Diese Tatsache ist vermutlich Fluch und Segen für den Fußball zugleich.
Die Einfachheit in den Grundlagen führt dazu, dass sich sehr viele Menschen für den Sport begeistern (ob aktiv oder passiv).
Gleichzeitig tummeln sich dann hier halt auch viele, die in anderen Sportarten (die o.g. Beispiele Handball und Basketball sind absolut treffend; Badminton oder Tennis würden ebenso passen) mangels Erfolgsaussichten (dabei spiele ich gar nicht auf Profitum an, sondern schlicht den Erfolg die Sportart zu beherrschen) längst das Handtuch geworfen hätten.
Oder im Fall der passiven: geben ihren Senf dazu, weil sie meinen es zu verstehen, während sie beim Basketball spätestens nach der zweiten Schiedsrichterentscheidung aussteigen.
Soweit zu den Grundlagen.
Spannend wird es bei steigendem Niveau, d.h. wenn es darum geht das Spiel richtig zu beherrschen oder im Detail zu verstehen.
Als aktiver:
ich habe in den letzten Jahren genügend Kids erlebt, die beim Basketball kein vernünftiges Dribbling, keinen genauen Pass oder ordentlichen Korbwurf hinbekommen haben bzw. mit jedem Move einen Schrittfehler begingen.
Diese Jungs haben zur gleichen Zeit im Fußball (meist 6+1) durch Schnelligkeit, Kraft und Körperlichkeit alles auseinandergenommen.
Die Pässe und Schüsse waren zwar nicht genau, aber der Platz war ja großgenug, dass jemand den Ball erlaufen kann und beim Torschuss hat ausreichend Bums genügt, damit ein mittig platzierter Ball eben rein ging. Das Dribbling war oft eine Abfolge von selbst vorgelegten Kurzpässen mit denen man dann, wenn genug Raum vorhanden ist das Spielfeld überbrückt hat.
Sah für den halbwissenden Beobachter und für die Eltern des Spielers toll aus und hat sich für den Spieler vermutlich auch toll angefühlt.
Ich war da schon immer skeptisch, weil diese Jungs aufgrund ihrer gefühlten Überlegenheit ja auch nicht eingesehen haben an den Feinheiten zu üben und ihre Spielweise umzustellen. (Funino im Training war natürlich immer doof, weil das Feld und die Tore so klein waren und Weitschüsse auch verboten). Von den begeisterten Eltern wurden sie in ihrer Einstellung entsprechend bestätigt, war ja erfolgreich so.
6-7 Jahre später:
Spieler ist im Basketball überragend, obwohl er nur relativ kleine Fortschritte gemacht hat.
Es gelingt ihm den Ball mit den Händen sauber zum Mitspieler zu passen, wie man ohne Schrittfehler dribbelt hat er mittlerweile gelernt. Der Abschluss könnte noch etwas Genauigkeit vertragen, aber daran wird gearbeitet.
Fußball: der Junge wurde von vielen anderen einge- / überholt (körperlich wie spielerisch).
Die Fehlpässe erläuft mittlerweile der Gegner, beim Dribbling klaut der Verteidiger zu weit vorgelegte oder unsauber angenommene Bälle. Die festen unplatzierten Schüsse stellen für die mittlerweile größeren Keeper kein Problem mehr dar.
Das alles ist jetzt natürlich überspitzt dargestellt, zeigt aber nach meinen Beobachtungen die Realität schon recht gut:
Fußball im groben kann jedes Kind spielen und verstehen, und das wesentlich einfacher als andere Ballsportarten.
Je älter man wird und wenn es dann auch noch in Richtung Leistungs- oder Profiniveau geht, dann trennt sich die Spreu vom Weizen deutlich krasser als beim Basketball oder Handball (ohne, dass ich diese großartigen Sportarten damit verunglimpfen möchte).
Und das gilt meiner Meinung nach auch für das zuschauen und analysieren:
Wer keine Ahnung hat, kann beim Fußball trotzdem oberflächlich mitreden, ist beim Basketball aber bereits mit den Regeln überfordert.
Wenn man aber tiefer reingeht und erkennen möchte warum ein Spiel so oder so ausgegangen ist, dann dreht sich das ganz schnell.
Alles in allem macht das Breite Spektrum der Interessierten den Fußball ja zum dem Volkssport, der er ist.
Die Kunst ist es dann die verschiedenen Ebenen auf einen Nenner zu bringen, oder, Mit-/Gegenspieler bzw. Diskussionspartner (für die passiven) auf Augenhöhe zu finden.