Beiträge von Fantomas

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    Das mag in deinem Verein der Fall sein oder in deiner näheren Umgebung, daß Trainer nicht abgeben wollen und sich somit ein Alleinstatus im Verein herausheben wollen, als der Hero der alles gewinnt. ich denke per Se ist es schon schwierig in der heutigen 24 Std Arbeitswelt noch den Kopf für Fussball frei zu haben. Man hat ja noch eine Familie und Kinder und diese Zeit ist von unschätzbaren Wert, solange die Kids noch klein sind.

    Das Privileg haben nicht viele, daß Sie unbeschwert und ohne Zeitdruck zum Training gehen können mit einer ordentlichen Vorbereitung auf das Training und Spiel und genug Zeit für die Familie. Am besten sich noch alle 2-3 Monate weiterbilden oder die Lizenz verlängern oder eine neue erweben. Ich kenne viele Trainer die ihre Handwerkskleidung oder Anzug noch kurz vor Trainingsbeginn ablegen und dann auf den Platz gehen und gedanklich noch eine Mail/Auftrag erledigen müssen. Würde man diesen Trainer sagen, pass mal auf, wir haben da einen 23jährigen Sportstudenten der dein Team übernehmen will, wir zahlen ihm 250 Monat (damit er nicht kellern muss) und du hilfst ihm ab und zu mal oder wirst 2. Trainer oder Betreuer. Ich persönlich würd das Team sofort abgeben, wenn ich weiss das da einer ist, der so wie ich mit vollem Herzen dabei ist. .

    Was hat sich in den letzten 20 Jahre verändert, gutes, schlechtes usw…. in folgenden Bereichen:


    Kleidung im Fußball (z.B. kurze Hosen früher kürzer)?
    ja, Vereine hatten nur einen Ballraum+ Materialraum. Mehr als 2-3 Bälle hatte keine Mannschaft und ein paar Hütchen.

    Waren Trainer früher lauter, kolerisch? ich hatte mal laute mal leise Trainer.
    Jedoch in Bremen hatten die meisten ein Stock im A. und zum Lachen sind die in Keller gegangen, eher so wie Thomas Schaaf Typen. Wurde intensiver Siege in der Umkleide gefeiert?
    Nein, Siege wurden zwar gefeiert. Mann bekam in der Vereinskneipe mal ein Moorwasser oder Vita Malz und die schmeckte richtig gut.

    Finanzielle Lage der Vereine? - Schon damals in den 80/90iger hat mein Vater 80 DM bezahlt. Die Vereine haben sich mehr Zuschüsse erhalten als heute und es gab ein Platzwart der sich um alles gekümmert hat.

    Qualität der Sportplätze? - Entweder Tennenplatz oder Rasenplatz im Sommer. Im Winter hatten wir auch genug Hallenzeiten von Dezember bis Anfang März und 1 Training draussen.

    Anzahl von Turniere und Fahrwege? ja, auch weitere FS-Spiele wurden organisiert und Turniere oder Trainingscamp in Schullandheim.

    Ausstattung der Umkleiden und sanitären Einrichtungen?
    Ja, duschen war Pflicht ab der C-Jugend. Umkleidekabinen waren ganz ok.

    War war früher an den Trainingseinheiten schlechter?
    Nein würde ich nicht sagen. Die Trainer haben sich voll viel Mühe gegeben mit den wenigen Material was Sie zur Verfügung hatten. Spielen stand jedoch im Vordergrund. heute machen die ja schon in der E oder F-Jugend professionelles Training im Bereich Koordination, Spielformen (Small Sided Games) -

    Was war früher an den Trainingseinheiten besser? Die Kids waren konzentrierter würde ich sagen oder haben sich weniger getraut dem trainer zu wiedersprechen.

    Ist es heute schwieriger mit Kinder und Jugendlichen umzugehen auch aus Angst in den Verdacht der sexuellen Missbrauch zu kommen?
    Keine AHnung, das war nie Thema weder Zu hause noch im Verein. Jedoch waren die Trainer so unterschiedlich wie heute. Heute muss man denke ich schon einiges beachten als Trainer und hat auf Jedenfall mehr Verantwortung gegenüber den Kids.

    Waren die Schiedsrichter früher strenger?
    Es gab kaum junge Schiedsrichter, die meisten waren schon im gesetzten Alter. Ich habe mal einen Spieler im Strafraum gesäbelt, weil er zu lange und theatralisch nicht auf das leere Tore geschossen hat. Da hat er mich 5 Min rausgestellt. Ansonsten wurde auch nicht viel gemeckert beim Spiel, man hat das akzeptiert was der Schiri gepfiffen hat.

    War früher duschen nach dem Training und Spiel üblicher? ja, ab der C-Jugend.

    Gab es früher mehr Alkohol im Jugendbereich? Alkohol und Zigaretten waren verboten. Nur im Vereinsheim habe ich die Papas mal ein Bier trinken sehen.

    Im Grunde ist es 97 % Breiten- und Amateursport mit all seinen Emotionen wie 1-2 Ligen höher. Für mich hat auch ein Kreisklasse oder Landesliga Spieler/innen es gepackt mit allen drum und dran. Er oder Sie spielt regelmäßig Fussball, hat ein hoffentlich funktionierendes Vereinsleben und betreibt was für seine Gesundheit und findet ein Ausgleich zum Beruf- oder Unileben für den Stressabbau.

    Wie schaut es mit der Laufbereitschaft und dem Zweikampfverhalten in deinem Team aus?
    Rücken die Abwehrspieler nach und noch wichtiger kommen die MF hinter den Ball bei Ballverlust, also sprich das Umschaltverhalten um genug Spieler in der Offensive als auch Defensive zu haben.
    Vielleicht kannst du uns dazu ein wenig schildern, damit man sich ein bessere Bild machen kann.

    wie Charles De Goal es kommt auf die Struktur im Verein, Kostenaspekt und wie die engagiert Jugendleitung bzw. der Vorstand aufgestellt ist. Reden wir nicht alle ein bissl an der Realität vorbei. Ich würde mir auch wünschen als Lizenztrainer alle 2 Jahre neue hochmotivierte Fussballer zu bekommen und eine Elterngemeinschaft die sich auf Fussball fokussiert jedes Wochenende. Da kann man sich als Trainer auf den Fussball konzentrieren mit den Jungs und wohl noch nebenbei Menge Spass und Freude dabei die Jungs weiterzuentwickeln. Und freut sich schon auf den nächsten Jahrgang den man betreuen kann und verfolgt schon deren Werdegang. Idealvorstellung.


    Wieviele von diesen Teams und Vereinen gibt es den wirklich?


    Wie sieht die Wirklichkeit in 80% der Vereine aus? Haben wir genug Bälle und Material, hat jede Mannschaft einen zuverlässigen Trainer, haben wir genug Trainings- und Hallenzeiten für die Mannschaften. Engagieren sich die Eltern im Team und bei Veranstaltung im Verein.


    Was mich immer verwundet ist das Eltern die erst seit paar Jahren in Deutschland sind, denken wir Trainer werden vom Staat oder der Kommune bezahlt. Ich muss dann immer wieder auf das Ehrenamt hinweisen und wie die Vereine struktiert sind. Sie sagen in ihren Ländern, würde es sowas wie Ehrenamt nicht geben und warum soll man sich um fremde Kinder kümmern, wenn man kein Geld bekommt. :/

    Ja, ist doch perfekt bis zur A-Jugend. Dann fängst du wieder bei den Kleinsten an. Ich sehe es nicht so kritisch, wenn ein Trainer ein Stamm-Team bis zur A-Jugend behält. Es wechseln ja auch viele oder hören auf und neue kommen hinzu. Wenn es einem Spass macht und der Verein nicht zuGrotte ist, spricht nix dagegen. Ansonsten auch Verein wechseln und sich neuen Herausforderungen stellen.

    In Deutschland haben wir laut DFB ca. 24.000

    Quelle Wikipedia habe ich das gefunden:

    Vereine der Bundesliga mit Leistungszentrum 18/18 (100 %)

    Vereine der 2. Bundesliga mit Leistungszentrum 18/18 (100 %)

    Vereine der 3. Liga mit Leistungszentrum 12/20 (60 %)

    Vereine der Regionalliga mit Leistungszentrum 8/93 (8,6 %)

    Vereine der Oberliga mit Leistungszentrum 1/257 (0,4 %)


    A. Elite NLZ (Bundesliga) 36 Vereine 0,1%
    B. NLZ 3/4 /5 Liga - 21 Vereine 0,1 %
    C. Amateur-Verein die sich Leistungsprinzip verstehen mit wenigen Jahrgängen , nur nach Jahrgängen geschätzt 4,8 %

    D. Amateur Vereine die Leistungsprinzip und Breitensport mischen - 20-30 Teams geschätz 15%

    E. Vereine nur Breitensport - eine Selektion findet nicht statt - schätzungsweise 80 %

    Vielleicht kann jeder User kurz sagen in welchen Bereich er tätig ist, damit man es besser einschätzen kann.

    Ich bin derzeit in der Gruppe E - eine Selektion findet quasi bei mir nicht statt.
    War aber auch als als Trainer in C Kategorie verantwortlich.

    interessant wäre noch was bei Euch passiert, wenn ein Spieler, der ab der U10 bei Euch ist irgendwann Ende der U13/U14 trotz guter Ausbildung einfach "stehen bleibt" und nicht mehr im Team mithalten kann, das aber selbst nicht so einsieht und den Verein nicht von selbst verlässt.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es diese Fälle bei Euch nicht gibt, da es einfach zum natürlichen Prozess in der Entwicklung von Fußballern und Mannschaften dazu gehör

    Klar werden bei solchen Spielern auch in Gesprächen sowas mitgeteilt. Unsere Spieler sind ja aber auch oft in Auswahlmannschaften oder Stützpunkten und bekommen dort von den Trainern sowas auch vermittelt.
    Aber grundsätzlich legen wir dann solchen Spielern auch einen Wechsel nahe (in der Regel zu Vereinen, mit denen wir im engen austausch sind, wo wir wissen, dass, wenn eine positive Entwicklung wieder einsetzt, wir die Spieler wieder zurück holen können)
    Und ja solche Fälle kommen vor, aber sind wirklich extrem selten, wir verlieren eher Spieler nach oben als nach unten, was mMn für unsere gute Ausbildung und auch für gutes frühes "scouting" bzw einschätzung spricht. Wir sind da in den jungen Jahrgängen echt super aufgestellt.

    scouten bei Euch die Trainer oder habt ihr einen Hauptverantwortlichen (z.B. Frührentner) bei Euch im Verein der die Jüngsten zu Probetrainings einlädt. Weil das ist schon ne Menge arbeitet die dahintersteckt in der Region die Spieler zu beobachten und deren Entwicklung auf Papier zu bringen und im Austausch mit den Eltern zu sein. Vielleicht kannst du ein bissl aus dem Nähkästchen plaudern.

    ja klar, gibt es sehr viele Vereine die genau dazwischen sind und das ist auch gut so, die machen hervorragende Jugendarbeit mit viel weniger Finanzen und gut ausgebildeten Trainern und in den höchsten Ligen ihres Bundeslands. Die schmieden Talente für die U16-U18 der NLZ. ich würde auch Breitensportvereine nicht als Larifari bezeichnen, die haben zwischendurch auch Jahrgänge die sich mit den besten messen können, hier aber im Bereich U10-U14.

    Aber auf die Vereine eine Stufe unterhalb der NLZs trifft doch jeder Kritikpunkt an NLZs genauso zu. Eher sogar noch deutlicher.

    Selektion findet da doch auch statt, die Fluktuation ist meiner Erfahrung nach sogar viel großer.

    Ja ganz klar, dort wird auch gescoutet und selektiert was das Zeug hält, wahrscheinlicher noch herzloser und unprofessionler als im NLZ kann ich aus nächster Erfahrung sagen. Elterngespräche finden regelmäßig statt und es fließen sehr viele Tränen, wofür auch immer das gut sein soll. Hier bieten die Trainer gegen gutes Geld Sondertraining an , damit ihr Sprößling doch im team bleibt oder aufgenommen wird. Ich würde das nicht auf alle Vereine unterzeichnen, aber schwarze Schafe gibt es ja immer wieder.

    Es gibt immer noch eine Zwischenstufe zwischen NLZ und Breitensport!!!

    Wieso wird das nie thematisiert.

    ja klar, gibt es sehr viele Vereine die genau dazwischen sind und das ist auch gut so, die machen hervorragende Jugendarbeit mit viel weniger Finanzen und gut ausgebildeten Trainern und in den höchsten Ligen ihres Bundeslands. Die schmieden Talente für die U16-U18 der NLZ. ich würde auch Breitensportvereine nicht als Larifari bezeichnen, die haben zwischendurch auch Jahrgänge die sich mit den besten messen können, hier aber im Bereich U10-U14.

    Schönes Beispiel aus Norge.
    Das würde vielen Jugendtrainern hier den Druck nehmen und sie könnten sich wirklich auf die Kids konzentrieren und sich nicht noch mehr mit Gegnern, Ergebnisse, Staffeln die Energie verschwenden.

    ja klar, das Zeitfenster wird enger zur U23 der 1 und 2 Bundesliga. Wenn einer seinen Traum (Talent+Wille) verfolgt, dann darf er sich nicht entmutigen lassen, weil er bis zu einer Altersgrenze nicht gescoutet wurden ist. Es gibt auch Profis die nie ein NLZ besucht haben.
    Gestern lief auf DAZN AZ Alkmar vs Eintracht und die Jungs wurden deklassiert. Wieviele von der Eintracht werden den Sprung in die U23 schaffen und wiviele werden extern für die U23 gescoutet ? Die Tür ist niemals zu.

    Es kommt doch auf das Kind an. Jeder ist so individuell wie das Spiel selbst.

    Kann mein Kind mit Druck und Kritik umgehen , ich meine nicht ob es Talent hat. Das haben viele, sehr viele Kinder.
    Wenn ja, dann lass es wechseln und die Erfahrung machen.
    Wenn es noch nicht soweit ist, dann lass das Kind doch in der vertrauten Umgebung.
    Wenn das Kind Talent und den entsprechenden Willen mitbringt, wird es sich auch später durchsetzen. Die einen in einer vertrauten Umgebung die anderen im NLZ. Schaut auf das Wohl des Kindes. In der Schule ist es doch auch nicht anders.
    Nicht jedes ist dem Druck des Gymnasiums gewachsenen und warum soll man sein eigenes Kind quälen? .

    Die Lizenz wird er sicherlich noch machen, ist ja grad nicht wenig 25000 EUR pro Spiel.
    Bissl muss er schon gemacht haben als Jugendtrainer. Vom Gamingstuhl direkt zum Chefposten ist es wohl nicht.

    Zuverlässigkeit von Eltern/Spieler hat doch ziemlich nachgelassen. Man fragt nach und bekommt als Antwort "Wir wissen es noch nicht?"
    oder "es ist keine gute Zeit jetzt im Winter für Training und Spiel, die Kinder werden schnell krank und fehlen dann in der Schule" Da fehlen einem die Worte. Vielleicht sollte ich doch ein Leistungsteam übernehmen!

    Es gibt wenige Grundregeln die jeder einzuhalten hat im Team.
    Beleidigung oder Respektlosigkeit sind ein Nogo - sofort Aussschuss vom Training und Entschuldigung fällig. Ohne Diskussion.
    Wenig Konzentration oder Lust auf Übungen, dann machen wir was wovon Fussball lebt, wir machen Sprintwettbewerbe oder Stabis oder laufen mal 10 Min ganz locker, dann wird das Abschlußspiel eben kürzer gehalten.
    Wichtig die Kids brauchen feste Abläufe im Training. keine Monologe vom Trainer.
    Begrüßung des Trainer und der Mitspieler. Keine Bolzerei, sondern man fängt an Rondo zu spielen oder jongliert alleine für sich.
    Alleine Aufwärmen und dann wird das Training durchgezogen mit dem entsprechenden Schwerpunkt.

    Linksfuss - Danke für den Hinweiss. Ja, fast alle Vereine stehen vor großen Herausforderungen. Fördergelder und Mitgliederzahlen gehen zurück. Probleme Ehrenämtler zu finden und sich die Last in Vereinen nur auf wenigen Schultern lastet.
    Ist hier aber nicht das Problem, das Vorstände nur wenig Transparenz zeigen und Verantwortung nicht abgeben wollen oder gar Externe Hilfe nicht in Anspruch nehmen, obwohl das Schiff am sinken ist.