Beiträge von Coach1976

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    P.S.: was hat das Benutzen der Arme zum Beschleunigen mit dem Festhalten des Gegenspielers zu tun?

    Dass das automatisch geschieht und ein Unterbinden zu zu völlig atypischen Bewegungsmustern führen würde. Man nehme alleine das Beispiel der Spieler, die im eigenen Strafraum mit hinter dem Körper verschränkten Armen die Hereingabe verteidigen, damit sie keinen Strafstoß riskieren. Fußball ist ein Kontaktsport und Kontakt gehört de facto dazu.

    Kontakt ja. Aber nicht Festhalten und Klammern. Ich gehe sogar davon aus, dass das grundsätzlich gar nicht erlaubt ist und nur durch großzügige Regelauslegung etabliert wurde.
    Dein Argument oben ist jedenfalls nicht schlüssig. Wenn ich meine Arme einsetzen möchte um Beschleunigungskräfte zu erzeugen, hindert mich doch die Tatsache, dass ich nicht an den Oberarm oder die Schulter des Gegenspielers greifen oder diesen mit beiden Händen umklammern soll daran.

    Nehmen wir mal die Entstehung von Leipzigs 2:0 gegen Wolfsburg gestern:
    Sorloth umgreift Brooks mit beiden Armen und hangelt sich um ihn herum. Sah harmlos aus, war aber ursächlich dafür, dass der Verteidiger keine Chance mehr hatte an den Ball zu kommen. (natürlich hat der sich im Vorfeld beim Laufweg auch schon ungeschickt angestellt). D.h. der Vorbereiter des Tores hat nicht durch ein schönes Dribbling, eine Finte oder einen Doppelpass geglänzt, sondern schlicht seinen Gegner zur Seite geräumt. Oder wie oft kommen Spieler wie Coman, Davies oder Sancho mit Speed in den Strafraum und werden dann durch Schulterzupfer o.ä. aus der Balance gebracht. Das reicht bei dem Tempo leider oft schon aus, dass die Chance im Eimer ist.

    Wenn das so weitergeht, dann setzen sich irgendwann nur noch solche "Naturburschen" wie Haaland oder Sorloth gegen Verteidiger durch. Das kann es ja wohl auch nicht sein.

    Hast du jemals Fußball gespielt?


    Wenn du jeden Kontakt der ein Greifen sein könnte als Foulspiel definierst, kannst du das Spiel alle 30 Sekunden unterbrechen. Bei jedem Laufduell werden die Arme benötigt weil Beschleunigungskräfte generiert werden.


    Das hätte nichts mehr mit Fußball zu tun

    Ja , hab ich...

    und mich hat es kolossal genervt, dass Verteidiger, die mit den Füßen zu langsam waren mir zu folgen so lange mit den Händen gebremst haben (natürlich nur so gering, dass es nicht für ein Foul reicht...), bis ein zweiter Verteidiger dazu kam.

    Bei mir fand das zwar 7-8 Stufen unterhalb von Adama Traore statt, trotzdem hätte mir die Idee mit dem Babyöl damals schon genutzt.
    Wenn man jedes Spiel heute seziert, dann wäre es tatsächlich so, dass man ständig abpfeifen müsste wegen halten / greifen.

    Wäre die Regel anders würden aber bereits die Versuche unterbleiben. Ich wäre sehr glücklich, wenn sich der Fußball in Sachen Körperlichkeit eher in Richtung Basketball als zum Handball orientieren würde.
    Ich persönlich finde, dass die ständigen Ringkämpfe und das Ausloten von Grauzonen im Zweikampf nichts mit Fußball zu tun haben. Mit einem klaren Cut, dass Halten und Greifen Tabu ist wäre ein Kante gezogen, die klar macht, dass das nicht gewünscht ist. Ich finde die Idee für Trikotziehen gelb zu geben ging da mal in die richtige Richtung, ist aber irgendwie ja auch wieder eingeschlafen.
    Das häufige Halten und Klammern kommt doch nur daher, dass diese Grauzone besteht und die Spieler diesen Spielraum ausnutzen um sich einen Vorteil zu verschaffen.
    Fußball spielt man nicht umsonst mit dem Fuß. Da gehören in der Verteidigung Pressschläge und Tacklings genauso dazu, wie dass man den Körper reinstellt und den Gegner (mit angelegtem Arm) abdrängt. Klammergriffe wie beim Ringen oder Rugby eher nicht.

    Mir ist schon klar, dass sich das in den letzten Jahren etabliert hat und viele das als normal empfinden. Deshalb muss ich aber nicht automatisch jede Entwicklung gut finden.

    P.S.: was hat das Benutzen der Arme zum Beschleunigen mit dem Festhalten des Gegenspielers zu tun?

    Ich ärgere mich schon seit langem über die unsägliche Aussage:
    "Das reicht nicht für einen Elfmeter" im Bezug auf Halten, Klammern, Ziehen, etc.
    Die Krone hat dem ganzen jetzt folgender Artikel: (LINK) aufgesetzt, sowie die Entstehung des gestrigen 2:0 von Leipzig gegen Wolfsburg (wobei mir der Ausgang dieses Spiels vollkommen sonst wo vorbei geht ...).
    Leider ist es mittlerweile Usus, dass i.d.R. Verteidiger (gibt es aber auch von Stürmerseite) wie selbstverständlich so lange zu klammern oder am Trikot ziehen, bis der Gegner aus dem Tritt kommt, aber wieder rechtzeitig loslassen, damit es "noch nicht genug" für ein Foul ist.
    Besonders beliebt: die Ringkämpfe vor Ecken, wo beide Ziehen und wenn der Stürmer zu Boden geht nicht entschieden wird ob ein Foul vorliegt, sondern ob "genug gezogen" wurde um Elfmeter zu geben.
    Auch bei langen Bällen oder Laufduellen ziehen und halten gerne beide Parteien an Arm, Schulter oder Trikot, bis der, der weniger zieht oder weniger Kraft hat nachgibt und sich dann theatralisch fallen lässt.
    Bei allen positiven Effekten, die die Steigerung der Athletik dem Fußball gebracht hat, geht mir diese Begleiterscheinung gewaltig auf die Nerven.
    Ich habe von meine Jugendtrainern immer gelernt: mit angelehntem Arm Rempeln oder Abdrängen ist erlaubt (das haben wir sogar trainiert).

    Warum regelt man das nicht so, dass sobald die Hand aktiv zum Körper des Gegners geht, man ihn also greift auf Foul entschieden wird?
    Damit würden sich viele Konfliktherde im Spiel und potentielle VAR-Situation von selbst erledigen. Überwachung und Entscheidung ist meiner Meinung nach auch wesentlich einfacher als beim Handspiel.
    Klar ist das ein einschneidender Eingriff in das Spiel wie es aktuell ist. Ich glaube aber, dass das ähnlich wie bei der Rückpassregel im ersten Jahr ordentlich weh tun würde und dann stellen sich alle darauf ein.

    Ich interpretiere es nach Euren Kommentaren dazu auch eher so, dass Kinder unter 14 tatsächlich schon wieder mit Kontakt, also in Spielformen trainieren dürfen. Vermutlich wird es hier je nach Bundesland noch mal Konkretisierungen in unterschiedlichen Ausprägungen geben. Spannend wird letztendlich wie sich die Inzidenzen entwickeln und wie lange die Möglichkeit tatsächlich bestehen wird.

    Für die Schulen wurde gestern explizit nichts beschlossen, weil man die Kultushoheit der Länder beibehalten will.

    Ich gehe davon aus, dass dazu heute oder spätestens morgen jedes Bundesland eigene Regelungen herausgibt.

    Ich persönlich hätte kein Problem, wenn der Präsenzunterricht an weiterführenden Schulen erst wieder nach den Osterferien startet. Der Distanzunterricht hat sich jetzt wirklich gut eingespielt und funktioniert bei uns ganz ordentlich. Wenn jetzt für 2-3 Wochen auf Wechselunterricht umgestellt wird (komplette Klassen wird sowieso nicht klappen) und es dann in die Ferien geht, ist die Umstellung für die Kids vermutlich größer als de Nutzen. Ist aber nur meine persönliche Meinung aus meiner individuellen Situation.

    Klassischer Beamtentext mit jede Menge Interpretationsspielraum...

    Inzidenz < 100: Sport in Gruppen mit bis zu zwanzig Kindern im Außenbereich

    weiter unten:
    Inzidenz 14 Tage lang stabil < 50: Kontaktsport im Außenbereich


    Gilt die zweite Aussage dann nur für Personen, die Älter als 14 sind und Kinder dürfen ab sofort mit Kontakt oder ist Kontaktsport generell erst im zweiten Fall erlaubt????

    Beide Interpretationen sind möglich. Hoffe da kommt nochmal Aufklärung...

    In meinen Augen wäre es im Leistungsbereich sinnvoller wie in den vorigen Jahrgängen reine Jahrgangskader zu haben.
    D.h U18+U19.

    Direkt nach der U17 kann der Sprung in die U19 je nach körperlicher Entwicklung zu groß sein und dem ein oder anderen Spätstarter die Träume verhageln.

    Es spräche ja nichts dagegen (außer wirtschaftliche Gründe) eine reine U18 zu haben und eine U19, in der die Jungs spielen, für die es körperlich bei den Erwachsenen vielleicht noch einen Schritt zu früh kommt.

    Das wird nicht verhindern, dass Spieler wie Musiala, Wirtz oder Moukoko bereits im U17 oder U18 Alter zu den Senioren kommen.

    Man kann aber denen die mehr Zeit brauchen diese auch geben.
    Die Disskussion ist ja die gleiche wie vor einigen Jahren die Abschaffung der U21 bzw. U23 bei einigen Profivereinen.
    In Frankfurt gibt man mittlerweile ja offen zu, dass der Schritt nicht optimal war.

    Da die ersten zwei Wochen kontaktfrei laufen sollen fallen die meisten Spielformen ja erst einmal flach.

    Es gibt zwar auch viele Gute kontaktfreie Spielformen. Ich habe aber im letzten Jahr die Erfahrung gemacht, dass man zumindest im U11-Bereich damit sehr dosiert umgehen muss. Bei "Tischkicker" oder Spielen mit festen Zonen, die man nicht verlassen darf sind die Jungs schnell frustriert, weil die Regeln sie zu sehr einschränken.

    Da sind eine Partie Fußballtennis, Dribbelparcours mit Wettbewerbscharakter oder Fußballbiatlon teilweise motivierender.

    Entscheidend wird es sein eine gute Mischung zu finden und die Kids möglichst individuell an dem Punkt an dem sie in Punkto Technik, Motorik und Fitness gerade stehen abzuholen und mit abwechslungsreichen multisportiven Übungen wieder auf Touren zu bekommen. In der Altersklasse die ich betreue geht es ohnehin weniger um eine Basis auf der die gesamte Mannschaft entwickelt werden soll, sondern darum jedem einzelnen auf seinem Level die aktuell für ihn realistischen Entwicklungssprünge zu ermöglichen. Deshalb bin ich über die zwei Wochen kontaktfreies Individualtraining gar nicht böse.

    Verwerflich ist es natürlich nicht. Allerdings würde ich sagen, dass es auch nicht notwendig ist. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass ich jedes isolierte Intervalltraining (hinsichtlich Ausdauer) mit Spielformen mindestens genau so intensiv gestalten kann und habe nebenbei noch unzählige andere positive Effekte die du als "Abfallprodukt" beschrieben hast.


    Mittlerweile habe ich mir sogar zu diversen Standardsituationen Spielformen einfallen lassen. Der einzige Bereich in dem ich teilweise auf Spielformen (teilweise) verzichte ist das Aufwärmen.

    Ich persönlich tendiere ganz klar in Deine Richtung und würde versuchen annähernd alles in Spielformen umzusetzen.
    Ich wollte damit nur sagen, dass man im älteren Bereich (U19 oder Erwachsen) die Trainer, die teilweise auch auf isolierte Konditionseinheiten ohne Ball zurückgreifen nicht als vollkommen fachfremd abstempeln sollte, sobald sich das einigermaßen im Rahmen hält. Bei Kindertrainern, die Diagonalsprints als elementaren Bestandteils ihres Trainings sehen würde ich das schon tun.

    Das Feedback, das TomGB von seinen Spielerinnen erhalten hat, kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit,
    Ich musste mich tatsächlich auch daran gewöhnen, als mein erster Seniorentrainer zur neuen Saison Training bis auf ganz wenige Ausnahmen komplett auf Spielformen umgestellt hat, nachdem er in der Sommerpause eine scheinbar beeindruckende Hospitation oder Fortbildung abgelegt hatte. Ich bin damit dann aber recht schnell warm geworden, hatte deutlich mehr Spaß am Training als vorher und vermutlich hatte es tatsächlich auf positive Effekte auf unserer spielerischen Leistungen inkl. Laufleistung im Spiel.

    Allerdings mussten wir als Mannschaft dem ein oder anderen Kollegen schon klar machen, dass diese Form von Training fürs Team nur dann erfolgreich ist, wenn jeder Mitspieler das Angebot sich zu bewegen und zu verausgaben auch aktiv annimmt ;)
    Dementsprechend ist es bei älteren Jahrgängen natürlich manchmal etwas einfacher mit isolierten Konditionseinheiten dafür zu sorgen, dass alle Spieler mit der nötigen Intensität dabei sind.

    Warum nur Kinder- und Jugendfußball?

    Ich habe ja speziell geschrieben und nicht "nur".

    Im Erwachsenenbereich finde ich es nicht verwerflich ab und zu mal gezielt isoliertes Intervalltraining einzustreuen um den Fokus bei allen darauf zu legen. Das ist nicht das was ich bevorzuge, aber auch nicht komplett daneben.

    Im Kinder- und jüngeren Jugendfußball geht sowas allerdings gar nicht.

    Das sieht doch nach einem vernünftigen Vorschlag aus.
    Sollte es so kommen, hoffe ich nur, dass wenn das eine Woche gut funktioniert hat gleich wieder die Forderung nach Testspielen und Konzepten für eine zeitnahe Saisoneröffnung kommen.
    Ich finde die Möglichkeit nach so langer Zeit wieder zu trainieren und wieder Kontakt mit den Teamkameraden haben zu dürfen ist richtig und wichtig. Alles weitere wie Wettbewerbe etc. ist im Jugendbereich für diese Saison absolut verzichtbar.
    Ich würde sogar soweit gehen, dass bevor man Spiele gegen andere Mannschaften im Jugendbereich zulässt, sollte man eher schauen, dass die Senioren Ihre Saisons beendet bekommen und die Jugendlichen trainieren bis zum Sommer einfach und starten ab Herbst wieder durch.
    Wobei ich auch damit Leben könnte, wenn bis August generell nur Training im Mannschaftsverbund stattfindet.

    Wenn es um fußballspezifische Ausdauer (was ja Thema des Threads ist) geht, stimme ich @Revilo und Strznievski voll zu.

    Da sind Spielformen speziell im Kinder- und Jugendfußball das beste Mitte zur Erlangung, weil ja quasi als "Abfallprodukt" auch noch Technik und Taktik trainiert werden, wenn der Ball dabei ist.
    Komplett verteufeln möchte ich isolierte Läufe trotzdem nicht.
    In der aktuellen Situation, wo in der Coronapause viele durch die Passivität extrem abgebaut haben und erst mal wieder Grundlagen aufholen müssen schadet der ein oder andere Lauf sicher nicht bevor es wieder ans spielen mit den intensiven Tempowechseln und variablen Belastungen geht. Ich würde das aber eher unter dem Punkt Hausaufgaben während des Lockdowns abhandeln und keine Trainingszeit verschwenden, wenn es dann endlich wieder losgeht.
    Vielleicht fehlt auf diesem Weg die Kontrolle ob die Läufe tatsächlich durchgeführt wurden, aber da bin ich ganz pragmatisch der Meinung, egal ob leistungsorientierter Kicker oder Spaßfußballer, jeder ist selbst verantwortlich etwas dafür zu tun, dass er das Rüstzeug für den Sport mitbringt und es reicht vollkommen aus, dass man als Trainer anregt während der Pause was zu tun. Kontrollieren müssen sich die Spieler selbst bzw. bis zu einem gewissen Alter ggf. die Eltern.

    Wie die Kindheit des Jungen tatsächlich verlaufen ist, lässt sich schwer in dem Artikel schwer nachvollziehen.
    Es wird ja immer so beschrieben, dass Studium und Beruf der Mutter Triebfeder für die Umzüge waren. Dort liest sich das alles ziemlich rosarot.Einen Beigeschmack zum Verhalten des Vaters kann man da aber natürlich schon hineininterpretieren.
    Ich finde den Artikel aber wirklich schön geschrieben, obwohl SPOX i.d.R. nicht mein bevorzugtes Fußballmedium ist.
    Das "Gedicht", das er mit 9 Jahren verfasst hat lässt auf jeden Fall nicht darauf schließen, dass bei Jamal Musiala intellektuelle Fähigkeiten zu Gunsten des Fußballs auf der Strecke geblieben sind. Wobei ich meine Zweifel habe, dass ein neunjähriger das schon alleine hinbekommt, außer er war in der Sprachentwicklung damals schon das gleiche Genie wie auf dem Fußballplatz.
    Unabhängig von der Kindheitsgeschichte, die ich nicht gut genug kenne um sie positiv oder negativ zu bewerten, macht es mir aktuell einfach riesigen Spaß dem Jungen beim Kicken zuzusehen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich vorher schonmal einen Jungen in dem Alter (Ausnahme vielleicht Messi) gesehen habe, der so komplett und so selbstbewusst auftritt wie er. (Auf dem Platz, nicht daneben...) Sicher sieht man auch, dass noch genügend Spielraum da ist, mit Punkten, in denen er sich verbessern kann, aber das macht ihn ja umso spannender.
    Um noch einmal auf den Einwand von Ballaufpumper zu kommen:
    Ich habe zum ersten mal von Jamal Musjala gelesen, als er 2019 von Bayern für die U17 verpflichtet wurde und das war eine Randnotiz ohne großen Hype. Auch aus der Vergangenheit sind mir keine Berichte (werde in England noch in Deutschland) bekannt über ein Jahrhunderttalent in der Jugend von Chelsea. (dieses Thema hat Messi sehr früh begleitet und ist bei Moukoko an der Tagesordnung seit er 12 (!) ist.) Das spricht für mich eher dafür, dass sowohl im Verein als auch im Elternhaus meist vernünftig mit dem Talent des Jungen umgegangen wurde und er nicht auf dem Präsentierteller herumgereicht wurde.)
    Außerdem vermittelt er mir im Moment das Gefühl, dass er mit Leichtigkeit und Freude Fußball spielt, es genießt seinen Traum leben zu dürfen und ganz und gar nicht als ob er unter unmenschlichem Druck leidet.
    Aber unbestritten ist, er ist einer von ganz, ganz wenigen, die das Glück haben ihr Talent in dem Maß auszuleben und zu verwirklichen wie er es geschafft hat. Und ob ihm das auch bei Chelsea gelungen wäre, oder was passiert wäre wenn er in den letzten ca. 18 Monaten in München nicht auf die richtigen Menschen getroffen wäre, das weiß niemand ...

    Gruppe 2: Abschaffung von Wettbewerben, Freundschaftsspielbörse vom Verband organisiert

    Jeder Verein meldet sein Team in einer Kategorie (1-6), die die Spielstärke des Teams erfasst. So können sich die Trainer passende Gegner suchen und Leistungsvergleiche / Freundschaftsspiele durchführen. Die Spielformen sind hier weniger starr wie im Leistungsbereich und können flexibel an die aktuelle Kadergröße mit dem Gegner vereinbart werden.
    Kadergrößen sind frei, da ausreichend Spielformen zur Verfügung stehen, die jedem Einsatzzeiten ermöglichen und zusätzlich Spielabsagen wegen Spielermange verhindern.

    Guter Ansatz, hier müsste man aber noch ein Bewertungssystem einführen, um zu verhindern, dass Trainer ihre starke Mannschaft schwächer melden, um hohe Siege einzufahren.

    Das hatte ich in einem anderen Thread schon mal vorgeschlagen.
    Zunächst meldet jeder nach eigener Einschätzung. Anschließend führen die Ergebnisse der Freundschaftsspiele schon zu Auf- und Abwertung in diesen Levels. Aber eben nicht mit dem Ziel aufzusteigen oder Titel zu holen, sondern permanent Gegner auf Augenhöhe zu suchen und zu finden. Natürlich ist auch dieses System nicht vollkommen immun gegen Wahnsinnige, die die goldene Ananas jagen, aber mit klarer Kommunikation über Sinn und Zweck des Systems sollte es möglich sein hier mehr Fairness und Entwicklungschancen zu gewährleisten als mit einem regionalen Ligensystem, bei dem ein schwächerer oder stärkerer Folgejahrgang in die Röhre schaut, weil der vorherige Jahrgang in einer sehr hohen oder unteren Liga gespielt hat.

    Allein durch die Aufhebung der Kreisgrenzen erhöht sich die Flexibilität ja schon deutlich.

    Ich fahre lieber 25 km mehr zu einem Spiel (besser noch alle 2 Wochen zu einem 4er Leistungsvergleich) und finde Gegner auf ähnlichem Level, als dass ich mich diese Woche vom einen Nachbarverein abschlachten lassen muss und als "Wiedergutmachung" am nächsten Wochenende den anderen Nachbarverein abschieße.
    Wie es dann ausgeht, wenn die beiden Nachbarvereine irgendwann gegeneinander müssen kann sich ja dann jeder denken.

    War ja nur ein Vorschlag.

    Von mir aus auch gerne ab U15 10+1 und U14 9+1 von 16er zu 16er auf ganzer Breite.
    Mir ging es eigentlich eher um eine Trennung der Sichtweisen auf Breiten- und Leistungsfußball.

    Klar ist, dass die Fokussierung auf Leistungsfußball und die Anlehnung daran dem Breitensport nicht guttut.

    Wenn aber alles über den Haufen wirft, wird zumindest ab einem gewissen Alter für richtig ambitionierte Jungs die Verbindlichkeit zu gering. Deshalb die Idee der Trennung.

    Dass Leistungsorientierung unterhalb der U12 nichts verloren hat, da sind wir uns hoffentlich einig.

    Schwieriges Thema.
    Ich nehme bei 6+1 auch nur 9 maximal 10 Spieler mit, weil alles andere zu chaotisch wird (auf und neben dem Platz).

    Allerdings ist die Begrenzung der Zahl von Einwechselspielern auf Dauer sicher nicht die richtige Lösung.
    Der Schlüssel liegt nach wie vor in der Flexibilisierung der Wettbewerbe bzw. noch besser deren Abschaffung.
    Ich spiele in der U11 mit einem Kader von 12 Spielern lieber zwei mal parallel oder hintereinander 5 + 1 als dass ich mir den Stress antue und 5 Wechselspieler zu bespaßen. Dass ich dann nur zwei oder drei mitnehme ähnelt zwar der neuen Regelung im FK Havelland, ist aber in meinem Fall eine reine Notlösung, da der Spielbetrieb aktuell nichts anderes hergibt.
    Kreative Angebote an die Gegner wie: "Lass uns 2x 5+1 Spielen", dann haben alle was davon" werden leider meist abgelehnt, weil entweder das ja nicht regelkonform wäre, oder die Kinder / Eltern das nicht wollen, oder nicht genügen Spieler da sind.
    Die Kollegen mit dem letzten Argument sind dann leider meist die, die 5-6 Ersatzspieler beim 7+1 dabei haben von denen die 4 schwächeren jeweils einen 2-3 Minuten Einsatz gewährt bekommen.
    Mir schwebt mittlerweile eine klare Trennung in leistungsorientierten und breitensportorientierten Jugendfußball vor.
    Die erste Gruppe spielt beginnend ab U12 nach festen Vorgaben hinsichtlich Mannschafts- und Spielfeldgröße, wobei die derzeitigen Vorgaben hier auch noch einmal überarbeitet werden müssten (z.B. U12 6+1 - Halbfeld, U13/14 8+1 - Kompaktfeld, U15 - 9+1 16er zu 16er auf kompletter Spielfeldbreite, ab U16 ggf. Großfeld) in eigenen Wettbewerben/Leistungsvergleichen (ohne Tabelle!) untereinander.
    Hier muss aber die erlaubte Kadergröße je gemeldetem Team bei einer maximale Spieranzahl gedeckelt werden, damit ausreichend Spielzeit für alle garantiert ist.
    Gruppe 2: Abschaffung von Wettbewerben, Freundschaftsspielbörse vom Verband organisiert

    Jeder Verein meldet sein Team in einer Kategorie (1-6), die die Spielstärke des Teams erfasst. So können sich die Trainer passende Gegner suchen und Leistungsvergleiche / Freundschaftsspiele durchführen. Die Spielformen sind hier weniger starr wie im Leistungsbereich und können flexibel an die aktuelle Kadergröße mit dem Gegner vereinbart werden.
    Kadergrößen sind frei, da ausreichend Spielformen zur Verfügung stehen, die jedem Einsatzzeiten ermöglichen und zusätzlich Spielabsagen wegen Spielermange verhindern.

    Schwieriger wir u.U. der Sprung vom Breiten- zum Leistungssport, da die Vergleichbarkeit etwas verloren geht. Im besten Fall gelingt dieser aber vielleicht sogar besser als heute, weil aufgrund der flexibleren homogeneren Spielformen der einzelne im Breitensport besser gefördert werden kann als dies im Moment der Fall ist.

    Weiterentwickelt haben sich alle drei Komponenten deutlich (Taktik, Athletik, Technik).

    Die Frage, was die größten Entwicklungssprünge erfahren hat ist schwer zu beantworten. Auf Kondition / Athletik zu tippen wie let1612 liegt nahe, weil das der einzig wirklich messbare Faktor ist. Technik und Taktik kann man nur subjektiv bewerten, was sie zu Softfacts mit einer entsprechenden "Schwammigkeit" macht.
    Bleibt noch die Frage nach dem "Henne-Ei-Effekt" (Was war zuerst da? bzw. welche Veränderung hat die Entwicklung der anderen Aspekte nötig gemacht?).
    Hier gehe ich schon davon aus, dass die Taktik der "Schrittmacher" für die Entwicklung des Spiels ist.
    Neue taktische Ideen haben neue Anforderungen an die Technik und die Athletik der Spieler gestellt, so dass eine ständige Weiterentwicklung nötig war um Schritt zu halten.

    Andererseits waren natürlich auch Verbesserung von technischen und athletischen Fähigkeiten der Spieler die Basis, dass überhaupt neue taktische Ideen denkbar waren...

    Wir haben die Eltern und Kinder animiert zu zweit auf den Bolzplatz, die Wiese, den Parkplatz etc. zu gehen.
    Wichtig: immer nur zu zweit, keine Grüppchenbildung oder 5 gg 5 Spiele.
    Dazu haben wir ein paar Vorschläge für 1gg1, Dribbelparcous, Sprintübungen mit / ohne Ball verteilt.

    Bei uns im Ort (NRW) sind leider alle öffentlichen Spielflächen gesperrt. Kunstrasen-Käfig, Bolzplätze, Tatan-Multispielflächen usw. Sportanlagen sowieso. Natürlich sind das genau die Flächen, wo es ohne Kontrollen zu Grüppchenbildung kommt. Da hätte ich mir schon etwas mehr Weitblick und Engagement unseres Ordnungsamtes gewünscht. Halt mir freundlichen Kontrollen / Aufklärung und ganz eindeutiger Kennzeichnung. Aber ich weiß natürlich nicht, was das Ordnungsamt aktuell sonst noch so auf dem Zettel hat und wie die Personaldecke bei denen aussieht. Vielleicht hätten wir uns als Vereine da auch mehr einbringen müssen. Die Kinder haben ja letztlich keine große Lobby und einziges Sprachrohr für sie können ja nur die Erwachsenen sein.


    Ergänzend zu deinen Vorschläge hätte ich noch folgende Ideen:

    Speedminton (Badminton/Federball) oder Indiaca. Alles im Eins gegen Eins. Vielleicht geht das schon mit deiner Altersklasse, da gewisse Fähigkeiten in Rückschlagsportarten erforderlich sind. Bei den Spielen kann ich mir gut vorstellen, dass man damit schon sehr spielerisch und mit einer gewissen Distanz, Fitness und Bewegung trainiert bekommt. Das geht auch gut im öffentlichen Raum oder im eigenen Garten. Beim Speedminton könnte ich mir sogar vorstellen, dass man die jeweiligen Zielfelder noch etwas anders gestaltet, um bestimmte Spielverhalten zu provozieren oder Laufverhalten (-> steigende Fitness) beim Gegner zu erzwingen. Das wäre dann vielleicht etwas, wenn man wieder auf den Platz darf, jedoch auch dort erstmal nur kleine Gruppen oder Pärchen erlaubt sind.

    Das mit den Rückschlagsportarten ist definitiv ein guter Hinweis. Die sehe ich gar nicht so sehr im Ausdauerbereich, wobei da sicher auch ein Beitrag geleistet wird. Ich finde speziell Badminton (oder Speedminton) leistet einen erheblichen Beitrag zur koordinativen Fitness und im Bereich Reaktions- und Handlungsschnelligkeit.
    Speziell im jüngeren Jugendbereich wäre es vermutlich schlauer statt irgendwelcher Lifekinetik oder Brainsport-Übungen, die Kids lieber 20 Minuten Badminton oder Indiaka spielen zu lassen. Der Entwicklungsbeitrag wäre vergleichbar und der Spaßfaktor bei den Kids deutlich höher.

    Was die Zugänglichkeiten zu den Wiesen und Bolzplätzen betrifft hilft uns natürlich unsere Kleinstadtstruktur. Bolzplätze (bzw. ein großer Ausweichfußballplatz, der nicht eingezäunt ist) sind zugänglich. Zusätzlich gibt es den ein oder anderen Wendehammer in Wohngebieten oder irgendwelche unbebauten Grundstücke, die man nutzen kann.
    Grüppchenbildungen gibt es da zum Teil schon, deshalb haben wir bewusst Kinder und Eltern noch einmal darauf hingewiesen, dass nur zu zweit gekickt werden soll (bzw. mit Geschwistern dann entsprechend mehr). Was jeder daraus macht ist seine Sache, aber wie beschrieben läuft es bei unserem Team bisher ganz gut und diszipliniert.

    Diese Tatsache ist vermutlich Fluch und Segen für den Fußball zugleich.
    Die Einfachheit in den Grundlagen führt dazu, dass sich sehr viele Menschen für den Sport begeistern (ob aktiv oder passiv).

    Gleichzeitig tummeln sich dann hier halt auch viele, die in anderen Sportarten (die o.g. Beispiele Handball und Basketball sind absolut treffend; Badminton oder Tennis würden ebenso passen) mangels Erfolgsaussichten (dabei spiele ich gar nicht auf Profitum an, sondern schlicht den Erfolg die Sportart zu beherrschen) längst das Handtuch geworfen hätten.
    Oder im Fall der passiven: geben ihren Senf dazu, weil sie meinen es zu verstehen, während sie beim Basketball spätestens nach der zweiten Schiedsrichterentscheidung aussteigen.
    Soweit zu den Grundlagen.
    Spannend wird es bei steigendem Niveau, d.h. wenn es darum geht das Spiel richtig zu beherrschen oder im Detail zu verstehen.
    Als aktiver:
    ich habe in den letzten Jahren genügend Kids erlebt, die beim Basketball kein vernünftiges Dribbling, keinen genauen Pass oder ordentlichen Korbwurf hinbekommen haben bzw. mit jedem Move einen Schrittfehler begingen.
    Diese Jungs haben zur gleichen Zeit im Fußball (meist 6+1) durch Schnelligkeit, Kraft und Körperlichkeit alles auseinandergenommen.

    Die Pässe und Schüsse waren zwar nicht genau, aber der Platz war ja großgenug, dass jemand den Ball erlaufen kann und beim Torschuss hat ausreichend Bums genügt, damit ein mittig platzierter Ball eben rein ging. Das Dribbling war oft eine Abfolge von selbst vorgelegten Kurzpässen mit denen man dann, wenn genug Raum vorhanden ist das Spielfeld überbrückt hat.
    Sah für den halbwissenden Beobachter und für die Eltern des Spielers toll aus und hat sich für den Spieler vermutlich auch toll angefühlt.
    Ich war da schon immer skeptisch, weil diese Jungs aufgrund ihrer gefühlten Überlegenheit ja auch nicht eingesehen haben an den Feinheiten zu üben und ihre Spielweise umzustellen. (Funino im Training war natürlich immer doof, weil das Feld und die Tore so klein waren und Weitschüsse auch verboten). Von den begeisterten Eltern wurden sie in ihrer Einstellung entsprechend bestätigt, war ja erfolgreich so.
    6-7 Jahre später:
    Spieler ist im Basketball überragend, obwohl er nur relativ kleine Fortschritte gemacht hat.
    Es gelingt ihm den Ball mit den Händen sauber zum Mitspieler zu passen, wie man ohne Schrittfehler dribbelt hat er mittlerweile gelernt. Der Abschluss könnte noch etwas Genauigkeit vertragen, aber daran wird gearbeitet.

    Fußball: der Junge wurde von vielen anderen einge- / überholt (körperlich wie spielerisch).

    Die Fehlpässe erläuft mittlerweile der Gegner, beim Dribbling klaut der Verteidiger zu weit vorgelegte oder unsauber angenommene Bälle. Die festen unplatzierten Schüsse stellen für die mittlerweile größeren Keeper kein Problem mehr dar.
    Das alles ist jetzt natürlich überspitzt dargestellt, zeigt aber nach meinen Beobachtungen die Realität schon recht gut:
    Fußball im groben kann jedes Kind spielen und verstehen, und das wesentlich einfacher als andere Ballsportarten.
    Je älter man wird und wenn es dann auch noch in Richtung Leistungs- oder Profiniveau geht, dann trennt sich die Spreu vom Weizen deutlich krasser als beim Basketball oder Handball (ohne, dass ich diese großartigen Sportarten damit verunglimpfen möchte).
    Und das gilt meiner Meinung nach auch für das zuschauen und analysieren:
    Wer keine Ahnung hat, kann beim Fußball trotzdem oberflächlich mitreden, ist beim Basketball aber bereits mit den Regeln überfordert.

    Wenn man aber tiefer reingeht und erkennen möchte warum ein Spiel so oder so ausgegangen ist, dann dreht sich das ganz schnell.


    Alles in allem macht das Breite Spektrum der Interessierten den Fußball ja zum dem Volkssport, der er ist.
    Die Kunst ist es dann die verschiedenen Ebenen auf einen Nenner zu bringen, oder, Mit-/Gegenspieler bzw. Diskussionspartner (für die passiven) auf Augenhöhe zu finden.