Beiträge von Chris

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    Dieses Fazit ist doch erst einmal Quatsch.


    Die BFV-NLZs sind diese typischen ambitionierten Klubs der "zweiten Reihe", die aber keine Profi-NLZs sind. Es sagt also aus, dass es wahrscheinlicher ist, dass man Profi wird, wenn man in solch einem leistungsorientierten Verein war, als wenn man nur im DFB-SP war.


    Diese Aussage lässt sich mit Sicherheit so auch für die anderen Bundesländer treffen, in denen es die Struktur wie in Bayern nicht gibt, aber ähnliche Klubs wie die BFV-NLZs - das sind schlichtweg die Zuliefer-Maschinen für die richtigen NLZs, egal ob in Bayern, Hessen, BW, Niedersachen usw.

    Zur Ausgangsfrage: SP-Trainer sind keine wie auch immer geartete Elite. Es gibt sehr gute, sehr schlechte und jede Menge normale. Anfangs hieß es mal, dass SP-Trainer nicht gleichzeitig Vereinstrainer sein dürfen. Dann, dass sie nicht in der Altersstufe des SP trainieren dürfen. Das ist mittlerweile anscheinend alles aufgehoben. Eine solche Regel wäre aber sinnvoll, um Interessenkonflikte zu vermeiden.


    Zur Spielerselektion wurde quasi alles schon gesagt: Die Überflieger erkennt jeder. Die, bei denen es nicht reicht, in der Regel auch. Und dann gibt es eben noch die Spieler, in denen der eine Trainer etwas sieht und der andere eben eher nicht. Das ist dann einfach so. Aber in diesem Fall liegt eben doch ein Interessenkonflikt vor, der ggf. auch ausschlaggebend gewesen sein könnte. Unglücklich.


    Eine Verständnisfrage noch von mir: Nach meinem Wissen gibt es keine NLZs im Mädchen-Bereich (wenn wir die BFV-NLZs mit ihrem Sonderstatus mal ignorieren)? So wie ich es verstanden habe, nutzen div. Profivereine, die ein NLZ haben, vielleicht für den Mädchen-Bereich dieselbe Infrastruktur, aber es gibt im Mädchenbereich keine vergleichbare Zertifizierung, keine Standards bei nötigen Trainerscheinen, Physios usw.? Aber da bin ich nicht im Thema - kann das jemand klarstellen?

    Unter gewissen Umständen kann ich mir das schon vorstellen.


    Ein Stützpunkt ist nur eine Kreisauswahl. 2007er sind noch sehr jung.


    Insofern:


    Mädchen Landesauswahl 2007 - 2007er DFB-SP eines eher schwachen Kreises (nicht aus einem Ballungsraum), das mag noch hinhauen.


    Ansonsten hier ein paar relevante Ergebnisse, nur aus dem Kopf:


    Mädchen U17 Hessenmeister - durchschnittliche U15 Kreisliga Jungs: Remis


    Mädchen U17 Vize-Hessenmeister - gute U14 (kein NLZ): 0:6


    Mädchen U15 Hessenmeister (Eintracht Ffm) - gute U14 (kein NLZ): 0:13


    1. FFC Frankfurt als amtierender Europapokalsieger mit zahlreichen Nationalspielerinnen: Remis, knappe Siege, knappe Niederlagen und sehr deutliche Niederlagen gegen männliche U16 und U17 Teams aus der Region (wieder: keine NLZs).


    Nationalmannschaft USA (Weltmeister): Niederlagen gegen U15- und U16-Teams, die einer Regionalauswahl entsprechen

    Deine Fahrt, deine Regeln.


    Abstimmen finde ich lustig. Das würde ich diesbezüglich bei diesem Thema nicht zulassen.


    Bei uns gibt es fast immer generelles Handyverbot, außer für lange Zeiten im Bus oder Zug, danach werden die Handys einkassiert. Für das Gelingen einer solchen Fahrt ist es von großem Vorteil, wenn die Spieler keine Handys dabei haben.


    Zur Ausgangsfrage:

    Man kann problemlos mit D-Jugenden (und auch schon E1-Jugenden) eine Auslandsfahrt von einer Woche machen. Sinnvoll oder nicht, die Gedanken muss sich jeder selber machen. Ich sage auch nicht, dass das mit jeder Mannschaft (und jedem Trainer!) funktioniert, aber generell sind das Erfahrungswerte: es ist problemlos (!) möglich.

    Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass eine "normale" Mannschaft eine reguläre nlz Mannschaft schlagen können soll...

    Die Mannschaft meines Kindes (U12 Jungen) besteht im Moment aus 2 Landesauswahlspielerinnen, 4 Stützpunktjungs, 2 Stützpunktmädchen, 3 Jungen aus dem erweiterten Stützpunktkader und 4 Kreisauswahlspielern. Die Kreisauswahlspieler sind ein Jahr jünger als die anderen. 3 davon spielen zusätzlich in Perspektivkadern zweier Bundesligisten/2tligisten. 2 weitere haben bis vor kurzem bei einem Bundesligisten im Perspektivteam gespielt, sich aber mit Beginn des Stützpunkttrainings aus Zeitmangel dagegen entschieden.


    Ich würde also schon von einer überdurchschnittlich guten Mannschaft sprechen. Trotzdem sind sie gegen die gleichaltrigen Mannschaften der Bundesligisten bisher chancenlos gewesen... (Ich spreche allerdings nur von Hallenspielen)

    Spontane Fernanalyse warum das so ist:


    4 "jüngere" Kreisauswahlspieler U11? Ist ein Hemmnis, da dann ja jünger als die NLZ-Gegner. Das wird nichts.

    3 erweiterter Stützpunktkader? Das ist kein besonderes Qualitätsmerkmal gegen NLZs.

    4 Mädchen? Politisch vielleicht nicht korrekt, aber gegen gleichaltrige NLZ-Jungen sicher auch nicht hilfreich. Wenn sie älter sind, könnten sie gerade im U12-Bereich oder U13 dann wieder sehr hilfreich sein.


    Klar, das ist als Basis für eine Analyse sehr dünn ohne das Team zu kennen, aber nach deiner Beschreibung würde ich auch eher vermuten, dass das gegen NLZs nicht reicht.

    Wie gesagt, da gibt es immer ein Parameter, die das verändern:


    - Testspiel über reguläre Spieldauer (schwieriger)

    - Halle (einfacher, da weniger gute Spieler benötigt werden um mitzuhalten, kurze Spieldauer, man kann das Tor blockieren)

    - Feldturnier (einfacher, kurze Spieldauer)

    - U10, U11, U12 teilweise vergleichsweise einfach

    - U13 wird es langsam schwieriger

    - kennt ihr das, dass ihr gegen Gegner, die unter euch stehen in der Liga-Pyramide mal die B-Elf stellt? Das machen NLZ-Trainer gegen "euch" dann auch, das vereinfacht so einen Sieg auch mal. Oder sie nehmen die B-Elf auf ein für sie eben nicht so toll besetztes Turnier, in dem eben Teams der Ebene unterhalb der NLZs teilnehmen

    - nicht alle NLZs gehören der ersten Garde an, es gibt ja auch solche von 2. oder 3. oder Regionalligisten


    Ist auch logisch ganz gut zu erklären: In der U11, U12 usw. spielen in den NLZs noch viele Jungs, die in der U15, U16 nicht mehr dort sind. Die werden ausgetauscht durch andere, gute Jungs die in U11, U12 eben noch in kleineren Vereinen spielen.

    Ich kenne Verein, Team und sogar einen Spieler, will also gar nichts wertend dazu sagen.


    Nur so viel: Im Bereich U11, U12 ist es teilweise wirklich noch möglich, mit den Teams dieser Vereine zwischen NLZ und Breitensport eben die NLZ-Teams zu schlagen, dazu muss man halt eine gute Qualität an Spielern haben, aber gerade auf Turnieren kommt das gar nicht mal so selten vor. Im Testspiel über komplette Spielzeiten ist das dann schon deutlich schwieriger, als bei einem Turnier mal ein 1:0 oder 2:1 zu holen.


    Ab U15 wird das dann zunehmend sehr schwierig bis unmöglich da mitzuhalten.

    Die Bande rettet schlechte Pässe und hält damit technisch schwächere oder schwach agierende Teams im Spiel. Sie führt zu Torszenen für Teams, die das nicht verdient haben, weil sie eigentlich schlechte/falsche Entscheidungen getroffen haben, schlecht gepasst haben usw.


    Teilweise führt sie gerade auf sehr hohem Niveau (U15 usw) dazu, dass sich Pärchen bilden auf dem Spielfeld und der Ball statt Spielaufbau in vollem Tempo an die Bande gehauen wird. Sie führt dazu, dass ich Spielsituationen völlig fußballfremd lösen kann, indem ich den Ball einfach über die Bande spiele und meine Mitspieler sich eben nicht besser freilaufen müssen oder ich ein erfolgreiches 1:1 suchen muss - nein, ich knalle den Ball einfach an die Bande.


    Je weniger Bande, desto besser.


    Ausnahme: die ganz Kleinen, da kann es hilfreich sein, damit der Ball im Spiel bleibt.

    Ist bei uns eigentlich auch so.

    Als aber mal, die ersten Spiele der Landesauswahl anstanden, mein Team aber vormittags ein Punktspiel hatte - und der Verbandstrainer gerne auch ein paar meiner Spieler dabei haben wollte, da ging das dann plötzlich doch.

    Ich habe dann meinen Spielern freigestellt, was/ob sie das wollen und einer hat dann letztendlich beides gespielt, die anderen nur bei mir.

    Ja lustig, was dann da auf einmal so möglich ist... da kommt dann so eine Wischi-Waschi-Begrüngung wie dass es sich bei der Auswahl ja um keine offiziellen Spiele handeln würde usw.

    Danke @SirAlex für die Ergänzungen. Zehlendorf war mir ebenso bekannt wie die Tatsache, dass sie oft mit den NLZs mithalten können. Aber sie sind halt kein NLZ. Borgfeld sagte mir gar nichts. Aber ich gebe dir recht, grundsätzlich untermauert das diese These noch. Selbst ambitionierte Teams wie diese können zwar sportlich noch eine Weile vergleichbares Niveau erreichen, aber sie haben unter dem Strich dann eben doch

    - meist seltener Training

    - nicht so gute Infrastruktur

    - einen schwächeren Kader (Trainingseffekt)

    - weniger attraktive Einladungen zu Turnieren und Freundschaftsspielen, obwohl sie diese fast ebenso gut bestreiten könnten

    Dadurch kann man mit dem NLZ da einfach nicht mehr mithalten.


    Die Talentsichtung kann bei den NLZs sicher noch optimiert werden. Hohe Fluktuation ist ein Negativmerkmal. Aber klar: Wie Trainer E sagte, die Entwicklung lässt sich nicht immer gut vorhersagen und dann kommt hinzu, dass viele Dinge, die einen guten Fußballer ausmachen (Spielintelligenz, Raumgefühl, technische Ausbildung, taktisches Verständnis, Psyche) sich nur ganz schlecht quantifizieren lassen und sich bei der Entscheidung, ob ein Spieler irgendwo aufgenommen wird, in der Regel eben auf das "Bauchgefühl"/den Eindruck von Trainer/Koordinator verlassen wird. Das ist eben nicht objektiv, aber es ist auch extrem schwierig, dieses Prozess objektiv zu gestalten.

    Vielleicht sollte man erst einmal sehen, dass die Qualität der NLZs höchst unterschiedlich ist (trotz einheitlicher Grundlagen, die erfüllt werden müssen), und das auch bei den NLZs jeweils oft mit dem jeweiligen Trainer steht oder fällt. Allerdings sind die Unterschiede aufgrund der zu erfüllenden Minimalstandards meistens eben nicht so krass wie in den kleineren Vereinen.


    Aktuell sollte man spätestens zwischen 12 und 14 ins NLZ. Schnellcheck meiner Behauptung: Bis auf Antonio Rüdiger und Julian Brandt wechselten alle Spieler des aktuellen DFB-Kaders, die 1992 oder später geboren sind (also bei Einführung der NLZ 12 waren) spätestens mit 14 in ein NLZ. Über 80 % übrigens genau in diesem Zeitraum zwischen 12 und 14, nur sehr wenige schon in der F- und E-Jugend. Konnte man früher noch über ambitionierte kleinere Vereine mithalten und dann mit 16/17 wechseln, ist das heute aufgrund der deutlich besseren Förderungs- und Vergleichsmöglichkeiten in NLZs so gut wie ausgeschlossen - Ausnahmen bestätigen diese Regel. Das Rad lässt sich wohl kaum zurückdrehen.


    Ich bin da sehr gespalten. Ich finde Kinder zwischen 12 und 14 in der Regel zu jung, um sich dem Druck der NLZs auszusetzen - und der Druck ist einfach strukturell immer da, da können die Trainer so gut und nett arbeiten wie sie wollen. Ich kenne eine Menge Negativbeispiele. Aber ich kenne auch eine Menge Jungs, die sich da sehr wohl gefühlt haben und sogar einige, die das "Aussortiert-Werden" ganz gut verkraftet haben. Übrigens machen wir in einem Verein, der 1 oder 2 Stufen unter den NLZs steht, auch nichts anderes. Wir sortieren auch aus. Wir verweisen die Jungs zwar nicht aus dem Verein, aber aus der Mannschaft, in der sie gerne spielen würden oder bisher gespielt haben in eine schwächere. Das ist auch ganz schwer zu verkraften, stelle ich immer wieder fest. Allerdings hat es bei uns nicht so krasse Auswirkungen auf das Leben der Spieler.


    Viele Eltern schimpfen erst dann auf die Negativ-Auswirkungen, wenn man im NLZ nicht mehr erwünscht ist. Vorher ist alles super. Wie gesagt, manche Jungs sind noch heute froh über die Jahre, die sie im NLZ spielen durften und über das, was sie dort mitgenommen haben. Andere brauchen Jahre um sich davon zu erholen oder tun das nie (Drop Out). Das ist aber auch eine Charakterfrage und hat ebenso damit zu tun, was einem die Eltern mitgegeben haben. Ich hatte mal einen Spieler, dessen Vater kaum Geld verdient hat, aber immer überall erzählt hat, dass sein moderat gut kickender Sohn ihm seine Rente verdienen wird. Was für ein Druck auf das arme Kind...


    Insofern ist das irgendwo auch immer eine individuelle Entscheidung, ob man sein Kind ins NLZ schicken möchte. Wenn niemand den Schritt wagen würde, würde es auch niemand bis hin zum Profi schaffen. Trotzdem denke ich, dass es für die meisten Kinder besser ist, in einem Nicht-NLZ-Verein zu spielen, der ihren sportlichen Fähigkeiten entspricht, dort eine vernünftige Balance aus Schule-Freizeit-Sport zu haben und später mit dem Kicken, wie Goodie gerade sagte, ggf. etwas dazuverdienen zu können.

    Für mich wäre das eher ein Albtraum-Modell...


    Viele Dinge, die Vereine zu Vereinen machen und toll sind, gingen nicht, wenn das ganze "verschult" wäre...

    Und das Verhältnis Trainer-Spieler sollte nicht so sein wie Lehrer-Schüler.

    Juristisch:

    Der Spieler hat als Mitglied ein Recht auf adäquates Training. Das wäre in der U18 gegeben. Ein Recht auf einen Einsatz besteht nicht, weder in der U18 noch in der U19.


    Moralische Bewertung

    Man kennt halt nur eine Seite. Wenn es so gelaufen ist, wie du sagst, dann ist das moralisch sehr schlecht, aber hilft dir rechtlich null weiter.


    Vereinswechsel

    Ist er älterer Jahrgang, also 2000? Dann gilt hier meistens schon Seniorenwechselrecht.


    Normalerweise bundesweit einheitlich bei Wechsel außerhalb der Wechselfrist und ohne Zustimmung abgebender Verein: 6 Monate Sperre ab dem letzten Spiel. Je nach Landesverband unterschiedlich ob seit dem letzten Pflichtspiel oder Freundschaftsspiel. Ggf. könnte er jetzt noch wechseln, wenn er sein letztes Pflichtspiel z.B. Anfang Mai gemacht hat, dann müsste er nur bis Anfang November die Sperre aussitzen.

    --> Mal beim Verband konkret nachfragen.


    Als 18-jähriger Spätstarter in die NRL dürfte sehr ungewöhnlich sein. Sicherlich existieren normalerweise große Lücken in Technik und Spielerfahrung (taktischem Verhalten).


    Konkreter Rat

    U18 annehmen und dort sich reinhängen. Entweder ist er so gut, dass der Trainer nicht an ihm vorbeikommt, oder eben nicht. Auf jeden Fall (!) die schriftliche Zusage geben lassen, dass er im Winter mit Freigabe wechseln darf, falls er bis dahin unzufrieden ist. Dann kann er im Winter einen neuen Verein suchen und wäre im Frühling direkt frei zu spielen (auch hier wieder konkret beim Landesverband nachfragen welche Regularien beachtet werden müssen: Wann abmelden, wann beim neuen Verein anmelden, welche Form der Abmeldung muss gewahrt werden?)