Beiträge von Trainer E

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    Genau so sehe ich es auch. Verstehe nicht wie viele Trainer Ihre Jungs mit starken technischen Defiziten einfach in Übungsformen reinwerfen. Es muss zumindest mal eine gewisse Grobform der Technik erarbeitet werden, damit eine Spielform überhaupt Sinn macht.

    Wenn ein Kind absolut nicht mit dem Ball dribbeln kann (Was in frühem Alter ja meinetwegen in Ordnung ist), kann ich es doch schlecht in 1vs1 Situationen schicken und ihm Beibringen nach der Finte das Tempo explosionsartig zu steigern.

    Was passiert bei den Bambini in den Fangspielen? Eigentlich, unangeleitetes fintieren mit -explosionsartiger- Temposteigerung zum -Entwischen- . Das kann man ja moderieren.

    Starke technische Defizite. Ich bleibe mal beim Funino und den Minitoren(Passtoren). Da kommt der Technikerwerb auch in der Spielform nicht zu kurz, vorrausgesetzt ich mache das Altersgerecht. Der Nutzen der Innenseite zum genauen PAss kann da gut vermittelt werden. Drehe ich z.b. die Tore ein und platziere sie hinter dem Spielfeld, nehmen Kinder auch verstärkt den anderen, schwachen Fuß, weil Ihnen der Nutzen klar ist.

    Das ist m.e. nachhaltigere Vermittlung als das in Hütchenschlachten einzufordern.

    Er geht schon anders mit ihr um als mit anderen Mädchen, hat auch schon mal in der letzten Saison am Spielfeldrand über sie gelästert, als ihre Mannschaft gegen die Auswahlmannschaft gespielt hat.

    Das ist schon sehr außergewöhnlich, das sich ein Trainer EINE(N) herauspickt, die er ungerecht behandelt.

    Ich bleibe dabei, das ein Gespräch hier unumgänglich erscheint. Warum fragt Ihr z.b. nicht einfach, warum er über eure Tochter gelästert hat, und was er sich dabei gedacht hat? Wäre doch das einfachste.

    Oder warum eure Tochter nicht spielt, obwohl Sie zu den besseren gehört.

    Dann wird ja irgendetwas kommen, mit dem man sich dann eine wirkliche Meinung bilden kann.

    Das kannst du dir wirklich kaum vorstellen? Das gibt es doch überall, z.B. auch in der Schule bei Lehrern, also warum nicht auch bei Trainern? Und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass du nicht bestimmte Kinder sympathischer findest als andere. Das geht doch jedem so im Leben mit allen Menschen.

    Ich habe nicht gesagt, das ich nicht einige Kinder sympathischer finde als andere. Das ist so, weil jedes Kind anders ist, und mir manche -Art- sympathischer ist. Kids mit intrinsischer Motivation z.b. finde ich evtl. Sympathischer. Das ist im menschlichen Zusammenleben so, und davon kann ich mich nicht freisprechen. Trotzdem bevorzuge ich Spieler deshalb nicht.

    Das ich in einem engen Spiel z.b. (C Jugend), einen absoluten Willensstarken, der die Mannschaft mitreißt, eher bringe als einen

    ruhigen Charakter, bei möglicherweise gleicher Stärke, ist z.b. keine Bevorzugung sondern eine situative Entscheidung für die Mannschaft.


    Edit: während ich geschrieben habe, hat Chris das schon gut erklärt.

    Aber: Eltern denken sehr oft, dass Entscheidungen fallen, weil Trainer Lieblinge haben. Oft stecken da auch ganz andere Gründe dahinter. Häufig auch mangelndes Wissen (z.B. taktische Überlegungen, taktische Stärken etc.) oder Fokus nur auf das eigene Kind, während ein Trainer Fokus auf alle legt.

    Es handelt sich beide Male um denselben Trainer. Der damalige Trainer im Stützpunkt ist jetzt ihr Trainer in der Mädchenmannschaft. Sonst hat sie mit keinem Trainer ein Problem. Das mit den Lieblingen ist auch heute leider noch so :(

    Sinn würde mal ein Gespräch machen, wenn Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinanderklaffen.

    Vielleicht gibt es ganz andere Gründe, als die, die Du hineininterpretierst.

    Ich kann mir wirklich kaum vorstellen, das ein Trainer jemand benachteiligt, weil er -lieblinge- hat.

    Wenn ein Elternteil meiner Mannschaft das meinen würde, würde ich mich sehr über ein Gespräch freuen, um das mal aufzuklären.

    Nur wenn man es als Trainer nicht weiß, ist es wahrscheinlich schwierig und bringt weder dem Kind, dem Trainer, noch den Eltern etwas, außer wachsenden Frust.

    Leistungsmäßig würde es bei ihr am jeden Fall für die Verbandsliga reichen, aber da werden eher Mädchen eingesetzt, die über ihre eigenen Füße fliegen, aber Lieblinge des Trainers sind.

    Irgendwie scheinst Du schweres Pech mit den Trainern zu haben. Meine mich erinnern zu können, das auch am STP der Trainer andere

    SpielerInnen vorzog, da der Trainer Lieblinge hatte. Schon ungewöhnlich das das im Verein, jedenfalls Deinem Empfinden nach, auch so ist.

    Bei einer U9 wo gefühlt 60% der BA/BM noch schlampig sind würde ich das definitiv so machen, wenn der Fokus auf dem Zuspiel von der Seite liegt. Bei einem höheren Niveau kann man später bestimmt auf 3vs3 in der Mitte und 1vs1 in den Außenzonen gehen, aber grundsätzlich ging es ja darum, wie man den o.g. "starren Ablaufplan" A-B-A-C-Querpass in eine Spielform verpacken kann.

    Ok. Unabhängig von deiner spielform wäre für mich zweifelhaft, ob ich bei einer u9 flanken/Hereingaben üben lassen würde. Zumal ich bei der Anordnung schon Verhaltensmuster schaffe- nach aussen und flanken/passen.

    Sehe ich als grosses Problem bei aller Begeisterung für spielformen.

    Jede spielform sollte bitte auch den Ausbildungsstand und den Entwicklungsstand berücksichtigen. Für eine u9 finde ich diese spielform z.b. absolut ungeeignet.

    Zuallererst bin ich Trainer weil es mein Ziel ist Spieler besser zu machen. Ansonsten könnte ich mannschaftszusammensteller sein. Von daher einfach die Spieler entwickeln, dem verein, den spielern und nicht zuletzt dir selbst einen gefallen tun....

    Wenn jemand von seinen Erfahrungen berichtet, ist das selbstverständlich zum größten Teil subjektiv. Das liegt in der Natur der Sache.

    Ich für mich persönlich finde es aber valide, wenn ich jung gg. Alt spielen lasse und die älteren sind chancenlos weil Sie teils einfach überfordert sind. ( das mache ich sehr selten). Auf dem feld ist das ebenfalls im Wettkampf klar zu sehen.

    Dabei handelt es sich bei den iso- trainierten keinesfalls um talent befreite.

    Ich denke die würden in vielen iso Übungen auch besser aussehen. Nur was bringt Ihnen das, wenn der transfer in die Komplexität des Spiels nicht gelingt( gelingen kann)

    Wie gesagt, mit mehr Trainingszeit würde sich auch der Übungsteil erhöhen, denn als Technikschulung macht das durchaus Sinn, das spreche ich isolierten Übungen gar nicht ab. Nur in der zeitlichen Abwägung fällt die isolierte Übung hinten runter.

    Warum? Ich würde mit mehr Trainingszeit den Iso Anteil auf keinen Fall erhöhen. siehe unten:

    Tatsächlich ist Schöllhorn sehr isoliert unterwegs, aber zumindest zeigen seine Ergebnisse ergänzend zu Wulffs Review, dass die theoretischen Annahmen des klassischen Techniklernens ("Bewegungsfehler" und Varianzen müssen abgestellt werden, um Techniken erfolsstabil anwenden zu können) falsch sind. Daraus lässt sich ableiten, dass Techniken in einer "chaotischen" und ganzheitlichen Umgebung besser trainiert werden. Und dazu gibt es Studien, in denen stets der spielformenbasierte Ansatz ggü. dem klassichen Techniktraining Vorteile hatte. Ich muss mal FdF wieder durchforsten und die Studien raussuchen.

    Zur Technikvermittlung in Iso Übungen an sich. Nur aus eigener Erfahrung.

    Durch die Durchmischung der Jahrgänge ab D, habe ich nun etliche Erfahrungswerte und Vergleichsmöglichkeiten in den letzten Jahren.

    Die Jungs die aus nahezu reinem Spielformentraining kommen und nichts anderes kennen, sind den anderen, auch rein in Bezug auf Technik, situative Anwendung etc., weit überlegen. Auch als jüngerer Jahrgang.

    Das ist klar zu sehen. Außerdem sind diese Spieler Aufgabenstellungen und deren Umsetzung in Spielformen gewohnt und benötigen gar keine großen Erklärungen bei ständig neuen Aufgabenstellungen und Veränderungen. Was auch eine Form der -Spielintelligenz- bzw. der Lösungsoptimierung von fußballerischen Aufgaben darstellt. Insofern sind Sie auch wesentlich leichter zu coachen. (Evtl. Fehlverhalten wird erkannt und -einfach- umgesetzt).

    Alleine diesen Punkt, das -Mindset- über Iso Übungen hinzubekommen, halte ich für sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

    (

    Natürlich unterliegt vieles im Fußball einer stetigen Veränderung, aber vielleicht würde auch Horst Wein seine Meinung heutzutage überdenken wenn er noch leben würde?

    Ich denke eher, er hätte seinen Ansatz weiterverfolgt und wäre froh, das es endlich auch beim DFB angekommen wäre.

    Anfang der 2000er wurde das ja schon erwogen, aber damals noch verworfen!

    Dann müssten die ja alle auf dem Holzweg sein und Autoren wie Horst Wein etc. hätten eigentlich Bundesligatrainer werden müssen.

    Davon ab muß man sehen, inwieweit sich die Sichtweise genau in dieser Hinsicht in den letzten Jahren geändert hat. (siehe DFB Funino).

    Kürzlich gab es sogar beim DFB einen Artikel zum Thema Iso-Spielform.

    Auch in den NLZ hat diesbezüglich ein enormes Umdenken stattgefunden.

    Als sehr bekanntes Beispiel sei mal Steven Turek angeführt. Vergleiche hierzu einfach die Meinung von vor 5 Jahren zu der heutigen.

    Von den Variationen im Passdreieck zum reinen Spielformentraining.

    Vllt hat ja jeder für sich auch eine andere Definition von ISO-Übung oder Spielform. Ist das überhaupt mal genau definiert worden

    Vorab, damit es keine Missverständnisse gibt: Spielformen sind für mich nicht nur Kleingruppenspiele im 4vs.4, 8vs.8 usw., sondern alles, was mit Gegnerdruck zu tun hat. Darunter
    fallen auch Positionsspiele wie 4vs.2, 5vs.2 usw. (ebenso bekannt als el Rondo, Eck oder
    Schweinchen in der Mitte). (Zitat aus der angehängten PDF von Vangaalsnase)

    Ich denke das ist eine gute Definition.


    Hier im Forum kommen die Übungsformen ja erfahrungsgemäß sehr schlecht weg und es mag ja sicher auch einige Bücher geben die dies bestätigen, allerdings frage ich mich dann warum nahezu jedes Bundesliga-NLZ teilweise ganze Trainingseinheiten aus isolierten Übungsformen abhält (verpackt als Techniktraining)?

    Echt? Da sagt mir meine persönliche Erfahrung aber anderes. Vllt. habe ich aber auch nur in den -Ausnahmen- hospitiert.

    Ich für meinen Teil biete ca 80% meiner Traingszeit in Spielformen (so ziemlich alles bis auf Aufwärmen und Gymnastik) an. Grundsätzlich schaut das bei mir so aus, dass während der ersten Trainingseinheit in Kleingruppen (3v3, 4v4, 5v5) gespielt wird, während der zweiten Einheit in größeren Gruppen (8v8+) und beim Abschlusstraining 1v1 und 2v2. Somit gibt es natürlich auch einen Mix. Ich sehe es immer so, dass ich mit einer Übungsform das Spiel "Fußball" lediglich simulieren kann. Verglichen mit einem Piloten, macht es ja auch durchaus Sinn, gewisse Situationen am Simulator zu üben. Der Pilot wird aber um tatsächliche Flugstunden nicht herumkommen. Ähnlich kann man dann natürlich auch einschleifende Übungen gezielt nutzen um gewisse Spielsituationen zu simulieren.

    Wobei hier für mich der -Simulator- ja auch eine Spielform im Training wäre. Würde der Pilot nur das Landen isoliert üben, ohne

    Windeinflüsse, Landebahnlänge etc. (also übertragen ohne Raum und Gegnerdruck) wäre das isoliertes Flugtraining. Macht er aber selbst im Simulator nicht. So gesehen simulieren wir ja im Training in Spielformen möglichst -nahe- Spielsituationen.

    Ich weiß aber worauf Du hinauswillst. Mit isoliertem Training fällt es mir jedoch schwer Spielsituationen zu simulieren.

    Was ich in letzter Zeit lernen durfte, ist, das Spielformen ohne Spielrichtung gg. über den -Small sided games- ,

    doch gewisse Vorteile bieten, daraus resultierend schnelleren Lernerfolg.

    Ganz ehrlich, keine Ahnung, wie es in deinem Fall war. Und egal, wie es war, muss man das auch nicht so kommentieren,

    aber...

    ich habe schon so oft erlebt, dass Spieler heulend am Boden liegen bleiben, nur weil sie den Ball verloren haben, es maximal leichten (auch in der F-jugend erlaubten) Körperkontakt gab.

    Auch schon bei vielen Spielern bei mir, wenn ich eine Mannschaft übernommen habe. Dann musste ich das erstmal "raustrainieren", indem ein Spieler, der verletzt liegen bleibt und ein Trainer/Betreuer aufs Feld muss, IMMER ausgewechselt wird, er ist schließlich ja verletzt.

    Da bin ich absolut bei Dir. Allerdings gibts auch die Gegenbeispiele, wo man stark drauf achten muß.. Manche spielen unbedingt weiter, auch unter Schmerzen. Da ist Fingerspitzengefühl bei diesen Kandidaten gefragt, hatte einen Fall, da habe ich mich nachher sebst geärgert, das ich das -kein thema, geht schon- akzeptiert habe....

    In meiner Heimat gab es vor Jahren auch mal so einen "Überjahrgang". Alle Spieler spielten seit den Bambinis zusammen.

    Hier müßte es meiner Erfahrung nach heißen: Die VERMEINTLICH Besten spielen seit den Bambini zusammen.

    Ein paar kommen in diesen Truppen meistens hinzu, wenn Sie gut genug sind, und den Erfolgsansprüchen des Teamzusammenstellers (Trainer wäre Zuviel, denn die machen auch schwächere besser), entsprechen.

    Truppen die auch in der D und später unbedingt zusammenbleiben wollen, weil der -Zusammenhalt- so groß ist und man ja schon bis zur E so erfolgreich war. In einem Beispiel das ich kenne sind über der hälfte der Mannschaft aus Januar und Februar.... da weiß man was man davon zu halten hat.