Beiträge von Coach1976

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    Vielen Dank für die Beispiele.
    Einiges davon habe ich in ähnlicher Form auch schon durchgeführt, aber so vorbildlich dokumentiert macht es die Trainingsvorbereitung und -arbeit natürlich um ein vielfaches leichter und ermöglicht es auch Trainerkollegen zu erklären was man vorhat bzw. andren Trainern im Verein auf die Sprünge zu helfen.

    Um nochmal auf den "abgedrifteten" Inhalt der Diskussion zu kommen.
    Ja auch ich bin überzeugt, dass Training in Spielformen besser ist als Übungsformen, bleibe aber bei der Meinung, dass es Situationen gibt, in denen es Kindern nicht schadet, ihnen grundlegende technische Ziele und Fertigkeiten in einer Übung ohne Druck zu zeigen und näherzubringen. Dass das dann schnellst möglich in eine Spielform übergehen soll und dass Spielformen mit riesigem Abstand den größten Teil des Trainings abdecken sollte steht außer Frage.
    Aber ich möchte Übungsformen trotzdem nicht komplett verteufeln und sehe einen dosierten Einsatz z.B. in meiner U11 als berechtigt.
    Beispiel: Spieloffene Stellung bei der Ballannahme. Mir persönlich gelingt es leichter ein2m 10-jährigen Sinn und Zweck der richtigen Positionierung in einem statischeren Aufbau mit passivem oder teilaktivem Gegenspieler zu zeigen und ihn vom Sinn dessen zu überzeugen. Die Spieler hören dann auch besser zu und nehmen das erklärte an, wogegen sie im Spiel meist sehr auf das messen mit dem Gegner fokussiert sind und irgendwie durchkommen wollen. Wenn es ihnen irgendwie gelingt, denken sie nicht darüber nach ob es auch besser gegangen wäre.
    Das kann an der Aufnahmefähigkeit meiner Spieler oder an meinen rhetorischen Defiziten liegen, dass wir ausschließlich mit Spielformen nicht immer zum Ziel kommen. Ich halte es aber nicht für grundsätzlich falsch in diesen Fällen, eine vorbereitende oder korrigierende Übung ergänzend zu einer Spielform einzusetzen.

    vangaalsnase: vielen Dank für die Beispiele, die werden sobald wieder möglich sicher alle mal zum Einsatz kommen

    Ansonsten bin ich mit meinem Job als Hobby-Bundestrainer vollkommen ausgelastet und strebe keine Zweitkarriere als Hobby-Virologe an.

    Irgendwie sind wir alle Hobby-Virologen geworden und meinen Dinge zu wissen, von denen wir vor einem Jahr keine Ahnung hatten und eigentlich auch nie wissen wollten.


    Ein 5-jähriger musste hier zwei Wochen in häusliche Quarantäne (britische Mutation in der Kita). Mit seinem besten Kumpel (3 Jahre) spielte er Fangen an der Grundstücksgrenze, getrennt von einer großen Hecke. Der 3-jährige meinte auf die Frage, warum das so ist: „Wegen „Corinna“, da müssen wir aufpassen, aber bald ist „Corinna“ weg!“ Ganz klar, 3-jährige sind auch schon Virologen und auch nicht schlauer als wir.

    ... mal gespannt, wie lange es dauert, bis "Corinna" den Bekanntheitsgrad von "Ingrid" erreicht hat...;)

    Zur Jahrtausendwende führte Klaus Roth die sogenannte „Spielmacherstudie“ durch, in der er Spieler, die als besonders kreativ und technisch beschlagen galten, über ihre Kindheit befragte. Darunter waren u.a. Mehmet Scholl sowie die Welthandballer Daniel Stephan und Magnus Wislander. Sie alle gaben an, das Spielen auf der Straße gelernt zu haben. Dabei haben sie aber nicht nur Fußball/Handball gespielt, sondern auch Hockey, Eishockey oder Basketball. Niemand war da, um ihre Bewegungen und technischen Ausführungen zu korrigieren. Sie haben dadurch eine große Bewegungserfahrung erworben und gelernt, situationsübergreifende Lösungen zu finden.


    Ich könnte jetzt noch darauf eingehen, inwiefern Technik, Wahrnehmung und Entscheidung im Zusammenhang stehen und daher unbedingt simultan trainiert werden sollten, aber dann sprenge ich hier jeglichen Rahmen.

    Ich gehe davon aus, dass Mehmet Scholl, genauso wie ich (ich habe das Spielen auch auf der Straße gelernt) nicht permanent genügend Freunde angetroffen hat um ein Match zu spielen. Man war auch mal alleine oder zu zweit mit seinem Ball am Bolzplatz oder im Hof.

    Alleine habe ich dann gerne Wand-, Dach-, oder Latten-/Pfostenschießen gespielt und mit dieser Übung unbewusst an meiner Schusstechnik gearbeitet. Zu zweit oder zu dritt wurde nicht automatisch immer 1 gegen 1 gespielt (zwar auch mal, aber nicht immer), sondern es gab auch Übungen wie Elfmeterkönig, Ballhochhalten, Fußballgolf oder man hat sich einfach mal den Ball zugepasst.
    Das war bei Mehmet sicher nicht viel anders...
    Wenn man also die alte Bolzplatzzeit als die Wiege des perfekten Fußballs glorifiziert sollte man nicht verschweigen, dass auch dort nicht permanent gezockt wurde...

    Ich finde das Thema der Diskussion sehr interessant, wenn ich auch das schwarz/weiß Denken in der Diskussion nicht ganz verstehen kann - vor allem in der heutigen Zeit mit kontaktfreiem Training.

    Dem kann ich nur zustimmen. Es hat sich hier ja niemand in de Richtung positioniert, dass ein Training unbedingt einen Mindestanteil an Übungsformen enthalten muss und ein rein auf Spielformen basierendes Training verteufelt oder Training wie vor hundert Jahren mit 15 Minuten Warmlaufen, 10 Minuten Dehnen 50 Minuten Übungen à la Torschuss mit langer Schlange und zu guter Letzt noch ein 15 minütiges Abschlussspiel gefordert. Es ging lediglich darum, dass ein Training, in dem für bestimmte Zwecke vereinzelt auf Übungen zurückgegriffen wird nicht automatisch ein schlechtes Training aus der Mottenkiste sein muss.
    Möglicherweise ist es tatsächlich ein Qualitätsmerkmal, das den guten engagierten Trainer zum Supertrainer macht, wenn es ihm gelingt ausschließlich in Spielformen zu arbeiten und damit sämtliche Spieler und Trainingsziele zu erreichen, aber verboten und verwerflich ist es sicher nicht gelegentlich auf Übungen zurückzugreifen.
    Ich habe schon einige male die Erfahrung gemacht, dass ausgehend von einer Spielform eine kurze Korrekturübung dazu geführt hat, dass Dinge in der darauffolgenden Spielform und auch langfristig besser gelaufen sind nachdem man Sinn und Zweck des ganzen erklärt hat.
    (ballführen mit dem gegnerfernen Fuß auch wenn es der schwächere ist, Abstand beim Verteidigen, damit der Gegenspieler sich nicht eindrehen kann, Erklärung der spieloffenen Stellung bei der Ballannahme, ...)
    Wissenschaftlich könnte man jetzt argumentieren, dass der Lerneffekt bei den Spielern durch die Erklärung und die Übungsform nicht nachhaltig genug war, weil der Impuls von außen kam und nicht intrinsisch von den Spielern erfahren wurde.

    In der Spielform schleifen sich aber gerne auch mal suboptimale Dinge ein, wenn z.B. ein Spieler in einer heterogenen Mannschaft körperlich extrem überlegen ist (z.B. viel schneller oder kräftiger als der Rest) dann mit einfachen Mitteln, zum Erfolg kommt.
    Ich bin Fan von Spielformen und auch davon Spielformen im Training oberste Priorität einzuräumen, habe aber oft genug die Erfahrung gemacht, dass die Trainingsgruppe dazu schon relativ weit und vor allem relativ homogen sein muss, damit alle ihren Spaß und Lerneffekt daran haben.

    Ich hatte gar nicht die Absicht schon wieder eine Diskussion über Sinn und Unsinn der Regeln und ob es vernünftig ist oder nicht, dass man bei uns im Kreis nicht trainieren darf. loszutreten.
    Es ist so wie es ist. Ich finde es Schade für die Kids, dass die fußballfreie Zeit weitergeht, vertraue aber weiter darauf, dass die Entscheider in unserem Land (im Gegensatz zu anderen Staaten) Ihre Entscheidungen vernünftig abwägen und das Beste für die Menschen bezwecken.
    Ansonsten bin ich mit meinem Job als Hobby-Bundestrainer vollkommen ausgelastet und strebe keine Zweitkarriere als Hobby-Virologe an.;)

    Wir sind wieder >100.

    d.h. nix mit Re-Start. Nix mit Schule...
    Ich gehe auch nicht von rückläufigen Zahlen in den nächsten 2-3 Wochen aus.
    Die gemeldeten Infektionen kommen dieses mal auch nicht aus Altenheimen, sondern aus Kitas, Schulen und Unternehmen gleichmäßig über den Kreis verteilt.
    Ich hoffe ja nicht, dass wir hier der Vorbote für das sind, was bald überall in Deutschland kommen wird, sonst sitzen wir schneller wieder im gleichen Boot als man denkt...

    Bei uns ist der Wert innerhalb von 2 Wochen von knapp über 20 auf knapp unter 100 gestiegen.

    Das Konzept für Training ab nächster Woche (zunächst ohne Kontakt) steht zwar. Aber ich glaube im Moment nicht dran, dass es Sinn macht. Wenn ab Montag die Weiterführenden Schulen wieder aufmachen, dann sind wir vermutlich schnell wieder deutlich über 100. Hinzu kommt, dass 3/4 der Fälle Mutationen sein sollen und das Infektionsgeschehen sehr diffus ist und nicht wie im Herbst in erster Linie die Altenheime betroffen sind.
    Alles sehr frustrierend im Moment und zwar auf ganzer Linie...

    Bis auf die Tatsache, dass für mein Gefühl im vorgeschlagenen Trainingsaufbau der Übungsteil etwas zu viel Gewicht bekommt, kann ich mit der Argumentation voll mitgehen.

    Es geht hier nicht ums einschleifen von Technik, sondern darum Bewegungsabläufe kennenzulernen und zu verinnerlichen.
    Natürlich modifiziert das jeder für sich dann im Spiel und in den Spielformen, aber den Werkzeugkasten den kann man vorher in meine Augen effizienter füllen. (Trotzdem: Anteil Übungen Maximal 30% besser nur 20)

    Müsste ich wählen zwischen Training ausschließlich in Spielformen und ausschließlich in Übungsformen würde ich mich selbstverständlich immer für die Version mit Spielformen entscheiden.
    Da wir aber die Wahl haben, wie wir die Bestandteile des Trainings gewichten spricht bei einem gesunden Mix aus Spiel und Übungsformen kein Grund der Übung die rote Karte zu zeigen.

    Die Disskussion gleitet leider ein bisschen in Richtung schwarz-weiß-Malerei.

    Ähnlich wie die über die Talententwicklung der letzten Jahre:
    2000: Deutsche Spieler haben technisch zu wenig drauf und sind taktische Analphabeten
    2018: Deutsche Spieler sind zu sehr technisch/taktisch geprägt und haben kein Durchsetzungsvermögen wir brauchen mehr
    Bolzplatzmentalität also lasst die Kids spielen spielen spielen und eigene Erfahrungen machen
    20XX: ??? ich hoffe nicht, dass sich der Kreis wieder schließt


    Ich würde mich über eine gesunde Mischung freuen, bei dem das Spiel(en) immer im Zentrum steht, aber das technische und taktische Handwerkszeug nicht wieder total in Vergessenheit gerät.

    Und ich bleibe dabei: Automatisches Greifen gehört dazu, da es häufig ein Reflex ist. Lehnt sich jemand in mich rein, greife ich ihn oder brauche meine Arme um die Balance zu halten.


    Wenn das automatisch als strafbares Vergehen gehandhabt werden soll, dann haben Stürmer recht schnell nicht mehr die Intuition den Abschluss zu suchen sondern nur noch das Foulspiel zu ziehen.

    Ich kann mich in all den Jahren, die ich auf unterschiedlichen Niveaus gespielt habe wirklich an keine Situation erinnern, in der ich mich aus Reflex oder um die Balance zu halten am Gegner festhalten musste um die Balance zu halten.

    Wenn ich mal gehalten habe, dann in dem klaren Bewusstsein, dass er gerade einen Tick zu schnell war und ich nicht wollte, dass er mir davon läuft, oder im Fallen ganz bewusst um ihn mit nach unten zu ziehen.
    Mir ist klar, dass die Spielweise der letzten Jahre sich dahin entwickelt hat, dass es fast schon normal aussieht, wenn sich Stürmer und Verteidiger gegenseitig mit den Händen / Armen aneinander fest oder auf Distanz halten.
    Ich finde aber, dass das nicht schön aussieht und dem Spiel als solchem nicht guttut.

    Grundsätzlich bin ich absoluter Verfechter von Spielformen, finde aber, dass Übungen im richtigen Moment richtig verpackt absolut ihre Berechtigung haben.
    Unter Stress (nichts anders ist Gegnerdruck ja auch) neigt man in der Regel dazu Fehler zu machen oder Dinge unsauber auszuführen, v.a. wenn sie nicht perfekt abgestimmt und verinnerlicht sind.

    Übungen helfen schon dabei die Ballbehandlung für die Kids selbstverständlicher werden zu lassen, so dass gewisse Bewegungsabläufe ins Unterbewusstsein übergehen.
    Beim Autofahren startet man ja auch auf dem Verkehrsübungsplatz um sich dann über wenig belebte Straßen in die Rushhour und auf die Autobahn weiter zu bewegen. Niemand würde die erste Fahrstunde im Berufsverkehr in der Innenstadt machen.

    Natürlich müssen am Ende alle Techniken und Aktionen unter Gegnerdruck und mit der nötigen Improvisationsgabe durchgeführt werden, aber zu Beginn schadet es nicht gewisse Dinge erst einmal auf dem "Trockenen" zu lernen bzw. als cool down zwischen fordernden Spielformen regenerative Übungen mit Ball einzufügen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das auch älteren Spielern immer mal wieder gut tut.

    Wichtig ist natürlich, dass die Trainingszeit zum größten Anteil aus Spielformen besteht.
    Wir kommen in der Regel auf mindesten 80% Spielformen.

    Ich sehe es so. Das Problem ist der Elfmeter. Das ist eine viel zu krasse Entscheidung bei vielen Situationen. Oftmals denken sich halt Stürmer: "Ich fall einfach mal hin und schau was passiert". Das wissen natürlich auch Schiedsrichter und pfeiffen Dinge im Mittelfeld eher als im Strafraum. Und das wiederum wissen Verteidiger und reizen die Grenzen aus. Und sind dann manchmal eben drüber und am nächsten Tag wird disktutiert ob es Elfmeter war oder nicht. Bei konsequenter Regelauslegung gäbe es denk ich pro Spiel so ca. 20 Elfmeter. Ich will sowas aber nicht sehen. Gäbe es die Möglichkeit weniger strenge Bestrafungen für Fouls/Handspiele im Strafraum auszusprechen fände ich das sehr sinnvoll. Von daher bin ich für eine Regeländerung, aber nicht bei der Beurteilung was Halten ist sondern was Elfmeter ist.

    Ich sehe es genau anders rum:
    Viele Verteidiger nutzen die Gelegenheit zum Halten, Ziehen um sich mit den Händen einen Vorteil zu verschaffen, weil sie genau wissen, dass der Schiedsrichter sich oft nicht traut wegen solcher Kleinigkeiten Elfmeter zu pfeifen.
    Wäre allen klar, dass eine solche bewusste Aktion (und unbewusst irgendwo hinlangen, das gibt es definitiv nicht; das unterscheidet den Sachverhalt vom Handspiel, wo man angeschossen werden kann) mit Elfmeter bestraft wird, lernen die Verteidiger ganz schnell, dass sie sich etwas anderes einfallen lassen müssen. (gilt übrigens oft auch für Offensivspieler vor Eckbällen und Freistößen). Ich bin überzeugt ein transparentes und klares Leben dieser Regel würde helfen.
    Ich will ja nicht Körperkontakt generell verbieten, sondern eben nur absichtliches festhalten und ziehen.

    Die Schiedsrichterentscheidungen beim Spiel Dortmund gegen Sevilla waren trotz VAR-Chaos ganz nach meinem Geschmack.

    1. Situation: Elfmeter für Dortmund
    Klares Trikotziehen. Man hätte auch sagen können das war nur ein kurzer Zupfer und Haaland wäre sowieso niemals an die miserable Flanke seines Mitspielers gekommen...

    Trotzdem hat der Schiedsrichter im Nachhinein entschieden, dass der Abwehrspieler durch das irreguläre greifen nach dem Gegenspieler bewusst mit dafür nicht vorgesehenen Maßnahmen regelwidrig aus dem Spiel nehmen wollte.

    2. Situation: Elfmeter für Sevilla
    Auch hier gibt es sicher ausreichend Vertreter der körperbetonten rustikalen Ausprägung von Fußball, die sagen "was fällt der nach so nem kleinen Schubser hin?; das reicht doch nicht für einen Elfmeter".

    Meine Meinung: Glasklarer Elfmeter auch wenn Can nur kurz hält und schubst. Damit wird der Stürmer, der zum Ball schaut komplett aus seinem Bewegungsablauf gebracht und Can verschafft sich durch die irreguläre Maßnahme einen Vorteil.


    Allerdings würde ich gegenüber meinem Eingangspost und dem Titel des Threads meine Meinung etwas ändern:
    wir benötigen gar keine Regeländerung sondern schlicht die konsequente Umsetzung der Regel durch die Schiedsrichter.
    Sprich: die Hände haben am Körper oder Trikot des Gegners nichts verloren. Spätestens wenn klar wird, dass das konsequent gepfiffen wird hören die Kollegen damit auch und suchen bessere Lösungen.
    Wenn aber mehr als 50 Prozent der bewussten Behinderung durch Greifen oder Halten dem Verteidiger als Cleverness und nicht als Foul ausgelegt wird wählen die meisten eben den einfachen Weg.

    Ich bin überzeugt, das Spiel würde dadurch gewinnen. An Fairness und an Kreativität...

    Aus aktuellem Anlass und weil ich bei diesem Thema ja sehr vehement gegen Joachim Löw (bzw. seine Performance in den letzten 12-24 Monaten) argumentiert habe.
    Ich finde den Schritt gut und konsequent. Was jetzt die Gründe waren, dass er sich so entschieden hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Bei aller Kritik der letzten Monate muss auch gesagt werden, dass Joachim Löw von Anfang an bis 2017 einen hervorragenden Job gemacht hat und vermutlich der beste Nationaltrainer war, den ich bisher erleben durfte (das beziehe ich nicht nur auf Deutschland!). Dass er sich vom Tiefschlag der WM2018 (im Gegensatz zum vercoachten Halbfinale der EM2012) nicht mehr erholt hat ist schade, aber umso richtiger der Schritt jetzt.
    Ich habe wirklich große Hoffnung, dass der nahende Abschied ihm, der Mannschaft und dem Umfeld den nötigen Schub gibt eine gute Leistung bei der EM abzuliefern - ob sich dass dann auch in Ergebnissen widerspiegelt wird man sehen, ist mir aber aktuell ehrlich gesagt weniger wichtig als die Art und Weise wie man Auftritt und wieder Identifikation mit der Mannschaft ermöglicht.


    Ob es unter dem Nachfolger Löws (mein Favorit wäre Rangnick, weil ich nicht glaube, dass Klopp in Liverpool hinschmeißt) dann automatisch besser wird steht in den Sternen.
    Ich glaube, dass die größten Probleme mangelnde Personalqualität & Formschwäche auf einigen Schlüsselpositionen (IV, AV zentrale Sturmspitze), sowie die Tatsache, dass sich der Kader im Moment aus sehr vielen verschiedenen Vereinen zusammensetzt, deren Spielstil vollkommen unterschiedlich ist.

    Auch wenn es mich nicht betrifft habe ich mal auf der HP des NFV spioniert.

    Da ist der Passus mit Kontaktsport für Kinder unter 14 Jahren ganz offiziell unter FAQ-Corona aufgeführt.
    Wichtig dabei: gleichbleibende Gruppen. Meiner Meinung nach wäre es hilfreich, wenn sich die Eltern bis auf weiteres für eine Sportart / Gruppe entscheiden, in der ihr Kind Sport mit Kontakt ausüben darf...

    In Bayern ist aktuell ganz klar festgelegt, dass nur kontaktfrei trainiert werden darf.

    Ich finde das einerseits vernünftig, zum anderen aber auch Schade, weil ich der Meinung bin, dass "richtiges" Training mit Kindern sicher möglich wäre, wenn wie oben beschrieben sichergestellt wird, dass die Kinder tatsächlich nur innerhalb einer festen Gruppe Sport mit Kontakten ausüben.

    Bei uns auf dem Land wäre das relativ leicht nachvollzieh- und kontrollierbar, weil man die Kids und Sportgruppen in einer Altersklasse kennt. Bei klarer, konsequenter Kommunikation zwischen Verein, Trainern und Eltern wäre das zu organisieren.

    In größeren Städten mit mehr Kindern und mehr Angebot ist das natürlich schwieriger bzw. abhängig vom Verantwortungsbewusstsein der Eltern. Dementsprechend kann ich mit der Entscheidung für "kontaktfrei" leben.

    Besser kontaktfreies Training als gar keines!

    Interpretation hin oder her:
    in Bayern ist definitiv kontaktfrei angesagt. Das wurde uns vom BFV auf Nachfrage bestätigt.
    Ich sehe hier im Forum gerade die Gefahr, dass sich jeder wieder die Wahrheit so zurechtlegen will, wie es ihm am besten in den Kram passt und wie er am normalsten trainieren kann.

    Ohne jetzt wieder die ausufernde politische Diskussion vom letzten Mal wiederbeleben zu wollen:
    Ich finde es sehr vernünftig mit kontaktfreiem Training zu starten. Wo es die Zahlen zulassen, und wo der Verein übers Hygienekonzept die Gruppen klar eingrenzen kann und auch dafür sorgen, dass die Kinder sich festlegen in welcher Gruppe / Sportart sie in nächster Zeit trainieren (also nicht Fußball, Basketball und Handball parallel) finde ich Training in gleichbleibenden Gruppen mit Kontakt auch vertretbar. Länder, Verbände und Vereine, Trainer, die jetzt schon wieder an Testspiele oder Wettkämpfe denken haben den Schuss anscheinend nicht gehört.
    Abgesehen davon, bin ich überzeugt, dass die Diskussion sich bis Ostern von selbst erledigt. So wie die meisten den Re-Start mit Vollgas angehen (damit ist jetzt nicht explizit der Sport gemeint) haben wir ab April vermutlich ohnehin nochmal 4 Wochen Lockdown.

    Mein Morgen nach dem Aufstehen läuft mittlerweile so:
    Kaffeemaschine einschalten - Smartphone einschalten - Zeitung aus dem Briefkasten holen -
    (ab jetzt sind Kaffeemaschine und Smartphone startklar)
    - während der Kaffee gemahlen und gebrüht wird Corona Dashboard vom RKI checken - Frühstück ...

    Verrückt, wie sich gewisse Routinen durch äußere Umstände wandeln und wie selbstverständlich ins Unterbewusstsein einschleichen.

    Leider sind wir seit heute auch wieder über 50 nachdem wir von einer Woche noch kurzfristig die 30 unterschritten haben.

    So sehr ich mir Normalität und auch Lockerungen für den Sport wünsche und obwohl ich normalerweise ein positiver Mensch bin, sehe ich uns spätestens zu Ostern wieder in der Situation, in der wir aktuell offiziell noch sind, an die sich bloß niemand mehr wirklich hält ...

    Das Beispiel mit Sorloth und Brooks war vielleicht nicht ganz perfekt gewählt, ist mir aber aktuell eingefallen.

    Ich vermute aber jeder kennt ausreichen Beispiele, wo ein im Tempodribbling ankommender Spieler in den 16er eindringt und mit Griff an Schulter, Arm oder Rücken aus dem Rhythmus gebracht wird und dadurch Tempo verliert, der Ball verstolpert oder zu Boden geht. Klar kann man argumentieren, dass Stabilität im Zweikampf auch eine notwendige Qualität ist.

    Ich habe einfach das Gefühl, dass durch die Großzügige Auslegung davon vieles im Fußball zu sehr von körperlichen Attributen beeinflusst werden.

    Ich finde es gut, dass durch die gesteigerte Athletik mehr Tempo ins Spiel kommt und habe grundsätzlich auch nichts gegen intensive Zweikämpfe. Intensität im Zweikampf geht aber auch ohne dass es nach Ringen aussieht.

    Es gibt sicherlich sinnvolle Übungen bei denen Abstand eingehalten wird.

    Allerdings erachte ich es bei einer G und F-Jugend schwierig über die gesamte Trainingsdauer den Abstand zu gewährleisten. Gerade in den Pause/Unterbrechungen/Wartezeit werden die Kinder verständlicherweise nicht an den Abstand denken.

    Wir bei uns im Verein haben beim letztens mal erst ab E-Jugend kontaktfreies Training grundsätzlich erlaubt (ermessen der Trainer). Für G und F-Jugend haben wir es vom Verein aus untersagt.

    Auch bei uns wurde kontaktfrei erst ab E-Jugend gestartet.

    Der U7-Trainer hat es versucht, aber nach dem ersten Training eingesehen, dass das keinen Sinn macht.

    Noch einmal: Klares Greifen, das den Gegenspieler in seiner Aktion behindert ist Foulspiel, aber nicht jedes Greifen behindert automatisch und ist somit strafwürdig.

    Der Meinung bin ich auch.

    Gleichzeitig sehe ich aktuell aber bei über 80% der Zweikämpfe im und um den Strafraum genau dieses Greifen, das den Gegenspieler verhindert und nicht geahndet wird. Es geschieht ja mittlerweile sogar schon ohne dass der Ball in der Nähe ist. Ein Spieler startet in den freien Raum und der Verteidiger hängt (im wahrsten Sinne des Wortes) an ihn dran.
    In meinen Augen hat sich hier die Regelauslegung einfach zu großzügig und pro körperlichem Spiel verselbständigt.

    Vielleicht ist mein Ansatz etwas extrem, aber mit der Frage, ob das Greifen die Aktion behindert kommen wir leider wieder in den diskussionsbehafteten Auslegungsbereich, den es schon beim Handspiel gibt.