiner Sicht.


    Ob ich als Verein einem Trainer eine U19 Landesliga zutraue sollte mMn weder von der Liga in der er gespielt hat abhängen oder von seinem Alter, sondern einzig und allein vom Endprodukt...also in dem Fall, ob es ihm gelingt die Spieler von seiner Spielidee zu überzeugen. Wenn das einem Ex-Profi besser gelingt als einem 25-Jährigen ist das für mich fine, wenn aber der 25-Jährige einfach besser ist, dann sollte er auch an dieser Stelle den Vorzug erhalten. Das gilt mMn im Jugendbereich, im NLZ und im Profibereich.

    Ich verstehe nicht ganz die Kritik an meinem Beitrag, da ich einleitend diesen Satz geschrieben habe:

    Man kann meiner Meinung nach auch mit Mitte 20 ein guter Trainer sein. Und man kann das auch nicht alles pauschalisieren.


    Wenn du in anderen Threads querliest, dann wirst du sehen, dass ich mit Sicherheit nicht die Meinung vertrete, dass ehemalige Profis pauschal die besseren Trainer sind. Und wenn einem 25-Jähriger eine erfolgreiche Saison in einer höherklassigen Liga ggelingt, ist das auch super. Aber ich halte es für deutlich unwahrscheinlicher, dass ein "25-Jähriger C-Liga-Spieler" (das war in meinem Beitrag der O-Ton) eine Landesliga-Mannschaft erfolgreich führt als z.B. ein 40-Jähriger ehemaliger Regionalliga-Spieler. Das war auch völlig losgelöst von Wörns' Argumenten.

    Also ich habe das Wörns-Interview hier eingebracht und finde die Diskussion darüber interessant.


    Man kann meiner Meinung nach auch mit Mitte 20 ein guter Trainer sein. Und man kann das auch nicht alles pauschalisieren.


    Aber der Trend geht schon dahin, dass einzelne Trainer immer jünger werden oder nicht die Erfahrung im Fußball haben können. Nagelsmann hat sicherlich Begleitumstände, die den Start seiner jungen Trainerlaufbahn legitimieren. Aber welcher junge NLZ-Trainer hat schon U17- und U19-Bundesliga gespielt und hatte seinen ersten Co-Trainer-Job unter Thomas Tuchel? Die "jungen" (bis Mitte 20) NLZ-Trainer, die ich hier im Umkreis kenne (und da haben wir zwei NLZs und einen Drittligisten), haben größtenteils nicht diese Möglichkeiten gehabt, kommen von kleinen Nachbarvereinen und saßen mit mir im C- oder B-Lizenzlehrgang, das sind ganz normale Kreisliga-Kicker, die in den Lehrgängen kaum positiv aufgefallen sind. Mit Sicherheit passt es auf der Vermittlungsebene in den unteren Jugenden, weil ein 25-Jähriger näher an den 12-Jährigen ist als ein 50-Jähriger. Aber wenn man nicht höher oder nicht lange selbst gespielt hat, ist das meiste wohl Bücherwissen und keine eigene Erfahrung, was - je älter die Spieler werden und je höher die Klasse ist - unglaubwürdiger für die Spieler wird.


    Mein U19-Landesliga-Trainer war ein ehemaliger Bundesliga-Profi und -Trainer, der sogar schon im DFB-Pokalfinale stand. Der war da zwar bereits Ende 60, aber dem haben wir alles geglaubt bei seiner Reputation. Ich will mir nicht vorstellen, wie diese Zeit damals mit einem 23-Jährigen gelaufen wäre, der nur 5 Jahre älter als die Spieler ist und selbst nie auf dem Niveau gespielt hat. Man blickt dann eben anders zum Trainer auf und der Trainer ist selbst noch in einem Lernprozess, hat aber einen Trainerjob, in dem dieser Prozess abgeschlossen sein sollte.

    Hakendran  Charles De Goal
    Ich verstehe beide eure Punkte, aber es geht doch im ursprünglichen Post um eine D-Jugend, oder nicht?

    Mir bekannt ist es, dass es im Altersbereich der D-Jugend nur auf Kreis-Ebene Ligen gibt, sprich Kreisklasse, Kreisliga und eine überkreisliche Liga darüber. Sind insgesamt 3 Ligen (in der Höhe).
    C-Jugend sind es in meinem Landesverband schon 5 Ligen (Kreis-ebene, überkreisliche ebene, Landesverband-Ebene und Regionalliga).

    Die meisten NLZ oder ambitionierten Vereine unterhalb der NLZs haben nun mal die Erfahrungen gemacht, dass ihre D-Jugend (der ältere Jahrgang) in der überkreislichen-Ebene, also höchstmögliche Ebene, alles zerschießen und in der Regel immer Meister werden. Evtl. gibt es mal bei einem Dorf-Club einen sehr starken Jahrgang, der etwas paroli bieten kann. Aber eine Saison mit 15 Siegen und 1 Unentschieden und einem Torverhältnis von 105:5, bringt das Team nicht weiter.
    Deswegen haben viele dieser Vereine ihren U13 Jahrgang vom Spielbetrieb abgemeldet und spielen mit denen Leistungsvergleiche/Turniere gegen andere NLZs oder ambitionierte Vereine unterhalb der NLZs, was mMn sinnvoll ist, da sie dort von der Qualität her mehr gefordert werden, als durch selbst-auferlegte Regeln in einem 15:0 Spiel.

    Okay, ich hatte die Vorgeschichte der Diskussion nicht so intensiv gelesen. Was das angeht, macht es schon Sinn. Bei uns in NRW gibt es den U12-, U13- und U14-Nachwuchscup mit sämtlichen NLZ-Vereinen, die spielen dann unter sich auf ihrem Niveau. Ich stimme dieser Idee auch uneingeschränkt zu, denn es ist sinnlos, von Dorf zu Dorf zu fahren. Selbst die Bezirksliga als höchste Spielklasse macht dann für diese Teams keinen Sinn. Für den unteren Amateurbereich gelten in meinen Augen aber die Dinge, die ich geschrieben habe.

    Kann ich alles nachvollziehen, aber leider ist es im Ligabetrieb zumindest auf Kreisebene oft so, dass der Trainer der überlegenen Mannschaft nicht neue Sachen ausprobiert oder als Lerneffekt Umstellungen vornimmt u.ä., sondern im Regelfall versucht wird das Ergebnis so hoch wie möglich zu treiben. Und wenn die unterlegene Mannschaft dann überhaupt nicht mehr ins spielen kommt dann macht es auch keinen Sinn mehr.

    Bin ich noch ein bisschen von geprägt von den Eindrücken.

    Wir wissen doch beide, was wir von solchen Trainern halten sollten... Aber du als Trainer bist verantwortlich für deine Mannschaft und kannst für sie das beste daraus machen. Der Lerneffekt bei "schießt so viele Tore wie möglich", wenn man sowieso überlegen ist, erschließt sich mir nicht. Wenn es wenigstens die Vorgaben geben würde: "lasst Spieler XY ein Tor schießen" oder "spielt mit drei Ballkontakten", kann man aus der Überlegenheit noch etwas lernen.


    Aber der Lerneffekt von "verhindert so viele Tore wie möglich", wenn man unterlegen ist, ist sehr wertvoll, denke ich. Jedes verhinderte Tor ist dann nämlich ein Erfolg.

    Also ich kann mich an viele deutliche Spiele erinnern, in denen die Spieler durchaus was lernen konnten und auch ich als Trainer einige Erkenntnisse hatte.


    Bei Gegnern mit wenig Gegenwehr kann man oft mit weniger Zeit-, Raum- und Gegnerdruck Aktionen durchführen. Dazu neue Formationen ausprobieren, bei denen Spieler mal auf Positionen spielen, die sie sonst nicht bekleiden. Spieler, die im Zentrum überfordert wären, sind es gegen schwächere Gegner vielleicht nicht, weil sie mehr Zeit haben. Wir spielen alle zwei Wochen ein Trainingsspiel gegen unsere B2, das gewinnen wir jedes mal (auch mal deutlich). Jedes mal spielen wir ein anderes Pressing und würfeln durch, ich behaupte dass es auch jedes mal einen Lerneffekt gibt.


    Zu hohen Niederlagen kann ich nur mutmaßen, wir haben in den letzten zehn Jahren einmal 0:7 verloren, ansonsten nie mit mehr als vier Toren. Aber dieses eine mal hat uns der Gegner wirklich krasse Schwachstellen aufgezeigt, wir waren sehr anfällig gegenüber Spielverlagerungen und hatten körperliche Defizite gegen die ein Jahr älteren Spieler, das hat uns weitergebracht. Ansonsten haben wir auch gegen höherklassige und deutlich besser aufgestellte Vereine eine gute Figur abgegeben, obwohl man auch da mit einem klaren Ergebnis hätte rechnen können.


    Auch ich selbst als Spieler habe in dieser Saison schon Spiele erlebt, die deutlich waren: Wir haben zweimal 9:1 gewonnen, in den Spielen gab es wenig Gegenwehr. Unser Trainer hat dann mal auf Dreierkette umgestellt oder mit drei Ballkontakten spielen lassen (was ja nicht respektlos ist, sondern sollte einen Trainingseffekt haben). Wir haben auch ein Spiel sehr deutlich verloren, daraus konnten wir auch Lehren ziehen: Mit unserer deutlich schwächeren B-Elf können wir kein gewohntes Pressing spielen und wenn der Gegner mit drei Landesliga-Spielern aus der Ersten gegen eine Kreisliga C-Mannschaft antritt, kanns auch mal hoch werden. In letzterem Spiel dürfen die Gegner aber am meisten gelernt haben, denn einer der Spieler war noch festgespielt und somit haben wir dann am grünen Tisch gewonnen.


    Zusammenfassend: Wenn man ambitioniert an die Sache herangeht, wird man immer etwas lernen. Wenn ich ein Spiel gegen eine deutlich schwächere Mannschaft für den richtigen Zweck nutze und es mir nicht darum geht, einfach hoch zu gewinnen, kann man viele Inhalte aus dem Training wiederholen. Bei deutlich stärkeren Mannschaften kann sich jeder Spieler mit deutlich besseren Spielern messen und über sich hinauswachsen. Selbst wenn man 0:10 verliert, hat man vielleicht drei wichtige Zweikämpfe gewonnen und drei Tore verhindert.

    "Wenn du mit 19, 20 Jahren Trainer wirst, ist es schwierig"

    Doch auch im Bereich der Nachwuchstrainer sieht Wörns in Deutschland Verbesserungsbedarf. "Viele Trainer sind relativ jung, das ist für mich auch ein Problem, auch wenn es niemand gerne hört", sagt er. "Aber wenn du mit 19, 20 Jahren Trainer wirst und deine eigene Persönlichkeit noch nicht so entwickelt hast, kaum älter als die Spieler bist, ist es schwierig. Das Wissen und das Gefühl für Fußball steigen mit dem Alter. Ich sage nicht, dass Trainer 1., 2., oder 3. Liga gespielt haben müssen. Aber es wäre schon gut, wenn ein Trainer bis 30 Fußball gespielt hätte und sein Wissen nicht nur aus Büchern hat."

    Ein paar weitere interessante Ideen von Christian Wörns beim Kicker zu dem Thema. Ziemlich kritisch gegenüber der Integration von Nachwuchsspielern im Profifußball und die Anekdote mit dem Handy wirkt etwas konstruiert, aber grundsätzlich eigentlich überragend.

    Interessanter Einblick, den ich so noch nie hatte, da ich im deutschen Amateurfußball groß geworden bin und nichts anderes als Spieler/Trainer kennengelernt habe.


    Auch für mich als Trainer sind 18 Saisonspiele mit einer U17 im Jahr echt wenig (10er Liga), sodass wir die Zahl durch Freundschaftsspiele fast verdoppeln. Als Herren-Spieler hab ich wenigstens 26 Spiele in einer Saison (14er Liga).

    Bei der Jugend ist das im Schnitt alle drei Wochen ein Pflichtspiel, bei den Herren wenigstens jede zweite Woche. Natürlich ist das im Amateurbereich auch logistisch schwierig zu machen, weil Ferien und Urlaubszeiten von jedem anders geplant werden. Da fallen eben die Herbst- und Osterferien schon direkt raus.


    Wenn man davon ausgeht, dass Spielpraxis und Wettkampf wichtig für die Entwicklung sind, ist deine Schlussfolgerung auf jeden Fall richtig und das ist dann auch ein klarer Wink Richtung Zukunft, denn doppelte Spielpraxis bringt die Spieler natürlich weiter.

    Ich hätte gesagt, dass sie bei allen Fragen "um jede Uhrzeit" beim Jugendleiter anrufen können und sich beraten lassen können. Mit einem Workshop kannst du eigentlich gar nicht alle Fragen abdecken, weil es immer wieder neue Fragen geben wird, die so spezifisch sind, dass sie gar nicht vorhersehbar sind.


    Nach den ersten 5 beantworteten Fragen werden die neuen Trainer sich bestimmt auch viel besser zu Recht finden. Vielleicht 1-2 mal die Trainingseinheiten anschauen und dem Trainer mitteilen, ob dir als erfahrener Trainer was aufgefallen ist.


    Aber ich stehe dann doch mehr auf "Hilfe zur Selbsthilfe".

    Was ich schon wieder erlebe...


    Mein Torwart- und Co-Trainer war in den letzten Monaten sehr unzuverlässig. Trotz des Versprechens, dass er dreimal in der Woche kommt (bei 3+1 Terminen pro Woche), war er letztlich nur 40% der Termine da. Da das natürlich nur 1-2 mal in der Woche und somit keine adäquate Unterstützung - das wäre akzeptabel, aber nicht mit diesem vorherigen Versprechen. Dazu hat er sich einige Dinge geleistet, die nicht in Ordnung sind: Er hat zum Beispiel mit Spielern über Interna aus dem Trainerteam gesprochen und hinter meinem Rücken gegenüber Spielern meine Methoden in Frage gestellt.


    Ich habe ihn dann darum gebeten, mir zu erklären, wie es weitergehen soll, denn er ist natürlich mit seiner Unzuverlässigkeit auch ein schlechtes Vorbild für die Spieler, bei denen in den letzten Wochen ebenfalls die Bereitschaft nach unten geht (ist halt Winterpause). Ich habe ihm angeboten, dass er fest zweimal in der Woche die Torhüter trainiert, aber sich aus sämtlichen anderen Aufgaben heraushält. 2x pro Woche passt ja zu seiner Beteiligung und ich möchte ihn einfach aus der Verantwortung haben, wenn er nicht loyal ist, da kann er keine Aufgaben für die Mannschaft erledigen.


    Er hat mir erstmal einen Gegenvorschlag gemacht (weitermachen wie bisher und mehr Verantwortung übernehmen) und ist stattdessen zum Jugendleiter gegangen ist. Dem hat er meine Entlassung empfohlen hat, weil ich "zu streng" wäre. Netterweise hat der Jugendleiter mir das mitgeteilt und mir seine Unterstützung zugesagt. Da ich kein Unmensch bin, hab ich das Angebot aufrechterhalten und ihn darum gebeten, mir zu sagen, ob er denn dann zweimal in der Woche kommen möchte. Seine Antwort war aber, dass er es nicht möchte. Dann ist er allerdings noch eine Stufe weiter gegangen und hat dem Abteilungsleiter gesagt, dass er mein Nachfolger werden möchte, wenn ich dann entlassen werde (was natürlich nicht passieren wird). Der hat mich natürlich auch informiert und mir seine Unterstützung zugesagt.


    Der Junge kam mit 17 Jahren nach der Corona-Pause zu mir, absoluter Anti-Fußballer, und wollte gerne unterstützen. Er wurde dann TW-Trainer, durfte an allem teilhaben, sogar eigene Einheiten leiten. Er hat von mir Einzeltraining bekommen, ich habe ihm jeweils zu Weihnachten und zum Geburtstag Fußballsachen geschenkt und ihn bei allem unterstützt. Ist wirklich dreist, jetzt sowas abzuziehen, manche Leute kennen echt kein Pardon.


    Zum Thema, ob ich zu streng bin: Die Mannschaft hat sich das Ziel gesetzt Kreismeister zu werden. Wir Trainer hier wissen ja alle, dass das ohne Disziplin und Einsatz in der U17 nicht möglich ist: so eine Kreismeisterschaft fällt ja nicht vom Himmel und landet dann bei uns, weil wir es uns so doll vorgenommen haben. Und da kann man schon einiges fordern, zumal die Mannschaft sich das Ziel gesetzt hat und ich ihnen auch gesagt habe, was dann auf sie zukommt. Offenbar sieht mein ehemaliger TW-Trainer das aber anders.

    Also aus meiner Sicht sind die Kicker-Ranglisten oft sehr voll mit recht mutigen Ansichten... Im Sommer waren bspw. Robert Andrich, Konrad Laimer und Salih Özcan höher eingestuft als Joshua Kimmich. Was aus meiner Sicht ziemlich absurd ist.

    Dass der Kicker dann die Leistungen bei der WM wohl recht prominent berücksichtigt hat scheint wohl auch zu erklären, warum die deutschen WM-Verteidiger so schlecht abschneiden.

    Schauen wir uns die notenbesten IVs der Liga bei Transfermarkt an, sind auch dort in den Top 20 nur sieben deutsche Spieler - nur zwei davon (Ginter und Schlotterbeck) waren bei der WM dabei, allerdings hat Ginter nur ein paar Minuten gespielt, Schlotterbeck war nach dem Auftaktspiel auch keine Option mehr. Die übrigen sind Hummels, Knoche, Jaeckel, Stark und Hübers und haben selbstverständlich gar nicht gespielt.


    Ist das Problem, dass zu wenig deutsche Spieler in der Bundesliga Innenverteidiger Spielzeit sammeln? Kein deutscher IV unter 21 hat in dieser Saison Spielzeit gesammelt (nicht-deutsch: vier). Unter 23 sind es nur drei Deutsche (Schlotterbeck, Kilian und Bauer), 15 nicht-deutsche (u.A. vier Franzosen).


    Wo sollen junge deutsche Spieler denn ihre Spielzeit bekommen, wenn nicht in der Bundesliga? Warum bekommen mehr U23-Franzosen Spielzeit in der Bundesliga-IV als U23-Deutsche?


    Klar kann jeder Verein einsetzen, wen er will. Aber es werden nun mal vermehrt andere Nationen in der Bundesliga ausgebildet, die Zahlen sprechen für sich.

    die kicker Rangliste der Innenverteidiger unterstützt #254

    Platz 2: Matthias Ginter - bei der WM nicht gesetzt gewesen

    Platz 4: Mats Hummels - bei der WM nicht dabei

    Platz 11: Robin Knoche - bei der WM nicht dabei

    Platz 12: Niklas Süle - hat gespielt

    Nicht nur, dass die drei besten deutschen IVs der Bundesliga nicht gespielt haben (Ginters zwei Minuten runde ich einfach mal ab) - es sind auch in den Top 12-IVs der Bundesliga nur vier deutsche Spieler.

    Wie finanziert ihr so ein doch recht teures Kamerasystem im Team / Club eigentlich?

    Wir haben ein Jahr lang unsere Tore und Highlights in den Sozialen Medien gepostet und einen Sponsor namentlich und bildlich erwähnt. Dafür hat er uns das System gezahlt (ca. 1000€).

    Ich filme meine Spiele mit einer GoPro (coaching eye) und habe immer das ganze Feld im Blick. Da ich aber inzwischen in 4K filme, kann ich auch gut bei Highlights zoomen und den Ausschnitt mitschwenken lassen, das kommt dann mit etwas mehr Eigenarbeit dem Veo schon sehr nah.


    Aber die Funktion mit den Markierungen bei Veo ist natürlich echt geil. Bei Youtube markiere ich immer die entscheidenden Szenen in den Kommentaren mit Sekundenangabe und dann kann man per Klick sofort zu dieser Szene springen.


    Aber jetzt meine Frage, weil das Markierungstool von Veo so interessant ist: kennt jemand einen Video-Hoster (alternative zu Youtube), bei dem ich auch einfach solche Markierungen setzen kann?


    Wer im blended learning seine B-Lizenz gemacht hat, kennt sicherlich auch das Video-Tool vom DFB: auch dort gibt es diese Markierfunktion und man kann sogar Dinge einzeichnen. Gibt es sowas auch für den Normalverbraucher?

    Sehe das auch so wie Skriwer und Trainer E :

    Je einfacher eine Übung gestaltet ist (sofern dabei der Schwerpunkt weiterhin trainiert wird), desto besser. Je komplizierter sie ist, desto eher lenke ich die Spieler von den eigentlich relevanten (also fussballspezifischen) Entscheidungen ab.

    Absolut richtig.


    Ich sehe die Übung aber in der Form aber nicht als kompliziert an, im Prinzip gibt es nur diese Vorgaben:

    - Mannschaft A spielt aufs große Tor, Tore über außen zählen doppelt

    - Mannschaft B erzielt Punkte, in dem ein Spieler im Mittelkreis angespielt wird


    Klar ist es schöner, wenn beide Teams die gleichen Aufgaben haben und es ein gleicher Wettkampf ist, vor allem in den Bereichen, wo nicht gruppentaktisch gearbeitet wird. Aber so wie ich das verstanden habe, sollte es ein Coaching-Team geben, welches speziell ein Thema trainiert. Spielverlagerungen und Spiel über den Flügel zu forcieren sind ja schon eher gruppentaktisch.

    Da du ja die Offensive coachst, sollten noch ein paar Coaching Punkte/Korrekturen für diese drinstehen:

    - im Ballbesitz breit stehen, bei Ballverlust zusammenziehen

    - bei Verlagerung möglichst eine Station überspielen (spart Zeit)

    - Strafraum bei Flanken besetzen (ersten und zweiten Pfosten anlaufen)


    Für die Defensive brauchst du das nicht zwingend, die wird hier ja nicht gecoacht.


    Was machst du, wenn die Verteidiger sich einfach mit zwei Mann in die Dribbeltore stellen und keinen durchlassen, die Mitte aber einfach offen lassen (weil ja eh kein Tor erzielt werden kann)? Du könntest auch die Regel einführen, dass jedes Tor zählt, aber Tore nach durchdribbeln doppelt zählen.


    Und wie geht es nach Torerfolg oder Ball im Aus weiter? Bevor fragende Spieler oder sogar Lehrgangsleiter auf dem Platz stehen, leg es fest.


    Und du spielst letztlich nicht mehr auf 40x25m, sondern es sind ca. 40x35m. Das könntest du noch korrigieren.

    Es kann bei mir maximal so sein, dass ich meine B-Lizenz im Laufe einer Saison gemacht habe und somit nicht volle 12 Monate mit der B-Lizenz eine Mannschaft der zweithöchsten Landesspielklasse trainiert habe. Insgesamt habe ich dies aber zwei Jahre lang getan und ich gehe eigentlich davon aus, dass wie im Prüfverfahren alles, was mehr als eine halbe Saison ist, aufgerundet wird. Vielleicht ist das das Problem bei mir.