Das ist genau, was unsere unterschiedliche Sichtweise erklärt. Ob die Kinder besser werden, ist für mich nicht unwichtig, aber sekundär. die Freude am aktuellen Fußballspiel steht für mich im Vordergrund.
Dennoch gibt es auch im Sinne von "Besser werden" einige Gründe für 6+1, zum Beispiel:
- Torwartspiel
- Basics der Unterschiede von Abwehr Mittelfeld und Angriff
- Mannschaft muss lernen miteinander zu kommunizieren
- mehr Platz im offensiven 1:1
- mehr Alternativen für ein Passspiel
- Gewöhnung an hohe Bälle
Funino oder einfachen 3:3 hat dagegen natürlich auch mindestens 3 Riesenvorteile:
- Mehr Ballkontakte für Alle
- Mitläufer können sich nicht verstecken
- Übersicht wird durch die 4 Tore geschult
Mein persönliches Fazit:
Funino als Trainingstool ist super
Gegen Funino als ergänzendes Wettbewerbsangebot ist ebenfalls nichts einzuwenden
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Da bin leider etwas anderer Meinung.
Der Kontext "besser werden" ist für mich nicht gleichbedeutend damit den Kindern den Spass wegzunehmen und sie zum besser werden zu zwingen. Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt - mein Fehler.
In meinen Augen werden Kinder besser, wenn sie Dinge mit Spass ausüben und das haben sie im Funino ganz klar mehr als im 6+1.
Im 6+1 haben meist die ballsicheren Kinder die Ballkontakte und die anderen schauen nur zu. Der Spass ist hier leider ganz stark einseitig und nur auf wenige Kinder verteilt.
Das Argument Torwart ist für mich leider überhaupt nicht nachvollziehbar. Natürlich möchten Kinder auch gerne mal ins Tor, aber die Betonung liegt auf mal. Die wenigsten wollen jedes Spiel ins Tor.
Und diese ein oder zwei Spieler von 20 Kinder in einer Mannschaft, die (aktuell) immer nur ins Tor gehen möchten, sind nicht repräsentativ für die restlichen 18 Kinder.
Viele Trainer nutzen diese Torwart-Position auch aus um Kinder ins Tor zu stecken die entweder:
- schlecht im Feld sind
- aufgrund ihrer Grösse oder Fähigkeiten "gut" ins Tor passen und somit eine höherer Wahrscheinlichkeit für Siege sind.
Hinzukommt, dass diese Kinder die immer nur gerne ins Tor gehen wollten, meist irgendwann nicht mehr ins Tor gehen sondern auch mal im Feld spielen möchten oder ein besserer Torwart da ist und sie nun auf der Bank sitzen. Jetzt gehen diese Kinder ins Feld und sie bekommen keinen Fuss auf den Boden. Sie haben den Anschluss verpasst, da sie vorher nur im Tor standen. In der Regel führt dies mit zum Drop-Out.
Ausserdem sollten Torhüter heute auch im Feld mitspielen können um die erweiterten Aufgaben der TW-Position zu erlernen. Torhüter ist der erste im Spielaufbau und da gehört ein regelmässiges spielen im Feld dazu.
Und um auch auf deine anderen genannten Argumente allgemein einzugehen:
- Torwartspiel
Hier wird in der Regel leider nur ein einzelner Spieler über die ganze Saison ins Tor gestellt und alle anderen spielen nur im Feld. Die wenigsten Teams rotieren im Tor. Das heisst hier wird meist nur ein Kind im Torwartspiel "geschult". Ich finde ein TW-spezifische Ausbildung ist erst ab der D-Jugend erforderlich.
- Basics der Unterschiede von Abwehr Mittelfeld und Angriff
Das Thema Mittelfeld ist im Aufbaubereich uninteressant. Hier geht es erstmal darum den Kindern das Spiel "Fussball" in seinen Grundbausteinen "Tore schiessen" und "Tore verhindern" zu vermitteln, sprich Abwehr und Angriff.
Im 6+1 spielt der Abwehrspieler nur hinten, sprich er lernt nur das Verteidigen und der Stürmer lernt nur das Offensive.
Hast du eine gute und dominierende Offensive stehen die Abwehrspieler 40/50min hinten und haben in der ganzen Partie 4 Ballkontakte und 3 Zweikämpfe. Sie stehen die ganze Zeit hinten rum und schauen den anderen zu.
Den Kindern wird von klein auf vermittelt zu stehen. Das berühmte Beispiel der Abwehrspieler darf nicht über die Mittellinie. Und ganz ganz wichtig und schlimm finde ich, dass der Abwehrspieler nicht dribbeln darf. Er ist selbst im Ballbesitz immer noch der Abwehrspieler.
Anders beim Funino. Hier hast du dauernd ein 1:1 und bist im Ballbesitz sofort der Angreifer und suchst das 1:1 und das Tor.
Funino ist hier auch das beste Mittel um exakt die Unterschiede zwischen Abwehr und Angriff zu vermitteln. Alle Kindern sind bei Ballbesitz im Angriff und versuchen das Tor zu machen und da es zwei Tore gibt gehen die Kinder immer mit nach vorne.
Ist der Gegner im Ballbesitz ist man sofort in der Defensive und versucht das Tor zu verhindern.
Ein ganz ganz wichtiger Lerneffekt ist, dass hier alle paar Sekunden ein Umschalten stattfindet. Das Umschalten ist eine sehr wichtige Eigenschaft die man den Kindern beibringen sollte und es mit Funino ideal vermittelt und trainiert wird.
- Mannschaft muss lernen miteinander zu kommunizieren
Hier weiss ich leider nicht was du damit meinst mit kommunizieren. Falls du Kommandos meinst um in der Dreier-Kette zu verschieben oder ähnliches, muss ich leider passen.
Bei uns beschränkt es sich auf Ball fordern, Namen rufen und untereinander loben.
Im Funino wird mehr kommuniziert, da der Ballführende zwei Spieler anspielen kann und diese dann immer wieder den Ball fordern. Sprich sie reden sehr viel.
- mehr Platz im offensiven 1:1
Das stimmt leider nicht. Im 6+1 hat man viel viel weniger Platz und andauernd Gegnerdruck, da es keinen Platz gibt. Sobald ein Spieler den Ball hat wird er von mehreren Spielern angegriffen. das 1:1 findet dort kaum statt.
Im 6+1 hat man aundauernd Rudelbildungen, im Funino keine!
Im Funino hat man ein Vielfaches an 1:1-Situationen. Da gibt es Studien zu die es auch mit Zahlen belegen.
- mehr Alternativen für ein Passspiel
Das stimme ich dir leider ebenfalls nicht zu. Es sind zwar Kinder auf dem Feld, aber allein die grössere Anzahl an Spieler bedeutet nicht, dass man mehr Anspielstationen hat. Die kleinen sind noch lange nicht in der Lage einen 15m Pass geschweige denn einen Flugball als Seitenverlagerung zu schlagen.
Die Pässe beschränken sich auf die Spieler in der Nähe in einem nicht allzu grossen Radius.
Im Funino wiederum hast du Dreiecksbildungen, Schnittstellenpässen und Seitenverlagerungen aufgrund des zweiten Tores in das man abschliessen kann.
Durch die Dreiecksbildung laufen sich alle beiden anderen Mitspieler immer frei und mit. Im 6+1 nur die Spieler in unmittelbarer Nähe.
- Gewöhnung an hohe Bälle
Das finde ich nicht so wichtig und zwingend erforderlich und das deutet darauf, dass gerne mit langen TW-Abschlägen operiert wird 
Lange TW-Abschläge finde ich persönlich nicht nur überflüssig, man sollte sie unterbinden durch die Regel, dass man aus der Hand nicht über die Mittellinie schiessen darf.
Zum einen nutzt man es aus, dass die Kinder hohe Bälle schlecht einschätzen und koordinieren können diese Bälle aus der Luft zu treffen und ausserdem nimmt man den Kindern die Möglichkeit den Spielaufbau kennen zulernen und zu trainieren.
Dies ist um ein Vielfaches wichtiger.
Hinzu kommt, dass der lange Abschlag als taktische Standardvorgabe genutzt wird, wo der TW das ganze Spiel jeden Ball den er hat nach vorne drischt und die anderen Kinder nun versuchen aus diesem Zufallsprodukt ein Tor zu machen und das Spiel zu gewinnen.
Und wenn man dann einen Trainer gegenüber hat der jeden Ball nach vorne geschlagen fordert, kann man sich vorstellen wie frustrierend es für alle Kinder sein muss. Die jeweiligen Mitspieler haben doch gar keine Lust mehr sich anzubieten wenn der Ball eh nach vorne gehauen wird.
Um es zu verdeutlichen, ich meine nicht, dass du so spielst, sondern möchte nur meine persönliche Meinung und Erfahrung und Denkweise über diese Argumente wiedergeben. Möchte dich also weder angreifen und wie gesagt beziehe ich mich auf deine Argumente allgemein und nicht auf dich 
Ich habe selbst einen Kader von 21 Kindern, und um allen Kindern die Möglichkeit zu geben, habe ich uns in der Funino-Pilotstaffel angemeldet und im normalen 6+1 Spielbetrieb.
Letzteres aber nur, da ich in der Saison leider nicht für jedes Wochenende ein Freundschaftsspiel im 4+1/5+1 bekomme.
Ich finde die Funino-Staffel ideal um den Kindern viele Ballkontakte, Erfolgserlebnisse ohne Ergebnis- und Elterndruck zu ermöglichen. Und um auf die grossen Tore zu spielen, spielen wir oft Freundschaftsspiele oder Miniturniere. Wir rotieren sehr oft, d.h. alle Kinder spielen Funino und auch in der Staffel und versuchen alles abzudecken.
Und da die meisten Turniere im Frühjahr/Sommer im 6+1 spielen, nehmen wir auch dort an mehreren teil. Und insbesondere dann realisieren wir Trainer und auch die Eltern was für ein Unterschied zwischen den verschiedenen Ausrichtungssystemen herrscht.
Ich persönlich kann jedem Funino nicht nur als Trainigsform sondern auch als Spielform empfehlen, und das 4+1/5+1, bzw das Spiel auf grosse Toren nebenher und dieses als Ergänzung zum Funino sehen und nicht andersherum.
Dies ist nur meine persönliche Meinung und Erfahrung zu dem Thema und sollte kein Angriff auf die Trainer sein, die das Funino ablehnen und/oder das 6+1 favorisieren und für besser/richtiger halten.